Wandanschluss an Bodenplatte

23.03.2015



Hallo zusammen, ich habe ein Haus aus dem Jahr 1896. Ich habe die Fundamente aus Feldsteinen verputzt und gegen Feuchtigkeit Isoliert. Das Haus besitzt eine Horizontalsperre. Ich habe den Innenraum ausgeschachtet und einen Aufbau aus 30cm Schaumglasschotter und 20cm WU-Beton hergestellt. Mit diesem Aufbau bin ich derzeit noch 15cm unter der OKFF. Das heißt, dass ich noch 10cm Estrich auftragen möchte und dann ca. 2cm starke Platten in Mörtel Verlegen bzw. einen Holzfußboden herstellen möchte. Das Problem ist, dass ich mit dem derzeitigen Aufbau noch unter der vorh. Horizontalabdichtung bin und der Übergang von Hrizontalabdichtungsebene zur Betonplatte hergestellt werden muss. Der Dachdecker sagt: "Alles mit Schweißbahn abkleben!!" Ist das eine vernünftige Lösung oder geht auch Sperrputz mit Dichtschlämme oder ggf. noch eitwas anderes?

Danke schon jetzt für die Antworten!



Fußbodenaufbau



Die Frage hätten Sie sich stellen sollen bevor Sie unter die Bergleute gegangen sind:
- 2 cm Plattenbelag
- 50 mm Estrich
- ca. 80 mm Dämmung
- Abdichtung
- ca. 50 mm Sauberkeitsschicht aus Beton
- Planum/Untergrund.
Macht zusammen 20 cm Bauhöhe und hätte auch gereicht.

Fundamentflanken von Streifenfundamenten muß man weder Verputzen noch abdichten. Ihre Freilegung (Aushubtiefe ab OFF 65 cm) war eine erhebliche Gefahr für die Standsicherheit des Hauses!
Unabhängig davon erfüllen 20 cm Einbaudicke nicht die Kriterien eines WU- Betons. Eine Abdichtung wäre angebracht.



Bodenabdichtung



Der Sinn hinter diesem bombastischen Bodenaufbau erschließt sich mir auch nicht.
War das eine eigene Erfindung oder wurde das von jemand so empfohlen?

da hätte auch ein 20 cm verdichtetes Glasschaumschotterbett mit stärkerem Estrich genügt
(Siehe Glasschaumschotter thread)
Warum wurde denn überhaupt derart tief ausgeschachtet wenn nachher wieder die ursprüngliche Höhe erreicht werden soll ?

Zur Dämmung wäre eine oben aufgebrachte Dämmung viel effektiver und wärmebrückenfrei gewesen.

Wurde die horizontale Feuchtigkeitssperre nachträglich angebracht?
Dann wäre es evt günstig gewesen, die Anbindung der inneren Abdichtung dabei zu berücksichtigen.

Grundsätzlich kann man eine Schweißbahn als Abdichtung nehmen, oder eine lose verlegte EPDM Folie, was ich jetzt eher mache oder zB von Remmers gibts ein Sperrputzsystem für die innere Abdichtung von Außenwänden gegen drückendes Wasser- was in diesem Fall aber nicht vorzuliegen scheint.

Dichtungsschlämmen etc müssen nur so flexibel sein, daß sie Bewegungsfugen überbrücken können- eher zweifelhaft.

WU-Beton allein führt noch nicht zur Dichtigkeit des Bauwerkes, wenn nicht die Anschlußfugen ebenfalls entsprechend abgedichtet werden- es gibt dafür zB div Bentonit-Abdichtungen.

Und warum Fliesenbelag ohne Dämmung oder ist eine Fußbodenheizung vorgesehen ?

Andreas Teich



Wandanschluss an Bodenplatte



@ Herr Böttcher:
Natürlich stelle ich mir Fragen bevor ich etwas in die Hand nehme... Hinweis daher Überflüssig. Für den Rest vielen Dank! Zum Thema Standsicherheit ist zu sagen, dass sich in dem Bereich keine bergmännische Ausgrabung zugetragen hat, sondern ein vorhandener Hohlraum aufgefüllt wurde, dies hatte ich leider falsch beschrieben. Ich bitte um Entschuldigung. Fakt ist, dass jetzt der Aufbau wie zuvor beschrieben anzutreffen ist und der Übergang zur Wand hergestellt werden muss und zwar so, dass die Feuchtigkeit, die aus den verbleibenden 5cm bis zur Abdichtungsebene, kapillar aus dem Fundamentbereich aufsteigt nicht in den Estrich zieht. Haben Sie ggf. hierzu noch einen Vorschlag ?

@ Herr Teich

Die Horizontalabdichtung war bereits vorhanden und eine Fußbodenheizung ist nicht vorgesehen. Ich hab für den Weiteren Aufbau noch 15cm zur Verfügung. Hier lässt dich sicher noch eine Dämmung wie von Herrn Böttcher beschrieben (80mm)einbringen.
Da Sie die Schweißbahn für geeignet halten sagen Sie mir bitte noch ob tatsächlich die ganze Fläche oder nur ein ca. 50cm breiter Streifen abgeklebt werden muss.

Nochmals Danke für Ihre Zeit und Mühe!



Bodenplattenabdichtung



Ich würde immer die ganze Fläche abkleben, damit es gegen Feuchtigkeit vom Boden und aus dem Beton dicht ist.

Bei Schweißbahn aus Zementmörtel eine einige cm breite kleine Hohlkehle in den Ecken herstellen oder nur schräg abziehen.

Darüber dann soviel Dämmung wie möglich, da es zu den Fundamentseiten erhebliche Wärmebrücken gibt.

Für nächstes Mal: lieber weniger Gllasschaumschotter und max 10 cm Betonplatte und dafür mehr Dämmung direkt unter dem Boden.
Bei Holzboden würde ich KVH Kanthölzer nehmen, ggf mit Gummigranulatstücken in der Höhe ausrichten.
Darüber eine Dampfbremse/Vlies etc, den Boden mit Zellulose dämmen als günstigste Variante und darauf dann geölte Holzdielen Verschrauben.

Die Feuchtigkeitsisolierung bis Oberkante Fußboden hochziehen oder bis unter die Fußleiste zum besseren Halt

Andreas Teich



Fußbodenaufbau



Für das nächste Mal:
zuerst den Hohlraum mit Kiessand auffüllen,verdichten, dann den von mir beschriebenen Fußbodenaufbau.
Jetzt die fehlenden 15 cm mit Abdichtung, Styrodur und Zementestrich aufbauen.



Na guck es gibt doch qualifizierte Kommentare!



Ganz herzlichen Dank an die beiden Referenten.

Nochmals vielen Dank f?r Ihre Zeit und M?



Wenn ich alles richtig verstanden habe, Phillippe ...



... gibt es bei Ihnen eine Horizontalsperre zwischen dem Feldsteinfundament und dem darauf liegenden Maueraufbau. Das jetztige Fußbodenniveau befindet sich ca. 15 cm unterhalb der Sperre.

Wenn das so ist, warum dann nicht das Beste aus beiden Vorschlägen kombinieren: Mit EPDM-Folie ("Teichfolie") eine Abdichtung nach unten gegen den Beton schaffen und an den Wänden hochziehen ÜBER das Niveau der Horizontalsperre. Darauf der denkbar einfachste Fußbodenaufbau: Kanthölzer mit 12 cm Höhe (oder Kreuzlattung 2 x 6 cm) im Abstand von etwa 80 cm Mitte-Mitte einlegen, dazwischen Dämmschüttung, vorzugsweise Blähton, und darauf raumlange Dielen (am besten 28 - 30 mm stark) verschrauben - pronto! (Haben wir in unserem alten Gemäuer so gemacht > trockene Räume, fußwarmer Boden!)

Schönen Gruß!



So ist der Plan.



Danke nochmal für die Ausführungshinweise!