Yton- oder besser Lehmsteine für Innenwand von altem Kuhstall?

12.08.2008



Hallo liebe Leute von Fachwerk.de,
bin lange nicht da gewesen und habe jetzt eine konkrete Frage. An der Außenwand des Wohnbereichs - gleichzeitig Innenwand des ehemaligen Kuhstalls, soll eine Wand vorgemauert werden (da sie ziemlich mitgenommen ist, Holz zerfressen aber noch sehr hart, z.T. Gefache mit Bimsstein ausgefüllt) als Wärmedämmung. Die Leute, die es mir machen wollen, meinen Ytonsteine seien gut. Ich tendiere mehr zu Lehm. Ist beides gut? Und vielleicht nur eine Kostenfrage?
Liebe Grüße
Margret





Auf keinen Fall Ytong, hier können Sie mithilfe der Suchfunktion viel davon lesen...

Lehmsteine sind genau das Richtige und ganz einfach zu bearbeiten. Die lassen sich sägen, man kann sie toll zusammenmauern...

Und zur Kostenfrage: Wenn Sie Ytong nehmen, kostet es im Enddefekt viiiiel mehr, weil Sie Schäden haben werden und es früher oder später eh wieder neu machen müssen. Nehmen Sie gleich Lehm!

Grüße Annette



Zu was soll die Wand gut sein?



Wenn ich es richtig verstehe, ist die Trennwand zwischen Stall und Wohngebäude eine marode Fachwerkmauer, richtig?
Wenn die Mauer nun marode ist, sollte nicht einfach was vorgesetzt werden, sondern die Wand, auf der ja wahrscheinlich eine Teillast des Hauses drauf steht, sollte statisch in Ordnung sein.
Sollte die Wand statisch keine Probleme haben, bleibt noch die Frage für den Grund der Vorsatzschale.

Gruß Patrick.



Für Annette



Liebe Annette,
vielen, vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich bin immer so unsicher und brauch deswegen die Bestätigung von Gleichgesinnten.
Gruß,
Margret



Langsam...



...was gibt es denn nun für eine Wand. Wenn die Fachwerkwand, vor die die Ytongwand soll, statisch in Ordnung ist und weiter die Bude trägt, weiß ich zwar immer noch nicht, wozu du die brauchst (die Antwort bist du schuldig geblieben), aber was soll denn um Himmelswillen einer nicht dem Regen ausgesetzten Vorsatzschale aus Ytong der Fachwerkwand antun? Sie beißen? Wenn die Ytongschale im Trockenen steht, sehe ich nun wirklich keine Gefahr für irgendwas. Und wenn du meinetwegen aus dem Stall dann eine Werkstatt machen willst und an diese Wand etwas schweres hängen willst, wirst du eventuell mit Ytong besser da stehen.
Mann kann auch mal was anderes als Lehm nehmen, wenn man genau überlegt, wo....

Gruß Patrick.



An Patrick



Die Wand soll der Wärmedämmung dienen.
Sie ist schon nicht mehr wirklich schön. Die Gefache sind zum Teil mit Bimsstein ausgefüllt, eine Lehmschicht drüber und dann noch verputzt mit "normalem" Putz. Die Balken sind recht löchrig, jedoch fast überall hart wie Stein.
Irgendwie finde ich dass Yton nicht passt, brauche aber Bestätigung von Wissenden.
Gruß,
Margret



Aus Sicht des Wohnbereichs...



...also eine Außendämmung. Schon mal sehr gut, bauphysikalisch auf der richtigen Seite.
Und da das ganze (es ist ja innerhalb des Wirtschaftsgebäudes) auch noch keinem Regen ausgesetzt ist, noch viel besser.
Jetzt meine Meinung: Eine Außendämmung, die im Trockenen steht, da kann man fast alles nehmen. Meinetwegen auch Ytong. Wird bestimmt nicht jeder hier so sehen, aber auf deren Gegendarstellung bin ich gespannt. Wobei es da sicher effizientere Möglichkeiten gibt. Wenn es nur der Wärmedämmwirkung ist, dann kannst dir etwas schöneres zulegen. Holzweichfaser wird hier sicher noch der eine oder andere bestätigen, aber aus meiner Sicht fast alles, was dämmt.

Gruß Patrick.



Achso,



...und nur Lehmsteine davor stellen, wird dich dämmäßig nicht sehr weit bringen.

Gruß Patrick.





Hallo Frau Mischke,

mit Ytong habe ich da kein gutes Gefühl. Der Ytongstein - wie auch andere Gasbetonsteine - lässt zwar Diffusion gut zu, hat allerdings schlechtere Eigenschaften hinsichtlich des kapillaren Transports, spricht einmal im Bauteil ausgefallene Feuchte wird schlecht abtransportiert.

Die Wand steht zwar schlagregengeschützt in der Scheune, ist aber wegen der sie dort erreichenden Außentemperaturen doch als Außenwand zu betrachten. Wenn es nun im Winter zu Tauwasserausfall im Bauteil kommt wird dies schlechter abgeführt als möglicherweise wärmerer "Wasserdampf" von innen nachkommt.

Klar, das kann auch gut gehen, aber riskieren würde ich das nicht.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Daß der Stein durch...



...Feuchteeintrag durch Dampfdruckdifferenz von innen nach außen so durchnäßt wird, daß seine kapillaren Eigenschaft (wie gut oder schlecht die auch sind) zum Tragen kommen, kann ich mir nicht vorstellen (dann müßte ein komplett aus Ytong gemauertes Haus ja nur feuchte/nasse Wände haben). Da müßte man ja schon in den überhygroskopischen Bereich kommen.
Aber nichts desto trotz, wenn es nur um Wärmedämmung geht, bietet sich was anderes an. Einen Vorschlag gibt es schon von mir.

Gruß Patrick.



Yton/Lehm-Wand



Vielen Dank für die Antworten,
Also, Yton nehme ich nicht. Es regnet nicht in den Stall hinein aber am Boden der Kuhstall-Außenseite ist es meist ziemlich feucht. Da muss ich noch rausfinden warum.
Wenn ich also Holzweichplatten befestigen lasse und dann davor noch Lehmsteine dürfte das doch vielleicht meine dahinter liegende Küche warm halten?!? die ist nämlich der "frischeste" Raum im Haus. Bei heißen Sommer zwar optimal aber die sind hier ja ziemlich selten.
Gruß
Margret



Liegt die Küche...



...über dem Gewölbekeller? Oftmals neben dünnen Wänden auch ein Grund dafür, warum das EG und speziell die Räume über dem Gewölbekeller im Sommer "klimatisiert" wirken.
In der Regel ist über dem Gewölbe halt mit Schutt aufgefüllt oder deine Küche ist direkt über dem Erdreich ohne Boden.
Aber mal egal, warum willst du vor die Dämmung noch die Lehmsteine mauern? Von der Däämung her bräuchtest du es ja nicht.

Gruß Patrick.



Lehmsteine



Eine diffusionsoffene Schicht (Holzweichfaser) zwischen zwei weniger offenen zu plazieren halte ich für keine gute Idee.
Lehmvorsatzmauer ist ok. und dämmt bereits, soll ein Zwischenraum bleiben hinter den Lehmsteinen?

Alles Gute



Isofloc



Hallo,
Einen Gewölbekeller gibt es leider nicht. Die Küche scheint direkt auf dem Boden zu sein (Schutt, Geröll, Erde, ich weiß es nicht). Ich dachte Dämmung und Lehmsteine, na ja, doppelt ist doppelt so warm - grins) Heute waren die zwei Männer hier, die die ganze Sache übernehmen. Fest steht jetzt so einigermaßen, dass ich mit Dämmung Isofloc einverstanden bin, davor Gestell für die Holzweichfaserplatten. Die "Kollegen" meinen, ich sollte Rigibsplatten nehmen; will ich aber nicht.
Ein Vorbau scheint sinnvoll, weil alles ziemlich uneben ist. Zum Teil Lehm von den Bimssteinen weggebrochen. Die Balken z.T. abgefressen - alles allerdings trocken - Z. T. sind untere Gefache mit Zement verputzt, den ich weg haben will, wodurch dann Hohlräume entstehen. Ich glaube nicht, dass es statische Probleme gibt, obwohl ich natürlich keine Fachfrau bin (den beiden Männern aber schon ziemlich auf die Nerven gehe, glaube ich) Sie wollen auch immer noch die Glasbetonsteine; mach ich aber nicht. Und sie meinten, der Zementputz würde nicht schaden; ich lese aber immer Gegenteiliges. Das macht mich echt unsicher.
Aber vielleicht sind Isofloc und Holzweichfaserplatten wieder doppelt gemoppelt?! Und die Rigibsplatten genauso gut und preiswerter? Oje, alles nicht so einfach.
Eine Lehmwand würde vielleicht ein besseres Raumklima geben. Aber vielleicht nicht so gut trocknen?!
Die Feuchtigkeit ist z.Z. 61 %.
Gruß,
Margret