Wandaufbau

21.07.2020 DeNanc


Wandaufbau

Hallo liebes Fachwerkteam,

wir haben ein Haus aus den 1880 Jahren erworben.
Wir überlegen nun den Wandaufbau. Nach Rücksprache mit einem Bausachverständigen sind wir jedoch etwas irritiert. Es handelt sich um ein Zweischaliges Mauerwerk, teilweise verfüllt mit einer fraglichen Hinterlüftung. Uns wurde eine Trockenlegung durch die Firma Drymat angeraten und nach einen Trocknungszeit von ca. 1 Jahr sollte dann der neue Wandaufbau erfolgen. Einmal entweder durch Heraklit Platten 50mm im Außenwandbereich. Alternativ ein Leichtputz als Unterputz. Wir wollen natürlich keine Gefahren für Feuchtigkeit schaffen. Eine Wandheizung ist nicht geplant. (Fußbodenheizung) Wir brauchen Ihre Fachliche Meinung dazu. Wir haben uns schon viel belesen, vielleicht hätte jemand auch passende Links zu dem Thema. Viele Grüße und besten Dank im Voraus.



Mehr Informationen notwendig



Hallo,
ich bin selber "nur" Bauherr, aber ich versuche trotzdem mal zu Helfen.

>>teilweise verfüllt mit einer fraglichen Hinterlüftung<<
Was soll dies heißen? Wurde der Zwischenraum bereits mit einem Dämmstoff verfüllt? Oder handelt es sich nur um Schutt?
Wir haben auch ein zweischaliges Mauerwerk. An allen Stellen an die wir rangekommen sind, haben wir Schutt entfernt. (Vorbesitzer hatten beim Einbau neuer Fenster den Schutt einfach in den Zwischenraum fallen lassen.

>>Trockenlegung durch die Firma Drymat angeraten<<
Wozu Trockenlegung? Gibt es Feuchteschäden? Vor einer Trockenlegung durch eine Firma sollten erst einmal die Ursachen ergründet werden.
Unser Mauerwerk war stellenweise auch Feucht. Ursache: undichtes Dach. Nach dem wir ein neues Dach hatten und (durch andere Gründe) die Wände über ein Jahr ohne Putz waren, sind diese wieder trocken. So trocken, das ich beim Verputzen mit Kalkputz ordentlich wässern muss, damit mir der Putz nicht zu schnell anzieht.

>>Heraklit Platten 50mm im Außenwandbereich. Alternativ ein Leichtputz als Unterputz.<<
Also ist eine Innendämmung geplant?

Gruß
Sebastian



Trockenlegung



ich rate dringend zu einer genauen Schadensanalyse, wie der Vorredner schon schrieb. Wer genau hat das Drymat-System empfohlen ? Es ist umstritten und bevor Ihr da Tausende versenkt, solltet Ihr unbedingt eine unabhängige Begutachtung vornehmen lassen. Gibt es einen Keller? Macht doch mal Fotos von den feuchten Mauerwerksteilen und beschreibt, wo genau die liegen. Wie lange stand das Haus leer. Ist eine Außendämmung möglich vom Dachübestand her ? Gibt es im Außenmauerwerk Lüftungsöffnungen für den Zwischenraum zwischen beiden Mauern?



Innendämmung



Also mein Schwiegersohn und ich sind auch nur alles selbermacher.
Unser Fachwerkhaus (1874) wurde auf den Grundmauern einer alten Schlossruine gebaut.
Erdgeschoss und Gewölbekeller auch aus doppelschaligen Sandsteinwänden. Ca 60 cm.
Wände waren mit Styropor/Gipsplatten verkleidet darunter verschiedene Putzschichten bis hin zum originalen Kalkputz. Natürlich alles entfernt bis zu den Sandsteinen.
Wir haben uns für Klimasan Wärmedämmputz entschieden.
(Vulkanperlite, Kalk Sandgebunden etc. hervorragender Feuchte Ausgleich, diffusionsoffen, Denkmal Freigabe. Bis die Wände eben waren sind Schichtdicken von 6-12 cm entstanden. Darauf dann Wandheizung verlegt und mit Rotkalk verputzt, Oberputz Rotkalk Struktur.

Also wir haben damit bis jetzt beste Erfahrungen gemacht.
Super Raumklima usw.
Darf auch direkt aufs Fachwerk gespritzt werden da es die Feuchte vom Holz transportiert reguliert.
Verhält sich wie Kalkputz.
Wir hatten einen sehr feuchten Eckstein der trotz trockenlegen von außen nur sehr sehr langsam trocken wurde.
Nachdem Klimasan drauf war, konnte man wöchentlich beobachten wie die Stelle trocken wurde.
(Klimasan ist aber kein Opferputz)
Material allerdings nicht ganz billig!

Gruß Peter