Wanddämmung im Holzhaus, alte Platten stinken

24.01.2018



Hallo in die Runde,

wir haben ein Wochenendhaus aus Holz aus den späten 60er Jahren in der Eifel gekauft. Das Haus wird im Winter gelegentlich genutzt und mit einem Holzofen geheizt.
Der Wandaufbau von außen nach innen ist wie folgt:
20 mm Nut- und Federbretter (waagrecht), aufliegende Folie mit Gitterstruktur, Dünne mit Papier kaschierte Glaswolle (40 mm), 12 mm Spannplatten mit Kalk bestrichen, Tapete.
Da die Spanplatten einen starken Modergeruch verbreiten, sollen sie ersetzt werden. Es könnten Chloranisole sein, wie sie auch in Fertighäusern auftreten. Würden die Platten nicht so penetrant stinken, würden wir nichts ändern, denn die Hütte wird warm genug.
Je mehr man zu diesem Thema sucht, desto ratloser wird man.
Folgender Wandaufbau ist angedacht:
Auf die Gitterfolie eine Steinwolledämmung in 80 oder 100 mm, Dampfbremse oder Sperre (sorgfältig abgedichtet an allen Anschlüssen), Lattung, Rauspund.

Folgende Fragen ergeben sich:
1) Dampfbremse (diffusionsoffen) oder -Sperre
2) Ist die Konterlattung mit Hinterlüftung notwendig?
3) Sind Hanfplatten oder ähnliches ohne Folie sinnvoller
4) sind tapezierte OSB Platten ohne Folie sinnvoller?

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit dieser Problematik.

Viele Grüße
Achim



Sanierung Wochenendhaus



Der Schwachpunkt wird die Gitterfolie sein, die -je nach Hersteller und Produkt- einen hohen sd-Wert besitzt und damit als Dampfbremse/Dampfsperre wirkt. Ähnliche und falsch eingebaute Folien finde ich in den Dachstühlen aus dieser Zeit.

Ein Wandaufbau sollte von innen nach außen immer diffusionsoffener werden; die Folie befindet sich als an der falschen Stelle, nämlich relativ weit außen im Wandaufbau. Wahrscheinlich hat sich deshalb relativ viel Feuchtigkeit in der Glaswolle angesammelt und zur Schimmelbildung der Spanplatten geführt.

Der Wandaufbau könnte folgendermaßen aussehen, von innen nach außen: OSB 15mm, Mineralwolle zwischen den Ständern -vermutlich 12-14cm, ggf. eine 2. Lage zwischen Kreuzlattung 40x60mm, eine hochdiffusionsoffene aber winddichte Folie oder besser: eine diffusionsoffene DWD-Holzfaserplatte 18mm als Gefacheabschluss, Konterlattung 30x50mm als Hinterlüftungsebene, Lattung 30x50mm, Fassadenmaterial z.B. Profilbretter N+F, Douglasie-/Lärcheschalung ohne Anstrich, zementgebundene Spanplatten o.ä.

Die Hinterlüftung ist notwendig; der winddichte Abschluss der Gefachedämmung ist ebenfalls zwingend notwendig.

Da es bei dem Wochenendhaus wahrscheinlich noch andere "Baustellen" geben wird, würde ich Ihnen eine detaillierte Bauberatung empfehlen, die diese Punkte klärt. Ziel sollte ein abgestimmtes Sanierungskonzept für das gesamte Haus sein. Wo befindet sich Ihr Wochenendhaus ?



Wanndsanierung



Guten Morgen,
vielen Dank für die schnelle Antwort. Das Haus befindet sich in Aremberg. Die betroffenen Wände mit den Spanplatten sind nur in einer kleinen Erweiterung mit Vorratsraum und WC zu finden. Die Fassade bzw. Außenverschalung soll nicht erneuert werden. Die Gitterfolie könnte bis auf die Ständer weggeschnitten werden.
Mfg
Achim Schmidt