Wandheizung in Ziegelwand

04.05.2008



Hallo zusammen,

in meinem Haus Bj. 1935 möchte ich eine Flächenheizung (als Vorbereitung auf Wärmepumpe) einbringen. Aktuell befindet sich im Haus eine Ölheizung mit konventionellen Heizkörpern. Da sich im Haus ein gut erhaltener Dielenboden aus Kiefern befindet, den ich auch erhalten möchte, bin ich gezwungen die Flächenheizung an die Wand zu verlegen. Die 36 cm starke Außenwand ist wie folgt aufgebaut: 2 cm Putz, 11,5 cm Ziegel, 8 cm Luft, 11,5 cm Ziegel, 3 cm Putz. Mir ist jetzt nicht ganz klar, wie viel Wärme nach Außen geht. Ich möchte natürlich den Raum beheizen und nicht zuviel Wärme in die Wand bzw. nach außen abgeben. Kann mir einer sagen, ob es Sinn macht in einer solchen Wand eine Heizung einzubringen.

Gruß Ronny



Wärmeverluste



Die Wärmeverluste sind direkt abhängig von der Innen- und Außentemperatur: wenn die Wand bei 0 Grad außen innen statt 18 nun 27 Grad warm ist, ist das also ganz erheblich.


Eine erhöhte Trocknung gleicht das nicht aus. Die Wärmeverluste treten unabhängig vom Dämmstandard auf. Sie sind bei einer gedämmten Wand absolut natürlich kleiner, und das betrifft jeweils nur die erwärmten Stellen. Ohne Dämmung unter den Heizungsrohren eine Wandheizung also eine ziemliche Energieverschwendung:

==> Winteridylle von Herr Bromm...


Diese Dämmug bietet noch einen anderen Vorteil: die Trägheit bei der Erwärmung wird gemindert.



Wandheizung in Ziegelwand



Ihre Frage ist mit unserer Thermographischen Vergleichsmessung, siehe unsere Webseite www.gruen-ziegelwerk.de, beantwortet.
Unsere Persönlichen Erfahrungen mit Wandheizungen sind nur positiv!



@Herr Liebig: "Unbeheizte Wand gibt mehr Wärme ab als beheizte Wand"



Ihre Thermographien wurden ja schon andernorts einer kritischen Würdigung unterzogen

==> merkwürdiges...

Nicht quantifizierte Aussagen wie "enorme Energieeinsparungen" misstraue ich in diesem Zusammenhang, besonders wenn sie mit der Bauphysik nicht ordentlich in Einklang gebracht werden.
Das eine an sich trockene Wand "durch und durch" mit einer Wandheizung getrocknet wird, ist ebenfalls höchst zweifelhaft, eher bringt die Schilfrohrdämmung eine gewisse Plausibilität, bloß erwähnen Sie dass in diesem Zusammenhang nicht, warum eigentlich?



Berechnen



Hallo,

gibt es denn keine Formel mit der man berechnen kann, in wie weit Wärme nach außen abgegeben wird? Beim Bundesverband für Flächenheizung wird von dem Wärmeübergangskoeffizient U gesprochen. Könnte man durch die Berechnung dieses Wertes evtl. Ausagen über die Tauglichkeit dieser Wand für eine Wandheizung ableiten.



Rechnerei



U-Wert = Wärmedurchgangskoeffizient Ihrer Wand beträgt rund 1,3 Watt / m2 / Grad Kelvin.

Damit geht also pro m2 und Differenz zwischen Außen/Innentemperatur entsprechend viel Leistung des betreffenden Wandteils nach außen verloren.

Es sind U-Werte < 0,5 heute ohne weiteres machbar.

Daraus allerdings die Einsparungen direkt abzuleiten wäre nicht richtig, da spielen noch Fenster/Lüftung etc mit.



Der



Bundesverband Flächenheizung empfiehlt eine U-WEert unter 0,45 im Altbau.

Wir habe gute Erfahrungen bein Innendämmung und Wadheizungen bei einem U-Wert bis 0,65.

Der U-Wert Ihres Wadaufbaus dürfe über 1,0 liegen.

Ich würde Ihnen eine zusätzliche Dämmung, wenn eine Wärmepumpe angedacht ist auf jeden Fall empfehlen.

Grüße Gerd



Der U-Wert



dürfte über 1,4 liegen und die Wand erfüllt bei weitem nicht die Mindestwerte nach DIN.
Übrigens, in der alten Wärmeschutzverordnung von 1995 war für Flächenheizungen ein U-Wert von max. 0,35 W/m²K erlaubt.
Im übrigen halte ich es für sehr gewagt eine 2 * 11,5 cm starke Wand + Luftschicht, mit einer massiven 36,5 cm Wand mit Schilfdämmung innen, zu vergleichen. Das macht schon vom U-wert einen Unterschied von > 1,4 zu 0,85 aus (60%). Der empfohlene Wert von Herrn Meurer 0,65 kommt den Mindestanforderungen der DIN sehr nahe (nicht der EnEV).
Ich könnte für diesen Wandaufbau ohne Dämmmaßnahmen keine Wandheizung empfehlen. Auch die Wärmepumpe wird vermutlich eher zu eine Elektroheizung werden.