Wandinnenschale mit Lehmsteinen, Lehmbauwand oder Rigips?




Hallo,
wir haben vor ein paar Monaten ein Fachwerkhaus gekauft und sind an ein paar Stellen negativ überrascht worden. Ausmauerungen sind vielfach mit Ytong oder Kalksandstein erfolgt, einige Riegel fehlen oder waren nicht gut zurecht. Kurz: Wir haben eine Außenwand fast komplett neu aufgebaut. Fachwerk steht jetzt, Ausmauerung erfolgt mit Lehmsteinen.

Meine Frage betrifft den Wandinnenaufbau. Mein Fachwerksanierer bietet dreierlei an:
1. Wand aus Lehmsteinen innen vorbauen, mit farbigem Lehmfeinputz verputzen. Zwischenraum wird mit Blähton (?) ausgestopft (muss mich noch einmal genau erkundigen, was da hinein kommt).
2. Trockenbauwand mit Lehmbauwänden, mit farbigem (weißem) Lehmfeinputz verputzt. Zwischenraum wird mit isofloc ausgeblasen.
3. Trockenbauwand mit Rigips, Oberfläche glatt gespachtelt und gestrichen. Zwischenraum: isofloc.

Mein Favorit ist derzeit die 2, der preisliche und konzeptionelle Mittelweg.

Preislich ist die Reihenfolge klar. Gibt es weitere Kriterien, die für oder gegen das eine oder andere sprechen? Ist eine Rigipswand überhaupt ausreichend atmungsaktiv, um im Fachwerk eine Berechtigung zu haben? Der Raum, um den es geht, ist die Küche, die zur Deele hin sehr offen ist.

Ich freue mich auf ein paar Hinweise.

Grüße...

Christoph Schönbach



Zwischenraum?



wozu dient bei den drei Lösungen der Zwischenraum?

Ich dachte immer, man sollte gerade im FW Bau möglichst hohlraumfrei arbeiten, z.B. mit HWF-Dämmung und Lehmputz.

Kalte Hohlräume hinter irgendwelchen Trockenbauplatten sind Kondensatfallen, es sei denn sie sind perfekt Diffusions-abgesperrt. Daran ändert auch das Einbringen einer Dämmung nichts, die könnte allenfalls absaufen.

Gruß G



Es geht wohl...



... um die Begradigung der Innenansicht.
Alle drei Varianten halte ich für hinterfragenswert, 1. wäre noch am ehesten unkritisch, bei aller Vorsicht einer Ferndiagnose...

MfG,
sh





nun lässt der Einsatz von KS-Stein bzw. Porenbeton an einer Außenwand mit geschädigtem Ständerwerk ja möglicherweise auf einen früheren Feuchteschaden schließen, das ist ja nicht ohne Grund repariert worden. Wie früher üblich hat man das marode Ständerwerk einfach entsorgt.
(an der Wand re auf dem Bild war auch eine Mauer aus den 70ern davorgestellt worden, an anderer Stelle bereits in den 20ern, die Schwellen waren alle hin).

Vielleicht sind Lehmsteine an dieser Stelle auch nicht die aller erste Wahl. Wenn außen aber noch etwas auf das FW drauf kommt, wäre eine Außendämmung möglicherweise besser.

"Wir haben eine Außenwand fast komplett neu aufgebaut."
deswegen glaube ich eigentlich nicht, dass sie so schief ist, dass sie jetzt schon begradigt werden muss.

Hier könnte der Christof aber sicherlich weiterhelfen.

Gruß G



Innenschale der Außenwand zur Isolierung



Hallo,
der Fachwerksanierer sprach natürlich auch davon, dass keine Lufträume entstehen dürfen. Deshalb will er komplett mit Isofloc ausblasen bzw. bei der Lehmwand will er in den 3 bis 6 cm großen Zwischenraum eine Blähtonlehmschüttung hinterfüllen und verdichten.
Da die Außenwand ja gerade an einer Seite neu gemacht und an der anderen teilerneuert wurde (neue Schwelle, untere Gefachreihe neu ausgemauert), ist die Begradigung kein Thema, sondern es geht um die Isolierung.
Eine Außenisolierung kommt eigentlich nicht in Frage, da gerade die beiden Wände (Süd und Ost) die repräsentative FW-Außenansicht bilden.
Hat jemand eine bessere Idee? Wie isoliert Ihr? 15cm Lehm sind doch kaum mehr als ein Zelt. Gibt es eine goldene Regel für den Wandaufbau mit Sicht-FW außen? Wandheizung habe ich kurz überlegt, es liegt allerdings schon Fußbodenheizung, und da war man der Meinung, dass das reicht.
Auf dem Bild sieht man den bereits abgebrochenen Ytong, tw. KS-Stein, tw. Backstein, tw. Lehm.
Danke im Voraus für evtl. Schadenabwendung.

Gruß...

Christoph Schönbach