Badsanierung (mit Hilfe von Ytong?)

11.01.2013 uka123



Hallo zusammen,
in unserem Fachwerkhaus muss das Badezimmer saniert werden.
Aufbau heute: die Gefache sind ausgemauert (das Haus wurde von den Vorbesitzern 1988 saniert). Dusche kann dabei nur an einer Ecke des Bads angebracht werden (beides Außenwände, exponiert nach Nord und Ost)
Nun gibt es sehr unterschiedliche Ansichten:
1.) der Handwerker, der das Bad sanieren soll, schlägt vor im Innenraum eine stabile Schale mittels Ytong aufzubauen. Zwischen Ytong-Wand und Außenwand soll eine Schüttung angebracht werden (Blähton). Taupunktberechnungen sagen, dass wenn eine Dampfsperre angebracht wird, in der Wand kein Feuchtigkeitsproblem entstehen sollte (vorausgesetzt auch Wandanschlüsse werden entsprechend abgedichtet).

2.) ein auf Fachwerkbau spezalisierter Restaurator möchte eine Holzlattung mit einer Matte zum Anbringen von Putz auf die rohe ausgemauerte Fachwerkwand anbringen und den entstehenden Raum mit einer Kalkschüttung ausfüllen.

Nun hat Handwerker 1 große Bedenken, dass auf Untergrund 2 keine Fließen (im Duschbereich) langfristig stabil angebracht werden können. Das sind Bedenken die Handwerker 2 im Grunde teilt. Allerdings hat Handwerker 2 Bedenken bezüglich der Verwendung von Ytong. Nun wird aber das Ytong ja nicht direkt auf die Fachwerkwand gebaut.

Gibt er hier Leute die ein ähnliches Problem haben/hatten? Hat jemand einen Lösungsansatz?

Danke für Tipps.

Grüße aus Hessen



Bad im Fachwerkhaus



Ich halte von beiden Varianten nichts.
Auch deshalb weil sie nicht allein und losgelöst von der Problematik der Abdichtung betrachtet werden können und einen Haufen Platz beanspruchen.
Entweder eine Duschkabine als seperate, geschlossene, dichte Einheit mit genügend Abstand zur Wand (oder mehr in Raummitte) stellen. Der Spalt zur Wand sollte so groß sein das er ausreichend belüftet wird, optisch leicht kontrolliert werden kann und im Zweifelsfall zugänglich ist (Duschkabine sollte für Wartung/ Reparatur versetzt werden können).

Oder eine Variante ohne Spalt.
Auf die neu verputzte Wand (Kalk- oder Kalkzermentputz)werden im Spritzwasserbereich wasserdichte, feuchteresistente Platten als Trockenputz hohlraumfrei auf die Wand geklebt. Solche Platten gibt es z.B. unter den Handelsnamen Wedi oder Aquapaneel.
Damit wird der kapillare Spritzwasser- und Kondensateintrag in die Außenwand verhindert. Ich empfehle im Bad solche Platten im gesamten Außenwandbereich zu verwenden da sie auch wärmedämmend bis zu einem gewissen Maß sind. Damit kann man die Bauteilinnentemperatur etwas anheben und die thermische Trägheit der Außenwände verringern. Bei meistens nur temporär geheizten Bädern vermindert das die Kondensatbildung und gleichzeitig den kapillaren Kondensateintrag in die Außenwand. Den Nachteil des geringeren inneren Wärmenachschubes kann man dafür in Kauf nehmen da die Dämmung nur wenige cm dick ist, der Bereich nur einen geringen Anteil der gesamten Außenhülle darstellt und Bäder wenig geheizt werden.
Die Wand sollte trotzdem in dem Bereich von außen besonders sorgfältig vor Spritzwasser geschützt werden.
Diese Wandbekleidung läßt sich besser in die Abdichtung des Fußbodens und der Duschtasse anschließen als die beiden von Ihnen genannten Vorschläge.
Außerdem spart man Platz, ich kann direkt auf die Platten Fliesen und so die Dusche individuell und platzsparend gestalten.
Ich bevorzuge deshalb die letzte Variante.
Wenn es schnell gehen und sich die Baumaßnahmen in Grenzen halten sollen dann ist eine fertige Duschkabine besser. Sie ist perfekt abgedichtet, kann einfach auf den Boden gestellt werden und braucht nur ein paar Anschlüsse (Wasser, Abwasser, Strom). Die WW- bereitung erfolgt über einen integrierten ELT- Heizer.

Viele Grüße