Sandwichwand mit Porenbeton zur Schalldämmung?

30.11.2011



Hallo!

Wir haben ein Haus aus dem Jahre 1901 mit Vollklinker und Sichtfachwerk. Eine Innenwand zwischen zwei Schlafzimmern musste raus, weil sie nicht mehr wirklich stabil stand.

Die neue Wand zwischen diesen Zimmern soll nun mit leichterem Material hochgezogen werden, was ja bekanntlich gute Wärmedämmwerte bietet, aber eher bescheidene Schalldämmwerte.

Wäre es die folgende Idee wert, weiterverfolgt zu werden?

Wir könnten doch zwei Wände mit Porenbeton (z. B. 6 cm stark) hochziehen und dazwischen Raum für eine zusätzliche Schalldämmung lassen. Hier ist natürlich die Frage, was man da zwischenrein stopft, wenn es nicht um Wärmedämmung sondern um Schalldämmung geht.

Oder reagieren wir da jetzt über und ist die Schalldämmung einer Ytong-Wand mit 11,5 cm gar nicht mal so schlecht? Die Wand trennt wie gesagt zwei Schlafzimmer, die nicht mit einer Tür verbunden sind. Die Schwachstelle Tür scheidet somit schon mal aus.

Herzlichen Dank für Eure Einschätzung!

Viele Grüße!

Michael



schalldämmung- sandwichwand



Hallo Michael,
bin zwar in erster linie ofenbauer, was aber auch mit physik zu tun hat, so möchte ich eine, übringens erste, einschäztung in diesem forum , abgeben.
ich kann mir vorstellen das zwei gegenüberliegende wände sich ähnlich wie zwei lautsprechermembranen verhalten, also eine gute schallübertragung stattfinden könnte. Schall wird ja durch die luft übertragen und schallschutzwände, an der straße z.b. sind mit einer zerklüfteten oberfläche ausgestattet damit die schallwellen gebrochen werden. ähnlich ist es mit den "eierkartons", oder ähnlichen strukturen, an den wänden von tonstudios. so würde ich etwas ähnliches zwischen die wände packen, am einfachsten denke ich, ist da dämmwolle.
mit freundlichem gruß aus dem odenwald !
Thomas J. Etzel



Innenwand



Hallo Michael,
so wie ich die Frage verstanden habe geht es um ein Einfamilienhaus und um eine nichttragende Trennwand zwischen zwei Zimmern.
Innerhalb der warmen Gebäudehülle spielt Wärmedämmung keine Rolle und innerhalb einer Nutzungseinheit spielt Schallschutz nur eine untergeordnete Rolle.
Nach diesen Gesichtspunkten sollten sie die Wand erneuern. Wenn Sie bei den zwei Schlafzimmern eine verbesserte Schalldämmung wünschen dann geht das am besten mit Masse. Porenbeton ist da die falsche Wahl. Ein weiteres Prinzip zur Dämpfung von Schall ist Zweischaligkeit; dieses Prinzip wollten Sie hier umsetzen.
Trotzdem halte ich von Ihrer Idee nichts, denn sie ist in der Praxis schwer umzusetzen. Solche dünnen Wände lassen sich von Laien nur schwer vollfugig, eben und lotrecht realisieren und sie versagen bei Luftschall mit tiefen Frequenzen. Besser wäre eine massivere Wand aus 11,5 cm Normalziegeln, die eine höhere Rohdichte haben. Der Abbruch der alten Wand müsste das Material dafür liefern. Noch besser eignen sich Kalksandsteine. Ein dichter, schwerer Verputz erhöht die Masse. Damit erreichen Sie ein bewertetes Schalldämmmaß von 45 dB. Die Empfehlung innerhalb von Nutzungseinheiten liegt bei 40 dB zwischen unterschiedlichen Zimmern (z.B. Kizi und SZ). Bei erhöhtem Schallschutz sollte die Wand 47 dB erreichen. Das erzielt man mit Steinen der Rohdichteklasse 2,0 (Klinker, KSS) und beideitigem Putz oder durch eine freistehende Gipskarton- Vorsatzschale bzw. eine Lage Trockenputz Rigitherm MF auf einer normalen Vollziegelwand. Bei 17,5 cm Dicke und schwerem KSS (2,0) erhöht sich dieser Wert noch weiter auf 52 db.
Übrigens können Sie den erforderlichen Schallschutz auch komplett mit einer Trockenbauwand erreichen. Genauere Angaben kann ich ihnen (oder jeder Planer oder Trockenbauer) bei Bedarf nennen.
Damit das mit dem Schallschutz klappt sollten sie Nebenübertragungswege ermitteln und ausschalten.

Viele Grüße