Wandheizung Langzeitfolgen

30.12.2014 Herr Ruedi



Hallo zusammen,

wieder einmal so eine Frage: Da wasserführende Leitungen eine begrenzte Lebenszeit haben und sich diese ja häufig darin bemerkbar macht, dass es Leckagen gibt: Was sind denn die zu erwartenden Langzeitfolgen von Wandheizungen in Holzfaserdämmplatten in Kombination mit Fachwerkwänden?

Die Frage ist, ob man mit dem Verbau einer Wandheizung schon von vornherein in Kauf nimmt, dass irgendwann beträchtliche Feuchteschäden durch die Wandheizung entstehen werden?

Oder wie wird man das Ende der Lebenszeit, also auftretende Leckagen in der Wandheizung überhaupt mitbekommen? Gibt es zuverlässige Tests, so dass man proaktiv die Heizung wieder rausreissen und ersetzen kann?

Halt eine Frage, die mir so gekommen ist.



Die Restverweildauer...



des Bauherren wird, auch bei optimistischer Betrachtung, durch die der WH-Rohre übertroffen werden.

Grüße

Thomas



Schäden bei Wandheizungen



Hallo Ruedi,
Sehr häufig sind die von dir angesprochenen Schäden nicht und dann sind es sicher kaum Schäden durch Alterungsprozesse.
Du bist da wohl etwas pessimistisch?

Entweder sind es Montagefehler, die sich aber schnell bemerkbar machen sollten bzw nach Abdrücken der Installationen vor dem Verputzen kaum auftreten können.
Es gibt ja fast keine Rohrverbindungsstellen außer die Installation wird nach Tichelmann-System durchgeführt.
Das werden aber auch nur Profis mit entsprechender Ausstattung verwenden.

Oder später entstandene Schäden, falls Löcher in die Wand gebohrt werden wenn nicht beachtet wird, daß es sich um eine Wandheizung handelt- möglicherweise durch nachfolgende Bewohner. Dies dürfte die weit häufigere Schadensursache sein.

Grundsätzlich schadensfreier sind natürlich immer sichtbare Installationen, evt auch mit sichtbaren auf der Wand verlegten Steigleitungen wie teilweise in Holland oder auch historischen Gebäuden üblich.
Das kann so aber nur mit Plattenheizkörpern durchgeführt werden.

Wer dabei einen höheren Strahlungsanteil haben will muß nur die Heizkörper mit einer Platte ohne Konvektorbleche nehmen-
dies benötigt dafür aber mehr Fläche und höhere Vorlauftemperaturen, was aber den Vorteil hat, daß die Heizung schneller reagiert und dadurch interne oder externe Wärmegewinne besser berücksichtigen kann.

Es gibt eben immer Argumente, die für oder gegen ein bestimmtes System sprechen- da kann jeder das für ihn passende wählen.

Wie schon gesagt wurde wird aber im Allgemeinen die Lebenserwartung der Heizungsverrohrung bei fachgerechter Materialauswahl und Installation die der Bewohner übersteigen.

Andreas Teich



Kunststoff ohne jegliche Alterung?



Ich kenn bis jetzt keinen Kunststoff der nicht spröder wird, wenn er altert. Bekannter (Klempner) hat letztes Steigleitungen aus Verbundrohr (Geberit) tauschen müssn. Keine 20 Jahre drin und ohne Frost geplatzt. Wahrscheinlich Produktionsfehler.
Er macht sich trotzdem wenig Sorgen bei Verbundrohr. Bei den Dichtstellen der Fittinge sieht er aber schon Risiken. Die Möglichkeiten zum Nachsetzen sind begrenzt. Wenn die Rohre spröder werden, gibt es beim erneuten Verpressen auch blos Probleme.



Verbindungen...



gibt es üblicherweise in der Wand keine. Belastungen UV / mechanisch / starke Temperaturwechsel... gibt es bei einer WH nicht.

Insofern liegt das Rohr ganz komfortabel. Alles Irdische ist vergänglich, aber ich gehe davon aus, daß Heizkörper weitaus eher durchgerostet sein könnten, als ein WH-Rohr, das richtig installiert wurde.

Grüße

Thomas





Heizkörper hab ich aber in null komma nichts getauscht.
Was nützt die aber die Verbindung außerhalb der Wand, wenn du dank sprödem Kunststoff, kein neuen Fittung setzen kannst?

Um noch mal klar zu stellen. Ich halte die pauschale Aussage "hält länger als du lebst" für nicht wirklich richtig.
Das Risiko eines Schadens gibt es bei jeder! Art der Heizung. Auch beim schlichten Heizörper kann der Wasserschaden heftig werden wenn entsprechende Mengen oberhalb der Schadensstelle im Heizkreislauf sind und niemand den Schaden bemerkt.
Auch da kann die Reparatur sehr aufwändig werden.



Wandheizung



Ist die Frage wirklich ernst gemeint?
Wenn da ernsthafte Befürchtungen bestehen, sollte man auf jegliche wasserführende Leitung im Haus verzichten.

Der bei einer Wandheizung möglicherweise entstehende Defekt ist am häufigsten durch einen Nagel für ein Bild (o.ä.) verursacht. Das kann man durch entsprechende Maßnahmen verhindern.
Und wenn die Heizung leer ist, tritt auch kein Wasser mehr aus, im Gegensatz zu einer Trinkwasserleitung.

Wenn eine wasserführende Leitung einen Defekt hat, tritt Wasser aus und das stellt man in der Regel zeitnah fest, besonders bei einer Wandheizung.

@ fabig
Ob das Mepla wirklich ohne Frosteinwirkung geplatzt ist wage ich zu bezweifeln. Ist da wirklich das Rohr geplatzt oder vielleicht ein Fitting gerissen, infolge mechanischer Belastung.
Bei Verbundrohr sind gewisse Verlegeregeln zu beachten. Und das wird nicht immer getan.



@ fabig



Das kannst Du gerne halten wie Du willst.

Es gibt jedoch keinerlei Gründe, an den Anschlüssen der WH am Heizkreisverteiler herumzuspielen. Das Ganze wird vor der Inbetriebnahme geprüft und bleibt dann ganz einfach dicht. Abgesehen davon ist das Konstrukt der Versprödung von Dir rein hypothetisch. Alle Werkstoffen verändern sich mit der Zeit ein wenig. Inwieweit aber die von Dir theoretisch herbeizitierte Sprödifizierung praktische Auswirkungen bei einem konkreten Rohrtyp haben könnte, kann allenfalls vage vermutet werden.

Ich habe noch keinen Schaden durch spröde Heizleitungen erlebt. Aber ich habe schon reichlich durchgerostete Heizkörper als auch undichte Verbindungen z.B. bei Cu-Leitungen erlebt. Letztere werden immer noch gerne im Fußboden versteckt und wenn da etwas leckt, ist der Schaden meist deutlich gravierender als in der Wand...

Eine absolute und ewigdauernde Schadensfreiheit bietet keine menschliche Technologie. Das Risiko ist meiner Überzeugung nach bei einer WH aber besonders gering. Der einzige Gefahrenfaktor ist ein dummer Bauherr mit Schraube oder Nagel. Aber diese Kategorie Mensch hinterlässt auch anderswo Zerstörungen :-)

Grüße

Thomas



Seit über 18 Jahren....



...verputze ich Wandheizungen mit Lehm und bis heute alle Anlagen mängelfrei in Funktion.

Wo ich jedoch etwas in Stirnrunzeln verfallen würde (aber trotzdem halt unter totalem Vorbehalt!), wären die Systeme in reinem PE.
Alu-Verbundrohrsysteme sehe ich da als komplett unbedenklich.



ich sitze gerade in einem



großen Haus mit Stahlheizkörpern die seit 24 Jahren hier drin stehen und dicht sind.
Übrigens noch an Kupfer.
Bedeutet das jetzt das ebenfalls:
Die Restverweildauer...des Bauherren wird, auch bei optimistischer Betrachtung...
zutrifft?



Nutzen...



...Sie Ihre Restverweildauer besser für etwas Sinnvolleres, Herr Fabig.

Allzeit eine warme Hütte wünscht

Thomas