Feuche Innenwand aus Ziegelsteinen innendämmen?

22.01.2009



Guten Tag,
Ich habe eine Frage und hoffe aus der reichhaltigen Erfahrung der Mitglieder schöpfen zu können.

Ich habe vor zwei Jahren eine Wohnung in einer alten Bandweberei gekauft.
Baujahr ca. 1900.
Das Gebäude ist aus Backsteinen erbaut.

Leider ist eine Wand im Erdgeschoß feucht.
ca. 8m lang und 3,80 m Deckenhöhe .Mauerstärke ca 50 cm

Nebenan befindet sich eine Schule, die an diese Wand eine Parkebene errichtet haben.
Soll heißen das diese besagte Wand unter Erdreich liegt.
Da das Anschütten der Erde an die Außenseite unserer Außenwand schon mehr als zehn Jahre her ist, weiss leider niemand ob die Wand entsprechend geschützt wurde.
Jetzt ist es aber so, dass diese Wand von innen mit einer Rigipsständerwand
mit dahinter liegender Glaswolle Dämmung geschlossen wurde.(Verbrecherischer Architekt)
Die Wand "lebte" also ca.2 Jahre bevor wir die Wohnung gekauft habe, bereits
hinter dieser Konstruktion.
Während dieser zwei Jahre war das gesamte Gebäude ungeheizt und feucht
.
Zwei Jahre später sind wir dann eingezogen und unser"Architekt" hat nach kurzer, teilweiser Öffnung der Ständerwand sie schnell wieder zu gemacht und behauptet es sei alles in Ordnung.

Was defakto Blödsinn ist, wie wir jetzt wissen.

Ich habe einen Teil der Ständerwand entfernt und die versalzten Fugen ausgetrieben.
An diesem Teil der Wand befindet sich mittlerweile ein Kaminofen mit Speckstein, der der Wand meßbar gut tut.


Jetzt endlich meine Frage:

Ist es Möglich, dass die Wand gar nicht von Außen durchfeuchtet wird,
sondern feucht wurde durch den verschobenen Taupunkt und ihr "Leben" hinter der Ständerwand, und trocknen kann
sobald die Ständerwand komplett weg ist, der alte Putz runter ist und die Fugen austrieben werden?

Der Teil der Wand, der noch hinter dieser Ständerwand ist riecht nach altem Keller.

Gibt es eine Möglichkeit, die Wand von Innen zu dämmen?

Eine Zweite Mauerschale davor zu bauen?

Oder reichen eventuell eine 5 cm dicke Luftkalkputzschicht um den Feuchtigkeitsgehalt zu regeln?
Mir wurde natürlich schon vorgeschlagen, von außen alles auszuschachten
horizontalsperren, vertikalsperren zu errichten und natürlich zu Isolieren und zu dämmen.
Der ganze Spass kostet aber ein Vermögen.

Wir klagen gerade gegen die Verkäufer(das kostet das andere Vermögen).

Falls die aber pleite machen brauche ich eine gute dem Bebäude angemessene Lösung.

Hat jemand eine Idde?

Danke schon mal.



Trockene Wand



Hallo

Die beste Lösung ist natürlich das Aufgraben auf der zugeschütteten Seite um dort Maßnahmen zu treffen, damit anstehendes Wasser schnell wieder weg kann.
Dann kann man auch sehen was an dieser Seite gemacht wurde - ob ein "Schutz" aufgebracht wurde oder eine "Abdichtung" etc.
Horisperren halte ich nicht unbedingt für nötig - kann man aber erst vor Ort und bei genauer Inaugenscheinnahme entscheiden.
An sonsten würde ich auch einen innenseitigen mehrlagigen Luftkalkputz vorschlagen.
Die Gründe der Durchfeuchtung werden in einem Mix von mehreren Sanierungsfehlern liegen.
2. Mauerschale wird dann auch feucht!

gutes Gelingen

FK



Trockene Wand



Hallo,
gibt es eine Möglichkeit, außen ein kleines Stück aufzugraben, um eine Idee zu bekommen, was gemacht wurde?
Ansonsten würde ich schauen, wie die Wand sich entwickelt. Der "falsche" Taupunkt könnte schon ein wichtiger Grund für die Feuchte gewesen sein. Auf jeden Fall nichts überstürtzen und genau beobachten, wie die Wand sich jetzt weiter entwickelt, nachdem sie wieder frei atmen kann.
Gruß
Bernd



Feuchte Innenwand



Hallo Herr Elschner,

"sich entwickeln lassen", ist immer gut, wenn sich nichts übles entwickeln kann. Das heißt, Sie müssen die Sache schon unter Beobachtung haben, nachdem die ganzen Gipskarton-Innereien entfernt wurden.
Nun haben Sie ja soviel Masse, daß da schon eine ganze Menge zu erwärmen sein wird, bevor irgendwas trocknet.
Über gezielte künstliche Trocknung würde ich deswegen nachdenken, bevor die Heizkostenrechnung eine Steilkurve nach oben macht.
Sie schreiben etwas von Parkdeck. Wenn von da Wasser in die Wand läuft, würde mich nichts mehr wundern, weil das mit Tausalzen versetzt ist.
Vorschlag zum Vorgehen:
Wenn es nicht zu unerträglich aussieht, würde ich innen die Wand von allen Belägen erst einmal befreien.
Anschließend entweder eine Saison gut heizen und/oder künstlich trocknen.
Erst danach die Verkleidung/Verblendung in Angriff nehmen.

Ich kann ohne nähere Info nicht beurteilen, wie die Temperatur- und Dampfdruckkurven aussehen, nehme aber an, daß eine Rücktrocknung der Mauer nur nach innen erfolgen kann.
Dann sehe ich zwei Fälle:
A) Massive Rücktrocknung erforderlich: geht nur über Wandflächenheizung, am besten in Kalkputz einzubetten
B) Nur leichte Rücktrocknung erforderlich: Kann über eine sparsame innere Wärmedämmung aus kapillaraktivem Material erledigt werden (Redstone, STO-Calziumsilikatplatte, Holzweichfaserplatte, Multipor-Platte).

Den Zustrom von Feuchtigkeit von der anderen Seite her muß man aber irgendwie in den Griff kriegen. Wie, das läßt sich wahrscheinlich nur vor ort beurteilen.

Sollten Sie nicht mehr weiterkommen, können Sie mich gerne anrufen. W´tal ist ja nicht aus der welt.

Grüße aus Duisburg





Für die Rücktrocknung der Wand reicht der Kaminofen völlig aus.
Zusätzliche Trocknungsmaßnahmen halte ich für überflüssig.
Ansonsten siehe FK.

viele Grüße



Die besagte Wand liegt "unter" Erdreich......



.....auf 3,80 h wurde geschrieben. Da könnt Ihr rücktrocknen
dämmen, Wandheizung einbauen, Wunderwaffen einsetzen was das Zeuch hält. Wenn die Ursache nicht ergründet und beseitigt ist, dann ist´s völlig fürn Ar....!
Aber mir muß mal einer erklären?!! Wenn meine Bude In Erde eingewickelt ist, wie ich dann nen Tauwasserausfall an der Innenwand bei ner 50er haben kann.?
Also ma guggen was de Erde an dor Wand so macht!

Gruß Ronny