Wandheizung auf Bruchsteinmauerwerk mit Kaminöfen

16.08.2018



Liebe Community,
wir planen ein bestehendes altes Bauernhaus (bei dem das Erdgeschoß unbewohnt und unbeheizt ist) im Obergeschoß thermisch zu ertüchtigen. Die Außenwände sind ca. 55-60cm starke Bruchsteinwände.
Im Obergeschoß wird derzeit mit freistehenden, nicht speichernden Kaminöfen (ca. einer pro 60m²) geheizt. Da diese Kaminöfen die Heizlast nicht bewältigen können bzw. die Räume innerhalb kurzer Zeit stark auskühlen (über Nacht ca. 10° Auskühlung) wäre die Idee durch eine Temperierung der Innenseite der Außenwand zusätzlich zu den Kaminöfen mit einer Wandheizung die "Speichermasse Bruchsteinwand (55-60cm)" zu nützen und auch die schnelle Auskühlung zu verhindern. Gibt es zu diesem Vorhaben Bedenken der Fachwerk-Community?
Danke und schöne Grüße
Philipp



Temperierung Wand OG



Eine Wandheizung auf Bruchstein würde ich nur im Verbund mit einer moderaten Innendämmung machen. Wichtig wäre auch die Dämmung der Decke im EG, da es so wahrscheinlich sehr fußkalt sein muss. Wie sieht der Aufbau der Decke im OG bzw. des Fußbodens im Raum über dem OG aus? Bei ringsum kalten Räumen ist es nicht Wunder, dass das OG so schnell auskühlt.



Wärmebedarf



sollte zuerst berechnet werden.
Dann habe ich nicht gelesen, wie du die Wandheizung betreiben willst.
Wenn du Kaminöfen behalten willst und preiswerte Heizstoffe hast, kannst du über einen neuen, modernen Kaminofen nach Bimsch II mit Wasserwärmetauscher und einem entsprechenden Speicher nachdenken.
Es geht ja nicht nur um die nächsten 5 Jahre meistens, sondern es soll ja langfristig sein, meist.

Klaus



Wandheizung auf Bruchsteinmauerwerk mit Kaminöfen



Vielen Dank schon mal.
Ist die Innendämmung nur für die Wärme notwendig oder um irgendwelche Kondensatsprobleme zu verhindern? Die Zwischendecke EG/OG lässt sich nicht dämmen leider, das hat mit den Besitzverhältnissen zu tun, wurde schon geprüft. Die Decke über OG ist mit 12cm MW gedämmt.
Wie die Wandheizung beheizt werden soll ist dann eine weitere Frage. Eine Holzvariante wäre optimal, ansonsten Luft-wasser-WP. Ist die Wandheizungsvariante mehr zu empfehlen als die Außendämmung?



Wohin soll der Weg gehen?



Diese Frage solltest bzw musst du dir zunächst beantworten.
So du das hier schilderst, kann dir niemand eine guten sinnvollen Rat geben,
So wie du es schilderst verstehe ich nichst.
Du kannst den Boden nicht isolieren? Warum?
Und nach meiner Erfahrung das Sinnvollste bei solch einem Haus, so weit ich es beurteilen kann, wäre eine Fussbodenheizung.
Die gibt es mit ca 5cm Bodenaufbau bei selfio schon.
Wegen innen oder außen isolieren:
Innen kannst du das Raum für Raum machen, außen musst die gesamte Fassade machen, sonst bekommst du ein echtes Problem.
Und Wärmepumpe ist nicht so echt der Hit, wenn es um Kosten / Nutzen geht.

Gib bitte mehr Details, was das Haus hat und was es in Zukunft haben soll.

Klaus



Starke Natursteinwände....



...zu dämmen, ein absoluter Blödsinn.
Speichermasse abtrennen vor Wärmeeintrag.
Wäre das gleiche, wenn man die Schamotte im Grundofen vor dem Wärmeeintrag schützen würde!!

Haben bereits viele Objekte ausgeführt, wo die WH direkt auf die Felb- bzw. Bruchsteinwände direkt aufgelegt wurden und dann in Nutzung ghingen.
Und bis heute Mängelfreiheit und keine Bauschäden.

Wie soll die WH betrieben werden?
Medium sollte immer Wasser sein!

Am bersten wäre es , wenn wir mal telefonieren würden.
Mobil!

FG Udo



Wandheizung



ist das eine Thema.
Aber es ist einfach Müll zu schreiben eine Wand , egal welcher Bauart, man darf nicht isolieren.
Es ist nicht so ganz trivial eine Verbindung zwischen Heizung und Wand als Wärmespeicher herzustellen.
Außerdem kommt es darauf an was erreicht werden soll.
Daher auch die Frage wohin der Weg gehen soll.
Aber Herr Mühle ich kann verstehen, dass Sie auch hier ein Geschäft anbahnen wollen.

Klaus



@ Klaus



Geschäft hin oder her, vieles wird zu sehr verwissenschaftlicht, was in der Praxis wesentlich einfacher umgesetzt werden kann und dazu noch funktioniert.
Ich berichte stets aus der langjährigen Praxis und berufe mich da auf die funktionierenden Objekte.

Desweiteren ging ja die Frage zur Dämmung einer starken Natursteinwand, ja oder nein!
Und dazu war dann meine Antwort platziert.

Also Klaus, keine generelle Verallgemeinerung, nicht dämmen zu müssen!!
Innendämmungen bzw. thermische Ertüchtigungen machen in gewissen Bereichen oder Wandstärken und Aufbauten dann auch wieder Sinn und müssen aber detailtechnisch sehr akribisch auch ausgeführt werden.

Man sollte Fragende nicht mit Wissenschaft bombardieren, sondern die Möglichkeiten aufzeigen, was sie wie tun können.

Wir arbeiten da stets mit Planern und Heizungsbaufachunternehmen zusammen, wovon wir stets auch mit lernen und auch staunen, was da so geht und mit welch geringerem Aufwand dann auch noch.

FG Udo



Wandheizung auf Bruchsteinmauerwerk mit Kaminöfen



Vielen Dank nochmal.
Ich verstehe die Argumentation die Wandheizung ungedammt zu lassen, da ich ja kein Problem damit habe, wenn die Wärme auch an die Raumluft abgegeben würde. Im Gegenzug, Die Innendämmung bedeutet für mich, dass die Raumtemperatur keinen Beitrag zur Erwärmung der Speichermasse hätte, was ja auch nicht unbedingt zielführend wäre, oder. Die Wandheizung alleine wird ja nicht schaffen, die Wand mit verhältnismäßigem Energieeinsatz auf Temperatur zu bringen. Ich hätte an ein einfaches Einputzen der Heizung auf der Innenseite gedacht um so den Verbund so gut wie möglich herzustellen. Dass die Dämmung des Fußbodens nicht geht, habe ich ja schon beschrieben, das ist auch geprüft, das hat rechtliche Gründe. (interessante Besitzverhältnisse durch Realteilung.)
Die Argumentation der Innendämmung kann ich nur so verstehen, dass das Ziel wäre, Die Temperierung der Wand unabhängig zur Temperierung der Innenräume zu sehen.



Wirkungsweise



Wenn gedämmt wird, liegt die Dämmung stets direkt auf der Wand unddarauf wird dann die WH verlegt und verputzt.
Nicht anders hedrum!
Das wäre ja dann völlig danaben gegriffen.