Sanierung einer tragenden Fachwerkwand

12.08.2008



Hallo,

besitze seit einem halben Jahr ein haus von 1811. Es sind alle möglichen Bauweisen von Wänden vorhanden.. Lehmziegel, Klinker, Bims, KS und auch eine Fachwerkwand, die wohl die "älteste" ist. Diese war / ist noch teilweise verputzt.

AN den offenen stellen sieht man, das ein Teil der Fachung "rauskippt", ein Teil mit Lehmziegeln noch ganz ok aussieht, und einige Bereiche schon leer oder mit Schilf und Lehm ausgefacht sind.

Es handelt sich nur im oberen Bereich um eine AUßenwand (Giebel), ca 8 mal 1,5 Meter, der Rest bildet die Trennwand zwischen Anbeu (Scheune / Stall) und Haupthaus.

Eine Seite ist innen mit 24er Bimssteinen verblendet, 3 cm Luftschicht.

Die andere Seite ist noch komplett frei zugänglich. Die Balken sehen leider teilweise besch. aus, mit Holzwurmlöchern, die aber schon sehr alt sind.

An dieser Wand hängt allerdings auch meine 1 Jahr alte Brennwerttherme etc, ich komme also nur an die wirklichen schlimmen Bereiche ran.

Diese Wand soll verschalt werden, auch mit Bims oder KS, sodass die Installationen verschwinden.

Die Frage ist: Es handelt sich ja um eine tragende wand - wie saniere ich die am besten ? Muss ich neu ausfachen ? Sollte ich ev, da ich "nie wieder an die Wand rankomme", statisch alles umleiten durch Stahlträger o.ä. ? Die Wand hält den gesammten Dachstuhl des Haupthauses, zumindest eine der 4 "Seiten"



Leider...



... mal wieder eine häufig angetroffene Situation, wenn ohne Planung gearbeitet wird:
Neue teure Teile (Heizung, Innenausbau, Installation etc.) werden eingebaut, und erst später merkt man, an was man das ganze eigentlich befestigt hat ...

Was kann man nun tun ?

Zuerst mal "planen":
- erst mal an die Wand richtig drankommen, um zu untersuchen

- Schäden an Holz und Gefach qualifiziert feststellen und Umfang ermitteln (fachwerkerfahrener Zimmermann oder Architekt/Ingenieur)

- Überprüfen, welche Hölzer repariert werden müssen. Instandsetzung mit echten Holzverbindungen planen (Baumarktwinkel halten vielleicht 5 Jahre)

- Festlegen, welche Gefache erneuert werden müssen. Manchmal können lose Gefache auch stabilisiert werden.

- Überlegen, die Bimswand rauszunehmen, da der Schaden sonst immer größer wird (Stichwort Luftschicht/Kondensat)

- Im Bereich der Heizung: temporäre Aufhängung für Reparaturphase planen, alles unnötige ggfs. abklemmen.

- Innenverkleidung: Suche im Forum nach Innendämmung. Dann fällt Bims, KS, Gipskarton etc. mit Luftschicht ohnehin weg.

Viel Erfolg!

Marc Sattel



Sry ev falsch ausgedrückt - es ist eine tragende Zwischenwand, bis auf ganz oben



Zur Luftschicht / Kondensat: es handelt sich um eine Innenwand, wo kommt da das Kondensat her ? Verkleiden muss ich die Wand definitiv. Es geht nicht im Innendämmung, sondern eine reine "Verblendung" da die Wand voller Installationen hängt. Ich möchte nur die "Statik" sichern.

Die Bimswand ist erst vor kurzem fertig gestellt und stellt das Esszimmer dar.. kann und soll also nicht weg...

Nur ganz oben wird die Wand zur Außenwand, di eist mit zinkblechen Verkleidet (ca 70 cm hoch)



Fachmann



Holen Sie sich einen Fachwerkerfahrenen Zimmermann der die defekten Balken austauscht. und, Marc Sattel hat natürlich recht. Gute Planung (bzw. ein guter Planer) spart im nachhinein viel Geld. Im Fachwerkbereich sollte nur mit kapillar gut leitfähigen Baustoffen gearbeitet werden. Also z.B. mit Lehmsteinen oder evtl. mit weich gebrannten Ziegelsteinen mit einem reinem Kalkmörtel vermauert.
Gruß vom Edersee