Ausfachung einer geschützten Wand

16.07.2007



Hallo,
Ich habe letzte Woche schon mal gefragt, aber gar keine Antwort bekommen. :o(
Ich habe mittels Stichworten einiges über Betonsteine im Fachwerk gelesen, aber mir ist halt bzgl meiner speziellen Situation nicht alles klar, weshalb ich doch hoffe noch Antwort zu bekommen.
Ich baue einen Raum im DG meines alten Fachwerkhauses (1795)aus. Die Giebelwand und ihr pendant zur Scheune/Dachboden hin sollen nach innen als Sichtfachwerk gestaltet werden. Bei der Giebelwand (sie erhält Aussendämmung) ist das auch kein Problem, hier habe ich Natursteingefache (Kalkstein, Sandstein und ein paar alte Ziegelsteine und Biberschwänze sind vermauert worden). Die SEite zur Scheune hin wurde allerdings einmal zum Großteil mit Bimsbetonsteinen ausgemauert und die Gefache mit einem sehr gut haftenden Zememtputz versehen.
Diese Wand ist nicht der Witterung ausgesetzt allerdings wird es im Winter in der Scheune natürlich empfindlich kalt und diese Wand soll eine Dämmung aussenseitig zu Scheune hin mit Stopfhanf erhalten der mit Holz verschalt wird.
Sicher wäre es die eleganteste Lösung alles rauszureissen und mit Lehm die Wand neu aufzubauen. Aber muss dieser Aufwand wirklich sein? Habe ich an einer Wand die keine Feuchtigkeit durch die Witterung zu befürchten hat trotzdem Probleme mit den Betonsteinen allein durch das bewohnen und beheizen des Raumes?
Die Dachschrägen werden übrigens mit Wandheizung versehen und haben dann eine ca 4cm dicke Lehmschicht. Vielleicht reicht die Feuchtigkeitsregulation dieser Flächen und die der Gefachüberputzung schon um Feuchteprobleme zu verhindern?
Ich würde mich wirklich sehr über Informationen freuen, da ich die Entscheidung nun schnell treffen muss.
Soll ich den Vorschlaghammer wieder rausholen??????

Grüße
Andrea



ich würde...



... als Laie die Betonsteine rausnehmen.
Die Nutzsituation verändert sich und damit auch der Feuchtigkeitsgehalt des Raumes. Wäre es nicht viel ärgerlicher, wenn man, weil "es könnte ja funktionieren" , alles so lässt und in wenigen Jahren einen Schaden feststellt? Diesen dann zu beheben wird sicherlich aufwendiger als wie heute.



Silke hat sicher Recht,



ich würde die Steine trotzdem drin lassen und so vorgehen, wie Du es beschreibst.

Hast also die Wahl, auf Risiko, vorsichtig sein oder einen kompetenten Bausachverständigen heranzuziehen.



Unangenehm



Es ist halt ein unangenehmes Gefühl, zu etwas zu raten, was nicht wirklich gut ist. Es kann gut gehen, kann aber auch zu Problemen führen - bei beiden Giebeln. Werden Räume nicht als Wohnräume genutzt oder nicht sehr intensiv, sind die Bedingungen eben unproblematischer. Wenn jetzt irgendwo zwischen Balken und Ausmauerung ein Undichtigkeit herrscht, pfeift der Wind durch. Ist im Dachboden kein Problem. Was aber passiert, wenn es innen warm ist, und außen ist eine Dämmung. Wo ist der Taupunkt? Wann gibt es dauerhafte Feuchte? Funktioniert die Hinterlüftung in der Verkleidung einwandfrei? Es sind schon viele Fragezeichen. Ich bin auch ein Freund der konsequenten Herangehensweise. Oft ist sie auch kurzfristig nicht mal nur teuer. Das Reparieren von Gefachen, ungleiche Untergründe, Lehm auf Zement... Wenn nur die Arbeit dagegen spricht - hol den Vorschlaghammer raus. Das Ergebnis macht mehr Freude. Viele Grüße Jürgen Maier



nur ein Problem



wird hier besprochen: die Betonsteine - die sind aber m.E. das kleinere Übel.
Was auch immer für Steine in den Gefachen drinnen sind (Basalt, Granit, Feldsteine, Klinker, Hochloch oder anderes) - das Problem ist nicht in erster Linie der Stein, sondern die Fuge bzw das Fugenmaterial.
Wenn das zementäre Beimengungen hat (wie auch so manch gepriesener Kalkmörtel für die Denkmalpflege) dann wird das über die Zeit zu Problemen führen, vor allem wenn innen gewohnt wird und aussen andere Temperaturen herrschen. Innerhalb von Gebäuden ists bie gleicher Nutzung relativ wurscht- wie gesagt: bei gleicher Nutzung!
Dämmungen jeglicher Art halte ich für nicht förderlich und unsinnig - aber dazu hab ich schon genug geschrieben; ich müsste mich wiederholen - mag aber nicht!
Bei Fachwerkwänden spielt nicht nur das Niederschlagswasser eine Rolle sondern vor allem eine durch den Nutzer bedingte Feuchte!
Wenn die Materialien stimmen, dann passiert nichts.

mfG

FK



Hmmm



jetzt bin ich fast verunsicherter als vorher...

Ich denke ich werde wohl dann die Steine vom alten Putz befreien, vor allem in den Ecken und dann möglichst großzügig mit Lehm neu Verputzen und besonders auf die Fachwerkanschlüsse achten.

Manchmal hab ich so den Verdacht, dass sich in der Problematik kaum jemand wirklich auskennt (schon gar nicht Architekten und Baubiologen in meiner Region) und deshalb immer gleich entkernt wird um ja nichts falsch zu machen. :o(

Danke an alle Schreiber!!

Grüße
Andrea