Eine Wand zum Schrauben

31.07.2008



Hallo,
wir haben vor kurzem ein Fachwerkhaus übernommen. Das Haus ist von außen komplett geschiefert. Die Wände sind ca. 15 cm dick, die Gefache sind mit Lehm/Stroh ausgefüllt. Im Inneren hat man einen Putz aufgetragen, der an vielen Stellen kaum noch hält, er kommt beim Ablösen alter Tapeten mit runter. In diesen Wänden hält kein Nagel und keine Schraube. Wir würden gerne einige Wände in Trockenbauweise mit vorgesetzten OSB-Platten und Rigips begradigen. Ist es bei einer Außenwand sinnvoll, Dämmung (z. B. Rockwool) zwischen alter und neuer Wand einzufügen? Wenn ja, in welcher Stärke? Ist eine Dampfbremse notwendig?
Es geht mir nicht um ästhetische Fragen! Ich möchte eine Wand, in der eine Schraube hält. Es geht nur um die Frage, was aus technischer Sicht (Raumfeuchte, Dämmung etc.) sinnvoll ist.
Grüße
Sven



Wand zum Schrauben



Hallo Sven,
Wenn Sie eine Vorsatzschale mit dem beschriebenen Aufbau machen wollen , könnte die OSB- Platte die Dampfbremsebene sein.
Aber : Was passiert an den Anschlussbereichen : Decke, Fussboden, Innenwände?
Auch hier muss bei dem Aufbau die Luftdichtigkeit gewährleistet sein !
Was ist mit der Elektroinstallation?
Auch Schrauben machen Löcher!

Machen Sie einen Wandaufbau ,der ohne Dampfsperre /- bremse
auskommt:
zB. Inneschale aus Leichtlehm mit einer Schalung aus rauhen
Brettern, die können sie dann mit Lehm Verputzen ,oder wenn es sein muß auch mit Gipskarton/oder-faserplatten beplanken.
viele Grüße



Eine Wand zum Schrauben



Hallo,

Die von Ihnen beschriebenen Materialien sind mit der Fachwerkbauweise unverträglich.
Wozu brauchen Sie eine Schraube in der Wand ?
AW: Ein Nagel tut es oft genug.
Wenn Sie eine Weichfaserplatte einbauen (Gutex, Pavatex), haben Sie nur einen Aufbau von 5 cm und eine angenehm warme Oberfläche, die sich gut verputzen läßt.
Sollten ausnahmsweise schwere Gegenstände an der Wand besfestigt werden müssen, lassen sich gezielt Montagebohlen einschrauben, die mit den Ständern verbunden werden.

Die Lösung ist von allen, die ich kenne, die preiswerteste.

Grüße vom Niederrhein



@ Antworten



Die bisherigen Antworten teilen wir ebenfalls in allem Umfang.

Trotzdem gibt es eine Vielzahl an Nuancen, wie die Innenwandaufbauten ausgeführt werden könnten bzw. sollten.

Hier ist erst einmal zu definieren, um was für einen Raum es sich denn handelt.
Dann sollte in Betracht gezogen werden, daß auch die anderen Wände im Gebäude eine nachträgliche Überprüfung dieser Maßnahmen bedarf, weil sonst die Dampfdruckgefälle zu den schlechteren Bereichen hin sich verändern.
Außerdem müssen Ihre Maßnahmen in den Fußbodenbereich und den Deckenbereich hineingeführt werden. Sonst entstehen Ihnen da Tauwasserprobleme.

Was Ihre Materialauswahl betrifft, so sollte diese nochmals gründlich überdacht werden, denn diese ist nicht dem Gebäude entsprechend optimal und förderlich.

Bei den angesprochenen Holzweichfasersystemen setzen wir auf DHD Doser, denn diese besitzen eine integrierte Holzlatte als Trägerbesfestigung (Stufenfalz) und die Verschnitte sind auch wesentlich geringer.
Weitere Infos können wir gern auch liefern.

Grüße Udo Mühle