Tragschale hinter Fachwerkwand

19.03.2009



Hallo,
habe einen alten Stall erworben und möchte diesen zu einem Wohnhaus ausbauen.
EG: Mauerwerk ca. 40 cm stark.
OG: Fachwerk ca. 12 cm
Im EG ist die Raumhöhe OK ca. 2,50m. Im OG liegt diese bei ca. 2,0m. Das ist mir ein bisschen wenig. Da kam mir eine Idee: Hinter die Fachwerkaußenwand eine 2.Wand zu setzen und diese zum Lastabtrag einer neuen Decke zu benutzen.
Die neue Decke sollte dann ca. 50 cm höher liegen als die vorhandene.
Hatte jemand schon mal ähnliche Sorgen und hat es ähnlich realisiert ? Kann ich Probleme mit der Bauphysik bekommen ?
Welche Baumaterialien könnte ich verwenden. Lehmziegel als tragende Wand könnten doch funktionieren ...
Ich freue mich auf Eure Antworten.



Lehmziegel als tragende Wand ....



... da habe ich große Bedenken. Wenn, dann müßten die schon gebrannt sein.

Grüße, Frank



Tragende Lehmwand



Hallo Frank,

habe irgendwo gelesen, dass man auch tragende Wände aus Lehm, bzw Lehmziegel bauen kann.
Ich weiß nur nicht mehr wo ich diese Info aufgeschnappt habe.
Grüße Andreas



Tragende Wand



Als tragende Konstruktion, eine Holzkonstruktion,vorallem wenn die Raumhöhe erhöht werden soll.
Das Rähm dient als Auflager für Balken vorallem wenn die Raumhöhe erhöht werden soll.
Aber hier gibt es mehere Lösungen, ist aber einfacher vor Ort zu beurteilen.

Bedenken Sie aber den Raumverlust bei einer Erhöhung der Decke um 50 cm (als Beispiel: 45°Dachneigung, 50cm Höhe, Wandstärke 50cm),wenn nach dem OG gleich der Dachstuhl kommt.

Grüsse Thomas



Tragende Lehmwand



Grundsätzlich kann man eine tragende Lehmwand aus Adobe aber auch aus Stampflehm herstellen.
Bei einem Geschoß bedarf es außer für Druckfestigkeit und Schwindmaß keiner weiteren Nachweise für das Material.
Die Änderung selber ist ein erheblicher Eingriff in die Struktur eines Gebäudes, über deren Sinn man streiten kann. Es gibt sicher einfachere und billigere Lösungen für das Problem.
Eins ist klar: Das ist nichts für Heimwerker!

Viele Grüße



Lasten spazieren führen



Hallo Andi,

vor den Gedanken an die Bauphysik oder den Denkmalschutz stehen jene an die Statik. Wenn Du eine Wand innen vor die Fachwerkwand in 50 cm Abstand stellen willst: Worauf steht die dann? Auf den Balken und der Füllung? Das ist nicht gut.

Also: Wie schon vorgeschlagen eine Holzkonstruktion könnte gehen. Aber: Die Deckenbalken herausnehmen und einfach 50 cm höher setzen ist nicht ganz so einfach, das ist schon ein enormer Eingriff in die Tragstruktur des Hauses. Auch zu Bedenken: Beim Einsatz der Holzkonstruktion wird die Dachlast nicht mehr vertikal in die gemauerte Erdgeschosswand geleitet, sondern zunächst über die Deckenbalken "spazieren geführt". Auch nicht gut.

Vorschlag: Zimmermann konsultieren und dessen Vorschlag vom Statiker absegnen lassen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Was hast du für ein Dach?



meistens sind doch die Dachbalken in die Deckenbalken des Og eingezapft



Eine ganz andere Frage...



... stellt sich da:

Wenn die Decke über dem OG 50 cm höher liegen soll, was passiert mit dem Dach ???

Dann liegt ja die Traufe im Bereich unterhalb Zimmerdecke (= schräge Ecke zwischen Wand und Decke) - oder gibt es einen Kniestock im DG ?

In jedem Fall wäre es ein ganz erheblicher Eingriff in das Tragwerk eines Hauses, wenn die Decke in Höhe der Traufe (Dachbalken = Deckenbalken unterm Dachgeschoß in Höhe der Sparrenauflagerung) abgebrochen werden. Dann rutscht dir nämlich die ganze Hütte weg, egal welche Tragwand die neue Decke 50 cm höher tragen soll, die ist dann nicht mehr nötig.

Nachdenkliche Grüße aus der Pfalz



Bilder wären nicht schlecht,



dass man sich eher ein Bild machen kann wie's aussieht.

Ansonsten, wie herr Kornmayer schon geschrieben hat, Zimmermann und Statiker konsultieren.

Grüsse Thomas



@ H Sattel



so meinte ich das auch,bloß beim Satteldach kann das ja nichtmal durch wegnehmen des Daches realisiert werden.Ich frage mich wie sich das der Fragesteller überhaupt vorgestellt hat,auch zwecks Unterzug(zügen)(Aufdoppeln mit Gewindestangen und Buldogscheiben??)
kann ich nicht nachvollziehen



Es sei denn,



es handelt sich um eine vorhandene Kehlbalkendecke oder Zangenlage.
Was sich aber mit der gewünschten Tragwand wiederum nicht vereinbaren lässt.
Einfach noch zu wenig Info um einen konkreten Vorschlag, als Anregung für Zimmerer und Statiker, machen zu können.

Grüsse Thomas