Feuchte Kellerwände bei nicht feuchtigkeitsisolierten Bruchsteinwänden

28.08.2007



Unser Haus Bj. 1947 besteht bis zum Beiginn des EG aus kopfgroßen Bruchsteinen mit Zementfugen. Leider ist die eine Seite des Hauses seit Jahren feucht, besonders im Winter. Nach dem Winter sind die Wände an diesen Stellen, die mit billiger, weißer Innenfarbe gestrichen sind, schwarz/grün. Vertikale oder horizontale Isolierung gegen Feuchtigkeit besitzt das Mauerwerk nicht. Diese Kellerwand ist zu 2/3 im Erdboden vergraben, eine Drainage gibt es nicht.

Ich überlege, in diesem Bereich ein Carport an das Haus anzuschließen, dann wäre das Oberflächenwasser abgewendet. Ein Maurer riet mir, die Wand bis zur Sohle aufzugraben und mit Teer und Wärmeisolierung abzudichten.

Wer kann mir Rat geben?



nasse Kellerwand



Hallo guten tag ich würde zu einem Kalkputz raten aber erst muss die Farbe runter dann wird der Putz ca 2,5cm dick aufgetragen und damit dürfte die sache erledigt sein am sinnvollsten ist der Sanierputz von Klimasan-Perlit aus würzburg das ausgraben der wand und die isolierung könnte man wohl vergessen . ps da es sich in den meisten fällen um aufsteigende Feuchte handelt ist es kaum möglich die wand durch außen isolierung trocken zu legen



Ob da ein Kalkputz geeignet ist?



Nun so einfach ist dieses Problem nicht zu lösen. Gibt es auch Bilder?
Und wie ist die Nutzung innen?
Warm oder kalt?
.
Ja glaubt den der Maurer, dass dadurch das Fundament warm wird, nur weil eine Wärmedämmung aufgebracht wird?



kalkputz



seit jahrhunderten wurden Keller mit kalputzen versehen oder mit Kalk gestrichern ist wohl zu einfach ,was?????
es gibt die einfachen lösungen immer noch die frage ist ob man sich drauf einläßt



Richtig. Seit Jahrhunderten wird Kalk verwendet, aber haben wir noch die gleichen Bedingungen?



Es hat sich doch sehr viel verändert.
Man konnte früher "nur" Obst, Gemüse, Kartoffel, Eingemachtes im Keller lagern. Dazu kam, dass Holz und Kohle jedes Jahr ersetzt wurden.
Kein Mensch hatte organisches Material z. B. Karton jahrelang im Keller gelagert.
Die Temperaturen waren niedriger usw.
Und Jetzt? Saurer Regen, Streusalz und veränderte Nutzung.
Kalk ist und bleibt ein guter Baustoff, jedoch für feuchte Wände im Keller ungeeignet.



Feuchte Wände trocken bekommen



Sehr geehrter Herr Lemke,

Die Ursache muss erst festgestellt werden.

Eine horizontale Sperrschicht schützt die Wand gegen aufsteigende Feuchtigkeit gem. DIN 18195 Teil 4.
Die vertikale Abdichtung schützt die Kellerwand vor Erdfeuchtigkeit nach DIN 18195 Teil 6.
Eine Drainage, richtig aufgebaut, schützt vor drückende Sicker- und Schichtenwässer.
Der Entfeuchtungsputz ermöglicht dann noch die Wandentfeuchtung und trocken iss.

Welche der Maßnahmen erforderlich sind, kann man nur vor Ort entscheiden. Hierbei spielt die Nutzung eine wesentliche Rolle.

Mit freundlichen Grüssen

Andrea Cyba





Hallo Andrea Cyba und auch die anderen Helfer,

also das Wasser kommt nicht von unten, es ist sicherlich Regenwasser, denn warum ist es im Winter gerade feuchter als sonst? Der Keller wird als ungeheizter Abstellraum genutzt.

Wie soll man feststellen, was die Ursache ist - erst einmal die ganze Hausseite aufgraben?

Gruß, Andreas Lemke



feuchtigkeitsisolierte Bruchsteinwände



Hallo Herr Lemke,
wichtig wäre zu wissen wie Ihr Keller genutzt wird, die Frage nach dem Bruchsteinmaterial ist ebenfalls nicht unwesentlich!
Aus Ihrer Schilderung entnehme ich das es sich eventuell um Basalt, Lava oder Granit handeln könnte (Bilder wären hilfreich) ?!
All diesen Materialien ist eines gemein, sie sind Wasserundurchlässig und besitzen kein kapillares Saugverhalten, Wasser könnte nunmehr nur durch die Fuge eindringen, was Ihr Problem schon mal eingrenzen würde.
Viel wichtiger scheint hier jedoch die Tatsache das die Wand nur Teilweise im Erdreich liegt, Sie also zusätzlich das Problem einer Wärme-/Kältebrücke, wie auch immer haben.
Der Feuchtebefall dürfte also ca. 0,5m unterhalb der Geländehöhe am stärksten ausfallen?
Hier würde Ihre geplante Garage wirklich Abhilfe schaffen, vorausgesetzt sie erstreckt sich über die gesamte Länge der Wand!
Ich würde Ihnen, ohne irgendetwas gesehen zu haben zu folgendem Raten.
Bringen Sie zwischen Kellerwand und Garagenwand eine Styrodurplatte (4cm sind wohl machbar) an, stellen Sie die Garage ohne Luftschicht (Fugenlos) gegen die Wand.
Im Keller würde ich den Vorschlag des Kollegen B. Dahlbüdding realisieren, jedoch zunächst noch die Fugen der Bruchsteine min.3cm tief ausräumen und mit einem Sulfatbeständigem Trasszementmörtel verfugen.
Der anschließend aufgebrachte Kalkputz als Klimaleichtputz mit min.2cm Stärke im mittel, sollte wenn überhaupt nur mit Kalkfarbe gestrichen werden.
Damit hat sich das Problem vielleicht nicht völlig erledigt jedoch wird der Tau-/Schwitzwasserausfall in einem akzeptablen Rahmen ablaufen zu einem sehenswerten Nutzen/Kostenvergleich.
Die Geschichte sieht natürlich bei Wohnraum anders aus!

MfG j.h.schröters



Nun aus dieser Antwort entstehen mehr Fragen als gebraucht werden.



Das Ganze passt irgendwie zusammen.
Die Antworten passen nicht zur Frage.
Herr Schröters, lassen Sie sich doch Zeit bei Ihren Antworten, und vor allen Dingen - lesen Sie doch erst die vorangegangenen Beiträge.
.
Sie schreiben: Der Feuchtebefall dürfte also ca. 0,5m unterhalb der Geländehöhe am stärksten ausfallen?
Was soll denn das bedeuten?
Nun was ist denn eine Wärme-/Kältebrücke?
Was soll denn eine Styrodurplatte mit 4cm bewirken?
Warum soll ein sulfatbeständiger Trasszementmörtel aufgebracht werden?
Was verspricht in diesem Fall, ein Kalkputz als Klimaleichtputz mit min.2cm Stärke?
.
Was glauben Sie denn, soll jemand von Ihren Beiträgen halten, wenn Sie dann selbst zu der Erkenntnis kommen:
Damit hat sich das Problem vielleicht nicht völlig erledigt...???
Oder was ist davon zu halten: einen sehenswerten Nutzen/Kostenvergleich.... es tut mir leid, damit kann ich nichts anfangen, aber Sie werden uns doch sicher aufklären.
.
Auf Ihren Beitrag, der direkt an mich gerichtet ist, muss bzw. will nicht Antworten. Da fehlt mir einfach die Zeit und die Lust.



Nasse Kellerwand



Hallo Herr Kollege "Isar Bautenschutz"

Dann werd ich ihnen mal die Sache Auseinanderdröseln, nein Falsch, nicht ihnen, eher dem verschreckten Bauherrn.
Sie werden eh ne radikale Sanierung des gesamten Kellergeschoßes zum Vorzugspreis bevorzugen.

Zu 1, 2 & 3) Die Kellerwände im erdberüherten Bereich werden eine mehr oder minder konstante Oberflächentemperatur von ca.10-15 C aufweisen.
Die Wände oberhalb davon je nach Witterung und Jahreszeit wärmer oder kälter als diese!
Der Temperaturverlauf z.b. im Winter sieht dann so aus das die nichterdberührte Wand infolge von Temperatur und Windbestreichung schnell tief Abkühlt, was zu einer Verschiebung des Taupunktes zur Innenseite der Wand führt und es zu Schwitzwasserausfall an der Bauteiloberfläche kommt. Im Sommer ist dieser Effekt ebenfalls vorhanden nur wird hier die Verdunstungszone oberhalb der Erdberüherten Mauer im äußeren drittel der Wand liegen, so das die Feuchtigkeit nach außen verdunsten kann(vorausgesetzt es wird nicht ungünstig gelüftet).

Zu 4) Eine Styrodurplatte in Verbindung mit der zusätzlichen Garagenwand soll diesem Effekte aus 1-2und 3 positiv beeinflussen

Zu5) Trassmörtel wird verwendet bei der Vermörtelung von Natursteinen, können Sie nicht wissen, betrifft nicht ihr Fachgebiet als Bautenschützer.
Trass hat die Eigenschaft Wasserabweisend und Sulfatbeständig zu sein was Ausblühungen verhindert, kommt es dennoch dazu reagiert das Kalkhydrat an der Oberfläche und verbindet sich mit dem CO2 zu Kalk was auch den Kalkmörtel erklärt. Also Frage 6 zum teil gleich mitbeantwortet.

Zu 6) Kalkmörtel ist wie sie wissen hoch alkalisch(ergibt eine gewisse Schimmelresistents)
Kalkmörtel besitzt die Eigenschaft, genau wie Sanierputze nach WTA Dampfdiffusionsoffen zu sein, nur ist der wesentlich günstiger vom Preis.
Der hier verwendete Kalkmörtel hat in diesem Fall die Funktion den Taupunkt in den Putz zu verschiebenan und damit verbunden das anfallende Oberflächenkondensat im Putz zu lassen ohne an der Oberfläche abzuperlen um es bei geringerer Luftfeuchte abzugeben.

Zu7) Nun offen gestanden glaube ich dass sich viele Menschen in dieses Forum begeben um herauszufinden was es für Alternativen gibt. Ich bin mir ziemlich sicher dass der Herr Lemke zuhause in der Schublade ein Angebot zur Freilegung des Kellers und Verkleidung des gesamten Hauses mit WDVS hat.
Es gibt immer eine Alternative und um die einschätzen zu können hilft meist eine Kosten-/ Nutzenanalyse.
Bei diesem Vorschlag, im Gegensatz zur Kellerfreilegung mit Wärmeisolierung und Abdichtung zzgl. Sanierputz im innern, hat der Bauherr eine Garage, einen Keller den man als solchen nutzen kann und ca. 10 T€ mehr in der Taschen.
Ich find, es ist ne Überlegung wert.


Ich hoffe ich konnte helfen.

MfG j.h.schröters



Vielen Dank Herr Schröters:



jetzt hab ich mal ein Foto gemacht. Der Keller ist innen nur als Abstellräume, gelegentlich als Partykeller genutzt. Doch alles miefte nach einiger Zeit im am schlimmsten betroffenen Raum. Wie man sieht, sind die Steine Granit, die Fugen wurden mit Beton gemacht. Außen sind an der "schlimmen Ecke" Vorbauten, die innen im Keller einfach nur leer sind und nichts zu bedeuten haben.

Ich erwäge aufgrund Ihrer Ausführungen an dieser Hausseite (Giebelseite, Richtung Westen) über die ganze Länge eine Dachschräge, Überdachung wie man es z.B. für Fahrradständer macht an der Hauswand anzubringen. Das Dach sollte dabei etwa 2,50m lang werden. Damit hätte ich das meiste Regenwasser abgehalten und kann dann (relativ preiswert) mal schauen, wie sich das bewährt. Ich denke für den Anschluß von der Dachschräge zur Hauswand benötige ich kein Styrodur sondern nur eine Bleiabdeckung.

Herr Schröters, gerne würde ich mal Ihre Meinung hierzu hören. Wünsche Ihnen noch ein nettes Wochenende, Andreas Lemke

p.s.: ich weiß nicht, wie bzw. wo ich das Bild hier einfügen kann.



Schwitzwasser oder Bodenfeuchte



Hallo Herr Lemke,
meinen Überlegungen gingen von der Annahme aus das Sie Schwitzwasser an den Wänden haben und die Fugen des Granits feucht sind.
Ecken in Kellern neigen generell dazu, aufgrund mangelnder Luftzirkulation, Luftsättigung unmittelbar im Eckbereich meist 100 %, es findet keine Verdunstung mehr statt, feuchter zu sein als die Wände.
Sollte aber wirklich Bodenwasser nach Niederschlägen in Ihren Keller laufen werden Sie um eine Abdichtung der Kellerwände nicht herumkommen, bei dieser Gelegenheit würde ich dann auch eine Perimeterdämmung und gegebenenfalls(je nach Lastfall auch eine Drainage vorsehen).
Das anbringen eines Vordachs hindert das Wasser im Boden(je nach Schichtenaufbau und Drainfähigkeit) nicht daran an bzw. in Ihre Kellerwand zu kommen.

Ich hab das Objekt leider nie gesehen und kenne demzufolge auch die örtlichen Gegebenheiten nicht, alle Vorschläge sind vor Ort auf Ihre Machbarkeit und Wirksamkeit zu Prüfen.
Bedenken Sie bitte, haben Sie erstmal das Vordach und oder die Garage stehen kann der Schuss mit der Kostenersparnis voll nach hinten losgehen.
Sie sollten sich an eine Fachfirma Ihres Vertrauens vor Ort wenden.

Mit freundlichen Grüßen j.h.schröters