Wandaufbau neue Leichtbauwand zum kalten Scheunenteil mit Dämmung

11.02.2010



Hallo liebe Community-Mitgleider.

wir möchten einen Teil der Scheune zu Wohnraum / Hobbyraum ausbauen und in dem Zuge eine grade Wand von beiden Außenwänden ziehen, um den gesamten angrenzenden Wohnraum, der aktuell nicht wirklich zur kalten Scheune hin gedämmt ist zu dämmen und um ein einheitliches Bild vom Scheunenteil zum Wohnraum zu bekommen.

Bitte lasst die Dämmung der Außenwände und des Bodens mal aussen vor.

Da ja Innendämmung immer ein Kompromiss ist würde ich gerne - weils hier ja möglich ist dann "von der kalten Seite her dämmen" die wand kann in Leichtbauweise erstellt, werden, da Sie keinerlei tragende Funktion hat bzw. haben muß.

Als Dämmaterial würde ich wenn möglich Hanf / Stopfhanf oder Hanfmatten verwenden. die neue Wand soll beidseitig mit Lehm verputzt werden.

Ich hätte gerne - wenn möglich - einen einfachen und kostengünstigen Aufbau, den wir selber erstellen können.
Die Wand wird ca. 14 meter lang und 3,50 meter hoch, Deckenbalken sollen sichtbar bleiben, Decke soll von Oben (Dachboden / Heuboden) über dem neuen Wohnbereich gedämmt werden.

welcher Aufbau, welche Beplankung, Dampfbremse ja oder nein, Dämmstoffdicke.... etc..

Hier ein Foto der Scheune. ungefähr an der Stelle an der das Foto geschossen wurde soll die Wand gezogen werden.

Hat hier jemand Vorschläge?

Ich bin auf eure Antworten gespannt

Vielen Dank im Voraus



Trennwand



Was steht denn in der Baugenehmigung?
Ich würde eine massive raumhohe Wand aus Porenbeton vorziehen. Zu lösen ist die Aussteifung der Wand und ihr oberer, brand- und schallschutztechnischer Abschluß.
Dazu eignen sich als aussteifende Querwände ebenfalls Porenbeton, um im Material zu bleiben und als Deckenkonstruktion ein Trockenbausysten mit Gipskarton und Mineralwolle.

Viele Grüße



Wandaufbau neue leichtbauwand



Hallo,

Porenbeton ergibt einen ausgezeichneten Brandschutz.
Alternativ käme eine Leichtmetall-Ständerwand mit Bodenprofil größer 100 mm, Mineralfaserdämmung innen und einer Beplankung aus 2*12,5 mm GKF-Feuerschutzplatten oder äquivalent in Frage.

Grüße



ist das Ihr Ernst?



Porenbeton, Gipskarton und Mineralwolle ????

Im Fachwerk?

Ist das ökologisch?


Gutes Thema: Brandschutz..... bisher sind die Räume brandschutztechnisch glaub nicht bestückt...





Das einzig wirklich ökologisch gebaute Haus war bisher ein Iglu.
Jedenfalls sind die verbauten Stoffe bei richtiger Anwendung unbedenklich.
Die im Haus zu sehenden kalksandsteine, die mit hohem Energieaufwand hergestellt werden und kalium 40 enthalten haben es auch in sich. Trotzdem machen sie vielleicht Sinn.

Grüße vom Niederrhein



okay



vielen Dank für Ihre Antwort

Ich denke mal die Leichtbauvariante wird etwas kostengünstiger werden als die massive, oder? und auch einfacher für uns selbst zu errichten ...

reichen denn hier 100 mm Mineralfaser aus? Glaswolle oder Steinwolle?

ginge hier auch Hanf?



Trennwand



Hallo Schmiddi,
natürlich kann man so eine Trennwand auch im Trockenbau erstellen. Ich hatte mal eine Baustelle, wo wir so eine Wand als Trennwand zwischen einer Bankfiliale und einer anderen Nutzungseinheit gebaut haben.
Ich halte so eine Wohnungstrennwand aber nicht für billiger und für einen Laien leichter zu bauen als eine Porenbetonwand.
Man sollte sich schon mit Trockenbautechniken auskennen, um die vielen Detailpunkte wie Aussteifung, Wand- Boden- und Deckenanschlüsse usw. richtig zu lösen.
Sonst kommt das raus, was hier im Forum oft mit dem Begriff: "Pappwand" recht treffend beschrieben wird.

Viele Grüße



Muß denn diese Porenbetonwand



nicht auch noch gedämmt werden?

Wie sähe so ein Wandaufbau denn genau aus von der warmen zur kalten Seite?

etwa so:

Innen mit Lehmputz
Porenbetonsteine
Mineralfaser zwischen Lattung
Beplankung mit Gipsfaser o.Ä.
Putzuntergrund
Lehmputz

???


Sorry, hab keine Ahnung. der Vorschlag ist wahrscheinlich völliger Quatsch.



sorry



gesagt ist soweit alles - Aber nicht die Gründung vergessen, denn die neue Wand sollte schon auf einem eigenen Fundamentstreifen stehen. Statt Porenbeton würde auch Leichtziegel gehen oder KS, da müßte dann aber eine Wärmedämmung an die Außenseite, wie Schmidi es bereits beschrieben hat. Jedoch ist so eine Wärmedämmung stoßempfimdlicher als eine geputzte 36er Ziegelwand.



die letzte Frage



hat sich mit meiner Antwort überschnitten.
Wenn mann die Wand in entsprechender Stärke ausführt, braucht überhaupt keine Dämmung eingebaut werden. (Wohnraum müsste ohnehin berechnet werden...). Und als Putz würde Kalkputz völlig ausreichen. (weil die Frage nach "kostengünstig?" kam!)



Echt ???



Das geht?

Einfach Porenbetonwand beidseitig Verputzen - fertig? das hört sich gut an :-)

Angrenzender Wohnraum wäre ein Wohnzimmer und ein Arbeitszimmer. Von beiden Räumen aus soll ein Zugang zur Scheune erstellt werden - sprich eine Tür eingebaut werden.

Fundament is klar :-) aber wir hatten eh vor die Steine im Scheunenboden z.T. zu entfernen um das Ganze pferdefreundlicher zu gestalten.

Wie dick müßte denn so eine Wand sein, damit das Schätzchen entsprechend gut im Winter vor Kälte aus der Scheune schützt?



kein Porenbeton! Ein Ständerbau ist immer das einfachste.



Hallo Schmiddi,
die Ratschläge mit Porenbeton in Ihrer schönen Fachwerkremise klingen schrecklich! Das einfachste ist ein Ständerbau. Entweder aus Kantholz, oder, noch billiger, aus 60 mm Dielen als T montiert wie im Bild.
Dazwischen Stopf-Hanf-Dämmwolle und beidseitig Lehm oder was sonst gewünscht ist - notfalls Gipsplatten. Eine sehr einfache Variante wäre: 22 mm - Holzweichfaserplatten verleimt und mit einem Hanf-Lehm-Haftputz grundiert (4 mm). Abschließend einen 2 mm - Lehm-Feinputz fertig. Preiswerter und besser geht es nicht.



Trennwand



Wie dick die Wand wird, müsste in der Baugenehmigung stehen, ich denke aber mit 300 mm sollte man hinkommen.
365 mm wäre natürlich besser.
Eine Tür zum Stall verkompliziert die Sache, es sollte ein Flur eingebaut werden, von dem man in den Stall kommt. Diese Außentür würe ich als Feuerschutztür ausbilden. Der Flur dient als thermische und olfaktorische Trennung zu den Aufenthaltsräumen; hier kann man die Gummistiefel gegen Hausschuhe tauschen.

Viele Grüße



Trennwand



Genau das meinte ich mit "Pappwand".
Ungenügende Schalldämmung, katastropale Brandsicherheit, noch nicht mal einbruchsicher und Pferdeurinresistent. Ob das billiger ist als die vorgeschlagene Lösung, wage ich zu bezweifeln.

Viele Grüße



Pappwand...



Hallo!

Den Vorschlag von Herrn Nowotny kann ich nur unterstützen, auch wenn manch einer "Pappwand" schimpft.

Ich denke in Sachen Wärme- / Schalldämmung und Brandschutz genügt dieser Aufbau den Ansprüchen. Die potentiellen Einbrecher würden wahrscheinlich auch eher durch die Tür kommen als durch die Wand, oder?!

Gruß

Marc K.



Trennwand



Sagen Sie das mal einem Pferd, wenn es anfängt auszukeilen!
Mit Einbruchsicherheit von Trockenbauwänden habe ich mich mal befassen müssen.
Durch den vorgeschlagenen Aufbau kommt ein eifriger junger Werktätiger mit einem Cuttermesser und einer Stichsäge in 10 min.
Wie gesagt, auch Trockenbausysteme halte ich für machbar.
Allerdings vermute ich, das sie, richtig gebaut, teurer als eine Porenbetonwand sind und die handwerklichen Fähigkeiten eines Laien leicht übersteigen können.

Viele Grüße





Hallo,

schöner Aspekt der mit der Einbruchsicherheit.
Es gibt übrigens aramidverstärkte Furnierschichtholzplatten, die für den Leichtbau im Bootsbau entwickelt wurden, man kann damit schon einmal eine Schäre rammen, ohne dass etwas passiert. Das sind Kohlefasermatten, in denen jede Säge einfach steckenleibt und auch die Kalaschnikow nicht weit kommt. Das auskeilende Pferd hätte auch seinen Spaß, ohne sich aber, wie an einer Mauer, zu verletzen. Einsatz als erste lage in der Beplankung würde reichen.

Wenn Sie sich dann das schöne Bild von Herrn Novotny in Metall vorstellen, könnte es was werden.
Die alternative Pappwand, leicht, feuerbeständig und Pferdeabweisend, einbruchsicher wäre in meinen Augen eine Metallwand aus kaltverformten Boden- und Wandprofilen.
Die Verbindungen macht man mit selbstschneidenden Schrauben oder mit einer Nietzange ganz einfach selber.
Gebrauchsanweisungen gibt es hier: www.stahl-info.de
Dokumentation 591 bestellen.
Brandschutz nur mit mindestens 100er Steinwolleplatte Thermarock gewähleistet !

Eine Leichtbetonwand würde ich mit dem Elektro-Fuchsschwanz durchsägen, eine 36er-Wand mit dem hoffentlich bereitgestellten Traktor einreißen. Für die 25er Schwerbetonwand braucht es dann schon mindestens einen Hydraulik-Felsmeißel. Wo ein Wille ist auch ein (krimineller) Weg.
Soviel zur Einbruchsicherheit von Mauerwerk.

Grüße vom Niederrhein



Trennwand...



So ein Schauspiel würde ich ja zu gern mitbekommen: ein Einbrecher, der sich mit einem Messer durch die Trockenbauwand arbeitet! Mineralwolle würde ihm zumindest teilweise den Spaß verderben!

Das diese Trockenbau-Konstruktion nicht günstiger wäre als eine Porenbetonwand mag wohl stimmen, letztendlich geht es aber doch um Qualität.

Grundsätzlich glaube ich auch, dass für "handwerkliche Laien" Trockenbauarbeiten einfacher umzusetzen sind als Maurer- und Putzerarbeiten.

@ Schmiddi: Wären die Pferde denn in unmittelbarer Nähe zu dieser Wand?

Gruß

Marc K.



Hallo zusammen !!



Wow, so viele Antworten! Vielen Dank.

Die Pferde werden natürlich nicht in der ganzen Scheune frei rumlaufen und keinen direkten Kontakt zu dieser Wand haben.

Und Einbrecher:

Das Haus steht in einem kleinen Beschaulichen Ort...umgeben von Landwirtschaftlichen Betrieben und alten Resthöfen. ca. 150 Einwohner :-)
Da ist seit Ewigkeiten kein Einbruch mehr gemeldet worden.

Wenn das Haus jetzt im Ruhrgebiet stehen würde... würde ich mir mehr Gedanken um Einbruchsicherheit machen...

Nun ja, ohne Fachmann und ausführlicher Vor-Ort-Beratung werden wir eh nichts alleine machen.
Ich Suche hier lediglich nach Ideen/Anregungen und "don'ts" um den netten Handwerkern und Fachmännern im Zweifel etwas auf den Zahn fühlen zu können!


und an Herrn Nowotny :

Ihr Vorschlag gefällt mir. Diesbezüglich werd ich mich sicher in den kommenden Wochen mal bei Ihnen melden. Vielen Dank auch für das anschauliche Foto!

da hier jetzt mehrfach von teurer und günstiger die Rede war frag ich mal ganz frech :-)

in welchem Preisbereich liegt denn so eine Wand bei 14 meter x ca 3,50 meter höhe? nur so als grobe Richtung?



Statik



Hallo Leute,

die Vorschläge die Wand als Massivwand auszuführen halte ich für lebensgefährlich. Eine Wand von 14m Länge und 3,50m Breite kann nicht ohne fachgerechte Gründung, Austseifungstützen und Ringbalken ausgeführt werden.
Ich würde eine Holzständerwand, d=14cm KVH, wählen.
Auf der warmen Seite zur Aussteifung eine 22mm dicke Beplankung mit OSB-Platten und darauf Gipsfaserplatten.
Dämmung zwischen den Holzstützen mit Zellulose.
Außenseitig Hözfaserplatten.
Die Wand sollte keine Belastung aus der Decke erhalten.

Fritz



Trennwand



An Friedrich Knoll:
Ich habe es schon x- mal hier geschrieben: auch eine Trockenbauwand geht, aber ich glaube sie ist für einen Heimwerker komplizierter und teurer.

Das eine Massivwand von 14 m Länge lebensgefährlich sein soll, ist ziemlicher Schwachsinn (obwohl ich heute Schlimmeres lesen mußte)
Ich hatte in meinem Eingangsbeitrag darauf hingewiesen, das das Problem der Aussteifung durch Querwände zu lösen sei.
Weiteres steht dazu in der DIN 1053.
Das eine gemauerte Wand gegründet werden muß, das weiß mittlerweile auch jeder Laie. Deshalb ist sie nicht lebensgefährlich.

Ein Ringbalken ist überflüssig.
Ringbalken werden eingesetzt, um waagerechte Kräfte, z.B. Windlasten, von der Wand zu entkoppeln.

Falls Sie Ringanker meinen sollten (Laien verwechseln diese beiden Bauteile oft miteinander) auch der ist hier überflüssig. Ringanker sind Teil einer massiven Geschoßdecke bzw. eines Dachtragwerkes, sie sollen die Scheibenwirkung dieser Bauteile sichern.
Eingesetzt werden sie bei Bauten, die
- mehr als zwei Vollgeschosse haben,
- länger als 18 m sind,
- bei Wänden mit vielen und besonders großen Öffnungen,
- wenn die Baugrundverhältnisse es erfordern.
Ich glaube nicht, das dies hier zutrifft.

Übrigens: Eine 14 m lange Trockenbauwand kann auch umkippen.
Und ob sie einfach auf welliges Ziegelpflaster gestellt werden kann wage ich auch zu bezweifeln.
Was halten Sie eigentlich vom Brandschutz und vom Schallschutz?

Viele Grüße



soll



denn hier nun quer (traufe/Traufe) oder längs (giebel/Giebel) getrennt werden ? Die Aussage bisher war doch von Außenwand zu Außenwand und das Foto zeigte doch mehr den Querschnitt. Aber auch längs wäre es kein Problem, zumal ja sicher eine aussteifende Wand nicht abwegig wäre. Eine Trockenbauwand wäre nach meiner Meinung aufgrund der Deckendurchführung etwas schwieriger, denn wie soll das Geschoßwerk oberdrüber aufgeteilt werden? Abenso als Stall/Scheune zu Wohnraum oder bleibt das OG leer ?



also,



die Wand soll von Traufe zu Traufe gezogen werden.
es wird zwei Querwände (Flur in die Scheune) relativ mittig geben.
Oben drüber soll zu einem späteren Zeitpunkt, sprich wenn alle wichtigen Gewerke fertig sind, ein großer Hobbyraum ausgebaut werden.
Das sollte doch nicht allzu schwierig sein.
Die neu einzuziehende Wand wird im übrigen scheunenseitig über die ersten 4 meter vor / an eine bestehende Wohnraumwand gesetzt, die derzeit nicht wirklich gedämmt ist...


Danke nochmals für Eure Vorschläge



dann



wäre die Annahme von Friedrich Knoll ja geklärt und gegen eine massive Wand nichts mehr einzuwenden. Als gelernter Maurer würde ich es wohl so machen, wobei Porenbeton und Einbruchschutz - Handsäge ! - ja auch nicht funktioniert.