Feuchtigkeitsflecken an den Wänden

08.01.2011



Hallo zusammen,

wir haben ein Haus aus den 20er Jahren.

Aufbau:
Keller (halbunterkellert)
EG / Ziegelsteine /
Obergeschoss / Trempel von einem Meter aus Ziegelsteine, allerdings dünnerer Wandaufbau als das Untergeschoss / dann Dachschräge von ca 2 Meter
Spitzboden

Dachisolierung: es wurden mal Styrodurplatten reingehauen. Teilweise liegen diese Platten auf der Innenverkleidung der Dachschrägen.

Unter der Raufasertapete hat der Vorbesitzer in eingen Räumen eine dünne Schicht Styropor aufgeklebt. diese klebt auch unter der Tapete der Dachschrägen.

Wir haben neue Kunststofffenster eingebaut + Zentralheizung

Nun tritt folgendes Phänomen auf (in allen Räumen - auch dort wo kein Styropor unter der Tapete ist):

Sobald irgendetwas im Raum an einer Aussenwand (also Trempel oder Giebelwand) liegt, wird die Wand an dieser sofort feucht. Der Tochter ist zB zuletzt ein Heft hinter ihren Schreibtisch gertutscht. Nach 2 Tagen (als sie es für die Schule gebraucht und gesucht/gefunden hat) hat sie mich gerufen und den feuchten Fleck gezeigt.

Wir hatten anfänglich ein falsches Lüftverhalten und im EG ein kleines Schimmelproblem. Das haben wir nun durch Änderung des Verhaltens insg. im Griff. Lüften tun wir 2x mal am Tag (Stoßlüftung)

Für mich stellt sich die Frage, warum hier die gemauerten Wände so schnell feucht werden. Liegt etwas länger an der Wand, dann schimmelts natürlich...

Ich schaue mittlerweile täglich die Kinderzimmer durch, ob nicht Sachen an der Wand liegen. Auch sorgen wir mittlerweile für genügend Abstand von Möbelstücke an den Aussenwänden.





Da sind wohl die Wandoberflächen zu kalt und der Wasserdampf aus der Raumluft kondensiert darauf.

Grüße aus Schönebeck





Hallo,

würde sowas für Abhilfe am Mauerwerk schaffen?

http://www.wohnklimaplatte.de/

Die Dachisolierung wollen wir übrigens dieses Jahr angehen.





Meiner Meinung nach das derzeit beste Produkt auf dem Markt.

Aber der Teufel steckt bei der Verarbeitung, wie so oft, im Detail.



Grüße aus Schönebeck





hallo Markus,

wie hoch liegt bei Euch
- die relative Luftfeuchtigkeit?
- Raumtemperatur
- Wandoberflächentemperatur(en)

- diese morgens und abends

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer





Hallo,

Durch das regelmäßige Lüften halten wir die Luftfeuchtigkeit zwischen 55 - 65 Prozent

Den Rest muss ich mal genauer messen.

was ich so im Überblick/Erinnerung habe:
Raumtemperatur 2 Kinderzimmer: 18 - 19 Grad - Nachts ein bisschen kälter 15 - 17 Grad.
Raumtemperatur unser Schlafzimmer 12 - 15 Grad (Heizung ist immer aus.

Im EG haben wir ca 20 Grad. Da gibts keine Probleme

Wandoberflächentemperatur = ?? kann ich nicht messen. Sind aber recht kalt.



Mehr heizen und mehr Lüften



Hallo Markus,

du schreibst der Drempel ist dünner gemauert als das Mauerwerk unten und es gibt neue Kunststofffenster im Haus. Bei den genannten Raumtemperaturen – gerade jene aus der Nacht - ist zu erahnen, dass die Wände bei niedrigen Außentemperaturen auskühlen.
Feuchtigkeit aus der Luft wird sich in den kalten Wandbereichen niederschlagen, gerade im Schlafzimmer (12°C min) ist damit zu rechnen, dass die Wandbereiche deutlich kälter sind.

Erschwerend kommt hinzu, dass möglicherweise die deutlich wärmere Luft aus dem Erdgeschoss aufsteigt und partiell in die Räume gelangt. Warme Luft kann deutlich mehr Luftfeuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft, der Vorgang der Kondensatbildung kann hier verstärkt werden.

Auch der Einbau der neuen Fenster kann so etwas verstärken. Feuchtigkeitsprobleme nach einem Fensterneueinbau sind immer wieder vorzufinden. Zum einen sind die neuen Fenster luftdichter als die alten Fenster und ein – wenn auch geringer - Luftaustausch kommt ganz zum erliegen, zum anderen sind die nun thermisch auf dem letzten technischen Stand ausgerüsteten Fenster hinsichtlich ihres Wärmedurchgangs oft besser als die Altbauwand. Die Wand wird nun zum schwächsten Bauteil und am kondensatanfälligsten.
Das Schimmelproblem im EG wurde durch eine Änderung am Lüftungsverhalten beseitigt. Gleiches würde ich zunächst in den Kinderzimmern und im Schlafzimmer versuchen.

Beim normalen Lüften ist stets darauf zu achten, dass die Temperatur der Außenluft kühler ist als die Oberflächentemperatur der Innenwände. Im Winter kein Problem denn besonders in Zeiten mit niedrigen Außentemperaturen ist das Lüften ganz besonders wirksam, da die kalte Luft - die eben gerade wenig Feuchtigkeit enthält - beim "einströmen" an den Oberflächen erwärmt wird. Hierbei sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, die Luft wird „trockener“ und gerade jetzt erst richtig aufnahmefähig für die abzutransportierende Feuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt nun wieder an, bis auf etwa 70%, dann ist die normale Aufnahme weitgehend erschöpft, ein erneutes Lüften ist nötig. Je niedriger die Außentemperatur ist, um so effektiver erweist sich die Lüftung.
Der Trick beim Lüften ist aber nicht die einmalige Stoßlüftung, sondern die mehrmalige. Am wirksamsten ist eine kurze Stoßlüftung, bzw. bei höherem Feuchtegehalt mehrere, denn der Abtransport, der von der ausgewechselten Luft aufgenommenen Feuchtigkeit, geschieht immer erst mit der nächsten Stoßlüftung. Sie sollten das Schlafzimmer tagsüber mit heizen. Besorgen Sie sich ein/mehrere Hygrometer, die gibt es auch für kleines Geld und halten die Luftfeuchtigkeit im Auge. Halten Sie diese möglichst deutlich unter 55%.

Bevor man über eine Bauteilertüchtigung an Drempel / Dach etwas sagen kann muss der genaue Aufbau bekannt sein. Bilder helfen.

Wo steht das Haus in der Pfalz?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,

das mit dem Lüften nach dem Lüften hört sich logisch an. Ich werde es mal probieren. Behalte das Thema mal für eine Woche unter Beobachtung.

Erfolg heute:

Heute morgen 71%, nach dem ersten Lüften 66% nun 59%.

Das Haus steht in der Nähe von Dannstadt





Schade, da war ich neulich in der Nähe. 71 % Ist viel. Bis ein Teil der bereits ausgefallenen Feuchtigkeit abgelüftet ist wird man zu Beginn mehr lüften müssen, das lässt aber nach, ein Blick auf das Hygrometer wird das zeigen.
Anmerken möchte ich noch, dass es besser ist möglichst keine unterschiedlichen "Klimazonen" im Haus zu schaffen. Wenn die Türen der Problemräume nicht dauerhaft verschlossen bleiben wird sich das Temperatur und Feuchtigkeitgefälle angleichen. Das bedeutet natürlich nicht, dass das Schlafzimmer in der Nacht beheizt werden muss.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,

ich werde mal 14 Tage noch kontrollierter (mehrere kürzere Stoßlüftungen) lüften und dann berichten.

Gruß


Markus