Interesse an einem Fachwerkhaus - Umbaumöglichkeiten

10.10.2012 Franjo



Hallo zusammen,

wir haben Interesse an einem kleinem, alten Fachwerkhaus, was wir von innen in größerem Umfang renovieren wollen.
Typisch sind bekanntlich die kleinen Räume, die wir ganz gerne vergrößern wollen.
Im Erdgeschoss wollen wir aus drei kleinen Räumen, einen großen Raum mit Wohnküche schaffen.
Wir haben uns das so vorgestellt, dass die Gefache größtenteils rausgenommen werden und die Balkenkonstruktion stehen bleibt.
Allerdings macht mich eine zum letzten der drei Räume etwas stutzig. Diese ist im Vergleich zu den Zwischenwände etwa doppelt so dick (ca. 20cm) Der Raum hat auch eine kleinere Deckenhöhe. Vermutlich wurde dieser Teil später mal angebaut.
Das Problem ist, dass ich nicht in die Wand schauen kann. Wahrscheinlich sitzen zwei Fachwerkwände voreinander, oder die Wand ist vor den bestehenden Giebel gemauert worden.

Hat jemand schon mal Erfahrungen mit solch einer Konstruktion gemacht?
Kann man die Lasten der Wand notfalls mit einem Stahlträger abfangen (Holzbalken wäre vermutlich zu dick)?

Vielen Dank schon mal vorab.

mfg Franjo



Auch von hier...



... kann niemand in die Wand schauen...

Bei mir habe ich einen Brustriegel im Innenwerk (ca. 1m Breite) ohne Probleme in die Höhe versetzt um einen Durchgang zu schaffen...

Was in "eurem" Haus los ist und passieren kann lässt sich nur vor Ort beurteilen...

MfG,
sh



erst kaufen - dann weitersehen



Hallo Franjo!
Es wäre auch denkbar,daß sich in der dicken Wand eine Bohlenstube versteckt...
Später angebaut und mit geringerer Deckenhöhe ist eher unwahrscheinlich.
Da ohne hinter den Verputz zu schauen die Konstruktion nicht sichtbar werden wird,könnt Ihr die Kaufentscheidung nicht davon abhängig machen.
Aber es gibt für sogut wie jede Konstruktion eine statische Alternative! :)
Stahlträger in einem Fachwerkhaus,das mißfällt jedem Zimmermann.
Falls ein hölzerner Unterzug nicht genügend tragfähig für die mögliche Bauhöhe sein sollte,kann man dessen Stützweite immernoch mittels einer Säule verringern. Diese dürfte Euch nicht stören,wenn eine andere Wand nur ohne Ausfachung komplett stehenbleiben kann,oder?

Gruß Oliver



"erst kaufen - dann weitersehen" - würde ich nicht machen



Hallo Franjo,

wir haben ein paar Erfahrungen damit gesammelt, was es bedeutet in "größerem Umfang" zu renovieren... ich würde auf keinen Fall erst mal kaufen und dann weitersehen. Sondern vorher abklären was Ihr gern umsetzen wollt, was unbedingt erforderlich ist damit Ihr das Haus nutzen könnt. Und was gute erfahrene Experten davon halten. Und was der ganze Spass am Ende wahrscheinlich kosten wird.

Ich wundere mich, dass ein später angebauter Raum eine niedrigere Decke hat. Das hätte ich genau andersherum erwartet.

Wo steht denn Euer Traumhaus? Vielleicht gibt es in der Nähe jemanden aus dem Forum, der sich das ganze genauer anschauen kann.

Viele Grüße - und viel Spass bei der Planung! (Nein, das ist keine Ironie ;-) )

Dirk





Hallo zusammen und schon mal vielen Dank für die ersten Tipps,

wir haben schon eine Vorstellung, was in dem Häuschen auf uns zukommen wird. Im größeren Umfang renovieren heißt für uns, wie schon beschrieben, im Erdgeschoss die Raumaufteilung ändern, ähnliches gilt für das Obergeschoss, nur nicht in dem Umfang. Außerdem sollen Bad und Küche erneuert werden. Die Decken sollen raus (sind alle abgehangen und im Obergeschoss zur Zeit mit einer "besonders schönen" Styroportapete geschmückt). Je nach Zustand der Deckenbalken sollen diese sichtbar bleiben.
Außerdem müssen die Böden im Haus erneuert werden (Wobei ich nicht weiß welche Schmuckstücke sich evtl unter PVC und TeppichBelag befinden.

Zur Umwandlung des Raumes im Erdgeschoss ist mir jetzt auf den Bildern aufgefallen, dass der erste Raum, anders als die restlichen Räume im EG, mit Spots beleuchtet wird. Evtl wurde da die Decke tiefer abgehängt als die anderen Räume, weil die Spots mehr Platz über der Decke brauchen.

Von außen kann man an der Fassade sehen, dass der zweite Raum früher eine Durchfahrt oder Scheune gewesen sein muss. Später wurde diese Öffnung mit Fachwerk verschlossen. Wie die Wand aufgebaut wird sieht man erst wenn abgerissen wird. Das Haus ist jetzt noch bewohnt, daher kann man vorher leider keine Probe nehmen.

@ Oliver: Dass ein Stehlträger nicht ins Fachwerk gehört bin ich ganz deiner Meinung. Daher bin ich dir sehr dankbar für den Tipp mit der Stütze. Da hab ich überhaupt nicht drüber nachgedacht, passt aber optimal, da ja eh Balken stehen bleiben sollen. Muss die Last von der Stütze über eine Schwelle verteilt werden?
Was ist denn eine Bohlenstube?

@ Dirk: Das Haus steht in der Nähe von Bonn. Nächste Woche haben wir einen Termin mit einem Gutachter und einem hoffentlich netten Herren vom Denkmalamt. Dann sehen wir weiter, ob unsere Pläne überhauot realisierbar sind.

mfg Franjo



@ Franjo



"...Daher bin ich dir sehr dankbar für den Tipp mit der Stütze. Da hab ich überhaupt nicht drüber nachgedacht, passt aber optimal, da ja eh Balken stehen bleiben sollen. Muss die Last von der Stütze über eine Schwelle verteilt werden?
Was ist denn eine Bohlenstube?"

Schön,wenn ich eine Anregung geben konnte.dafür ist ja so ein Forum wunderbar geeignet.
Ob man die Last verteilen muß,hängt von der Tragfähigkeit des Untergrundes an dieser Stelle ab.
Ich weiß nicht,wie man es vielleicht in eurer Region nennt,aber eine Bohlenstube ist quasi ein "Blockzimmer" innerhalb eines Hauses. Alle Wände dieses Raumes bestehen aus übereinander verzimmerten Stämmen,die raumseitig eine glatt behauene Wand ergeben,auf den Außenseiten mit Lehm verputzt.
Das war dazumal meist die "gute Stube" mit hervorragend dämmenden Wänden.
Vielleicht/hoffentlich kommst Du zum nächsten Ortstermin einer guten Entscheidung näher?

Alles Gute dafür!
Oliver