Innendämmung mit Leichtlehm, Schilfrohrmatte und Wandheizung

25.02.2010



Hallo zusammen,

ich habe mich viel über Innendämmung mit Leichtlehmmischungen informiert.

Eine Frage ist geblieben:

Sämtliche Hersteller beschreiben im Grunde eine solche Innendämmung folgendermaßen:

Lattung anbringen
mit Leichtlehm verfüllen
einlagige Schilfrohrmatte davor als verlorene Schalung


das ganze vollständig trocknen lassen, dann erst Schilfrohr verputzen...

Wie steht das denn in Kombination mit einer Wandheizung?

kann ich die Wandheizung nicht zur Beschleunigung des Trocknungsvorgangs verwenden?

hier zwei Varianten. Welche wäre Eurer Meinung nach die bessere.

1. Variante:

Aufbau wie oben beschrieben:
dann direkt Wandheizung anbringen
Wandheizung unverputzt einschalten bis Leichtlehmschale trocken ist
dann Wandheizung Verputzen

2. Variante
ebenfalls wie ganz oben beschrieben
Wandheizung anbringen, unter Wärme direkt verputzen ohne die Trocknung der Leichtlehmschale abzuwarten.


schön wäre es, wenn Variante 2 ohne Nachteile ausgeführt werden könnte - also alles mehr oder weniger in einem Arbeitsgang ohne mehrtägige Pause.


Was meinen die Experten?

Weiß vielleicht auch jemand wie lange die voraussichtliche Trocknungszeit sein könnte bei einer Leichtlehmschale von ca. 10 cm + ca. 3 cm Lehm um die Wandheizung zu verputzen, wenn das ganze jetzt im März / April gemacht würde? Trocknungszeiten ohne Wandheizung sind mir bekannt.

Sollte man für das verputzen der Wandheizung den gleichen Leichtlehm wie für die Schalung verwenden? Und darauf dann nur noch eine dünne Lage feinen Oberputz + Finish?

und welchen Zuschlag für den Leichtlehm würdet Ihr mir raten.

a) z.B. Holz-Leichtlehm von Claytec o.Ä. mit 600 kg /cm3, 0,17 W/mK
b) Hanf-Leichtlehmmischung von naturbauhof mit 300 - 400 Kg / cm3, 0,08 - 0,1 W/mK

c) a oder b nur ca. 6 cm + 5 cm Schilfrohrmatte


(mir gehts hier nicht um die "bessere Dämmwirkung" sprich U-Wert, sondern mehr um Feuchteregulierung bei Tauwasseranfall. Variante C wär sicherlich durch das Zuschneiden und Anbringen der dicken Schilfrohrmatte aufwändiger...aber wenn das jetzt besser wäre als Variante a) oder b)....dann soll es so sein...
der Preis spielt hier für mich auch nur eine untergeordnete Rolle

an den zu dämmenden Wänden (Fachwerk mit Ziegelausfachung und eine reine Ziegelwand) sollen im übrigen außer eventuell leichten Bildern nichts aufgehängt werden.

Ich freu mich auf Eure Anregungen


Liebe Grüße

Die Schmiddi



Innendämmung mit Leichtlehm, Schilfrohrmatte und Wandheizung



Kann mir hier vielleicht auch jemand von den ganzen Selberbauern von seinen Erfahrungen mit ähnlichen Konstruktionen berichten?

Das wäre super!



Die Angaben über das Rohgewicht ist im übrigen "cbm" und nicht cm3

:-) Sorry !



Guten Morgen...



Ich mache mir derzeit über eine ähnliche Aufgabe Gedanken. Hatte hierzu meinen geplanten Aufbau gepostet.

Ich bin geneigt, eine lufttrockene Schüttung zu verwenden, dann stellt sich die Frage mit der trocknung nicht (zumindest nicht in diesem Umfang)
Mein Favorit ist klimalehm Wärmedämmschüttung, die gibts sowohl erdfeucht als auch lufttrocken. Mehr Info´s kann man unter www.gruen-ziegelwerk.de (darf man einen Link posten??) finden. Ich finde das Material auch vom Preis sehr interessant, zumal der Hersteller direkt in meiner Nähe ist.

Viele Grüße
Michael



Trockene Schüttung



Also meine Recherchen haben bisher dazu geführt KEINE Trockenschüttung zu verwenden.
Aufgrund von möglichem Tauwasserausfall sollte (vielleicht stimmt das gar nicht) grundsätzlich eine "luftdichte" Dämmlösung gefunden werden. sprich Leichtlehm naß einbringen und etwas verdichten, sodass hier ein homogener Aufbau mit direktem Kontakt sowohl zur Außenwand als auch zur Innenwand gewährleistet wird, damit der Wassertransport und die Dampfdiffusion vernünftig funktionieren kann und nicht durch Lufteinschlüsse sich irgendwo festsetzt....

Aber grundsätzlich wäre mir eine Trockene Variante auch lieber... wenn man da was ohne Dampfbremsfolie einbringen kann...

Ich werd das mal mit einem "Fachmann" vor Ort durchsprechen.

Am liebsten würde ich die auf naturbauhof.de angebotene Hanf-lehm-Schüttung mit 200 kg / cbm und 0,06 W/mK nehmen...
davor dann wie beschrieben die Schilfrohrmatte, Wandheizung, Lehmputz... fertig...

Aber mal schauen ob uns hier noch jemand Auskunft geben kann... kann man sicherlich auch nicht pauschal sagen... kommt halt immer auf den Einzelfall an...



Zellulose als Lösungsansatz Innendämmung



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben ein Innendämmsystem aus Zellulose entwickelt, welches direkt auf die Innenseite der Aussenwände gesprüht, abgefräst und verputzt wird.

Es erfüllt alle bauphysikalischen Vorgaben (Wärmebrücken, Tauwasser, Trocknungspotenzial, ...) ist einfach anzubringen und ermöglicht den flexiblen Einbau von Elektroleitungen.

Durch die Kapillarität der Zellulose kann das Tauwasser optimal aufgenommen und wieder zum Innenraum abgegeben werden. Sollten Sie weitere Fragen haben, beantworte ich diese gerne so ausführlich wie möglich.

MfG

Alexander Zojer



Sehr geehrter Herr Zojer,



vielen Dank für die Info.

Habe mich auf der HP ausführlich umgeschaut. "Renocell" ist hier wohl das Stichwort

Folgende Fragen bleiben

a) ist dies auch kompatibel mit Lehmputz statt mit Kalk?
b) Kompatibilität mit Wandheizung
c) ca. Preis komplett für ca. 120 qm Außenwandfläche in 49424
d) sollten Sie uns mit Ihrem System überzeugen, wie schell / kurzfristig würden die Arbeiten beginnen können... wie lange sind die Trocknungszeiten

:-)

freu mich auf Ihre Antworten



Aha..



das würde mich auch Interessieren!

Außerdem wüsste ich noch gerne wie ich "Tauwasser kann an bestimmten Stellen ausfallen" verstehen muss. Kann das Tauwasser überall ausfallen oder wird da irgendwas bestimmtes eingebaut, und wenn ja: was?

Außerdem hätte ich noch folgende Fragen: Als Zusatzstoffe wird "Borsäure und Borpentahydrat
oder Ammoniumphosphat" angegeben. --> was ist das, ist das unbedenklich?

Aber um diese Frage nicht mit meinem Krams zu verstopfen, poste ich das wohl besser gleich mal an Herrn Zojer.

Klingt aber auch nicht uninteressant!

Gruß
Michael



Tauwasser



Hallo Michael,

ich glaube hier wurden die Wechselstaben verbuchtelt. Oder Tauwasser wird synonym benutzt. Ich denke hier ist die Rede von Kondenswasser bzw. Kondensatbildung



Tauwasser



Hallo,

Kondens- oder Tauwasser ist in diesem Zusammenhang das gleiche, man spricht ja auch von dem Taupunkt.
Ich hoffe nur, das nicht wie oben von Alexander beschrieben Kondens- oder Tauwasser von der Dämmung aufgenommen werden soll.
Ich gehe mal davon aus das hier Wasserdampf gemeint ist.

Grüße aus Schönebeck



Tauwasser, Innendämmung usw.



Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Kondensat, Tauwasser, etc. hier ist die auftretende Feuchtigkeit zwischen Innenseite Außenwand und Innendämmung gemeint. Diese Feuchtigkeit kann von der Innendämmung komplett aufgenommen werden und wird über das gesamte System langsam wieder zur Innenraumseite abgegeben. Die Ursache liegt hier bei der Kapillarität sowie die Dampfdiffusionsoffenheit der Zellulose.
Die WTA hat bereits in ihrem letzten Merkblatt 4-6/ 2009 veröffentlicht, das grundsätzlich bei Innendämmaßnahmen eine dampfdiffusionsoffene Konstruktion zu empfehlen ist. D.h. ohne Dampfsperre. Grund ist das sogenannte Trocknungspotenzial. Eintretende Feuchtigkeit z.B. durch Schlagregen kann bei normalen Wandaufbauten sowohl nach außen als auch nach innen austrocknen. Wird eine Dampfbremse innen gesetzt ist dies nicht mehr möglich.

Die Anbringung einer Wandheizung ist ebenso möglich.

Wir haben vorerst ein System mit einem Kalk-Zementputz entwickelt, der alle bauphysikalischen Anforderungen erfüllt. Die Verwendung von Lehmputz ist ebenso möglich. Wir haben in deutschlandweit ein Verarbeiternetz, welche alle Erfahrung in der Verarbeitung von Lehmputze haben.

LG, Alexander



Um die Frage mal zu beantworten...



Hallo Schmiddi!

Die von Ihnen beschriebene Konstruktion (Lattung, Leichtlehm, Schilfrohrmatte, d.h. Schilfrohrgewebe) ist soweit vollkommen in Ordnung. Welchen Leichtlehm Sie dafür nehmen macht wenig Unterschied, beides sind geeignete Materialien. Dieser Aufbau wäre auch von der Funktion her besser als die Variante mit der 5cm-Schilfplatte.
Um die Wandheizung zu verputzen sollten Sie allerdings einen normalen Unterputz nehmen, da er die Wärme besser speichert als ein Leichtlehm. Zu empfehlen wäre auf jeden Fall ein Armierungsgewebe (Flachs, Hanf etc.), das die Spannungen des Unterputzes aufnimmt und Rissen vorbeugt. Dieses Gewebe sollte relativ

Es spricht nichts dagegen, die komplette Konstruktion "in einem Arbeitsgang" zu erledigen. Es muss nur sichergestellt werden, dass der Lehm gut trocknen kann, d.h. Wandheizung an und regelmäßig durchlüften!

Für die Trocknung dieser Schale können Sie circa vier bis sechs Wochen einplanen.

Was die Oberflächengestaltung betrifft: das ist Geschmackssache! Sie können den Unterputz z.B. "gefilzt" stehen lassen oder einen feinkörnigen Oberputz auftragen. Etwas besonderes sind auch farbige Struktur- und Feinputze. Einfacher zu Verarbeiten wäre dagegen ein Streichputz oder ein einfacher Anstrich mit Lehmfarbe.

Viele Grüße

Marc K.