Welcher Stein für nichttragende Wand?

08.02.2008



Werte Gemeinde,
wir spielen wieder das beliebete Spiel "Neuer Bauabschnitt-Neue Frage".
Zwischen Küche und Flur müssen wir eine neue Wand erstellen. Die Wand ist nicht tragend, allerdings hat auf der alten Wand die Balkenlage des Fußbodens der ersten Etage gelegen. Seitdem die Wand weg ist, schwingt der Boden deutlich mehr, wir haben sicherheitshalber punktuell mit Baustützen abgestützt. Diese quasi halbtragende Funkiton soll die Wand auch wieder übernehmen. Ein bewehrtes betonfundamnet habe ich heute gegossen. die Küche wird über eine Wandheizung beheizt, der Flur wegen ganz geringer Außenwandfläche kaum. Welche Steine sollte ich für die Wand nehmen? Die Wand wird noch verkleidet, wahrscheinlich mit Putz, und muß evtl. eine Konstruktion für eine Schiebetür halten können. Kalksandstein? Wird der Temperaturunterschied vielleicht ein Problem? Ich würde die Wand gerne selber mauern, auch, wenn ich das noch nie gemacht habe. Ich kann lediglich ein Zuschaupraktikum bei unserem leider verstorbenne Maurer vorweisen, aber bei vier Metern Länge und ca. 2,50 Metern Höhe kann ich das doch mal probieren, oder?
Danke mal wieder, hier wird es übrigens grade Frühling!!
Mario Albrecht



Auweia,



bei alten Häusern sind halbsteinige Wände durchaus als tragende Wände eingesetzt. Ich würd das mal als bodenlosen Leichtsinn bezeichnen, eine Wand aus einem Altbau zu reissen, ohne mich vorab über die Statik informiert zu haben. Umbaumassnahmen mit Eingriff in die Statik sind in der Regel genehmigungspflichtig. Und wenn die neue Wand ebenfalls tragende Funktion hat, muss ein statischer Nachweis erfolgen. Halbtragende Wände gibt´s nicht.
Immer wieder verblüffend, wie sich die Leute in Lebensgefahr bringen.
Sorgenvolle Grüße
dasMaurer



Hört sich doch nicht soooo schlimm an...



ich kenn wenige, die überhaupt an Baustützen denken. Ich hoffe mal, die Geschichte mit "keine tragende Wand" hat euch nicht der Nachbar erzählt. Wenn es von einem versierten "Baumensch" kommt, sollte es schon passen. Fachwerkhäuser sind gutmütig. Geben etwas nach (aber natürlich alles in seine Grenzen) und dann finden sie wieder eine stabile Lage. Im Innenbereich für druckfeste Mauern Vollziegel mit Kalkzementmörtel. Ich weiß, ich bekomm jetzt Schläge, aber die Kollegen mal bitte tief durchatmen.
Hol dir trotzdem jemanden, der sich etwas damit auskennt.

Gruß Patrick.



Männers,



jetzt macht mal halblang.
Die alte Wand hat direkt auf den Fliesen gestanden, die ihrerseits auf dem angefüllten, durchweichten Lehmboden gelegen haben. Der ganze Flur ist mittig um 10 cm abgesackt gewesen. Da fasele mir keiner was von tragender Wand. Das Haus ist ein Vier-Ständer-Haus, und die besagte Wand ist mit 100%iger Sicherheit nachträglich eingebaut worden. Also, bitte die Beruhigungstropfen wieder zur Seite legen, wir haben einen Statiker, der uns zur Seite steht, und ich selber bin auch nicht ganz unbeleckt und verfüge über einen funktionierenden Kopf.
Jetzt bitte ich um Vorschläge. Danke.
Mario Albrecht



Wand



welche Steine ?
nicht so wichtig.
Wichtiger ist die Frage der vernünftigen Konstruktion, also danach, wie diese Wand gehalten wird. Ein freistehendes Schlabbergebilde fällt vielleicht schon beim nächsten lauten Knall einfach um, wahrscheinlich aber beim nächsten kleinen Erdbeben, oder wenn ein angeheiterter Gast mit dem dicken Hintern dagegen stößt.
Also: Zunächst mit einem 12er Balken eine Art Fundament schaffen, Pappe aufnageln und Steine in Kalkzementmörtel MG II setzen.
Die Wahl der Steine hängt von Ihren Anforderungen ab:
Soll ein Minimum an Schallschutz gewährleistet sein ?
Wie hoch darf der Druck unterhalb des neuen Holzfundamentes werden?
Je nach Antwort Steine aussuchen, schwere für mehr Schallschutz, leichte für weniger.
Da es für halbsteinige Wände (11,5 cm) keine Ringanker gibt, sollte man die Lagerfugen oben und unten mit Grip-Grip verstärken, das ist ein Fasergewebe, mit dem Mauerwerk armiert werden kann.
Die Stöße zu angrenzenden Wänden mit Stumpfstoßverbindern ausführen.
Als oberen Abschluß der Wand eine Bohle oder ein Kantholz verwenden und mit den alten Balken verkeilen, damit die Wand Auflast bekommt.

Grüße



Für den Anfang:



eine Hilfswand aus Verlegeplatten als eine Art Anschlag für die Ziegel bauen. Folie drauf getackert, dass auch nichts anpappt. Damit bekommt man auch als Anfänger eine 12er Wand zügig gerade hin. Natürlich nur wenn die Verlegeplattenwand gerade und eingermaßen stabil ist.

Gruß Marko



Innenwand



Oder Sie machen es wie alle anderen.
Sie ziehen einen senkrechten Strich (eine angeschraubte Dachlatte tut es auch) als Anschlag auf die beiden Wände, markieren die Lagerfugen neben dem Anschlagstrich, beginnen die Stumpfstoßverbinder in Lagerfugenhöhe einzusetzen und können dann beginnen, rechts und links hochzumauern.
Vorher den Putz am Stoß entfernen!
Dazwischen spannen Sie eine Schnur.

Viel Grüße



Dank Euch



für die Hinweise.
Nur eine Frage noch an Herrn Beckmann:
wir haben ein bewehrtes Betonfundament gegossen, warum sollen wir dann ein 12er Kantholz unterlegen?
Ich wollte auf das Fundament eine Sperrbahn legen, und dann, mit Herrn Böttchers hilfreichen Tipps, hochmauern.
Das sollte doch genügen, oder?
Schöne Woche, mein Beileid nach Dortmund ;-)

Mario Albrecht



Fundament



Genau, reicht, ich hatte es in Ihrem ersten Beitrag überlesen.

Grüße



Ende der Woche



geht´s los mit meinen ersten Maureschritten.
Ich werde Eure Tipps beherzigen, und Gnade Euch Gott, wenn das nicht fluppt :-)!!
Danke nochmal, und viele Grüße,
Mario