Ausbau einer Scheune -Dämmung und tragende Wand

11.10.2004



Hallo,
man sucht sich immer Arbeit. Nachdem wir uns vom Sanieren des Hauses einigermaßen erholt und es vorübergehend für fertig erklärt haben planen wir jetzt den Ausbau einer Scheune, auf 3 Seiten 18 cm Eichefachwerk, eine Seite Backstein mit einer Grundfläche von 11x8 metern.Die Scheune hat mit Ausnahme von zwei Ständern die das Dach tragen einen völlig freien Innenraum, so daß das Arbeiten relativ einfach ist. Von der Höhe der Seitenwände her können wir nur ein Stockwerk einziehen.Da wir die (Leichtbau-)Decke dieses Stochwerks irgendwo auflegen müssen empfiehlt unser Architekt das Vormauern mit einer 17,5 Wand ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen und dämmen nach oben soviel wie Spaß macht, da nach oben bis zum First nur noch Luft kommt und das auch so bleiben wird.Die Frage: Geht das ohne das Fachwerkschäden vorprogrammiert sind ? Gibt es eine andere Möglichkeit wie gesagt die Wand muß die Balkenkonstruktion der Decke tragen. MfG Gudrun



Wanddämmung



Guten Morgen,

da beißt die Maus keinen Faden ab: die Energieeinsparverordnung ist Gesetz. Fragen Sie mal Ihren Architekten danach und lassen Sie sich nicht mit "die gucken da sowieso nicht hin" oder ähnlichem abspeisen.
innenwand ist dann o.K., wenn ausreichende Wärmedämmung da ist und die Feuchtigkeit vom Holz kapillar nach innen transportiert werden kann, andernfalls Holz kaputt. Allerdings vermute ich bei der Maßangabe, daß an KSV oder vglb. mit Mörtelschale gedacht wurde, hier wäre Vorsicht angezeigt. Eher angezeigt wären Leichtlehmsteine, hierdrauf eventuell noch ein leichter und dämmender Innenputz .
Das ganze noch kurz rechnen und nachweisen.

Gruß



Vorsicht,



Herr Beckmann hat recht, Bei einer massiven Wand in einer stärke von 17,5 cm erfüllen sie noch nicht einmal den Mindestwärmeschutz gem. DIN 4108. Wenn sie keine Probleme mit Schimmelbildung bekommen sollten vermute ich, dass sie sich auf Grund der niedrigen Oberflächentemperaturen dieser Wände nicht sehr wohl fühlen werden.
Wenn es eine Zusätzliche Wand sein soll, schlage ich eine Holzrahmenwand mit ausreichender Dämmung vor. Beachten Sie aber, dass zwischen der neuen und der alten Wand eine hinterlüftete Schicht von min 6,0 cm sein soll.
Bei der gesamten Maßnahme werden sie nicht umhin kommen einen Statiker hinzuzuziehen, der in aller Regel auch den Wärmeschutz nachweisen kann.



Ausbau Scheune-tragnde Wand.



Vielen Dank erstmal. Mit der von Herrn Beckmann vorgeschlagenen Lösung haben wir im Haus sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber nach etwas mehr als 10 Jahren vergisst man manchmal was man eigentlich weiß, Und genauso ist es uns hier gegangen. Unseren damaligen Planer gibts nicht mehr und wir sind etwas naiv -für einen im Prinzip leeren Raum tuts jeder Architekt der umsetzt was ich da drin haben will- drangegangen. Statik und Wärmedämmung und alles ist auf das feinste berechtnet, allerdings wie Herr Beckmann zu Recht annimmt mit einer Vormauerschale aus Stin.Wie wir uns dann die Planung angeschaut haben hats gerade noch klick gemacht mit der Frage die uns schon beim Haus umgetrieben hat "Wo ist denn dann der Taupunkt?". Antwort spontan war haben wir nicht berechnet, nach Denkpause dann -brauchen wir nicht wenn wir einen Abstand zwischen den Mauern lassen würden zum Hinterlüften dann wäre das kein Problem. So ganz trauen wir dem Frieden nicht und haben Angst das sich dazwischen eine Tropfsteinhöhle entwickelt weil ich ja schließlich keine hinterlüftete Fassade sondern eine geschlossene Wand habe. Die Holzständerlösung die Herr Heim vorschlägt wäre die, die uns am sympatischsten wäre diese scheuen Architekt und Statiker warum auch immer wie der Teufel das Weihwasser. Wir sind allerdings soweit das wir sehr ungern die Planer wechseln würden. Was mir fehlt ist eine schlüssige Arumentation die letztendlich darauf hinausläuft so wirds gemacht und das muß dafür berechnet werden. Danke für jeden guten Ratschlag.:)



Diskussion?



Aus vielen Gesprächen mit Bauleuten, die mit den Planern nicht zufrieden waren, weiß ich, dass hier kein Argument weiter hilft. Wenn sie ihre Nerven schonen und die Scheune retten wollen hilft nur eines.
Konfrontieren sie den Planer mit Ihren konkreten Wünschen. Z.B. Wir wollen eine Holzrahmenkonstruktion mit einer ausreichend großen Hinterlüftung. Wir wollen folgende Baustoffe einsetzen: .... Wir erwarten folgenden Dämmstandard .... Können und wollen sie uns diesen Wunsch umsetzen? Wenn nicht adé. (Behalten sie aber die Kosten und evtl. Forderungen aus entgangenen Arbeiten im Auge). Ist der Planer bereit die Dinge umzusetzen, lassen sie diese Arbeiten durch einen saSV für Schall- und Wärmeschutz begleiten und überprüfen, er oder sie wird die bauphysikalischen Dinge im Auge behalten. Dazu sind sie eigendlich sowieso verpflichtet. Beauftragen sie keine Bauleitung und keine Ausführungsplanung, sondern lassen sie diese Dinge bei Bedarf von jemand anderes erledigen. Über dieses Forum lässt sich bestimmt jemand finden, der ihr Projekt zu einem guten Ende bringt.

Gruß Fred Heim