Natursteinmauer, Innendämmung mit Holzfaserweichplatten, welche Dicke?




Hallo,

die Entscheidung ist gefallen, unser Natursteinhaus (80 cm Mauerwerk, siehe Bild) innen mit Lehm und Lehmziegeln zunächst zu glätten. Darauf folgt die Dämmschicht mit Holzfaserweichplatten. Dann Wandheizung wiederum in Lehm.

Jetzt aber die bange Frage: Wie stark darf und soll die Dämmschicht sein?

Ich denke 12 cm dort, wo die Wandheizung ist, um nicht allzu viel Wärmeverlust nach außen zu haben.

Aber was mache ich im Küchenbereich, wo die Außenwände hinter Schränken verschwinden? Dort wird natürlich auch keine Wandheizung sein.

Außerdem plane ich einen etwa 45 m² großen Seminarraum, der temperiert gehalten werden soll und nur bei Bedarf beheizt wird. Ist dann eine Wandheizung überhaupt sinnvoll?

Hier in Lettland sind Temperaturen von -20 Grad im Winter einzukalkulieren. Es kann kurzzeitig bis zu -35 Grad kalt werden. Aber Letzteres ist wohl eine immer seltener werdende Ausnahme...



Der



angedachte Aufbau hört sich sehr aufwendig an.

Warum nicht so:
- Ausgleichsschicht
- Weichholzfaser-Dämmplatten z.B 6 cm
- Wandheizung + Putz

Grüße



ja, genau



Hallo nochmal!

Ja, so war es gemeint. Allerdings sind auch größere Löcher zu stopfen, wofür wir ein paar Lehmziegel nehmen möchten, die hier in der Nähe gebrannt werden.

Und mit 6 cm habe ich die Befürchtung, die Wand übermäßig zu heizen. Aber dahin ging ja im Wesentlichen meine Frage..



Wandheizung ist ja ein relativ träges System



... wäre gut, wenn man optional noch einen Ofen hat, der mal schnell anspricht, wenn man so einen Seminarraum nutzen will.

Bei der Innenwanddämmung fällt mir auf, das GUTEX gar nicht über 80mm anbietet - das hat bestimmt seine Gründe.

Grüße

Frank



Heizung im Seminarraum



Hallo Frank!

Im Seminarraum ist lediglich ein zusätzlicher offener Kamin geplant. Aber da wir im Prinzip immer rechtzeitig im Voraus wissen, wann der Raum gebraucht wirt, sollte die Trägheit eigentlich kein Problem darstellen.

Und das mit den 80 mm - gilt das auch bei den potentiellen Außentemperaturen und dem Einsatz von Wandheizungen?

Und außerdem bleibt immer noch die Frage, was hinter den Schränken passiert.



Die



Firma Gutex stellt bis 8 Pavatex bis 10 cm her.

Ohne Wandheizung und da sich sich außnahmsweise die Experten mal einig ist aus bauphysikalischen Gründen bei 6 cm Schluss.

Mit Wandheizung sind bis zu 10 cm möglich.

Hinter den Schränken bietet sich eine Temperierung an (Minmalheizung) um einem möglichen Tauwasserausfall vorzubeugen.

Grüße Gerd



Vor- und Nachteile abwägen



Anstatt ein Heizsystem mit Schwachstellen einzubauen und durch die Innendämmung einen Bauschaden zu fördern, sollten Heizleisten (die an den Außenwänden entlang montiert und somit auch hinter den Schränken sind), eingebaut werden. Eine so dicke, massive Außenwand muß nicht gedämmt werden, sie besitzt durch ihre Masse genügend Speichervolumen um die Wärme im Raum zu halten. Ein kleiner Grundofen für die Übergangszeit und zur Heizungsunterstützung wäre eine Überlegung wert.
Weitere Infos hier oder direkt an
BF-Dienstleistungsservice@web.de
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fürstberger



die Temperaturkurve...



möchte ich bei -35° C sehen mit der Heizleiste ohne Dämmung.
Auf wieviel C° muss denn der Vorlauf eingestellt sein, damit die Heizleiste bei -35° Außentemperatur die Steinmauer und damit die Räume noch ordentlich temperiert?

Grüße auf Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Manche mögen´s hart



Hallo Bernhard Fürstberger!
Willkommen im Forum. Ich würde mir ein wenig mehr Sachlichkeit wünschen. Eine Äußerung wie "Ein Heizsystem mit Schwachstellen einzubauen und durch die Innendämmung einen Bauschaden zu fördern" kann für mich leider rein gar nicht als Basis für eine Entscheidung herhalten.
Da Sie ein Mann der Praxis sind, sollten Sie vielleicht mal im Januar vorbeikommen und sich die Innenwände ansehen, die dann weiß bereift sind.
Zusatzöfen sind in den beiden vorgesehenen großen Räumen auch eingeplant.
Für die Übergangszeit werden Sonnenkollektoren die notwendige Grundwärme sichern.



Wer



von Bauschäden redet hat keine praxiserfahrung mit den nicht nur vor mir empfohlenen Sytemen!

Die Integration einer Heizleiste in dem angedachten Aufbau halte ich für falsch.

Grüße



Antworten auf die Kommentare



105688
Hallo Jens Grabowski, danke für den Willkomensgruß.
Ich will hier nicht jemanden auf den Schlips treten und ein bestimmtes System oder Vorgehen schlechtreden, sondern auf die Vor- und Nachteile sowie auf die möglichen / wahrscheinlichen Folgen hinweisen.
Die Entscheidung (für den Aufbau und die Heizungsart) ist ja schon gefallen, aber noch nicht umgesetzt. Da trotzdem der Gedanke was hinter den Schränken, ... passiert, angesprochen wurde, wo eben keine Wandheizung ist / soll und ob diese (für diesen Zweck) überhaupt sinnvoll ist, habe ich nur kurz und knapp geantwortet. Wenn gewünscht, antworte ich auch entsprechend ausführlicher, wenn es aber auf taube Ohren stößt, spare ich mir das.
Ich habe nicht vor, Entscheidungen (die nicht mehr geändert werden - können) oder bereits Umgesetztes im Nachhinein zu kommentieren. Da dies hier anscheinend nicht der Fall ist, habe ich bei meiner Antwort nur kurz darauf hingewiesen, was ich davon halte. Mir liegt auch nicht daran dagegenzureden und ich trete auch nicht als "Missionar" oder "der mit allen Wassern Gewaschene" auf. Aber Unsachlichkeit meiner Äußerungen möchte ich auch nicht gerne so stehen lassen. Wenn möglich schreibe ich das warum und wieso dazu, sowie eventuelle andere Lösungen / Kompromisse. Da dies in seiner Gänze kaum immer möglich ist, kann man ja auch nachfragen wie es genau gemeint war. So hat sowohl der Fragesteller als auch der Beantworter die Gelegenheit die Unklarheit zu beseitigen. Wenn ich zu ungenau geantwortet habe, dann bitte die entsprechende Frage nochmal präzisieren. Es wird von mir das weitergegeben, was ich weiß (beweisbar ist!). Entscheiden darf und soll der, der später mit dieser oder jener Entscheidung leben darf, beziehungsweise muß.
Die Frage, die Sie zu ihrem Fachwerk-Motto gemacht haben: Warum hat mich bloß keiner gewarnt??? habe ich mir vor Jahren auch gestellt. Eine Teilantwort weiß ich heute: Weil ich das geglaubt habe, was ich glauben wollte und ich nicht den Richtigen das Richtige gefragt habe.
Ich würde gerne vorbeikommen, aber dies wird mir wahrscheinlich nicht möglich sein.
Unabhängig davon, wie Sie sich entscheiden, habe ich eine Bitte: schreiben Sie mir Ihre Erfahrung nach einem (mehreren) Winter, direkt an mein E-Mail-Adresse.
Ich wünsche Ihnen die für Sie richtigen Entscheidungen und viele angenehme Seminarteilnehmer.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fürstberger
P.S. Welche Seminare bieten Sie an?

105679
Hallo Frank,
die Vorlauftemperatur wird nicht fest eingestellt, sondern vom Außenfühler bestimmt (abhängig von der Außentemperatur, Heizkurve, Speichermasse,...)
Die Raumtemperatur hängt nicht nur von der Vorlauftemperatur ab, sondern auch von der Ausführung der Heizleiste (ebenso wie die Fläche der Wandheizung, die Größe des Heizkörpers), der Strömungsgeschwindigkeit, der Heizkesselleistung, usw. ab. Da bei der Wandheizung die Vorlauftemperatur bei weitem nicht so hoch sein darf, müssen viele Meter mit entsprechendem Durchmesser verlegt werden (träges System, starke Pumpen,...).
Je höher die Vorlauftemperatur sein kann, desto schneller kann die Heizung auf Temperaturschwankungen reagieren.
MfG Bernhard Fürstberger

105697
Hallo Gerd Meurer,
Meine Aussage damit einen Bauschaden zu fördern heißt nicht, daß dieser garantiert zu einer bestimmten Zeit eintrifft, sondern, daß somit Voraussetzung dafür geschaffen wird, daß er eintreten kann.
Dazu müssen meist mehrere Faktoren zusammenspielen, aber ein Hauptfaktor ist die Heizung und die Dämmung (noch dazu innen). Wo es nicht entsprechend warm wird, kann der Taupunkt unterschritten werden (z.B. Außenwandecken, hinter Schränken,...). Wenn die Heizung es nicht schafft, die Oberflächentemperatur über den Taupunkt an jeder Stelle der Außenwand zu halten, ist dies eine dieser Voraussetzungen. Warm heißt: Oberflächentemperatur, diese ist nicht damit zu verwechseln, wenn man mit der einen Hand die Holzweichfaserplatte und mit der anderen die Mauersteine berührt. Die Steine können mehr Wärme aufnehmen, daher fühlen sie sich kälter an.
Die Integration einer richtig dimensionierten und entspr. eingebauten Heizleiste halte ich für richtig, den angedachten Aufbau nicht.
Kurze (nicht Vollständige) Begründung:
Die Holzweichfaserplatten nehmen die feuchtwarme Raumluft auf, saugen sich (sofern nicht richtig geheizt und gelüftet wird) z.T. voll und leiten das Wasser weiter. Hinter den Platten macht der Lehm dasselbe. Die Natursteine nehmen kaum Wasser auf, sind aber hinter der Dämmung vor der Raumwärme "geschützt", daher kondensiert es hier; mit den dementsprechenden Folgen.
Es gibt immer mehrere Möglichkeiten ein Problem zu lösen, mit mehr oder weniger starken Auswirkungen. Je nachdem, welche Lösung man gewählt hat und wie diese ausgeführt wurde, ist das Potenzial eines möglichen Bauschadens vorhanden.
MfG Bernhard Fürstberger

Wir werden sicherlich noch einige Fragen gemeinsam beantworten und auch unterschiedlicher Meinung sein dürfen.



Tauwasseraufbau prüfen



das kann man berechnen lassen, ob es wirklich funktioniert. Manche Hersteller bieten das kostenlos an, wenn mit den entsprechenden Materialien gedämmt wird . Sonst berechnet das der Architekt.



Hallo Gunther,



schön mal was von Dir hier zu hören.

Aber wer kann das Sytem Innendämmung in Kombination mit einer Wandheizung berechnen?

Viele Grüße Gerd



Mein Architekt zeigt sich skeptisch



Mein Architekt hier zeigt sich nach wie vor extrem skeptisch gegenüber der von mir vorgeschlagenen, oben beschriebenen Lösung.
Ein Problem ist, dass in Lettland nur Holzfaserweichplatten der Stärke bis 25 mm angeboten werden. Da müsste viel gestückelt werden. Oder ich finde einen Anbieter im Osten Polens. Dann könnte man den Transport noch organisieren.

Der Wärmekoeffizient von Holzfaserweichplatten der Marke ISOPLAAT liegt bei ?=0,05, der von Zellulose (Ekovate) bei ?=0,04. Daher ist Zellulose zur Wärmedämmung besser geeignet.

Da die Holzfaserweichplatten WEICH sind, kann man seiner Auffassung nach keine Wandheizung oder eine Armierung für den Putz direkt darauf aufbringen.

Außerdem warnt er (ebenso wie Herr Fürstberger) eindringlich vor eindringender Feuchte von unten, da das Steinfundament der Außenmauer keine Horizontalsperre hat.

Daher kommt er wiederum zum Schluss, dass der folgende Aufbau (von außen nach innen) besser ist:

Außenmauer (ca. 80 cm), 5-10 cm Luftspalt, 25 mm Windschutzplatten Isoplaat in Holzständer eingefasst, 115 mm Zellulose (eingeblasen), 50 mm Heraklith, Lehmputz.

Und darauf dann eine Wandheizung.

Wenn es so wäre, dass es zwei Varianten zur Wahl gäbe, die beide funtkionieren, wäre ich glücklich. Aber im Moment gibt es zwei Varianten (wie beschrieben) und die Vertreter der einen Variante sagen, dass die andere auf keinen Fall gut geht. Dabei möchte ich doch eigentlich nur an einem schönen Ort in einem schönen Haus wohnen...



Homogene Aufbauten


DHD-Stufenfalzplatte 50 mm

Wenn Innendämmungen, dann homogen verklebt.
Also einen Lehmausgleich planeben abziehen und durchtrocknen lassen.
Darauf dann mittels Zahnkelle einen Lehmkontakt aufbringen und die Holzweichfaserplatten (5 cm von DHD Doser) mittels Gummihammer satt einbetten und mechanisch befestigen.
Darauf dann die Wandheizung und diese unter Wärme verputzt mit Gewebeeintrag.

Warum nun gerade DHD Doser?
Diese Platten werden in Estland gefertigt aus Weißtannenrestholz.
Wäre also eine Alternative hinsichtlich Transportlogistik.
Doch auch in den Masuren wird Holzweichfasermaterial gefertigt.
Unseres Wissens nach für fast alle namhaften Hersteller.
Das polnische Produkt heißt unseres Wissens nach: Porbitex.
Ist aber qualitativ sehr minderwertig, was wir aus eigenen Bauherreninformationen erfahren durften.

Viel Glück beim Organisieren,
Udo Mühle



Danke Udo!



Die handwerklichen Ratschläge werde ich sicher an meine Jungs im kommenden Jahr weitergeben. Ich glaube, ich muss dich dann mal zum anlernen einladen. An Lehm traut sich hier keiner recht dran.

Was die Holzfaserweichplatten angeht: Du scheinst da ja fast über Geheimwissen zu verfügen, denn DHD Doser kann ich in Lettland gar nicht finden. Und Porbitex finde ich im Internet nur als eingetragenes Markenzeichen...

Aber die 5 cm bringen mich ja sicher noch nicht ans Ziel (siehe Diskussion weiter oben). Ich hatte zuletzt Platten von Steico ins Auge gefasst. Die kann ich in Litauen bekommen. So wie es aussieht sogar erheblich günstiger als in Lettland. Viele Preise sind hier unverschämt aufgeblasen. Gut, dass ich eine Hängerkupplung habe...



Hallo,



da Sie mich so nett einladen noch mal was zu schreiben...

Ich kenne aus meiner Sicht die Antwort!

Grundsätzlich schließe ich mich dem an was Udo geschrieben hat und kan nur eidringlich vor dem Luftspalt warnen!

Wenn das Haus nicht gerade im Hochwassergiebt steht oder einen hohen Grundwasserspiegel hat würde ich von weiteren Maßnahmen gegen aufsteigend Feuchtigkeit abraten.

Das Schlüsselwort für den Wandaufbau ist: Baustoffe mit hohem Trocknungspotential verwenden.

Die Wandheizung beieinflußt durch den leuchten Wärmeeintrag das System positiv.

Ich schicke Ihnen per meil mal ein Info zu Thema Innendämmung und Wandheizung.

Grüße Gerd



"Wenn zwei Varianten sich streiten, freut sich die dritte"



Da Sie, wie sie selbst schreiben: "nur an einem schönen Ort,in einem schönen Haus wohnen" wollen und beide bisherigen Varianten mit Risiken behaftet sind, sollte der Wandaufbau am besten so bleiben wie er ist. Somit wäre das Problem des Tauwassers, das sich zwischen Mauerwerk und Dämmung bildet, nicht gegeben. Wenn mit Strahlungswärme geheizt wird, kann die Masse der Mauern vorteilhaft genutzt werden, wenn Dämmung darüber ist, wird dies (incl. anderen Nachteilen) unterdrückt.
Je nachdem wie stark (und ob überhaupt!) die aufsteigende Feuchtigkeit ist, wäre ein guter Lehmputz oder gleich ein mehrlagiger Kalkputz direkt auf die Außenwand sinnvoll. Wichtig ist u. a. auf jeden Fall dass dieser die Menge an Feuchtigkeit die anfällt, sowohl aufnehmen, als auch in entsprechend kurzer Zeit abgeben kann.
Viel Glück bei der richtigen Entscheidung
Bernhard Fürstberger
P.S. Wäre interessant, wie entschieden wurde und warum so.



@ Bernhard Fürstberger



"Wenn mit Strahlungswärme geheizt wird, kann die Masse der Mauern vorteilhaft genutzt werden, wenn Dämmung darüber ist, wird dies (incl. anderen Nachteilen) unterdrückt."

Die von Ihnen vorgeschlagenen Heizleisten bringen in keinem Fall eine auch nur annähernd vergleichbare Strahlungswärme wie eine echte Wandheizung, brauchen zudem hohe Vorlauftemperaturen, was moderne Heizquellen wie Wärmepumpen von vornherein ausschließt. Auch Heizleisten produzieren als Konvektoren vorallem warme Luft.

Wie soll die Masse der Wand durch Heizleisten genutzt werden können? Der Stein leitet die Wärme vorallem schnell ab, und braucht sehr lange, um halbwegs warm zu werden. Bis dahin heizt die Heizung Stunden und Tage, und es wird doch nur zögernd warm. Massereiche Systeme sind regelträge Systeme.

Es wäre wunderschön, wenn auf so einfache Weise (Heizleiste) ein angenehmes Klima im Raum erreicht werden kann, aber weder Theorie (soweit ich da folgen kann) noch Praxis bestätigen die vollmundige Werbung aus dem Hause Eisenschinck & Mitbewerber.

@ Jens

Wenn die Heizung vollflächig auf die Wände kommt, senkt das die erforderliche Vorlauftemperatur und verringert damit auch die Verluste nach Außen.

Grüße

Thomas



Nicht alle sind gleich



Hallo Thomas Böhme,
woher nehmen sie die Sicherheit ihrer Aussage?

Es gibt, wie bei sämtlichen Heizsystemen, verschiedene Ausführungen von verschiedenen Herstellern und dadurch auch entsprechend verschiedene Qualitäten (von der Konstruktion über die Planung bis zur fertigen Installation). Daher kann es durchaus sein, dass Sie schlechte Erfahrungen mit Heizleisten (und solchen, die sich so nennen) haben. Somit sollten Sie auch begründen können, was Sie daher so sicher macht.

Eine richtig geplante und entsprechend eingebaute HL bringt bewiesenermaßen 100 % Strahlungswärme. Daher hat man im gesamten Raum, in jeder Ecke, sowohl am Boden als auch unter Decke, die gleiche Temperatur(max. ½ °C Unterschied). Gemessen mit 3 gleichen Thermometern (jeweils im Austausch am Boden, auf dem Tisch und auf dem Schrank), selbst das
Mobiliar nimmt die Strahlungswärme auf und gibt sie weiter. Im gesamten Raum heißt logischerweise im Raum, an und knapp über der HL ist es natürlich am wärmsten (wie bei jedem System) und am Fensterglas am kühlsten (wie bei allen anderen auch – außer es wird die Scheibe selbst als Heizkörper benützt).
Man kann dies einwandfrei mit einem IR-Thermometer
feststellen.

Die Höhe der Vorlauftemperatur muß doch nicht als Nachteil gesehen werden, nur weil man damit u. U. moderne Heizquellen ausschließt. Zum einen kenne ich persönlich einen Fall, bei dem im EG eine Fußbodenheizung und im OG Heizleisten eingebaut sind, diese werden über eine Wärmepumpe (in diesem Fall: Tiefenbohrung) betrieben und funktioniert.

Wenn unter modernen Heizquellen auch die sogenannten Brennwertgeräte gemeint sind, hätte ich auch mal die Frage wie man denn wirklich hiermit hinten mehr rausholt, als man vorne reingibt!
(Haben die Erfinder hier das Perpetuum-Mobile übersprungen?)

Es ist eben auch die Auslegung des Systems an sich, wie man die Wärme verteilt. Zudem hat die Steuerung bei(möglichen!) höheren Vorlauftemperaturen die Möglichkeit, wesentlich schneller und genauer zu reagieren. Es ist nicht so, dass grundsätzlich eine höhere Vorlauftemperatur höheren Verlust
/Verbrauch bedeutet.
Mit einem Kachelofen wird es auch erst richtig warm und gemütlich, wenn er schön warm ist (idR 100-200,max. 300°C). Wenn er nur relativ niedrige Temperaturen abstrahlt, dauert es entsprechend lange, bis es im Raum warm wird und der Verbrauch ist auch nicht geringer.

Der Sinn der HL ist nicht, wie bei einer Konvektionsheizung, die warme Luft durch den Raum zu wälzen (was leider einige HL machen), sondern die produzierte warme Luft an die Oberfläche der Außenwand unmittelbar über
ihr abzugeben. Dieser Warmluftschleier schiebt sich nach oben, gibt die Wärme mit steigender Höhe weiter ab und sinkt unmittelbar an der Wand wieder herunter, somit wird, außer dieser (nicht spürbaren – da entsprechend langsamen) Luftbewegung, keine Konfektion, aber Strahlungswärme erzeugt.

Dadurch, dass die Oberfläche der Wand erwärmt wird, kann diese die Wärme auch sofort abgeben und nur ein Bruchteil wird nach außen geleitet. Dieser hält die Wand trocken und bremst den Wärmestrom nach außen, was die Dämmwirkung entsprechend verbessert. Somit spürt man unmittelbar und schnell die abgestrahlte Wärme. Es muß nicht erst eine Zwischenschicht erwärmt werden.
Dadurch, dass sich in HL nur ein geringer Teil an Heizwasser befindet, ist dieses System wesentlich reaktionsfreudiger, schneller und (unter anderem deswegen) energiesparender.

Es ist wunderschön, dass auf so „einfache“ Art und Weise ein so angenehmes, warmes Klima erreicht wird. Es gibt genügend Besitzer, die dies nicht nur bestätigen, sondern in der kühlen Jahreszeit tagtäglich spüren.
Es funktioniert wenn, (wie bereits geschrieben) alles richtig umgesetzt wurde, eben nicht nur in der Theorie sondern glücklicherweise auch in der Praxis.

Wieso sollen die Verluste verringert werden, wenn man die Heizung vollflächig auf die Wände bringt?
Die Vorlauftemperatur wird dadurch geringer, da sie auf eine größere Fläche verteilt wird, somit braucht man wesentlich mehr Meter Rohr und Liter Wasser, was dann wiederum die Folge hat, dass es entsprechend teurer
und Träger wird. Die Menge an Wärme die produziert wird (incl. der Herstellung und Verteilung) und nicht entsprechend genutzt, bestimmt den Verbrauch.
Somit ist auch eine Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur nicht energiesparender, da eine größere Menge aufgeheizt werden muß und zum Teil noch weiterheizt, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Wenn sich weitere Fragen ergeben haben, bitte möglichst konkret hier, oder direkt an meine Mailadresse
(BF-Dienstleistungsservice@web.de).
Falls es schlechte Erfahrungen mit HL gibt, bitte ebenfalls möglichst genau schildern, da ich sehr daran interessiert bin, mein Wissen zu erweitern und möglicherweise denen zu helfen, wo die HL nicht das erwünschte Ergebnis bringen oder sich aus dem Grund keine HL zulegen wollen, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben bzw. erzählt wurden.

Vielen Dank

Bernhard Fürstberger



@ Bernhard Fürstberger



"bewiesenermaßen 100 % Strahlungswärme"

Daran hängt's unter anderem. Wie sollen kleine Konvektoren 100% Strahlungswärme erzeugen? Das schafft ja nicht einmal eine echte Wandheizung. HL verteilen die Wärme besser als die üblichen großen Konvektoren unter dem Fenster, aber das Prinzip ist das gleiche. Kältere Luft tritt unten ein, wärmere oben aus, durch ständige Luftumwälzung erwärmt sich die Luft des Raumes, die dann natürlich auch Wand und Tisch miterwärmt. Ich gehe bei HL von einem geringen Strahlungswärme- und von einem hohen Konvektionsanteil aus. Der zum Beweis des Gegenteiles herbeizitierte "Coanda - Effekt" klingt zwar exotisch, greift hier aber gar nicht.
Da das Prinzip bei allen HL - Herstellern gleich ist, gehe ich nicht davon aus, hier gravierende Qualitätsunterschiede zu finden.

"bei dem im EG eine Fußbodenheizung und im OG Heizleisten eingebaut sind, diese werden über eine Wärmepumpe (in diesem Fall: Tiefenbohrung) betrieben und funktioniert."

Das kaufe ich Ihnen nicht ab. Entweder läuft die Wärmepumpe im unökonomischen Bereich (hoher Vorlauf für HL), oder die HL bringen bei 30-35 Grad Vorlauf nicht genug Leistung. Auch mehrere Kreisläufe mit verschiedenen VL-Temperaturen und Mischer lösen das Problem nicht grundsätzlich, sondern produzieren nur zusätzlichen Aufwand. Freilich gibt es die Variante, daß das OG höchstgedämmt ist und einen sehr geringen Wärmebedarf hat, dann wird es auch mit HL und 35 Grad VL warm. Das ist ja nun aber bei Jens nicht so.

"Wenn unter modernen Heizquellen auch die sogenannten Brennwertgeräte gemeint sind, hätte ich auch mal die Frage wie man denn wirklich hiermit hinten mehr rausholt, als man vorne reingibt!
(Haben die Erfinder hier das Perpetuum-Mobile übersprungen?)"

Die Berechnungsformeln für den Wirkungsgrad sind Ihnen sicherlich bestens bekannt.

"Wieso sollen die Verluste verringert werden, wenn man die Heizung vollflächig auf die Wände bringt?"

Ich dachte dabei an Außenwände, deren Wärmeverluste nach draußen bei gleichstarker Dämmung bei einer höheren VL-Temperatur höher sind. Ab einer gewissen Dämmstärke ist diese Überlegung sicherlich weniger wichtig. Da das Ziel ja aber sein sollte, nicht unbedingt 12cm HWPL, sondern nur 5 oder 6cm zu verwenden, vielleicht doch einer Überlegung wert.

Grüße

Thomas



Woher nehmen sie die Sicherheit ihrer Aussage?



Hallo Thomas Böhme,
ich wiederhole mich ungern, aber meine erste Frage auf ihren Kommentar war:
Woher nehmen sie die Sicherheit ihrer Aussage?

Nur etwas glauben und zu behaupten hilft keinem Fragesteller. Man kann und darf durchaus anderer Meinung sein und keiner ist vollkommen, aber man sollte schon etwas darüber nachdenken, auch wenn man noch so eingefahren ist.

Ich habe es doch laienverständlich beschrieben, wie eine (richtige) HL funktioniert – oder?
(Frage auch an die Allgemeinheit)

Den Begriff Coanda-Effekt habe ich hierbei absichtlich weggelassen. Da er nach Ihrer Aussage bei diesem System nicht funktioniert, kann ich nur darauf schließen, dass Sie (wenn überhaupt) nur Erfahrung mit sogenannten HL haben, die falsch dimensioniert, nicht fachmännisch installiert, oder sonst irgendwie verkehrt ihre ursprüngliche Aufgabe verrichten.
Wie der Strahlungsanteil festgestellt werden kann, habe ich bereits geschrieben. Wenn die Oberflächentemperatur über der Lufttemperatur liegt, ist dies ein eindeutiger Indiz für Strahlungswärme.

Sie gehen davon aus,... heißt doch demnach nur, dass Sie dieser Meinung sind, aber weder das Eine noch das Andere mit verschiedenen Systemen (auch wenn sie „prinzipiell“ gleich aufgebaut sind), nicht selbst ausprobiert haben.

Sie müssen mir meine Aussagen nicht abkaufen (gibt’s kostenlos), nicht einmal glauben. Nur wenn versucht wird sie als unwahr hinzustellen, sollte man das schon hieb- und stichfest begründen können. (Ich lerne gerne mehr und gebe gegebenenfalls auch zu, wenn ich auf dem falschen Dampfer war.)
Bei Jens Frage ging es doch um die Innendämmung und Wandheizung. Da er selbst Bedenken, was hinter Küche und Schränken passieren könnte, schilderte, habe ich geschrieben was empfehlenswert ist und warum. Ich habe und behaupte, definitiv nicht, dass eine Wärmepumpe das Ideal für alle Fälle ist. Um etwas vorzubeugen: genauso wenig eine andere Heizquelle oder –art.
Dies sind Dinge, die individuell, je nach Lage, sonstigen Gegebenheiten, ... passen müssen, dafür gibt es nichts, was optimal ökologisch und ökonomisch ist.

Brennwertgeräte:
Es geht hier nicht um die Formel für den Wirkungsgrad, sondern wie das funktionieren soll, dass man vorne 1kW reinsteckt und hinten dann 1,1kW rausholt.
(Stichwort: Heizwert – Brennwert)
Falls dies jemand liest und weiß, bitte schreiben, vielleicht setz ich es ja mal als Frage rein.

Das Ziel sollte sein, nicht 12cm oder 6cm HWPL zu nehmen, sondern so zu sanieren, dass das Bauschadenspotenzial möglichst ausgeschlossen, der Wert der Bausubstanz erhalten und möglichst kostengünstig gebaut und gelebt werden kann.
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Warum sind Sie so ein HL-Gegner? Ich wüsste gern den Grund.
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Mit freundliche Grüßen

Bernhard Fürstberger



Heizwert- Brennwert



An Bernhard Fürstenberger:

Ich habe mir vor ca. 6 Wochen eine Brennwerttherme einbauen lassen.
Schon jetzt zeichnet sich eine Ersparnis von mindestens 10%, eher 15% gegeüber dem alten Gaskessel ab.

Zur Frage:
Es kommt hinten nicht mehr heraus, als ich vorn hineinstecke.
Ein Brennwertgerät ist kein Perpetuum mobile.
Das Gerät kann aber auf Grund seiner Bauweise Wärme gewinnen, die über ein normales Heizgerät nicht erschlossen werden kann, die Abwärme aus dem Kondensat.
Beim Verbrennen von Gas entsteht eine Menge Wasser, das bei einem normalen Gerät als GAS im Schornstein abgeführt wird.
Eine Brennwerttherme kühlt die Abgase so weit herunter, das dieses Wasser kondensiert.
Beim Übergang vom gasförmigen in den flüssigen Aggregazustand wird Wärme freigesetzt, die das Gerät mit nutzt.
Das ist übrigens klassischer Physikstoff aus der Schule, Stichworte dazu sind Entropieänderung, spezifische Wärmekapazität.
Sie erinnern sich sicher, da war was einer Formel für ein ideales Gas zum Verhältnis Druck, Temperatur, Volumen...
Kühlschränke funktionieren nach dem gleichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

Viele Grüße



@ Bernhard Fürstberger



"Woher nehmen sie die Sicherheit ihrer Aussage?"

Ich versuche, mit meinen grauen Zellen etwas anzufangen. Dabei habe ich "laut gedacht" und meine Überlegungen hier auch getippt. Statt meine Sätze einzeln mit rhetorischen Arabesken versuchsweise zu zerpflücken, versuchen Sie es doch 'mal mit Fakten. Vielleicht beweisen Sie 'mal kurz die 100% Strahlungswärme für die HL Ihrer Wahl?

Echt voll gespannt

Thomas

P.S. Am Bau gibt es für mich keine Ideologien, deshalb kann ich kein "HL - Gegner" sein. Für bestimmte punktuelle Problemfälle im Altbau scheinen sie mir durchaus geeignet.



@ Georg



Zum Thema "Brennwert" hast Du Dir sicher porentief Gedanken gemacht, bevor Du ein solches Teil einbauen hast lassen? Kann man da auch etwas falsch machen?

Das Thema beschäftigt mich seit längerem, und ich würde mich sehr für die Eckpunkte für Deine Entscheidung interessieren. Worauf also sollte ich achten?

Grüße

Thomas



Brennwerttechnik - Theorie & Praxis



Hallo Thomas,

ich will hier nicht durch die Blume reden – aber sauber über der Gürtellinie bleiben.
(Arabeske: Kunst stilisiertes Rankenornament, eine Verzierung (Dekoration), deren Muster aus Blumen oder Ranken gebildet wird.)

Denken allein genügt nicht (bei keinem), ob es stimmt oder nicht, beweist erst die Praxis.

Die Fakten habe ich doch geschrieben forum 107519
Beweisbares Resultat durch die Temperaturmessungen.
Mir fehlen die Beweise, dass es nicht funktioniert.

Für welche punktuellen Problemfälle erscheinen sie denn durchaus geeignet?
Und warum nur für diese und nicht allgemein?



Hallo Georg Böttcher,
durchaus möglich und wohl vergönnt.
Es ist immer schwierig einen Verbrauchsvergleich von einem Jahr auf das andere zu machen (wie auch mit dem Energiepass). Abhängig u. a. von der Witterung, dem Nutzungsverhältnissen (incl. Warmwasseraufbereitung), …
Ein neuer Brenner sollte auch einen etwas höheren Nutzungsgrad und somit Ersparnis aufweisen (verbesserte Technik, neue Materialien, bessere Isolierung). Durch Ablagerungen und Verschleiß wird der Wirkungsgrad im
Laufe seiner Nutzung jedoch ebenso wieder reduziert.

Danke für die Antwort, so ist die allgemeingültige Erklärung.

Was jedoch in der Werbung nicht so offensichtlich klargestellt wird, ist folgendes:

Brennwerttechnik funktioniert nur dann, wenn mit niedrigen Temperaturen verbrannt werden kann und das gelingt nur an nicht ganz so kalten Tagen.

Wirkungsgrade werden durch Momentaufnahmen im Beharrungszustand dargestellt / errechnet, vom Verhältnis von zugeführter zu abgeführter Leistung.

Die Augenauswischerei beim Thema Brennwertkessel ist der Tausch des Heizwertes mit dem Brennwert.
Je nach dem auf was sich die Wirkungs- und Nutzungsgradangaben beziehen, bekommt man (rechnerisch) die gewünschten %-Zahlen.

Der Heizwert eines Stoffes kann nicht direkt experimentell ermittelt werden.
Der Heizwert bezieht sich auf eine Verbrennung, bei der nur gasförmige Verbrennungsprodukte entstehen. Zur Berechnung wird daher vom Brennwert die Verdampfungsenthalpie des Wassers abgezogen. Daher liegen die Heizwerte üblicher Brennstoffe ca. 10 % unter ihren Brennwerten.

Der Brennwert eines Brennstoffes gibt die Wärmemenge an, die bei Verbrennung und anschließender Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25 °C, sowie deren Kondensation, freigesetzt wird.
Umrechnungsfaktoren Heizwert nach Brennwert und umgekehrt nach deutscher EnEV
Brennstoff----Heizwert-->Brennwert---Brennwert-->Heizwert
Heizöl------------------1,06-----------------------0.943
Erdgas------------------1,11-----------------------0,901
Holz--------------------1,08-----------------------0,926

Der Brennwert wird auch bei der Abrechnung von Heizenergie berücksichtigt, jedoch auf 0 °C bezogen. Dies hat zur Folge, dass Gase (und so gut wie jedes Material) sich bei niedrigen Temperaturen zusammenzieht. Daher wird die
Energiedichte noch mal ca. 10 % höher.

Bei der Messung der Verbrennungswärme entsteht Kohlendioxid und Wasser.
Diese Werte werden in Tabellen auf 25° C bezogen, was wiederum nicht der Praxis entspricht.
Somit erreichen die (theoretischen) Wirkungs- und Nutzungsgrade bei:
Öl-Brennwertkessel 100 % Brennwert und 106 % Heizwert,
Gas-Brennwertkessel 100 % Brennwert und 111 % Heizwert,
Um verschiedene Brennstoffe beim verbrennen in Heizkessel vergleichen zu können, eignet sich nur die brennwertbezogene Angabe, da diese die gesamte
enthaltene Energie des Brennstoffes beinhaltet.
In der Praxis nutzen beide die eingesetzte Energie zu rund 96 % aus, da sich Auskühl- und Abgasverluste nicht ganz auf Null reduzieren lassen.

Wie gut der eigene Brennwertkessel die Energie des Brennstoffes nutzt, kann man über die Kondensatmenge ermitteln, dies vermeidet Fehler bei Momentanwerten wie
sie üblicherweise gemessen werden.

Bei Öl-Brennwertkesseln fällt 1L Kondensat bei 1L Heizöl an (0,1L/kWh)
bei Gas-Brennwertkessel 1,5L Kondensat bei 1 Kubikmeter Erdgas.
Bedingt durch die Technik ist jedoch in der Praxis nur eine Kondensationsrate von ca. 50 – 70 % möglich.
Je höher die Vor- / Rücklauftemperatur ist, desto geringer ist die Kondensation, was den Wirkungsrad wiederum herabsetzt.

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Daher meine Schlussfolgerung, dass aus keinem Heizkessel hinten mehr Wärme herauskommen kann, als am Anfang in Form von Brennstoff hineingesteckt wurde.
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Hoffe allgemein zum Nachdenken angeregt zu haben und bin auch gerne für Infos zugänglich.

Schöne Grüße
Bernhard Fürstberger



Brennwert



An B. Fürstberger:

Schön, das Sie meine Ausführungen mit Zahlen untermauert haben!
Was Sie daraus für Schlußfolgerungen ziehen, ist Ihre Sache.
Was mich nur wundert:
Wenn Sie den Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert kennen, wieso tun Sie so als wüßten Sie von nix und stellen solche Fragen?


An Thomas Böhme:

Der Austausch des Heizkessels war ohnehin erforderlich.
Eigentlich habe ich ein BHKW favorisiert, für ein Einfamilienhaus allein rechnet sich das aber nicht.
Eingebaut wurde als Austausch ein Brennwertgerät in Kombination mit einem Schichtenspeicher und 2 Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung/Heizungsunterstützung.
Der Schichtenspeicher kann im Gegensatz zum alten Speicher auch niedrigere Temperaturen nutzen.
Finanziell gesehen rechnet sich der Austausch (die neue Anlage hat ca. 8.000,- € gekostet) nur langfristig.
Förderung gibt es auch, etwa 10% der Investitionssumme.

Viele Grüße



@ Bernhard Fürstberger



"Die Fakten habe ich doch geschrieben forum 107519
Beweisbares Resultat durch die Temperaturmessungen."

Da finde ich nur einen Hinweis auf recht gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum. Daß HL dies können, habe ich hier schon mehrfach gebührend gewürdigt. Aus einer gleichmäßigen Wärmeverteilung aber schließen zu wollen, hier läge eine Strahlungsheizung vor, zu 100% gar, entbehrt jeder Basis.

"Für welche punktuellen Problemfälle erscheinen sie denn durchaus geeignet?"

Konventionelle Heizung mit hohem VL, wenn Schimmelecken trockengelegt werden sollen. Also eher als Ergänzung, Verbesserung in Fällen, wo ein neues Heizkonzept nicht zum Tragen kommen kann / soll.

"Und warum nur für diese und nicht allgemein?"

Meine Einwände gegen die süßen kleinen Dreckfänger stehen alle schon weiter oben.

Grüße

Thomas



Keine Heizleisten



Frohe Weihnachten gehabt zu haben!

Fast schäme ich mich schon ein wenig, erst nach den vielen freien Tagen wieder hier hinein zu schauen. Aber noch gibt es bei uns im Wald kein Internet. Aber heute habe ich mich mal eine halbe Stunde auf die Ski gestellt und bin in die Zivilisation (nächster Nachbar) gelangt.

Vielen Dank für die Diskussion der letzten Tage, aber Heizleisten erscheinen mir nicht geeignet. Hurra, denn da bin ich mir auch mit unserem Architekten einig.

Die Brennwertkessel-Diskussion kann auch beendet werden, denn wir werden mit Scheitholz (Holzvergaserkessel) heizen. Eine Wärmepumpe steht nicht zur Diskussion, denn das schafft die Stromversorgung nicht im Gerinsten. Außerdem werden wir hervorragend mit Holz versorgt.

Aber eigentlich bin ich immer noch nicht weiter gekommen mit meinen 12 cm (siehe Ausgangsfrage). Mein Architekt will stattdessen 18-20 cm.

So. Und jetzt schlitter ich zurück und haue ein Stück Wildschwein in die Pfanne (ich hoffe, ihr seid keine Vegetarier).



Du hast es gut!!



Da kann man aber froh sein, wenn man die Stationen noch per pedes erreicht, um am Weltempfang teilzuhaben!
Und was die Wandaufbauten betrifft, bleiben ja nicht mehr viel Lösungen übrig.
Am besten käme man, wenn die 80er Wände komplett innendämmungsfrei blieben. Wandheizung drauf und unter Wärme verputzt.
Wenig Aufwand, funktionale Lösung und Bauschäden kommen sicherlich auch keine.

Grüße in den restlichen Jahreszeitraum und gen Osten,
rutscht gut rein, Gesundheit und vielleicht im Neuen Jahr doch eine Gemeinsamkeit.

Udo




Wenn...



...ein Scheit Holz mehr kein Thema ist, würde ich zur Minimalvariante greifen: 50mm. Ganz ohne Dämmung (Udo, Du Luftikus:-) halte ich für wenig sinnvoll, da die Heizung dann sehr träge wird; dazu kommen nicht unerhebliche Energieverluste. 20cm Innendämmung mit HWPL? es würde mich sehr interessieren, wie das praktisch umgesetzt werden soll. Ich halte es für völlig überzogen, und sehe Stabilitätsprobleme. Gebt überflüssiges Geld besser für bessere Dielen aus :-)

Wenn aus irgendwelchen Gründen befürchtet werden muß, daß Wasser von unten eindringen könnte (hier wohl kein Thema), wäre foamglas eine Alternative.

Grüße

Thomas



Brennwerttechnik / Strahlungswärme / Innendämmung



Hallo Georg Böttcher,

natürlich ist es jeden seine Sache, was er mit den Informationen anfängt, die er bekommt.
Den Grund, warum ich bei diesem Forum bin, habe auf
meiner Profil-Seite kurz geschildert:
Mir geht es bei meinen Antworten darum, den Blick hinter die (Werbe-) Kulissen zu ermöglichen, so daß die wahren
Vor- und Nachteile ersichtlich sind, damit richtig entschieden werden kann.
Der Grund, warum ich diese Frage erwähnt habe, war zum einen, um neue Infos zu bekommen, die mir noch nicht bekannt sind, zum anderen, dass, wenn sich jemand dafür interessiert, auch diese Punkte für seine Entscheidung
mit berücksichtigen kann.


Hallo Thomas Böhme,

habe bis jetzt von Ihnen in Bezug auf HL nur Kritik gelesen,
aber auch nicht das gesamte Forum durchgesehen.
Daher die Frage nach dem Grund warum Sie gegen HL sind.

Nachdem Sie meinen Ausführungen keinen Glauben schenken:
Wie wollen Sie denn die Strahlungswärme bewiesen haben?
Vielleicht kommen wir auf diesem Weg etwas näher zusammen.

100 % Strahlungswärme liegt dann vor, wenn nicht mit der Luft(-umwälzung) geheizt wird, sondern eine Oberfläche so temperiert wird, dass diese über der Lufttemperatur liegt und somit Strahlungswärme aussendet.
Zu einem bestimmten %-Satz heizen alle Heizungen mit
Strahlungswärme (außer reinen Heißluftgebläsen u. ä.)
IR-Strahler (Hell- / Dunkel-), Marmor- , Wand-,
(Hüll-) Flächenheizungen, sogar Halogenscheinwerfer und Quarzstrahler; natürlich auch ein richtiger Grundofen und eben richtige HL sind Strahlungs-Heizungen.
Den Wirkungsgrad der Strahlung stellt man u. a. daran fest, ob und wie sehr sie die Luft (sekundär) aufheizen – die Lufttemperatur muß immer unter der Oberflächentemperatur liegen! (Sowohl auf Fußbodenhöhe als auch unter der Decke) und wie gleichmäßig verteilt sie ist (ob die Gegenstände im Raum jeweils die gleiche Oberflächentemperaturen aufweisen).

Warum sollte man erst HL einbauen wenn Schimmelecken trockengelegt werden sollen, vorzubeugen ist doch sinnvoller als im Nachhinein zu sanieren.
Wenn man mit niedrigen VL-Temp. arbeiten will, muß man auch die (evtl.) Nachteile in Kauf nehmen.

Die Einwände für die sogenannten „süßen kleinen Dreckfänger“ sind nur unbewiesene Theorie – außer es sind HL (wie bereits geschrieben) die falsch dimensioniert, nicht fachmännisch installiert, oder sonst irgendwie verkehrt ihre ursprüngliche Aufgabe verrichten.


Hallo Jens Grabowski,

macht es Ihnen etwas aus, mir zu schreiben aus welchen Gründen ihr Architekt keine HL will? Ich dränge Sie ihnen nicht auf, mich würde es nur persönlich interessieren.
Falls es eine Wandheizung wird, lassen sie auch ein paar „unnütze“ Schlaufen hinter den Schränken usw. montieren und besorgen sie sich eine Thermoplatte
um feststellen zu können (wenn die Heizung warm ist) wo sich die Rohre ungefähr befinden. Lassen sie diese von einer versierten Fachfirma einbauen, damit dies möglichst gut gemacht wird und die Garantieleistungen klar sind.
Einige Fotos (mit danebenstehendem Meterstab) sind später vielleicht recht hilfreich.

Die Ausgangsfrage mit 12cm bzw. 6cm HFPL oder gar 18-20cm ist doch schon mehrmals beantwortet worden. Suchen sie sich die für Sie am besten nachvollziehbarste Antwort heraus. (Wenn keine HL erwünscht sind, finde ich den Vorschlag
von Udo noch am sinnvollsten – vor allem wegen dem Taupunkt.)


Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Fürstberger



@ Bernhard Fürstberger



Was mir völlig fehlt, ist der missionarische Eifer. Gern können wir weiterhin unterschiedliche Meinungen zum Thema haben.

"Daher die Frage nach dem Grund warum Sie gegen HL sind."

Falls Sie nicht nur Ihre eigenen Beiträge lesen, haben Sie das aus meiner Hand hier schon mehrfach vor Augen gehabt.

Zum Thema "100% Strahlungswärme", einer bauernfängerischen Werbung aus Eisenschink's Feder, äußere ich mich hier nicht mehr. Bei kleinen Radiatoren, die kaum Strahlfläche haben und ganz überwiegend warme Luft produzieren, ist diese Behauptung absurd.

"Dreckfänger"?

Einfach 'mal ein Kistchen öffen nach ein paar Jahren Betrieb. Ich hab's getan! Zwischen den Lamellen sammelt sich da so allerlei.

Kaum ein rennomierter Heizungsinstallateur nimmt die Leisten in die Finger, freie Heizungsplaner haben zumeist eine sehr deutliche Meinung dazu. Warum wohl?

Damit habe ich mich aus meiner Sicht abschließend zum Thema geäußert - falls nicht noch etwas besonders Erheiterndes oder gar Faktenreiches daherkommt.

Grüße & Guten Rutsch

Thomas



Zum Jahresende --> Diskussionsende



Hallo Thomas Böhme,

beim missionieren haben die Menschen versucht andere mit ihrem Glauben zu überzeugen – ich versuche es mit einleuchtenden Fakten.
Die gegensätzliche Meinung ist schon i. O. gerade das braucht man ja für eine Diskussion.

Meine Beiträge kenne ich ja, einige andere aus dem Forum natürlich auch, jedoch (wie geschrieben) nicht alle. Bei denen, die ich gelesen hatte, waren Sie eben dagegen, daher die Frage (nicht Feststellung).

Sie behaupten nach wie vor, dass es nicht so ist, wie ich es schreibe. Können das Gegenteil aber nur theoretisch verallgemeinern, jedoch nicht beweisen. Die Crux ist die, das Sie, wie eben viele andere auch, davon ausgehen, dass HL wie Konvektoren ihre Heizleistung verteilen.
Es ist vollkommen richtig, dass die HL selbst kaum Strahlfläche haben, (u. a. darum sind sie ja verkleidet)
und zuerst warme Luft produzieren, diese aber nicht wie Konvektoren mit Luftumwälzung durch den Raum schicken, sondern über ihnen an die Wand abgeben.
Um dies zu beweisen, genügt ein einfaches IR-Thermometer.

Ich kenne einige verschiedene HL-Arten, seit vielen Jahren in Betrieb. Viele davon sind so, wie Sie es schreiben – allerdings n i c h t alle. Weil sie eben keine richtigen HL sind, sondern z. T. als Konvektoren arbeiten. Um diesen Irrglauben (wenn mir schon missionarischer Eifer nahegelegt wird) aufzuklären, schreibe ich meine Erklärungen möglichst
klar verständlich und ebenso nachvollziehbar.

Eben auch aus diesem Grund nimmt kaum ein Heizungsinstallateur HL in die Hand
(nach dem Motto: Was der Bauer nicht kennt, ...)
Freie Heizungsplaner arbeiten lieber mit ihnen bekannten Daten. Bei Strahlungs-Berechnungen scheiden sich die Geister. Geglaubt wird, was gelehrt wird. Dabei ist eigenes Nachdenken u n d ausprobieren mit Vergleichen in der Praxis aufwändig und nicht gefragt.

Belassen wir es dabei.
Ihre Meinung stimmt sicherlich bei den von Ihnen
gesehenen HL.
Zu meinen Aussagen stehe ich und kann sie beweisen.
Jemand der eine Heizung einbauen will, sollte sich sämtliche
Vor- und Nachteil-Argumente anhören und selbst entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen
und ein erfolgreiches Neues Jahr

Bernhard Fürstberger



Heizleisten



Hallo Herr Fürstberger!
"Jemand der eine Heizung einbauen will, sollte sich sämtliche Vor- und Nachteil-Argumente anhören und selbst entscheiden"

Genau das habe ich getan und es mir sicherlich nicht leicht gemacht.
Ergebnis: Ich habe mich für Heizleisten entschieden. Der Grund lag unter anderem darin, dass ich trotz intensiver Suche im Internet nur ein Beispiel eines unzufriedenen Nutzers gefunden habe. Ansonsten kamen die Gegenargumente immer nur von theoretischen Überlegungen her, nie von praktischen Beobachtungen.
Meine Schlussfolgerung aus diesem Umstand: Entweder die Heizleisten halten, was sie versprechen oder sind auf jeden Fall nicht schlechter als normale Heizkörper oder aber es schweigen alle aus Scham ob ihrer unglücklichen Entscheidung.
Das Argument mit der hohen Vorlauftemperatur halte ich auch für überzogen. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich gegen solare Wärmeerzeugung auf Grund von offensichtlicher Unwirtschaftlichkeit entschieden und Wärmepumpen haben nicht umsonst den Beinamen von "Klimakillern im Schafspelz" erhalten. Alle anderen Heizsysteme kommen auch mit hohen Vorlauftemperaturen klar.
Ich lasse mir übrigens eine Brennwerttherme mit Vollbrennwerttechnik einbauen, bei dem über die angesaugte Verbrennungsluft gekühlt wird, also Rücklaufunabhängig. Somit auch KfW-förderfähig und für Solarunterstützung vorbereitet, falls ich mal meine Meinung ändern sollte.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und viele Grüße,
Kalle.



"Coanda - Effekt"!?


Fußleistenheizung: "Coanda - Effekt"!?

Kann damit fast nicht's anfangen, doch wurden wir zu unserer Besichtigung im Haus Drachenkopf bei Familie Schwab:
Thomas Schwab & Julia Kühle
Elbstraße 2
06886 Lutherstadt Wittenberg
eMail: tschwab@ hausdrachenkopf.de
WWW: Homepage

unbewußt mit dieser Situation konfrontiert.
Ein Wohnbereich mit noch offenen Türen, Raumhöhen von ca. 4,00m!!, hohen Fensterbereichen mit neuen Holzfenstern (Dank A. Milling) von ca 2,00m und starken Außenwänden aus Bruchsandstein, Backsteinen etc. und einer selbst installierten umlaufenden Fußleistenheizung.
Als wir die Räumlichkeiten betraten, empfing uns eine herrlich warme und angenehme Raumtemperatur.
In unbewußten Gesprächen über die neuen Fenster, ergab sich dann eine Feststellung, dass der große Weihnachtsbaum mit ca. 1,8om und echten Kerzen in keinster Weise ein Lichterflackern zeigte.
Dies faszinierte uns natürlich!
Die Heizung wird derzeitig mit Gas betrieben und mit einer etwaigen Vorlauftemperatur von ca. 50°C. Dies soll aber bei kompletter Fertigstellung der Wohnung dann auf etwa 40°C-45°C gesenkt werden.
Wer Fragen dazu hat und dies interessiert, kann dort unproblematisch anfragen.
Und da viel auch der Begriff: "Coanda-Effekt".
Erklärung für den Laien: Wirkungsprinzip ähnlich eines Autospoilers.
Die Fachwissenden mögen mir diese Betrachtung verzeihen, aber es sollte doch auch jemand verstehen, so wie ich, der da ein absoluter "Dunkeltapps" ist. Eben so, wie die meisten Fragenden zu diesem Thema "Fußleistenheizung - für und wieder"!

Einen guten thermischen Rutsch ins Neue Jahr,
weiterhin so kritische Diskussionen über Heizungssysteme und
Dämmungen,
Grüße ins Lettische Besiedlungsgebiet,

Udo Mühle