Wasser auf Betonboden

07.05.2013



Hallo,

folgende Situation. Mein Fachwerkhaus erhielt in den 70er Jahren einen Anbau, ebenfalls Fachwerk. Der Erdgeschossfußboden liegt zum Teil 1 m unter der Oberkante Erdreich. Die Außenwände wurden bis Höhe Oberkante Erdreich gemauert. Drainage wurde verlegt und funktioniert, keine Staunässe an den Außenwänden. Momentan keine Außendämmung an den im Erdreich liegenden Außenwänden.
Der Vorbesitzer hatte folgenden Bodenaufbau von außen nach innen:
1. 12 cm Beton. Sehr wahrscheinlich ohne Dämmung unter dem Beton. Ich weiß auch nicht, ob Kies unter dem Beton ist.
2. Bitumenschweißbahn
3. Folie
4. zwei Lagen Styrodorplatten je 4 cm
5. Heizestrich mit Elektrofussbodenheizung 6cm
6. Fliesen

Während des entfernens musste ich folgendes feststellen. Unter der Folie zum Beton stand regelrecht Wasser. Die Bitumenschweißbahn war komplett durchnässt. Auf der Folie zu den Styrodorplatten ebenfalls leichte Feuchtigkeit.
Ich nehme an, dass die Feuchtigkeit unter der Folie von druchdringender Feuchtigkeit aus dem Beton herrührt. Die Feuchtigkeit auf der Folie wäre "Schwitzwasser", da hier der Übergang von der Dämmung zum kalten Betonboden ist.
Die Außenwände sind trocken, ohne Horizontalabdichtung.
Der Betonboden ist leider nicht völlig eben. Ich habe somit nur eine Aufbauhöhe von 13 bis 16 cm zur Verfügung. Ich möchte eine Fußbodenheizung (nicht Elektrisch) und Fliesen als Abschluss realisieren, da ein Teil des Raumes ein Bad wird.
Nun bin ich am überlegen, wie man die Sache in den Griff bekommt bzw. sammel ich Ideen.
Eine Idee wäre vielleicht: von außen nach innen:
1. bestehender 12 cm Beton
2. mineralische Dichtschlämme (dichten mir die wirklich die Feuchtigkeit aus dem Beton ab?)
3. 3 cm Ausgleichs- und Dämmschüttung Schaumglasschotter
4. SwissporPUR Premium Platten oder ähnliches 4 cm
5. Folie?
6. Rohre Fußbodenheizung
7. 7 cm Estrich
8. 2 cm Fliesen
An der Stelle mit nur 13 cm Aufbauhöhe wäre dann quasi keine Schüttung mehr.

Nur um ehrlich zu sein, habe ich auch bei der Variante das Gefühl, dass die Feuchtigkeit aus dem Beton irgendwo in der Schüttung hängen bleibt.
Ich könnte mir sicher vorstellen, dass wenn man den Beton entfernt und dann einen "klassischen" Aufbau mit Kies und Dämmung unter dem Beton das in den Griff bekommt, aber 12 cm Beton raushauen ist schon eine ordentliche Arbeit.
Ich freue mich auf Eure Anregungen.
Vielen Dank.

Ciao
Steffen



Fußbodenaufbau



Das die Feuchtigkeit unter der Abdichtung stand war erst mal ein gutes Zeichen, denn die Abdichtung hat ihre Funktion erfüllt. Alles unterhalb einer Abdichtung ist nass bzw. feucht, sonst brauche ich keine. Dem Beton macht das nichts. Ich vermute das Wasser über die Aufstandsfläche Mauerwerk- Fundament eindringt. Die senkrechte Abdichtung funktioniert, die waagerechte auch (ich gehe davon aus das die eingebaut wurden), nur die Aufstandsfuge ist wie üblich die Schwachstelle. Das Wasser staut sich in dem Bereich kurzzeitig auf, die Dränung ist vermutlich nicht mehr funktionstüchtig oder wirkt im schlimmsten Fall als Mauerfußbewässerung.
Mit dem vorhandenen Aufbau hätte man leben können.
Das können Sie auch wieder so handhaben:
Verbundestrich als Höhenausgleich falls erforderlich,
Eine Schweißbahn oder eine andere Dichtbahn aufbringen und ca. 10 cm hoch an den Wänden mit hochziehen, am besten die waagerechte Abdichtung anbinden. Dichtschlämme geht auch, dann eine Hohlkehle ausbilden und die waagerechte Abdichtung mit einbinden.
Dann wieder eine Dämmlage, ca. 100 mm EPS/XPS, dann ca. 55 mm Heizestrich mit Fuboheizung, Fliesen.
Die anderen Spielereien können Sie weglassen.
Unabhängig davon sollten Sie außen einen Probeschürf setzen und sich die Sitaution am Wandfuß mal anschauen.
Wann ist denn die Dränanlage das letzte mal gespült worden?
Wie ist sie angeschlossen?

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich bin mittlerweile auch guten Mutes, dass die Sache mit dem Wasser auf dem Beton gar nicht so schlimm ist. Zumal der Aufbau gut funktioniert hat und auch kein muffiger Geruch im Raum war. Die eingebaute Drainage mündet in einem kleinen Bach bei mir auf dem Grundstück und ich kann ganz gut erkennen, dass bei längeren Regen mehr Wasser durchläuft als wenn es wie jetzt ein paar Tage trocken ist. Das heisst aber nicht, dass die Drainage bestens funktioniert. Es gibt auch keinen Revisionsschacht oder ähnliches, deshalb wurde die sicher auch nie gespült. Im Sommer wird die Drainage nochmal aufgemacht, um die 1 m hohe gemauerte Wand von außen zu dämmen, in dem Zuge wird die Drainage neu gemacht, auch mit Zugang zum reinigen. Vielleicht ergibt sich hierdurch auch noch etwas Besserung in Sachen drückendem Wasser. Eine "Probeschürfung" bis zum Wandfuss hatte ich noch nicht gemacht. Die bisherige Drainage müsste so 15 Jahre alt sein.
Eine kurze Frage zum Aufbau habe ich noch, auf der EPS Dämmung unter dem Estrich kommt noch eine PE-Folie? Ich habe so etwas immer wieder gelesen.
Vielen Dank und nette GRüße
Steffen



Fußbodenaufbau



Dämmung, Schrenzlage (das ist die Folie), Fußbodenheizung und Estrich sollten immer von einem Auftragnehmer als komplettes Bauteil geliefert werden, so gibt es keine Probleme bei eventuellen Reklamationen. Die Folie soll verhindern, das Estrich hinter/unter die Dämmung läuft. Bei Heizestrichen gibt es drei Bauarten, welche bei Ihnen in Frage kommt überlassen Sie besser dem der es einbaut.

Viele Grüße