Vorstellung neues Mitglied Birkenfrau

03.06.2010

Meins

Hallo, wollte mich der Höflichkeit halber hier vorstellen, nachdem ich mich nun Mitglied geworden bin. Seit einigen Wochen bin ich Besitzerin eines fast 300jährigen Fachwerkhauses in einer märkischen Kleinstadt. Typisches märkisches Bürgerhaus, unter Denkmalschutz, genau wie die fast original erhaltenen Stallgebäude. Keinerlei Bauunterlagen überliefert.

Offensichtlich ist, daß um 1900 eine Modernisierung vorgenommen wurde, die dem Haus die letzten hundert Jahre gewissermaßen das Leben gerettet haben dürfte. (Unsere Familie hatte früher ein ähnliches, breiteres Haus, das vornehmlich an durchhängenden Deckenbalken in den großen Stuben zugrunde gegangen ist, um die sich viel zu lange niemand gekümmert hat.) Auf dem Dachboden über der großen Stube wurde ein Zahnbalken angebracht, im EG in beiden großen Räumen je ein Stahlträger eingezogen. Die Kellerdecke wurde als preußische Kappendecke neugestaltet. Der ältere Teil des Kellers (der "Rübenkeller") stammt offenbar aus noch früheren Zeiten. Das Haus selbst muß in den Jahren nach dem letzten großen Stadtbrand 1712 neu errichtet worden sein.

Auf der Hofseite wurde im EG ein großer Teil der Fachwerk-Außenwand durch eine Ziegelwand ersetzt, um einen Seitenflügel für die "neue Küche" anzubauen, der seinerseits unterkellert ist.

Alle Keller sind feucht, das Haus liegt wie die ganze Innenstadt in einem ehemaligen Sumpfgebiet mit Wassernähe. :o(

Vor die straßenseitige Fassade wurde eine Ziegelmauer mit Stuckportal gesetzt. Die Schaufenster des Ladens im EG sind von ca. 1920. Es gibt Aufnahmen von dem Haus um 1918, da sind sie noch nicht drin.

Seit 10 Jahren Gaszentralheizung, der Laden ist seit 40 Jahren ungeheizt. Einer von insgesamt drei Schornsteinen ist noch nicht stillgelegt, aber auch seit etwa 10 Jahren unbenutzt. Zwei Kachelöfen sind erhalten und laut BSFM nutzbar.

Soweit erstmal. Weitere Details und viele Fragen später. ;o)



wo



Hallo Birkenfrau, wo befindet sich denn das Gebäude, in Altlandsberg (nicht wirklich sumpfig) oder mehr Richtung Bad Freienwalde?



Wo?



In Storkow. Ringsum Wasser und Sumpf, sozusagen.



also



das Projekt ist ausgesprochen spannend, da so viele Bauzeiten darin wieder zu finden sind. Wollen Sie es als Wohnhaus sofort, oder nebenher für spätere Tage langsam ausbauen? Sollten Sie ein Aufmaß, eine Zustandsuntersuchung, Unterstützung gegenüber oder mit der Denkmalpflege bzw. dem Stadtsanierer?, oder Unterstützung bei der Erlangung einer Hüllenförderung für ein EINZELDENKMAL benötigen, würde ich mich über einen kurzen Anruf freuen. Eines unserer Sanierungsplanungen wurde für verschiedene Handwerker mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ausgezeichnet. Ich würde mich freuen, wenn Sie mal auf unsere, leider noch in Überarbeitung befindliche, Internetseite schauen würden...



Wenn's dann...



...an die Holzböden geht, bin ich gern, beratend oder ausführend, mit an Bord.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas





Also erst einmal ein herzliches Willkommen auch von mir, hier in diesem informativen Forum.
Es ist ein schönes erhaltenswertes Haus das Sie haben.



Peu à peu



Das Nachbarhaus wurde von einem Zimmermeister in einer konzertierten Aktion grundsaniert, d.h. es stand eine Weile nur noch das Fachwerk und alles Nötige konnte bequem ausgewechselt werden: http://www.ihh-storkow.de/wgb9.html Das werde ich nicht können, weil wir gleichzeitig drinnen wohnen wollen/müssen.

Einen Sanierungsplan werde ich in den nächsten anderthalb Jahren einreichen müssen, damit ich noch Anspruch auf Fördermittel habe (so es die zum gegebenen Zeitpunkt dann überhaupt noch gibt, irgendwann ist wohl auch Deutschland pleite). Ich verfolge aber den Grundsatz, ohne Kredite zu arbeiten und nur in der Geschwindigkeit, die finanziell möglich ist. Welche Mittel wann zur Verfügung stehen werden, ist nicht abzusehen. Notfalls lasse ich die Fördermittel aus der Kalkulation raus.

Anbei eine Teilansicht des Hauses aus dem Jahre 1895, vor der Modernisierung. Es handelt sich um das Haus rechts, das nur teilweise zu sehen ist. Man sieht, daß - auf für mich geheimnisvolle Weise - die Postition der oberen Fenster beim Umbau verändert wurde. Diesen Umstand finde ich am allerspannendsten bisher. Weil es keine ganze Fachbreite zu sein scheint, sondern nur eine halbe oder so.

Geplant ist bisher, nach der Dachabdichtung erstmal oben zu wohnen und unten zu bauen. Im Juli wollen wir einziehen.



Und nun auch von mir...



...hier noch ein paar Gedanken zu Ihrem Vorhaben.
Erst einmal schön, dass jemand so intensiv an eine Sanierungsvarainte denkt.
Dies bedarf aber eben guter Konzepte und guter Umgebung.
Damit meine ich, gute offene Leute, die einen den Freiraum der eigenen Denkweise auch lassen.
Eben nur dann oder dort einschreiten oder eingreifen, wenn Dinge keinen Sinn oder eher als Unsinn zu betrachten sind.

Ihre Gegend ist uns wohl bekannt und wird auch des öfteren von uns tangiert.
Es würde mich (uns) freuen, wenn vielleicht ein paar mehr Infos außer hier entstehen oder kommen würden.

Viel Erfolg und Spass bei ihrem Vorhaben,
Grüße ins WE,

Udo Mühle


PS: Übrigens wäre Peter Garkisch ein guter Ansprechpartner für Ihr Vorhaben.
Durch ihn bin ich zu dem Deutschen Handwerkerpreis erst gekommen.



Ein paar mehr Infos



Vielen Dank für den guten Rat. Ich habe unverbindliche Unterstützung durch einen Familienangehörigen vom Fach. Und ich meine, wirklich vom Fach: Bauingenieur und Architekt mit Spezialisierung Fachwerkrestaurierung. Leider in der Uckermark und arbeitsmäßig mehr als gut eingedeckt. Seine vorsichtige Schätzung nach erster Inaugenscheinnahme: Kosten nur für das Wohnhaus minimum eine halbe Million. Die ein wenig desolaten Stallanlagen aus der ersten Hälfte des 18. Jh. stehen auf einem anderen Blatt. Da fasse ich erstmal gar nichts an. Da müssen Schwellen ausgewechselt werden und alles. Nur was für Fachleute, logo.

Ich meinerseits habe mich seit einem Jahr im Internet, speziell immer wieder auf dieser Seite hier, gründlich nach Fachtexten, Erfahrungsberichten und Bildern umgeschaut und dabei eine Menge gelernt.

Derzeit läuft im Grunde erstmal noch die Bestandsaufnahme im Haus, weil ja absolut keine Bauunterlagen vorhanden sind. Man kann nur rumraten oder eben hinter Tapete, Verkleidungen und Putz gucken. Eine konkrete Sanierungsvariante ist noch nicht festgelegt. Wie gesagt, auch die Amtspersonen von der "Aktiven Denkmalpflege" müssen sich erst mal gründlich umschauen und erste Richtlinien ansagen. Ein großes Konsensproblem erwarte ich nicht, da ich selbst so viel wie möglich erhalten möchte wie es ist. Aber die amtlichen Prioritäten müssen geklärt sein, bevor konkrete Pläne gemacht werden können.

Eine professionelle Bestandsaufnahme durch einen Archtitekten bewegt sich übrigens kostenmäßig bereits in Dimensionen, die derzeit nicht realistisch sind. :o( Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Alles ändert sich.

Ich werde in meiner Fotogalerie weitere Bilder einstellen, damit man eine etwas genauere Vorstellung von Tante Auguste bekommt.





Woraus besteht diese Wand, wie dick ist sie und ist es eine Außenwand?

Grüße aus Schönebeck

Aufsteigende Feuchtigkeit vom Keller



Wandaufbau



Bis in die Höhe, wo die wolkenförmigen Flecken nach oben anfangen (bis etwa 50cm ab Fußboden), reicht die Ziegelmauer aus dem Keller, darüber Lehmfachwerk, aufgenagelte Schilfmatte und darüber Putz. Was für ein Putz, weiß ich nicht, da fehlt mir die Erfahrung. Ist aber sehr brüchig, also wohl kein Zementputz?

Es handelt sich um die zum Hausflur liegende Innenwand des Ladens, neben der Zugangstür vom Hausflur aus. Siehe Grundriss in meiner Fotogalerie.

P.S.: Ach so: Die Wand ist etwa 20cm dick.




Wand-Webinar Auszug


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