Feuchte Kellerwände Natursteinkellerwand Hanglage

09.05.2013 Luky



Da ich mich nun an die Ursache der feuchten Wände bzw. dem Bodenbereich bei den am Hang anliegenden Wänden mache, würde ich mir gerne vorab ein paar Meinungen aus dem Forum holen um nicht auf die Aussagen von sog. Mauerwerksspezialisten angewiesen zu sein.

Vorab zur Grunsituation bzw. der Geschichte:
Die Mauern des Kellers zum Hang standen ursprünglich großteils frei.
1992 wurde die Straße asphaltiert und im Zuge dessen auch der Keller bis knapp unter Kellerdecke mit (sichtbar) Kies aufgeschüttet um das Niveau Straße-Zufahrt Haus anzupassen.
Auf alten Fotos ist ersichtlich, daß die Kellerwände grob verputzt waren und diese schwarzen Bitumenwellplatten gegen die Wand gelehnt wurden bevor angeschüttet wurde.
Auf einem Foto ist auch ein Drainageschlauch zu sehen, allerdings in einer Höhe von ca. 1 m über Kellersohle.
Anschließend wurde (fast) alles bis zur Kellerwand asphaltiert.
Nach den Jahren hat sich nun der Asphalt gesenkt, die Bitumenwellplatten kommen zum Vorschein und das Wasser dringt hier (meiner Meinung nach) ungehindert zwischen Wand und Platten.
Der Verputz im Sockelbereich platzt bzw. friert an vielen Stellen ab.
Eine Stelle macht mir besonders Sorgen, weswegen ich sie jetzt einmal tw. aufgegraben habe.
Die Wand dahinter (im Keller) ist komplett grün (Moos?) und man sieht Feuchtigkeit bis ca. 40 cm am Fussboden, außerdem sind die Fugen schon komplett bröselig.
Damals wurde von der Hauskante eine Mauer errichtet weil mein Großvater hier einen Parkplatz wollte.
Diese Mauer hält ja das Wasser richtig in diesem Bereich fest weil es ja nirgends hin kann, es sei denn die Drainage ist drunter.
Ach ja, auf der Wand war auch wieder eine Bitumenwellplatte, die sich regelrecht zerlegt hat.
Wand war feucht.
Der Asphalt auf dem Weglein danaben hat sich auch gesenkt und so einen Spalt zwischen der gesetzten Mauer unn dem Weg gebildet wo das Wasser ungehindert eindringen kann.
Die Regenrinne hat sich dadurch etwas verschoben, ev. ist sie unter dem Asphalt beschädigt?
Da ich noch nicht weit genug nach unten gegraben habe, weiß ich nicht ob ein Draingerohr verbaut ist, welches an die Dachrinnenleitung angschlossen ist.
Die Grube ist jedenfalls mit grobem Kies ausgefüllt, was für eine Drainage ja ideal wäre.
Ein anderer Grund für die feuchte Wand wäre ebenfalls, dass schon nach ein paar Jahren der Sockelputz abgefroren war und kein mechanischer Schutz vor Regenwasser an diesem angebracht wurde (Blechabdeckung? Sockel steht vor) da das Wasser ja ständig und ungehindert in die Mauer eindringen konnte.

Da ich hier gleich mehrere Fehler bzw. Ursachen für die feuchten Wände feststelle, ist es etwas schwer für mich in der richtigen Reihenfolge vorzugehen bzw. die wichtigsten bzw. auch einfachsten und effektivsten Lösungen zu wählen.

Ich würde mal so (auf der einen Seite) vorgehen:
Das Loch am Foto weiter aufmachen, auf der anderen Seite der Mauer (Asphalt mit großem Spalt) aufmachen und nachsehen ab Regenrohr bzw. Anschluß defekt ist, checken ob Drainage verbaut ist.
Bevor ich die Grube aber wieder zumache - was passiert mit der getrockneten Außenwand des Kellers?
Fugen reinigen und mit Kalkmörtel ausbessern?
Danach die Wand statt den Wellplatten mit Noppenfolie abdecken, ggf. Drainage anlegen und wieder mit dem Kies verfüllen.
Kann der Sockelbereich wenn er mit Blech abgedeckt wird unbehandelt bleiben oder muß man ihn mit Putz versehen?

Die Wände auf der anderen Seite werde bzw. muß ich dann sowieso auch noch aufmachen, allerdings brauche ich vorher ein ungefähres Konzept was mit den Kellerwänden passiert.

Ich möchte auch noch rund um die Kellerwände Rigole im Sockelbereich Verlegen um das Oberflächenwasser schnellstmöglich abzuleiten, somit kommt der Asphalt auch nicht mehr direkt bis an die Wand.

Ich werde mir sowieso noch vor Ort einen Baumeister holen um die Situation zu beurteilen, allerdings hätte ich nur gerne gewußt ob meine ansätze bzw. Ideen zur Ursachenforschung schon in die richtige Richtung laufen?

Der Keller soll so bleiben wie er ist und nicht als Wohnraum nutzbar sein, ich möchte lediglich den Wert des Gebäudes erhalten.

Anbei noch ein paar Fotos zur Beurteilung.


Vielen Dank.





das ist die Innenseite der Wand des ersten Fotos.





das ist der Sockelbereich der anderen Seite.
Schön zu sehen die Bitumenplatten und der gesenkte Asphalt.
ursprünglich war zwischen Asphalt und Sockel kein Spalt.





..das ist der entstandene Spalt zwischen der aufgezogenen Mauer und dem Asphalt, rechts des ersten Fotos.





Detailaufnahme Wellplatten-Asphalt Sockelbereich



feuchter Keller



Wahrsagereien sind eigentlich nicht meine Sache, aber ich orakle mal das die Dränung die Schadensursache darstellt.
Mit dem Anschluß an die Dachentwässerung wurde eine schöne Wandbewässerungsanlage gebaut. Glücklicherweise muss bei Ihnen nicht bindiger, gut durchlässiger Baugrund anstehen, sonst wäre der Keller schon ein Schwimmbad.

Viele Grüße





Hallo und Danke für die Antwort.

Abgesehen davon, dass ich momentan noch nicht weiß ob ein Drainagerohr verlegt ist aber warum soll denn, sofern die Dränung an das Regenrohr angeschlossen wurde dies für eine Wandbewässerung sorgen?

Ja, wenn das Rohr unterirdisch defekt ist bzw. auseinandergegangen ist - ok.

Ich muß vielleicht auch noch dazusagen, dass das Regenrohr auf dem Foto unterirdisch bis ca.3m unterhalb der unteren Hauskante verläuft und dann dort bei der Geländekante rauskommt.
Die Funktion ist noch gegeben - bei Regen läuft dort Wasser raus, allerdings weiß ich noch nicht ob da eben alles oder nur ein Teil rauskommt..

mfG



feuchter Keller



Zu einer Dränung gehört ein bisschen mehr als ein gelochtes Rohr zu verbuddeln, vor allem die Kenntnis wo der Einsatz sinnvoll ist und wo nicht.





Ich orakle auch mal.
Die primäre Schadensursache die ich hier sehe sind die Bitumenwellplatten, mag ne günstige “Entsorgung” gewesen sein, ne Abdichtung ist das nicht.
Hier wird bei jedem Regen das Wasser direkt zwischen Wand und Wellplatten geleitet (wo solls auch anders hin?)
Dazu passt dann auch ein Schadbild mit der bis unter die Decke vermoosten Kellerwand.

Eine Abdichtung gehört auf- und nicht vor die Wand.





ok, soll heissen bei nicht bindigem Boden ist es dann nicht notwendig eine Drainage zu erstellen?
Ich frage weil ihre Antwort für mich mehr ein Rätsel als einen Hinweis darstellt.

Und welche Art der horizontalen Abdichtung wird bei einer Wand dieser Art vorgeschlagen?
Bzw. wie begradige ich die Wand vor einer Abdichtung am Besten? Die Wand besteht aus Schiefer- und Granitgestein, ich nehme einmal an zur damaligen Zeit wurde jedes in diesem Gebiet befindliche Gestein für den Bau hergangezogen.





Das hier eine Horizontalsperre notwendig ist bezweifele ich, soll ja sicher keine Wohnung werden.
Um eine Vertikale Abdichtung werden Sie hingegen nicht kommen.
Derartige Wände müssen vor der Abdichtung mit einem Putz (Pinselputz reicht) egalisiert werden, wenn die Wände extrem uneben sind kann man auch eine Betonschale davor betonieren und darauf die Abdichtung aufbringen.
Die Abdichtung selbst kann dann aus mineralischer Dichtungsschlämmen, Bitumendickbeschichtung oder aus Bitumenbahnen erstellt werden.

Foto.
Vorbetonierte Schale mit Voranstrich für Bitumendickbeschichtung.





Da der Termin mit dem Baumeister aus der Gegend der mir hoffentlich halbwegs objektiv bei meinem Problem helfen kann nächste Woche ansteht wollte ich noch ein paar Fragen loswerden um etwas vorbereitet zu sein.

Soweit ich mich nun informiert habe kann es sich bei meiner Kellerwand nicht durch kapillar aufsteigende Feuchtigkeit handeln, da Granit nicht kapillar wirkt.
Der Kapillare Effekt betrifft hauptsächlich den Putz.
D.h. Hokuspokus und Horizontalgeschichten haben hier keinen Sinn und können die Wand instabil machen.
Erstens gabs die hier nie und ausserdem hat der Keller über 60 Jahre vor den Veränderungen des Geländes funktioniert.

Momentan erscheint mir (abgesehen von den veränderten statischen Veränderungen durch das verdichten und Planieren usw.) das sinnvollste und gleichermaßen billigste den Ursprungszustand wieder herzustellen.
D.h. auf der einen Seite (links) alles weggraben bis Höhe Kellerboden und rechts (1. Photo)ist der aufgegrabene Zustand schon wie er damals war. Lediglich die betonierte Wand rechts davon müßte weg weil das Wasser sonst nicht auskommt.

Was würde dagegen sprechen dies zu machen und zu sehen ob sich alles wieder normalisiert?

Außer der ev. veränderten Statik?
Wie sehr kann die Statik verändert worden sein?
Kann man das pauschalisieren?

Ich würde die restlichen Kellerwände von den momentan überstehenden Dämmplatten mit möglicherweise Sperrputz? und den Wellplatten die sich schon zerlegen befreien da es sowieso nur eine Frage der Zeit ist bis das runterkommt und dann mit Kalkmörtel grob Verputzen und mit Kalkfarbe streichen.

Das wäre billig und effektiv, denn wie gesagt es hat ja ca. Jahre funktioniert und dann wurde es zugeschüttet..


Vielen Dank.





Original Niveau Erdreich ca. 1970





linke Seite





Umbauarbeiten





noch eins..