Verklinkertes Fachwerkhaus 1873

27.07.2003



Wir beabsichtigen ein altes aber sehr gepflegtes Haus zu erstehen. Vom Fachwerk ist leider nichts mehr zu sehen. Darum meine Frage.: Der Wandaufbau von Innen nach aussen : Putz--Kalksandstein(halbsteinig)--kleiner Hohlraum--ehemalige fachwerkaussenwand mit Lehmschlag--Dämmplatten aus Styropur--Hinterlüftung--Klinker. Das Fundament für die Verklinkerung wurde vor das alte ,bestehend aus grossen sandsteinen gesetzt. Da ich nirgends das Holz vom Fachwerk einsehen kann ,weiss ich nicht ob durch diesen wandaufbau das Fachwerk schon gelitten hat oder noch leiden wird, und wir dann lieber die Finger davon lassen sollten? . Dieser Umbau ist von Fachfirmen vor ca.25 Jahren gemacht worden.





oje, da will ich ja nicht spielverderber sein, aber diese art der fachgerechten Sanierung könnte man ganz gut als musterbeispiel für fachgerecht fachwerkzerstörung anführen. gerade die styroporabdichtung von außen führt mit sicherheit zu schwersten schäden im holzbereich, zumal 1873 wahrscheinlich auch kein Eichenholz verwendet worden ist. ich hab schon häuser gesehen, die wurden fast nur noch durch die raufasertapeten zusammengehalten. wenn man aus dem haus was vernünftiges machen will, muss der wandaufbau außen komplett weg. dann sieht man (wahrscheinlich) die bescherung, und dann muss beim Austausch beschädigter hölzer auch der innere wandaufbau weg. da bleibt nicht viel übrig. ich würde mich nach einem anderen haus umschauen, das jetzige wunschobjekt aber zumindest mal vom einem experten fachwerk/zimmermann untersuchen lassen - notfalls mit ein paar öffnungen im sockel- und wandbereich (wenn der eigentümer mitspielt). sonst kaufen sie die katze im sack.
gruß günter flegel, wagenhausen