Bruchsteinwand mit Bims-Innenseite

26.11.2012 Altbaufreund



Hallo Experten,

da ich bei meinen bisherigen Recherchen nicht fündig geworden bin:

Wir sanieren unser altes Bruchsteingebäude von 1903,
Standort Westerwald.
Auffällig finde ich die Außenwandkonstruktion (von
außen nach innen)

Bruchstein, ca 40 cm
Bimsstein, ca 15 cm
Kalkputz

Von anderen Bruchsteingebäuden aus der Region ist mir
die innere Bimswanne nicht geläufig.
Es handelt sich hierbei funktional ja um eine Art
primitive Innenwanddämmung.
War dieser Aufbau zu seiner Zeit üblich und wie ist der
Wärmedurchgangskoeffizient einer so datierten Bimswand
zu bewerten? Mir liegen hierzu keine Daten vor.

Mit besten Grüßen,

Altbaufreund



Wandaufbau



Was meinen Sie mit Bimsstein?
Ein Foto der Wand innenund außen wäre gut!

viele Grüße



Innenwanddämmung



Der U-Wert einer Bruchsteinwand von 40 cm Stärke liegt oberhalb von 2,5 W/m²K. Mit der Bimsschale ist man bei einem Wert von ca. 1,2. Bei der Sanieung wird heute ein Wert von 0,24 gefordert.
Der für mich gravierenste Unterschied für die Bewohner liegt allerdings nicht in der Enegieeinsparung sondern in den Oberflächentemperaturen. Während die reine Bruchsteinwand im Winter Oberflächentemperaturen von knapp 10° aufweisen würde, erreicht man mit der Bimsschale Oberflächentemperaturen von um die 15° und liegt damit immer noch niedrig, aber das Schimmelrisiko in der Fläche ist gebannt. An den Wärmebrücken kann man da allerdings nicht sicher sein.
Nach der Glaser Berechnung führt ein solcher Wandaufbau allerdings zu einem zu hohen Kondensatanfall. Das mag aber im Einzelfall trotzdem funktionieren.
(bitte beachten, dass sind nur extrem grobe Annahmen, die ich hier gemacht habe)



Die Konstruktion



ist nicht üblich. Ich würde mal vermuten das die Wand nachträöglich eingezogen worden ist.

Ich würde mir mal die Balkenköpfe genau anschauen die auf deiser Konstruktion aufliegen.

Um den U-Wert zu schätzen müsste der Bimastein bestimmt werden.

Grüße aus Koblenz Gerd



weitere Fakten



Schon einmal vielen Dank für die zahlreichen guten
Antworten.
Ich versuche einmal die Fakten nachzuliefern, deren
Relevanz mir nun erst deutlich wird.

1. Die Konstruktion wird nach meiner Auffassung nicht
nachträglich geschaffen sein. Auf Plänen, welche
das Gebäude in seinem 10. Lebensjahr zeigen, stimmt die
Wandstärke exakt mit dem jetzigen Zustand überein.
Ferner ist auf der Bimsinnenseite der alte Kalkputz mit
Rollmustern durchgehend vorhanden.

2. Nach einem Wasserschaden in der Nähe das Mansarddachs
(durch die auf der Mauer aufliegende Dachrinnen) haben wir
auch in allen weiteren Räumen die Holzbalkendecke offengelegt und die Balkenköpfe stichprobenhaft inspiziert.
Resultat: Einwandfreier Zustand.
Auch die Auflager sehen gut aus.

3. Die Glaserberechnung ist mir bekannt, daher habe ich
in der Vergangenheit immer wieder die Wandfeuchte versucht
zu messen. Hierdurch habe ich ein undichtes Fallrohr entdeckt, der Rest scheint aber trocken.
Da ich den absoluten Zahlen meines Messgerätes nicht traue,
habe ich als Referenz immer eine gleich aufgebaute Innenwand
(vermutlich Brandschutzwand zur ehem. Scheune) verwendet.

Ferner habe ich (unter Kenntnis der Ungenauigkeiten) versucht den U-Wert der kompletten Wand durch Temperaturmessung (Außenluft, Innenluft, Innenwand) zu
errechnen. Temperaturdifferenz hierbei 25 Grad (-5 ; 20).
Natürlich kommt da mehr oder minder Quatsch raus,
aber in Zahlen lag das Ganze bei 0,8 W/m²K

4. @Gerd: Bestimmung des Bimssteins. Geht es um die Rohmasse
des Steins ? Ich könnte versuchen an geeigneter Stelle ein
Stück zu entfernen und zu wiegen...



Wenn Du den U-Wert wissen möchtest, solltest Du die Rohdichte des Steins ermitteln.



Aber die Frage ist, was machst Du mit der Kenntniss des U-Werts?

Ich würde, wie schon gesagt mal die Feuchtwe der Balkenköpfe die auf der Bruchstein bzw. Bimswand aufliegen messen.

Sind die Köpfe faul, wurde deshalb die Bimswand davor gestellt?

Grüße



Wandaufbau



Das Problem ist das ich nicht weiß was Sie unter Bimsstein verstehen.
Ein künstlich hergestellter Betonstein mit Hüttenbims oder Naturbimsgranulat als Zuschlag?
Bruchsteine aus Naturbims?
Porenbetonsteine?
Ehe Sie weiter herumrätseln was ich meine: Mit einem Foto komme ich besser klar.

Viele Grüße



Unscharf, aber hoffentlich hilfreich



Ich habe soeben einmal versucht die Situation einzufangen.
Ohne ausreichend Licht nur mit Blitz ist das Unterfangen
jedoch nicht so einfach.

Was ist auf dem Foto zu sehen ?
Die Aufnahme zeigt einen Ausschnitt der Außenwand, sowie
im ersten Posting beschrieben.
Im senkrechten Schlitz lag ein Abwasserrohr, hier ist
die Wand ausgespart und der Bimsstein ist zu sehen.
Die Detailvergrößerung versucht die Struktur des Bimssteins
einzufangen. Die Bimssteine etwa 12,5 cm hoch.
Am oberen Ende des Bildes ist einer der Auflager zu sehen,
welcher auf der Bimskonstruktion ruht.
Das Holz ist unbeschädigt, trocken und fest.

Ich hoffe das Hilft weiter.



Weitere Erkenntnisse ?



Hallo liebe Foren-Gemeinde.
Ich versuche das Thema noch mal nach oben zu schieben.
Kann mir jemand etwas zu dem Wandaufbau sagen, nachdem
ich ein Foto der Bimsschicht hinzugefügt habe ?
Oder taugt das Foto einfach zu wenig ?

Vielen Dank
Altbaufreund