Schalldämmung bei Innenwand

05.09.2007



Liebe Experten,
in einem L-förmigen Raum soll eine Ecke abgetrennt werden um ein kleines Bad (ohne Dusche/Badewanne) zu errichten. Eine Tür kommt in die neu errichtete Trennwand, eine weitere in die gegenüberliegende massive Steinwand.
Das wichtigste ist die Schalldämmung, da ein nächtlicher Klogang von der einen Seite nicht die Schlafenden hinter der Trennwand aufwecken soll.
Nachdem ich ein bisschen recherchiert habe erscheint mir folgender Aufbau sinnvoll:
Zwei Ständerwände, jeweils einseitig beplankt mit Spanplatten, der Zwischenraum (Dicke?) wird mit Sägespäne-Kalk-Gemisch gefüllt. Der Dielenboden wird zwischen den Ständerwänden aufgetrennt.

Ist das so plausibel? Wird die Entkopplung durch den Einbau einer Türzarge wieder zunichte gemacht?

Besser für den Schall wäre wohl eine gemauerte Wand. Ich kann jedoch weder mauern, noch verputzen, möchte aber möglichst viel selber machen.

Freue mich über Anregungen!



Selbsttragende Heraklithwand



Eine wesentlich günstigere Lösung ist eine 100 mm selbsttragende magnesithgebundene Heraklithwand.
Guter Schallschutz, da bessere Masse gegenüber Ständerwand, schneller Aufbau und mit einem Lehm- oder Kalkputz sofort dünnlagig zu beputzen.
Weitere Info's geben wir gern, da bereits Referenzen in Mietobjekt bestehen.

Grüße Udo



Aber



sich bewußt sein, dass immer die Tür selbst der Schwachpunkt bleibt.
Schöne Grüße. Jürgen



Schallschutz & Bad



Prinzip: Je größer die Rohdichte des verwendeten Material, desto besser die Schallabsorption. Also: Je schwerer je besser .......
Aber bei Leichtbauweise zu beachten: Wenn eine Wand nachträglich eingebaut wird geht auch ein gewisser Anteil des Körperschalls über die nicht schalltechnisch getrennten Decken- und Fußbodenbereiche in den Nachbarraum ein. Das Türblatt selbst ist dünn und absorbiert nicht, das Schließen der Tür verursacht Körperschall und wird über die Zarge in Wand und Boden abgegeben. Je leichter, je lauter (Ausnahme sind allerdings Eierkartons), je schwerer je besser.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Selbsttragend!



Vielen Dank für die Tipps.
Die selbsttragende Heraklithwand hat mich überzeugt. Dann muss ich wohl erste Versuche im Verputzen starten....
Was heißt denn "Lehmputz dünnlagig"? Die Wand soll am Ende weiß sein, also müsste es wohl ein dünner Unterputz und darauf ein weißer Lehmedelputz sein, oder?
Ein Problem ist noch, dass das betreffende Haus in Südfrankreich steht und Heraklith dort schwierig (gar nicht?) zu bekommen ist. Als Alternative habe ich Hanfsteine gefunden, die sind in der Region zu bekommen:
http://perso.orange.fr/olivier.duport/documents/prospectus.pdf
Durch das nochmal höhere Gewicht wird die Schalldämmung wohl besser sein, die Oberfläche sieht ganz ähnlich aus und sollte deshalb auch einfach beputzbar sein. Sind diese Steine hier jemandem bekannt? Könnten Sie irgendwelche Nachteile haben?

Die Sache mit der Tür ist mir bewusst. Aber was - außer einer ordentlichen Tür mit ordentlichem Türgummi - kann ich dagegen tun?

Schöne Grüße,
Tim



Dünnschichtvariante



Da wir dieses System (Heraklith 100) aus Österreich bekommen und kennengelernt haben, ist dort auch gerade dafür ein Lehmdünnschichtputzsystem entwickelt worden.
Heller bis weißer Lehm(Ton)putz in hervorragender Verarbeitungsqualität. Wird wie dünner Quark hergerichtet und zweilagig (ca.10 mm) mit einer vollflächigen Glasfasergewebearmierung aufgebracht.
Fertig!
Für präzisere Erklärungen dazu wäre eine telefonische Kontaktierung zu uns sinnvoll, da weitere Details sachkundiger erklärt werden können.
Nachfolgend ein Foto und weitere Bilder dazu in der Plattform unter unserem Profil.

Grüße nach Marburg

Udo