Wandheizung

25.04.2015 J.B.



Hallo,
ich bin neu hier im Forum. Ich habe ein 1937 gebautes zweifamilienhaus,
ist zwar kein Fachwerkhaus aber ich denke das ich trotzden mit meinen Fragen in diesem Forum am besten aufgehoben bin.

Wir überlegen momentan ob wir in der Erdgeschosswohnung eine Wandheizung einbauen.
Der Grund dafür ist, das wir mit der momentanen Heizsituation unzufrieden sind. Es ist nicht so das wir die Wohnung nicht warm bekommen, es geht eher um die kalten Wände und Ecken und das daraus entstehende Schimmelrisiko.

Die Außenwände sind aus gebrannten Ziegeln und nicht gedämmt.
Uhrsprünlich hatten wir überlegt eine Wandheizung mit Innendämmung ein zu bauen.
Mit dieser Überlegung waren wir bei einem Fachhändler vor Ort. Dieser empfiehlt uns anstadt der Wandheizung eine
Deckenheizung ein zubauen.
Diese wäre Kostengünstiger, einfacher ein zu bauen und würde die Räume nicht verkleinern.
Der Experte ist der Meinung das sich dadurch auch das Problem der kalten Ecken erledigt.
Ich muss zugeben das ich da etwas skeptisch bin.
Mich würde interessieren ob jemand Erfahrung mit Deckenheizungen hat?
Kann die Wärmestrahlung von der Decke die Oberflächentemperatur der Außenwände so erhöhen das kein Kondensat entsteht?
Und macht das Ganze ohne Dämmung der Außenwände überhaupt Sinn?
Im Vordergrund steht bei der Überlegung das Erreichen eines besseren Wohnklimas nicht das Energiesparen.



Boden- Wand - Decke



Hallo

ich denke, Sie sind auf der richtigen Spur … 
1. "ohne Innendämmung"
2. Wandheizung
3. Deckenheizung

ich würde eine Temperierungsheizung nach Großeschmidt vorschlagen (Wand)

allerdings bin ich auch überzeugt, dass eine Deckenheizung gut funktioniert … 

Ich war vor zig Jahren einmal auf einer Messe, auf der ein namhafter Solarheizer einen Versuchsaufbau installiert hat: 3 Kuben mit gleicher Konstruktion der Wand- und Deckenstärken (Massivholz) und dann hat er (unsichtbar für den Begeher) jeweils eine Wand-, Boden- und Deckenheizung installiert und die Besucher sollten deren persönlichen Empfindungen aus den 3 Kuben bewerten, welche Heizart, (ergo welcher Kubus) für sie persönlich die angenehmste Empfindung der Wärme "rüberbrachte" … und welch Überraschung : es war mit klarem Abstand die Deckenheizung …

Tja … viele sagen jetzt: geht gar nicht, weil … Wärme nach oben steigt … nicht objektiv … sondern subjektiv … und weiteres gescheites oder weniger … vor allem: ES ist nicht DIN gerecht!!!!

… Dieser Meinung schliesse ich mich natürlich an … 

… aber funktionieren tut es auch und vor allem OHNE DIN

;-)

Florian Kurz



Wandheizung



Erst mal danke für die Antworten.

Nach einigem Überlegen und rechnen bin ich zu dem Schluss gekommen das eine Deckenheizung wohl tatsächlich nicht günstiger währe als die Wandheizung.

Geplant ist das ganze als Trockenbausystem mit fertigen Lehmplatten mit Heizleitungen.
An die Decke würde eine 4cm Lattung mit Hanfdämmung und darunter die Heizplatten geschraubt werden.
Die Platten kann ich natürlich auch an die Wand schrauben nur das da dann eine Holzfaserdämmplatte anstelle der Hanfdämmung darunter kommen würde.
Die verputzte Form ist vom Materialpreis wohl das güstigste.
Ich würde aber gern so viel wie möglich selber machen und ich habe wenig Erfahrung mit Verputzen.

Das sowohl die Wandheizung als auch die Deckenheizung grundsätzlich funktioniert denk ich auch, nur welche ist die bessere für uns?



häää



Also du hast eine funktionierende Heizung. Bekommst warm damit.
Schimmeln tut es nicht, du siehst nur ein Risiko.

Ich finde den Aufwand für dein "Problem" zu groß.
Es würde eine moderate Innendämmung genügen. Du sparst dir ne Menge Geld. Musst die Wandheizung ja regeln. RTL?



Wand- oder Deckenheizung



…das kommt auf die jeweilige Situation an.
Eine gute Dämmung setzen beide voraus.
Funktionieren tun auch beide.
Am besten mit einem Planer das ganze vor Ort besprechen und dann entscheiden.



Wandheizung



Also, der Planer kommt die Woche und macht dann die Berechnung.
Wird wohl grundsätzlich eine Wandheizung, außer im Flur und im Bad, da währe die Deckenheizung einfacher.
Dann stellt sich noch die Frage nach dem System.
Entweder mit Trockenbauelementen oder eingeputzt.
Das Einputzen scheidet eigendlich aus da ich mich vor dem Verputzen scheue.
Was ich aber an dem System besser finde ist das die Heizleitungen Gleichmäßig auf die Wand verteilt werden können.
Mir ist jetzt eine Idee gekommen um die Putzmenge zu reduzieren:
Auf die Wand kommt eine Holzweichfaserplatte zur Dämmung.
Darauf befestige ich Heizleitungen mit Zahnschienen.
Dann schneide ich Lehmbauplatten so zu das ich die Zwischenräume zwischen den Leitungen gefüllt habe.
Den Rest fülle ich mit Lehmputz auf so das dieser die Leitungen umschließt.
Dann wird das ganze mit Feinbutz und Gewebe verputzt so wie es auch bei fertigen Elementen gemacht wird.

Kann man das so machen oder ist das Unfug was ich mir da ausgedacht habe
Hat das ganze irgend einen technischen Nachteil (Warmeverteilung z.B.)?

Eine andere Frage währe: Macht es Sinn den alten Putz zu entfernen?



Wandheizung



Wenn der vorhandene Putz ok ist würde ich den lassen- es wird sich beim Originalputz sicher um einen Kalkputz handeln.
Eine andere Frage wäre die darauf befindliche Farbe.
Da die Platten vollflächig mit Putz/Kleber an die Wand gesetzt werden sollen dürfen keine Trennschichten vorhanden sein-
zumindest sollte die Wand griffig und tragfähig sein was ggf auch mit Haftputzen/Klebern erreicht werden könnte.

Wenn du beim Verputzen unsicher bist kannst du auch in ca 150 cm Abstand senkrecht Latten in gewünschter Putzstärke an die Wand dübeln und dann denn Putz über die Latten abziehen- bei Lehmputz ist's ohnehin kein Problem.
Hinterher die Latten herausnehmen und diese Stellen nachputzen.

Wenn der Grundputz fertig ist die gesamte Fläche mit Feinputz überziehen-
und wenn's gar nicht klappen sollte, was aber unwahrscheinlich ist, kannst du dafür immer noch einen Putzer beauftragen.
Bei Lehmputz kannst du aber immer gut nacharbeiten

Andreas Teich



Originalputz



Der alte putz ist zum großen Teil der Originalputz.
Stellenweise ist mal neu geputzt worden.
An sich ist der Putz in Ordnung, an einigen Stellen klingt es Hol beim klopfen.
auf den Putz ist eine dünne Schicht Kalkfeinputz.
Farbe ist eine Kalkfarbe.



Innendämmung



Was hohl klingt oder ansonsten nicht fest ist auf jeden Fall abschlagen und erneuern, da der Putz durch das Gewicht der Dämmung u ggf Wandheizung zusätzlich belastet wird.
Hohlräume sollen nicht vorhanden sein, da hier kein Feuchteübergang erfolgen kann, der ggf die Austrocknung ermöglicht.
Andreas Teich