Schwierige Wand soll Stampflehmwand werden

23.04.2012



Hallo aus Niedersachsen,

Ich baue seit einigen Jahren ein Fachwerkhaus um und bin jetzt auf eine schwierige Wand gestoßen.

Es handelt sich um eine Wand, die auf einer Breite von ca. 8m unterschiedliche Stärken aufweist. Der größte Dickenunterschied beträgt ca. 20cm. Auf einem kleinen Abschnitt befindet sich auch Fachwerk.

Von Außen (da Wetterseite) ist die Wand vor 2 Jahren mit einer 40mm Unterkonstruktion dazwischen Glaswolle, 22er Rauhspundbetter, Unterspannbahn und dann mit Schiefer verkleidet worden.

Den Innenraum möchte ich jetzt gern als Wohnraum nutzen und auch wieder mit Lehmwänden arbeiten.

Damit ich die verschiedenen Wandstärken ausgleichen kann, schwebt mir da eine Stampflehmwand vor, die auch sichbar bleiben soll. Zur besseren Dämmung (soll bei Stampflehmwänden nicht so gut sein) wollte ich die Wand vorher noch mit ca. 3cm Lehmunterputz und Holzfaserdämmplatten sowie einer weiteren Lehmputzschicht belegen.

Danach dann über die Länge von 8m eine ebene Stampflehmwand. Diese wird an der dicksten Stelle ca. 40cm dick sein und an der Stelle mit der stärksten Wanddicke, wollte ich nicht kleiner als 15cm Wandstärke kommen.

1. Macht dass Sinn, dass ich die Wand noch einmal mit Holzfaserdämmplatten dämme?

2. Ist die dann stark unterschiedliche Stampflehmwanddicke OK?

3. Da irgendwann die Decke des Raumes erreicht ist, wie bekomme ich die oberste Schicht gestampft?

4. Gibt es noch eine andere Alternative?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen, ich möchte nämlich demnächst beginnen.

Danke im Voraus
mfu70



Stampflehmwand



Erst mal zu ihren Fragen:
1. Theoretisch schon, praktisch nicht, die Nachteile sind zu groß.
2. Was heißt o.k.? Machbar ist alles aber mit welchem Aufwand und mit welchem Nutzen.
Zur Abwechslung stelle ich ihnen mal dazu Fragen:
Wie wollen Sie die Lehmwand gegen eine nachgiebige Weichholzfaserplatte verdichten?
Wo soll das Anmachwasser hin?
Wie lange soll die Wand trocknen?
Wo stellen sie die Wand drauf?
Wie sichern Sie eine in Teilen schlanke Wandschale gegen Abkippen und Ausbeulen?
Was passiert mit den Fensterlaibungen, haben Sie sich Gedanken über die Belichtung gemacht?

3. Das würde ich auch gern wissen.
4. Ja, eine Innendämmung mit Weichholzfaser bzw. eine vorgestellte Leichtlehmschale, darauf Wandheizung und mit Lehm verputzt.

Abschließend:
So eine dicke, massive Stampflehmwand macht bei Ihnen keinen Sinn. Es gibt erhebliche technische Probleme (Trocknung, Verdichtung!), geometrische Nachteile (Flächenverlust, Belichtungsverlust) und hohe materielle Aufwendungen (einzubauende Masse!), aber keine wohnbiologischen bzw. bauphysikalischen Vorteile.
Die Nachteile überwiegen.
Der eigentliche Zweck, die Wandbegradigung, ist für mich völlig unverständlich. Was haben Sie gegen ein Zimmer das nicht exakt rechtwinklig ist? Sie bewohnen einen Altbau und keine Sozialwohnung von 1985.

Viele Grüße



Stampflehmwand wohl überflüssig



Danke für die Antwort, die hat mir durchaus weitergeholfen.

Die Probleme mit dem Wasser und der Weichholzfaserplatte habe ich auch so gesehen. Schade, dass das Geheimnis mit der oberen Schicht bei einer Stampflehmwand und geschlossener Decke nicht gelüftet werden kann. ;-)

Der Zweck der Wandbegradigung liegt nicht in der Erreichnung einer Rechtwinkligkeit sondern einfach nur der Erreichung einer "ebenmäßigen" Wandfläche.

Mit der direkten Dämmung durch Weichholzfaser-Dämmplatten ist es eben sehr schwierig durch endlose Wand- und Sockelvorsprünge bzw. Rücksprünge in den unterschiedlichsten Ausmaßen.

Ich würde gern Ihre Idee mit der Leichtlehmschale und der Wandheizung aufgreifen.

Könnten sie einen genaueren Aufbau beschreiben?

Gibt es Emphelungen für bestimmte Produkte?

mfu70



Wand begradigen



Wenn Sie mit ein oder zwei Fotos rüberkommen kann man das Problem vielleicht einfacher klären. In Ihrer zweiten Beschreibung stellt es sich schon wieder anders dar;
Fotos sind da einfach objektiver.
Um eine Wand einigermaßen zu begradigen muß man nicht 40 cm Stampflehm davorbringen.
Kämpfen Sie nicht gegen Ihr Haus, sehen Sie solche Gegebenheiten als unverwechselbare Vorzüge statt Sozialwohnungsstandard zu kopieren.
Eine partielle Vor- bzw. Ausmauerung, dickerer Putzauftrag in einzelnen Bereichen in anderen Teilen einfach nur mit dem Putz der Wandfläche folgen, mit dem Wandmaterial auch mal etwas spielen sind Möglichkeiten, bei denen eine interessante und unverwechselbare Oberfläche geschaffen werden kann.

Viele Grüße

p.s. Verabschieden sie sich auf jeden Fall von dem Gedanken, eine Ständerwand davorzustellen, wenn es geht noch aus OSB und "belüftet"!

viele grüße





ES ist ja GERADE mein Wunsch mit Lehmbaustoffen zu arbeiten. So habe ich es bisher gehalten und so möchte ich es auch weiterhin tun.

Deshalb brauch ich mich auch von keinen OSB-Gedanken verabschieden. :-)

Bei allen anderen Arbeiten war es aber irgendwie einfacher und es waren wenig oder keine Fragen offen.

Ich lade mal 1 Foto hoch, was einen Schwerpunkt der Wand mit Vor- bzw. Rücksprüngen in der Wand zeigt.

Die Wand ist komplett trocken und die Holzteile sind fest und stabil.

Gruß
mfu70