ziegelwand verstärken

19.06.2008



hallo. wir sanieren ein haus7hof aus dem jahr 1900.
unser haus hat im eg eine doppelte ziegelwand, im 1 og ist die Wand nur noch einfach und damit relativ dünn. wie kann man die wand am besten verstärken, zweite ziegelschicht davor oder ytong? was führt zu einer wärmedämmung. außen ist das haus nur verputzt. die decken sind aus holz. die zweiteschicht Ziegel im eg ist bis zum boden im 1 og hochgemauert. man könnte somit darauf doch eigentlich weiter mauern?! würde mich über eine antwort sehr freuen. danke



Maurerarbeiten



Von der reinen logig schon möglich (gesehen von der Ferne),aber ob die Gründung der unter Mauer da mit macht kann nur ein Baustatiker beurteilen.Um ein Innenschale davor zu mauern müßten Sie einen Bauplaner mit einbeziehen.Sie bewegen sich da im Breich Innendämmung wenn Sie mit Ytong arbeiten würden wie Sie vorschlugen.Ich sage immer man will eigentlich nur einmal bauen.Wir sind im Juni beruflich in Leipzig vieleicht darf man mal einen Blick dadauf werfen,alles Unverbindlich für Sie.

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Selle





An @sara_erra.Genau das selbe habe ich in meinem Haus vor.Wie bist Du denn nun verblieben?? Hast Du es so gemacht??Oder spricht irgend was dagegen.Ich habe für diese Problematik zwar auch noch nichts genaueres herausbekommen können.Ich werde aber bei mir auf der Unteren Wand einen Ringanker bauen um ein reißen bei bewegungen entgegenzu wirken.Ich werde dann mit Porenbeton weiter hoch mauern.Gute dämmwirkung und leicht.
antwort wäre nett.alles gute





Hallo sara_erra oder Familie rathsmann , (wie auch immer)

Es wurde hier bei fachwerk.de schon einiges über Porenbetone geschrieben. Bitte mal stöbern. Grundsätzlich würde ich nur Material in Material Bauen. Die Ausnahmen bilden Lehmsteine und Blähtonsteine, weil diese noch ganz gut mit Ziegel, Bruchsteinen etc. harmonieren. Bei Porenbetonen kann durch die hohe Dämmung der Temperaturnullpunkt sich derart nach innen verschieben, dass an der Innenseite der Außenziegelwand sich Kondensat bilden kann und wahrscheinlich (je nach Stärke der neuen Porenbetonwand) auch wird. Porenbetone werden sehr feucht geliefert und trocknen auf Grund ihres schlechten Feuchteabgabevermögens auch nicht während der Bauzeit aus. Dazu kommt dann noch die zusätzliche Feuchte im Winter wenn die Temperaturen draußen weit unter Null gehen. Feuchte Porenbetone haben eine geringere Dämmung als trockene – das Gewünschte wird also nicht erreicht. Und wie sieht es mit den Fenster- und vor allem den Deckenanschlüssen aus. Werden diese nicht auch zusätzlich mit Wasser versorgt?

Zudem haben Porenbetone kaum eine wärmespeichernde Fähigkeit. Also für den sommerlichen Wärmeschutz wie für den Winter ungeeignet. Die TU Dresden hatte vor Jahren Untersuchungen gemacht mit dem Ergebnis, dass ein Haus aus den besser gedämmten Porenbetonen (36 cm) gegenüber einer 36-er Ziegelwand um einige mehr an Energie verbrauchte. Das ist doch erstaunlich, da uns propagiert wird, das Dämmung doch alles sein soll.

Es gibt so schöne Möglichkeiten mit Lehmsteinen oder Blähtonsteinen. Ja auch kleinformatige Ziegelprodukte wären durchaus noch angebrachter als Porenbetone. Ob Sie einfach so weiter mauern können hängt von der Bausituation ab. Ein Bild eingestellt wäre schon hilfreicher aber ersetzt eigentlich den richtigen Fachmann vor Ort nicht. Denn er kann das eine oder andere Wichtige noch entdecken. Denn im detail liegt der Teufel. Holen Sie sich einen ortsansässigen Fachmann, der sich mit Bauphysik und Baubiologie auskennt zu rate. Es wird einiges Kosten, aber auch guter Rat will gut bezahlt sein. Und nicht den Mut verlieren. Es lohnt sich nach den richtigen Alternativen und nach gesunden Baustoffen und den richtigen Lösungen zu suchen.

Viele Grüße zu später Stunde
Michael Reisinger