Wandaufbau Altbaukeller

01.02.2021 Guidos

Wandaufbau Altbaukeller

Hallo zusammen,
ich habe in einem Altbaukeller (ca. 1900) eine Aussenwand, die auffallend nass ist im Vergleich zu den übrigen Wänden. Rohre sollten alle vom Vorbesitzer geprüft und i.O sein. Ich habe die weiße Regipsplatte im oberen Bild entfernt und habe nach Entfernung einiges Styropors und Füllstoffs das untere Bild machen können.
Kann mir jemand erklären, wie der Wandaufbau in diesen Jahrgängen typischerweise ist? Mir kommt es vor, als ob dort zwei Mauern mit Zwischenraum (und Erde dazwischen) bestehen?
Die Feuchtigkeit zieht leider in die darüberliegende Kappendecke und macht Probleme im Fußbodenaufbau. Hat jemand eine Idee wie die Situation zu verbessern ist? Ich dachte an eine chemische Horizontalsperre, aber das wird sich bei dem Wandaufbau vermutlich schwierig gestalten, oder?
Für eine Empfehlung eines guten Architekten im Großraum Düsseldorf wäre ich auch dankbar.



Bruchsteinmauerwerk



auf dem Foto sieht es wie Bruchsteinmauerwerk aus, häufig wurden die Bereiche, die im Erdreich waren, damit gemauert. Ich denke, dass es als Kellerwand nicht als zweischaliges Mauerwerk ausgeführt wurde, aber in den Bruchsteinwänden gab es größere Hohlräume vor allem dort, wo Durchbrüche für Rohrleitungen gemacht wurden. Vielleicht sind die auch nicht gut eingedichtet. Falls es Bruchstein ist, wäre eine H-Sperre mit Chemikalien ziemlicher Unfug, weil die Grütze ja eh nur in die Fugen eingebracht werden könnte und da laufen Hektoliter ohne Ergebnis rein.



Ziegelwand


Ziegelwand

Sorry, daran hatte ich nicht gedacht. Soweit ich das gesehen habe, sind alle Wände dort aus Ziegelsteinen.



Ziegelwand



ist das die Wand, wo die KG-Rohre durchgehen. Ich vermute, die Durchführung ist nicht richtig eingedichtet und über die Jahre breitet sich die Feuchtigkeit immer weiter aus. Ich vermute trotz der Ziegelwand ( als Kellerwand vielleicht 48 cm dick) keinen 2-schaligen Wandaufbau. Eine Horizontalsperre ist nur wirksam, wenn eindeutig kapillar aufsteigende Feuchte diagnostiziert wird. Ich tippe aber eher auf eine defekte Vertikalabdichtung.



Funktion der Rohre?



Aufgrund der Position der Muffen an den Rohren müßte es sich um Zuflüsse handeln. Was hängt an den Rohren dran, was kommt hinter der Wand?



Aussenwand


Aussenwand

Vielen Dank für die bisherigen Antworten und sorry, dass ich die Infos nur so häppchenweise liefere.
Hier ein Foto von aussen. Die drei an der Kellerwand zu sehenden Abwasserrohre transportieren das Regenwasser ab. Ich habe die Fallrohre an der Fassade markiert.

Die Horizontalsperre wollte ich übrigens oben an der Wand einbauen, damit die Feuchtigkeit nicht in die Decke zieht. Ich gehe davon aus, dass der Kellerwand unten die Feuchte nicht viel ausmacht.

Ansonsten müsste ich aussen das Treppenpodest und das Pflaster entfernen, die Wand freigraben und könnte dann abdichten?



Durchgang Rohre



Hallo,
ich bin kein Fachmann.

Der Durchgang der Rohre durch die Wand wurde wahrscheinlich einfach nur mit Beton oder ähnlichen geschlossen. Da wird eventuell auch der Mauerkragen der Rohre fehlen, alleine dadurch zieht sich Feuchtigkeit entlang der Rohre bis in den Innenraum.

Für das Dicht zu bekommen, aufmachen und kontrollieren wie das dort aussieht.
Also jetzt nur die Stelle der Durchführung der Rohre und nicht das Haus rund herum ausgraben!!!
Ob das alleine Ihr Problem in den Räumen darüber löst?

Generell scheint der ganze Keller rund herum Feucht zu sein.
Ihr Problem wird da das nicht abgeleitetete Oberflächenwasser und die fehlende Vertikalsperre der Kellerwände sein. Dazu die Durchführungen der Rohre.

Aus eigenem Interesse, welche Luftfeuchte haben Sie in den Kellerräumen?


Gruß Frank



Nochmal Horizontalsperre



Hallo,
das Oberlächenwasser wird schon vom Haus weggeführt und die Regenfallrohre und Dachrinnen sind auch intakt. Zur Bauzeit sind sicher weder Horizontalsperre noch Vertikalabdichung gemacht worden. Ich kann/möchte aber auch nicht alles aussen aufgraben.
Daher der Gedanke unterhalb der obersten Steinreihe im Keller eine chemische Horizontalsperre zu erstellen. Kann das mein Problem im Treppenhaus darüber lösen?
Der Keller hat zwischen 60 und 70 % relative Luftfeuchtigkeit. Erscheint mir soweit kein Problem zu sein, wenn es sich auf den Keller beschränkt.



horizontalsperre



die könnte Dein Problem vielleicht lösen, wenn sie nach WTA eingebaut wird. Aber die letzte Ziegelreihe wird schon schwierig, weil da kein Platz für die Injektoren nach oben ist. Wenn Du jetzt eine produktempfehlung willst: ich habe mal vor zig Jahren mit Remmers gearbeitet, der Erfolg war mäßig und die Wirksamkeit läßt über die Jahre nach. Liegt die Kappe an den Fußpunkten auf einem T-Träger auf oder direkt auf dem Mauerwerk? Ist die nasse Stelle an einer Wand, wo der Kappenbogen liegt oder auf einer Fußpunktwand?



Kältebrücke



Hallo,
vielleicht haben Sie an dem besagten Fußbodenbereich auch eine "Kältebrücke"?

Die Stelle liegt dann unter dem Taupunkt und warme Raumluft kondensiert dort.

Doch oben haben Sie ja geschrieben das es aufsteigende Feuchtigkeit ist.
Also von der "nassen" Stelle (Durchführung der Rohre) bis nach oben zieht.

Bevor man chemisch abdichtet müsste man den ungefähren Wandaufbau wissen und es nutzt ja auch nichts nur diesen Bereich abzudichten. Dann kommt die Feuchtigkeit an einer anderen Stelle wieder zum Vorschein.

Ich hatte hier mal jemanden der wollte mir für schlappe 15.000 Euro den Keller sanieren.
Verputzen inkl. Injektion und eine "Luftsäuberung" wäre noch inkl. gewesen. ^^

Zum feststellen des Taupunktes gibt es App`s wie zum Beispiel "Mabes".
Wenn Sie mal in Betracht ziehen die Luftfeuchte zu reduzieren, kann ich Ihnen den Alfda AEF2000 empfehlen. Bis 65 % ist es in Kellerräumen unproblematisch, ab 70% wird es für Schimmel gemütlich.

Wobei Geräte wie der Alfda AEF2000 keine Lösung für Nasse Keller sind.
Kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen eine "Hilfe" sein.



Gruß Frank



Leider falsch, denn auch eine nach WTA ...erstellte Horizontalsperre ändert am Taupunkt nichts



Die Frage ist doch nicht wo eine Sperre eingebaut wird sondern ob dies sinnvoll sein könnte?
Wie hoch steht denn das Wasser im Keller und wie viel Liter laufen denn wo rein?
Weiter welche Nutzung ist denn vorgesehen?
Sie können sich ja auf meiner Homepage einlesen unter aktuell



der Keller ...



der Keller muss nicht trocken gelegt werden. Durch die dauerfeuchte Wand ist die Feuchte allerdings in den Fußbodenaufbau des EG im Treppenhaus gezogen und hat diesen in Mitleidenschaft gezogen. Das muss definitiv gestoppt werden.

Daher die Idee statt großer Ausgrabungen oben an der Kellerwand eine Horizontalsperre zu errichten. Dann bliebe die Kellerwand weiterhin feucht, aber der Boden im EG hoffentlich trocken.

Verspricht dies Aussicht auf Erfolg?