Dämmung und Egalisierung der Wände

27.11.2006


Hallo zusammen. Ich bin dabei, im geklinkerten Anbau unseres Hauses den alten Putz abzuschlagen. dabei wird deutlich, daß die Maurer damals gemauert haben wie mit 1,8 Atü auf dem Kessel, also krumm und schief. Ich befürchte, daß diese unebenheiten mit Putz nicht zu egalisieren sind, der wird in der nötigen Stärke wohl von der Wand fallen. nun meine Idee und Frage: Kann ich die Unebenheiten in dem Mauerwerk durch eine Unterlattung aus Dachlatten augleichen, darauf z. B. Fermacellplatten oder son Zeug schrauben, und nach und nach von oben eine Art lose geschüttete Dämmung dahinterschütten? Dann sollte es keine Hohlräume geben, die Wand ist halbwegs eben und odentlich gedämmt. Wie ist der Stand der Meinungen und Forschungen? Vielen Dank für Eure Hilfe, Mario Albrecht



haben Sie Fachwerkwände mit Strohlehm oder Massivmauerwerk?



welche Art des Mauerwerks? Backsteine? Kalksandsteine? ...Natursteinmauer, welche Natursteine?
Welches Heizsystem haben Sie im Haus?



Das Mauerwerk



besteht aus Feldbrandklinkern, vollsteinig gemauert. Für das Haus soll eine Wärmepumpe mit einer Wandheizung als Heizung installiert werden. Der Anbau ist direkt an eine Außenwand des Fachwerkhauses angebaut, die damalige, eigentliche Außenwand des Hauses wird durch Lehmdämmung von innen so gedämmt, als handele es sich um eine Außenwand. Die Wand des Anbaus incl. der angedachten Dämmung kommen mit der Fachwerkwand des Hauses nicht in Berührung. Im Anbau sollen Heizung, Waschmaschine, Trockner, Gartenmöbel, Mülltonnen etc. stehen, also all das, was sonst in Garage und Keller steht. Der Raum ist ca. 60 qm groß, etwa 2,30 m hoch, darüber befindet sich ein hoher Dachboden. Für ausreichende Belüftung ist durch Fenster und Türen gesorgt, (wegen Waschmaschine, Trockner, Luftfeuchtigkeit und Gefahr von Schimmel von Bedeutung?). Der Anbau kann an das Heizsystem des Hauses angeschlossen werden, ist ja alles noch im Stadium der Planung. Wir wollen den Anbau leicht heizern, damit man nicht im Winter bei 5 Grad über Null die Wäsche in die Maschine stopfen muß, und die Heizung wird wohl nicht viel Abfallwärme abgeben. So weit die ergänzenden Infos. Uns ist eben noch Steinwolle eingefallen, die kann man ja auch "drücken", oder ist die zuanfällig gegen Feuchtigkeit und Schimmel? Grüße, Mario



bitte keinesfalls Steinwolle verwenden,



meine Empfehlung:
Hinter einer einfachen Holzschalung ein Gemisch aus Kalkmörtel und Steinresten/gerne auch zerkleinerte Tondachziegel einbauen.
Danach die Schalung entfernen und ggfalls einen Endputz ca 5-10mm aus Kalkputz. Als Heizsystem empfehle ich eine einfache Fußleistenheizung,entlang der Außenwände montiert.
Auf Wunsch kann ich Ihnen hierzu ein Heizleisten-Angebot zur Selbstmontage erarbeiten.



Hallo,



es gibt 2.-3 Möglichkeiten einer Innenwanddämmung die in Frage kommen.

1. Putzfähige Dämmplatte aus Weichholzfaser oder Schifrohr. Hierfür sollte der Uhtergrund einigermaßen eben sein. Bei der Weichholzfaserplatte noch mahr als bei der Schilfrohrdämmplatte.

2. Holzleichtlehminnenschlale. Hier wir vor der bestehenden Wand eine Verlattung aufgebracht. Auf diese wird ein verlore Schalung aus Schilfrohr befestigt. Diese hält den Holzleichtlehm und darauf aufzubringenden Putz.

Geren gebe ich Ihnen auch telefonisch Auskunft.

Viele Grüße Gerd Meurer



Homogene Wände



Es sollte stets darauf geachtet werden, daß bei Lehmbausystemen und -konstruktionen keine Wandschalen mit Lufträumen gestaltet bzw. erstellt werden.
Es muß stets auf gute Homogenität geachtet werden!
Darauf dann eine in Lehm verputzte Wandheizung und ihre Konstruktionslösung wäre perfekt.

Grüße Udo



Warum müssen die Wände gerade sein?



Ich bin absoluter Laie, aber nach meinem Geschmack sind die modernen, völlig geraden Wände tot und langweilig, die etwas krummen, alten finde ich viel lebendiger. Und ich will ein altes Haus, man darf ihm seine Geschichte ruhig ansehen.

Ich finde auch die gelifteten Hollywood-Diven abgeschmackt, eine natürliche alte Frau finde ich viel schöner. Sicher haben die Leute einen verschiedenen Geschmack, aber neu aussehend muß nicht unbedingt schöner sein und mehr zum Wohlbefinden beitragen. Und wenn die Winter küftig so werden wie dieser, ist die Dämmung wohl auch rausgeschmissenes Geld.

Beate



Vielen Dank



für die Beiträge bis hierher. Zu den einzelnen Punkten: Das Haus ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, der Anbau steht nicht unter Schutz. Da das Haus noch genug Geld verschlingen wird, soll(te) der Anbau kostengünstig instand gesetzt werden. Nach meinem eintrag haben sich die Dinge verselbständigt. Wir haben nach dem Entfernen des alten Bodens sehr hohe Feuchtigkeit in dem darunter liegenden Boden-Ziegelsteingemisch festgestellt und unter den verlegten Ziegelsteinen, die den Boden gebildet haben, eine große Fäkaliengrube gefunden, Fassungsvermögen geschätzt deutlich über 5000 Liter, leider zum Teil noch gefüllt, und noch mehr leider nicht nur mit Wasser...Also folgende Vorgehensweise: mit Güllewagen leersaugen, "Decke" der Grube kaputtstemmen, Boden 40 cm tief ausheben, mit dem Aushub die Grube verfüllen, den Rest wie immer per Karre nach draußen. Fundamente trocknen lassen, nötigenfalls ausbessern. Von außen Drainage an den Fundamenten entlang legen. Innen an die Wand anschliessend ein Fundament betonieren, an das der neue Fußboden nachher anschliessen kann, auf dieses Fundament mit ca. 5-7 cm Abstand zur vorhandenen Mauer eine neue Wand aufmauern, den Raum zwischen den Wänden frei lassen, damit die Luftschicht etwas dämmen und die alte Klinkerwand atmen kann. Auf die Feuchte Schicht Erde, auf der wir dann stehen, ca. 12 cm Schotter 5/22 als kapillarbrechende Schicht, dann Folie, dann Beton, dann Estrich, und dann ist endlich mal ein Raum halbwegs fertig, und er hat auch nur das dreifache gekostet und nur das vierfache an Arbeit gemacht, wie beabsichtigt. Toller Auftakt...Wer eine bessere, will sagen einfacher umzusetzende Idee hat, kann sich ja hier noch mal melden. Zum Thema gerade Wände und Atmosphäre im Haus: über zu wenige krumme Wände, schiefe Fenster und hängede Türen können wir uns nicht beklagen, und da es sich quasi um den Hauswirtschaftsgartenmöbelundmülltonnelagerraumheizungskeller handelt, ist mir die Atmosphäre da drin schnuppe, Hauptsache funktional und fertig. Schönen Sonntag noch, Mario




Wand-Webinar Auszug


Zu den Webinaren