Wandheizung mit Holzweichfaserplatte oder im Lehmbett?

19.02.2014 Frank



Hallo zusammen!

Nachdem wir das Forum nun schon seit etwa einem halbem Jahr als fleißige Leser zur Planung unserer im April beginnenden Fachwerkhaus-Sanierung nutzen, bereitet uns die Planung der Wandheizung nun noch einiges Kopfzerbrechen...
Bisher sah die Planung für den Aufbau der Außenwände wie folgt aus:

Nicht-Wetterseiten:
1. Vorhandenes Fachwerk (Lehm/Stroh-Gefache) bleibt so
2. Innenputz/Paneele entfernen
3. Holzweichfaserplatte 40mm oder 60mm in ~1cm Lehmunterputz anbringen
4. Auf die Platten Wandheizung (noch nicht entschieden ob Cu- oder Al/Kunststoffverbundrohr)
5. Mit Lehmunterputz verputzen, auf Rohren abziehen
6. Armierung und Lehmoberputz (dann entweder Struktur oder glatt+farbigen Lehmputz)

Wetterseite:
Im Grunde genauso, aber außen mit hinterlüfteter Holzvorsatzschale. Der Vorbesitzer hatte übrigens außen auf das Fachwerk Eichenbretter aufgenagelt und dann dazwischen verputzt. Die kommen als erstes an der Wetterseite mal runter und dann mal schauen was darunter zu finden ist...

Jetzt bleiben einige offene Fragen:
1) Nach weiterer Recherche bin ich mittlerweile nicht mehr sicher, ob statt der Holzfaserweichplatte nicht besser eine weitere Schicht Lehm als Basis für die Rohre der WH zum Einsatz kommen sollte?

2) Wenn Vorsatzschale an der Wetterseite, sollte man dann an der Seite die Holzfaserdämmplatte lieber weglassen? Oder außen? (von wegen Probleme bei Kombination Innendämmung und Vorsatzschale?)

Wäre super, falls jemand Hinweise zu den beiden Bereichen hätte :)

Falls dazu doch schon was detailliertes im Forum vorhanden sein sollte, so hab ich´s nicht gefunden :S

Danke schonmal!

VG Frank



Vorsatzschale



Es sind prinzipiell keine Probleme durch die zusätzliche Vorsatzschale zu erwarten, warum sollte?
WH ohne Dämmung macht keinen Sinn...
Nimm ruhig und beruhigt das Verbundrohr, die Vorteile (z.B. Kosten, Verlegung "von der Rolle" ohne Verbindung) überwiegen, Nachteile gibt es eigentlich nicht...

Freundlichen Gruß,
Sebastian Hausleithner



Hallo Frank



einige Antworten findest du auf meiner Webseite.Und ich würde mich gern mit dir auch telefonisch unterhalten, weil sicher noch mehr Fragen auftauchen.
MfG
Lehmschwalbe Ralf



Vielen Dank ...



...für die schnellen Antworten :)
Jo, Verbundrohr ist kostenmäßig und vom Aufwand für die Verlegung klar im Vorteil, bloß findet man so viele Berichte, wo die Teile dann nach 8-12 Jahren anfangen irgendwo zu lecken,werde wohl einfach nochmal versuchen, Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern "rauszugooglen"... (bisher hab ich nur gelesen, dass es wohl öfter Probleme mit Uponor gibt/gab, aber die Info ist ja u.U. auch schon wieder veraltet - hat jemand 'nen Tip für ein qualitativ gutes Verbundrohr, was dann voraussichtlich länger als 10-15 Jahre dicht bleibt?)

Werde dann wohl den Unterbau für die Rohre wie geplant mit Holzfaserdämmplatten machen.

@Ralf: Danke für das Angebot, habe mir grade Eure Homepage mal angesehn und sobald Fragen zum Lehm auftauchen meld' ich mich :) (aufgrund der vorhandenen eigenen Arbeitszeit tendiere ich allerdings dazu, den Lehm fertig zu kaufen statt selber abzubauen und aufzubereiten, aber bezüglich der Verarbeitung kommt da bestimmt die ein oder andere Frage...)

Achja, eine Frage nochmal zur wetterseitigen Verkleidung:
HF-Platte innen als Träger für WH ist ja eh vorgesehn, macht das Sinn außen noch eine weitere Lage (also FW-Wand, Dämmplatte, 5cm Luft, Holzvorsatzschale) anzubringen? Die Sicht auf das FW ist ja eh futsch...

Danke nochmal, und nu erstmal gn8!
Frank



Die Anzahl von Betrieben



... die sich der Herstellung von MKV-Verbundrohr verschrieben haben ist erstaunlich gering... jedenfalls deutlich geringer als die Vielzahl von "Marken" und "Vertriebsschienen" für Heizungs- und Rohrsysteme vermuten lässt, ohne dass man hier aufdröseln könnte, welches Rohr jetzt woher stammt.
Systematische "Sollbruchstellen" sind weder beim genannten Hersteller noch von anderen Labels bekannt und zu erwarten...
Für den Wandaufbau und die Dämmung gilt es, gewisse Vorschriften an die Dämmung und konstruktive Grundprinzipien zu beachten... erstere aufgrund gesetzlicher Vorgaben (z.B. EnEV), zweitere aus bauphysikalischen Erwägungen, auch das lässt sich nicht so ohne weiteres mit einem Zweizeiler "erschlagen".

Frdl. Grüße,
Sebastian Hausleithner



Aja schön,



...dann kann da ja bezüglich des MKV-Rohrs im Grunde nicht viel schiefgehen.
Bezüglich des Wandaufbaus hab ich hier bereits mit einem Energieberater/Architekten zusammengesessen, da waren wir so verblieben, dass die HFDämmplatten nach Möglichkeit an der Wetterseite außen an die Wand sollten, dann die Holzvorsatzschale, usw... bloß war da die Wandheizung noch nicht in Planung, daher die für den Experten vielleicht etwas bekloppt anmutenden Fragen ;)

Im Übrigen hab ich in dem Zusammenhang auch jede Menge Vorschläge zur Gefachdämmung usw. bekommen, einige auch unter Nutzung diffusionsoffener Folien o.Ä., möchte aber weder Folien noch Kunststoffdämmung noch Silikon o.Ä. ans Haus bringen...
Wie auch immer, nochmals danke fürs Antworten, jeder Beitrag bringt einen ja etwas weiter :D
VG Frank



Wandaufbau und Verbundrohr



So heimlich still und leise haben u-Werte für Wandaufbauten auch für nachträglich eingebrachte Innendämmungungen und bei Wandheizung inzwischen den Weg in die Anhänge der EnEV gefunden. Da diese als Verordnung sozusagen bindenden Gesetzescharakter besitzt, ist und wird Nichtbeachten gegebenenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Mit "heute bauen wir mal eine Vorhangfassade" ist es da leider nicht getan...
EnEV lesen
... wenn Du damit nicht klarkommen solltest, dann zeig das wenigstens mal dem Energieberater...
Wichtig bei MKV-Rohr ist die Systemkompatibilität und die Hoffnung, dass man auch in ein paar Jahren gegebenenfalls noch Ersatz- und Zubehörteile beziehen kann... damit werden sich Schnäppchen aus der Elektro-Bucht und Baumarkt-Sets wohl aus dem Rennen verabschieden müssen... Naja, den Euro-Konus wird es wohl in 20 Jahren dann immer noch geben...

Frdl. Gruß,
Sebastian Hausleithner