Kellerwand vom Schichtenwasser befreien

05.05.2005



Hallo,
zur Situation: Felsenkeller wurde in den Hang gegraben.
1900 wurde mein Fachwerkhaus davor an den Hang gebaut. Das Erdgeschoß liegt hinten vollständig im Berg. Zur Straße geht es eben raus. Die Hausrückwand zum Berg habe ich jetzt freigegraben (3m) Bruchsteinwand liegt jetzt frei.

Frage: Wie schütze ich die Bruchsteinwand (teilweise recht lose und brüchig) vor Schichtenwasser. Drainage habe ich geplant. Bin aber am überlegen, ob ich die Wand mit Bitumen o.ä. schließe.

Erfahrungen/Ideen?
Tausend Dank!



Bruchsteinwand + Schichtenwasser



Hallo
lose Teile evtl entfernen und die Fugen mit reinem Kalkmörtel überarbeiten und evtl verputzen?!! z.B. www.solubel.de - Neuenhof bei Lauf
näheres kann man ohne es zu sehen nicht sagen!
Abdichten mit Bitumen würd ich nicht machen und die Drainage ist auch ein heikles thema, das man nicht mit ja oder nein beantworten kann.
Bilder gibt es keine?
Grüsse aus Nürnberg
Florian Kurz



Kellerwand und Schichtenwasser



Guten Tag,

wenn man es mit Kalkmörtel überarbeitet, wie der Kollege Florian Kurz vorschlägt, könnte man es doch so frei stehen lassen, wie es jetzt ist. dann käme Luft dran und kein Wasser.

Wenn der Keller wieder im Berg verschwinden soll: die weiße Wanne wäre regelgerecht aber furchtbar teuer. Eher experimentell weil auch nicht a.a.R.d.T. wäre eine Abdichtung mit Deponieton: Dernoton, Vertrieb durch Dernbach in Mülheim an der Ruhr.

Bitumen ist wirkungslos in diesem Fall, weil eine halbwegs gleichmäßig dicke Schicht gar nicht hinzubekommen ist.

Mit besten Grüßen



Noppenfolie und Temperierung



Wir stehen vor aehnlicher Situation. Drainage wird
zwar schnell von jedem empfohlen, habe aber fuer unsere
konkrete Situation kein gutes Gefuehl dabei (nicht genuegend
Platz fuer einen 3,6 m tiefen und dementsprechend breiten
Graben, Keller ausserhalb des Hausgrundrisses im Hang
und somit der Drainage im Weg, schwieriges Ableiten... ) -
mehr Sorgen als Nutzen. Das Feuchtigkeitsbild bei uns ist
sowieso eher Kondensat und Sickerwasser von oben zuzusprechen. Folgendes haben wir vor, werden es aber beim
naechsten Treffen mit unserem Architekten noch genauer
besprechen:

Aussen an der Hangseite aufgraben so tief es gehen wird, wo es noetig wird mit Kalkmoertel neu verfugen, direkt an die Wand Noppenfolie anlegen (gute Verarbeitung von Anschlus/Abschluss), auf Noppenfolie dafuer geeignete Daemmung anbringen (soll trotz Lueftungsfuge noch etwas bringen), zuschuetten, evt. kommt noch eine Tonpackung ins Spiel (Kellergewoelbe) und Oberflaechenwasser gut ableiten.

Innen beim neuen Bodenaufbau in die Kapillarbrechende Schicht (bei uns Schaumglasschotter) parallel zu den Aussenwaenden Drainrohre einbauen deren geschlossener Kreis zur Ablueftung an einen stillgelegten Kamin angeschlossen
wird (evt. Zwangssog mit Ventilator - Feuchte und Radon werden gezielt aus dem Haus ins Freie gefuehr) und last but not least, Ganzjahrestemperierung der Aussenwaende.

Kann aber damit auch total verkehrt liegen, hab aber bis jetzt ein gutes Gefuehl bei der Loesung :)



hört sich ganz gut an …



Hallo
aber ich bin noch nicht ganz klar, was das alles denn so alles bezwecken soll mit den x Materialien und Luftdrainagen Noppenfolien, Trotzdemdämmungen (die trotz Luftschicht funktionieren soll)
ein bisschen verwirrend noch für mich - geb ich zu
hoffentlich versteht das euer Archi besser als ich
Aber er wird das ja beurteilen könenn, da er es einfach sehen kann!
Glück auf
und: "Nicht zu viel des Guten"

Florian Kurz
im Moment nicht eingeloggt



Zu viel des Guten?



Versteh ich nicht. Irgendwelche Wannensachen, Dichtungsanstriche und Injektionen, klingen fuer mich um einiges "mehr des Guten" (fuer bestimmte Faelle), als mein genialer Aufbau ;)

Also,

Noppenfolie einerseits damit feuchtes Erdreich nicht direkt
an der Wand anliegt, andererseits um die Wand auch gegen
aussen diffusionsoffen zu halten (kann mir nicht vorstellen
die Wand mit Bitumen oder aehnlichem versiegeln zu koennen und wollen).

Die Daemmung auf Noppenfolie damit die Waende schoen warm
haben und der Kondensatfreudigen Luft nicht ihre kalte Schulter zeigen und damit das Erdreich weniger beheizt wird.

Das gezielte Ableiten von feuchter, radonhaltiger Luft durch Draenung im Bodenaufbau damit der wegen moeglichen Radon Austritten eher dichte Bodenaufbau (Betonplatte / Estrich oder aehnliches) nicht die Feuchte in die Waende jagt, weil sie nicht grossflaechig verdunsten kann.

Das Thema Radon bewerte ich zwar nicht als riesen Problem, moechte es aber auch nicht unterbewerten. Zudem scheinen hier in Tschechien die Bauvorschriften hinsichtlich Vorsorge gegen Radon strenger zu sein, als in Deutschland (weiss es aber wirklich nicht genau) dementsprechend gibt es auch klare Anleitungen und Studien die besagen was man dagegen ausrichten kann und muss.
Radon Info aus Deutschland z.B. http://www.bfs.de/ion/radon



Neues von meiner Kellerwand



erst mal vielen Dank für die zahlreichen Beiträge.
War jetzt mit meinem Schützengraben beschäftigt und melde mich erst jetzt.
Es gibt jetzt einen 3 Meter tiefen Graben und die Sandsteinrückwand
ist in ihrer brüchigen Schönheit zu Tage getreten.
Die "klassische Schulmedizin" rät folgendes:
- Sandsteinwand einschalen und mit 10cm Beton ausgiessen
- Beton schwärzen und mit Noppenbahn versehen
- Drainage Verlegen und mit Kies auffüllen

Wenn ich die Mailadressen der hier Vertretenen über die Profile ausfindig machen kann, gibt es noch ein paar Bilder zur Unterstützung des Geschriebenen.
Viele Grüsse
Sepp