trockene Sandsteinwände verputzen oder Trockenbau? Isolation?




Hallo Leute!

Wir haben ein Problem! Wir bewohnen ein nettes Häuschen Baujahr 1906. Nun renovieren, restaurien und sanieren wir es schon seit drei Jahren, es kostet es uns einen Haufen Zeit, Geld und Nerven (von grauen Haaren ganz zu schweigen)!
Wir haben uns vorgenommen zwei Räume die zur Hälfte im Keller liegen auszubauen. Eigentlich war es mal ein Raum, welcher in der mitte mit einer Wand aus Ytonsteinen getrennt wurde. Das eigentliche Fundament (Lehm) wurde etwa 80cm tief ausgehoben, damit man eine Raumhöhe von ca. 2,15m erhält. Aus Statischen Gründen (laut Architekt) wurde ein 60cm hoher Sockel in beiden Räumen gegossen.
Soweit alles gut und schön...
Jetzt sind die Mauern aber aus rotem Sandstein. Eine Wand ist die Außenwand (ca 1m dick) und die anderen sind alles innen liegende Wände - alle Wände sind trocken, ohne Salpeter!
Der Raum mit Außenmauer wird eine Abstellkammer, der innen liegende Raum das Bad!
Jetzt meine Fragen:
1. Können wir die Wände verputzen? Wir haben gehört Wenn wir Verputzen fängt der Sandstein an zu schimmeln, zu modern und er blüht.
2. Wenn ja, womit genau?
3. Was ist mit Trockenbau? - Ständerwerk? oder grüne Dachlatten?
4. Muss ich bei einer fast 1m dicken Wand noch eventuelle Isolation beim Trockenbau einsetzten?
5. Kann ich auf grünen Rigipsplatten fliesen?
6. Wenn ja, spezielle Untergrundbehandlung?

Oh je! Das sind viele Fragen, ich weiß! Sorry, ich hoffe hier kann mir jemand helfen! ;o)

Liebe Grüße Alexa und Georg





viele Fragen einige Antworten,

zu1)Sandsteinwände zu Verputzen ist -denk ich mal- ein schwieriges Unterfangen, weiß auch nicht ob´s dann hält.

zu3)Trockenbau mit Ständerwerk oder Latten ist eine Finanzielle Frage, Lattenkonstruktion ist günstiger

zu4)eine zusätzliche Isolation ist bei einer 1m Wand eigentlich nicht von nöten, trotzdem würd ich den Zwischenraum der Trockenwand mit Akkustikdämmplatten ausfüllen

zu5)auf grünen GK Platten kann man fliesen, sollten aber vorher mit "Elefantenhaut" vorgestrichen werden.

zu6) siehe zu5....



@ Sascha



Vielen Dank, für Deine schnelle Antwort!

Bei uns geht es da nichts ums Geld! Wir wollen eine Perfekte und Dauerhafte Lösung haben. Wir würden gerne ein Ständerwerk stellen, aber geht uns dann nicht zu viel Platz verloren? Die Dachlatten wären dann vielleicht besser. Hat dann die Wand nich genug Platz, damit die Luft dahinter zirkulieren kann, oder fängt es dann irgendwann an zu schimmeln und zu stocken?

Wenn ich Elefantenhaut auf die Rigipsplatte auftrage, hält dann trotzdem mein Fliesenkleber?

gruß Alexa und Georg



Wandbekleidung



Wenn Sie eine Vorsatzschale verwenden möchten, sollten Sie mit einer Dämmung, aber ohne Belüftung arbeiten.
Diese "Belüftung" ist es, die warme, Feuchte Innenluft zwischen Wand und Vorsatzschale führt.
Die Luft kühlt ab, Kondenswasser bildet sich an der Wand.
Statt die Wand zu trocknen, wird sie immer nasser.

Deshalb:
KEINE "Belüftung", aber Dampfsperre einbauen.
Mein Vorschlag dafür:
Metallständer,
Dämmung aus Mineralwolle zwischen den Ständern,
Dampfsperre, luftdicht an allen Anschlüssen ausgeführt,
Gipskarton, Gipsfaser o.ä. als Bekleidung.
Da Sie als Laie aber große Probleme mangels Erfahrung bei der luftdichten Ausführung haben werden, ist eine Ausführung in Putz sicherer.

Beim Putz sollten Sie mehrlagig arbeiten. Zuerst ein geeigneter Haftgrund (Vorspritzmörtel), darauf ein Unterputz, der die Unebenheiten der Wand ausgleicht.
Dafür eignet sich am besten ein mineralischer Dämm- bzw. Leichtputz.
Die obere Lage muß mit einem Putzgewebe versehen werden.
Darauf können Sie dann den Oberputz Ihrer Wahl aufbringen.
Durch den dämmenden Unterputz erwärmt sich die Oberputzlage schneller; die Gefahr von Tauwasser sinkt.

Vorteil dieser Variante:
Hohlraumfreier, diffusions- und sorptionsoffener Aufbau.

Viele Grüße





Als Elefantenhaut bezeichnet man eine Wasserdichte Vorstreichfarbe, meistens in Blau, die genaue Bezeichnung kenn ich leider auch nicht.
Wird aber in jedem Bad als Untergrund für die Fliesen verwendet. Besten mal einen Fliesenleger fragen.



Elefantenhaut würde hier doch eher Probleme machen ...



Hallo Alexa und Georg,

ich würde ebenso die von Herrn Böttcher beschriebene Putzvariante vorziehen, da ist einfach mit weniger Fehlerquellen zu rechnen.

Nur der Vollständigkeit halber zu den Trockenbauwänden:

- Wenn im Trockenbau gearbeitet werden soll immer im Herstellersystem bleiben, da kann man auch als Laie dann nicht soviel verwechseln. Die Farbgebung der Systemkomponenten dient auch dazu Verwechslungen auszuschließen: Graue Platte => graue Spachtelmasse; grüne Platte => grüne Spachtelmasse ; Abdichtung => knauffblau, aber je nach Hersteller auch in rosa und leuchtend grün zu haben. Die Farbe ist egal :-))) wichtig ist nur zu sehen, dass alle Flächen bearbeitet wurden.

- Mit ganz wenigen Ausnahmen: Immer zu den Metallprofilen greifen! Die verziehen sich nicht auf Dauer und sind schneller und einfacher zu montieren.

- Wenn auf Trockenbauwänden im Feuchtraumbereich gefliest werden soll natürlich zu den (1) feuchtraumgeeigneten Platten (grün) greifen und ggf. mit dem (2) grünen Ausgleichsspachtel glätten. Dann (3) Haftgrund, anschließend wird mit hochflexibler streichfähiger (4) Abdichtung - bei Knauff => blau - behandelt (2x), Rohrdurchgänge mit (5) Dichtmanschetten und Fugen mit (6) Flächendichtband bedacht. Manschetten und Band wieder mit der Abdichtung aus (4) anarbeiten. Dann kann auf Flexkleber gefliest werden. Wartungsfugenausbildung mit Sanitärsilikon.

Um begriffliche Verwechslungen zu vermeiden:

Elefantenhaut ist ein Papier der Firma Zanders und hat an Ihren Wänden wahrlich nichts verloren. Es wird meist zur rustikalen Gestaltung von Speisekarten für Rittermale verwendet ...

Sascha meinte zwar mit dem blauen Anstrich das richtige der Begriff trifft aber wohl eher auf Capaplex von Caparol zu - das Firmenlogo ist ein Elefant und umgangssprachlich wird das Zeug auch als "streichbare Elefantenhaut" o. Ä. bezeichnet und dient dem Farb-/Tapetenschutz.
Dieser ist unter Fliesen nicht einsetzbar, sollte belüftet sein und wäscht sich im übrigen unter Bewässerung im Lauf der Zeit ab ab. Es ist eher eine "farblose", festkörperbildende Kunststoff-Dispersionsfarbe.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



trockene Sandsteinwände verputzen oder Trockenbau? Isolation?



Hallo Alexa,hallo Georg,
Naturstein sollte mit Kalkmörtel verputzt werden, weil er eine ähnliche Zusammensetzung hat wie der Naturstein.

Mit freundlichen Grüßen
Mladen Klepac