Kaminbau, Frage zur Statik, Hält der Boden das aus? Realisierung?

29.01.2008



Hallo miteinander,

möchte mir einen Kamineinsatz (Stilkamin) setzen und diesen mit Schamott ummauern. Das Konstrukt wird ca. 1 Tonne auf die Waage bringen. Wir befinden uns im 1. Stock. Gebäude Bj.1903, Parkettboden, darunter Holzbalkenkonstruktion. Ich muss ca. 70 cm auf 100 cm von der Wand wegmauern. Die Balken verlaufen quer, so dass mein Kaminofen ca. in der Mitte von den Balken des Bodens stehen wird. Natürlich werde ich noch nen Statiker fragen. Aber ich möchte auch hier diese Frage stellen, um schon eine Ahnung zu haben. Ich denke mal, dass dies statisch so ein Problem ist. Hat jemand Erfahrung, wie man dies lösen könnte- z.B. Querbalken/ Träger setzen,... Auf dem Bild kann man die Wand mit dem Kaminloch sehen, wo das Ganze hin soll. Hoffe mal, dass mir hier jemand ein bisschen zur Seite stehen kann. Vielen Dank!
mg



So soll es ungefähr aussehen (Beispielbild)



Nicht ganz so breit wie auf dem Bild, aber diese Richtung.



Eine



Holzbalkendecke wird heute mit einer Verkehrslast von 2 kN/m² gerechnet (alte Decken schaffen das nicht immer). Der Kamin wird 10 kN auf 0,7 m² bringen. Es ist also leicht erkennbar, dass das nicht funktionieren kann. Die Lösung muss vor Ort gefunden werden. Dass können Unterzüge (Stahlträger), Verstärkung der Decke, oder auch Stützungen bis in die Fundamentebene sein, je nach Situation vor Ort.



Nun,



so´n Klotz braucht schon was Stabiles, wo er draufsteht. Wenn das gute Stück in einer Raumecke steht, wäre ein diagonal gelegter Träger, der die Last direkt in die Wand bringt, eine Möglichkeit. Funktioniert aber nur bei ausreichender Tragfähigkeit der Wände. Ansonsten kann ich nur meinem Vorschreiber zustimmen. Es könnte sonst passieren, dass die Feuerstelle auf einmal im Keller ist. Und dann das ganze Feuerholz vom 1. Stock in den Keller schleppen?? Echt lästig ;-))).
MfG
dasMaurer





Hallo,
danke für die Antworten.
Stimmt, Holz in den Keller zum Heizen, nicht gut :-)
Es kommt ja noch ein Statiker! Vielleicht kann ich ein oder zwei T-Träger einziehen- werde dann berichten. Müsste dann ja den Schiffsgrät Parkett teilweise freilegen, da ist die Frage, ob ich das erstens schaffe ohne ihn zu demolieren und zweitens nachher wieder zusammen zu basteln. Habe da keine Erfahrung.Weiss da jemand bescheid?
Gruss
Martina





Ich habe noch eine Idee. Auf dem Bild kann man ja links unterhalb vom Kaminloch einen zugemauerten Durchgang erkennen.
Ich könnte den Kamin doch mittig auf diese Wand stellen, so dass die eine Hälfte im einem Zimmer und die andere Hälfte im anderen Zimmer steht. Das ganze auf einer Stahlplatte oder ähnlichem, so dass die Hauptlast auf die Mauer zwischen den Zimmern geht. Die Wand darunter ist übrigens ca. 15 cm dick und steht auf dem Kellerfundament. Das müßte doch statisch zu realisieren sein, oder?
mg



15 cm



ist eigentlich keine gängige Wandstärke, es wird sich wohl um die Gesamtstärke incl. Putz handeln, somit also eine halbsteinige Wand von 11,5 oder 12,5 cm sein. Halbsteinige Wände als tragende Bauteile bedürfen des statischen Nachweises, also Experten konsultieren. Aber klappen könnte es.
MfG
dasMaurer





Ja, das ist die Wandstärke inkl. Putz. Was bedeutet halbsteinige Wand? Die Trennwände haben bei uns immer folgenden Aufbau. Holzbalken ca. 11 cm mit Ziegelsteinen aufgemauert. So wie auf dem Bild. Klaro werde ich noch den Statiker befragen, aber rein gefühlsmässig denke ich auch, dass mein Vorhaben so klappen müsste. Nicht nur das die Mauer die Kraft aufnehmen kann- die Last wird sogar zusätzlich auf mehr Balken (aus zwei Zimmern) verteilt. Falls sich noch jemand dazu äußern möchte, freue ich mich darüber. Ansonsten werde ich bei Gelegenheit über den Fortgang berichten.

Gruss
mg



Halbsteinig



bedeutet genau das. Ein ganzer Stein ist 24 oder 25 cm lang, je nach Zeit. Und ein halber Stein ist (ein Stein minus Fuge) durch 2.
MfG
dasMaurer





Hallo Martina,

wenn auch die Zwischenwände Fachwerkwände sind wird das kein leichtes Unterfangen. Ist das darunter liegende Geschoss in euerem "Verfügungsbereich", kann vielleicht die Decke von unten ertüchtigt werden.
Lass doch mal hören, was der Statiker gesagt hat.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer