Badsanierung - Zwischenraum Rigips Lehmwand mit/ohne Luftaustausch

22.08.2010



Hallo,
wir leben in einem Fachwerkhaus BJ ca. 1850 mit Eternit-Verschieferung. Seit 2005, als wie eingezogen sind, bauen wir an verschiedenen Bereichen. Jetzt sollen die Bäder gebaut bzw. saniert werden. Die alte Dusche (Schlauch von ca. 1mx2m mit Fenster im vorderen Bereich – Osten) lag in der Nord-Ost-Ecke im EG hinter der Trockenbauwand der Küche (Nordseite: Wetterseite). Die Duschwände (gefliest auf Rigips) waren teils undicht (Schimmel am Boden – geflieste Pressspanplatte auf Diele). Hinter dem Ständerwerk (Metall) sind auch alte Feuchteschäden im Fachwerk vorhanden. Auch die Gefache hatten ringsum ca. 1cm Luftspalt. Die Riegel in der ersten Ebene, die vom Eckpfosten zu den Streben geben sind zu mind. 50% bis 80% Morsch - aber ohne Wurm. Die Strebe nach dem Eckpfosten (Ostseite) ist OK, Schwelle auch (Nord und Ost!). Die Strebe auf der Nordseite ist im Teilbereich des ersten Riegels zu 66% NOK danach aber OK.
Die defekten Riegel werden ersetzt und die Strebe im defekten Bereich erneuert. Die Gefache werden neu aufgebaut. Soweit so gut.
Die neue Dusche kommt an dieselbe Stelle. Wandaufbau: Ständerwerk mit 2x Rigips, 2x Lastogum, und Fliesen (1x Rigips und Fliesen kommen über die Duschtasse, diese wird noch mit Silikon am Rand gegen die 1. Rigipsplatte abgedichtet und mit Silikon gegen Fliese verfugt). Boden und Decke werden ebenfalls 2x mit Lastogum gestrichen. Im OG wird aus dem Zimmer darüber (2,5m Nord x 3m Ost) ein neues Bad eingebaut (bisher Büro). Fester nach Norden, 2 Türen zu Schlafzimmer und Flur (gute Lüftung hier). Dennoch: der Aufbau im Badewannenbereich wie unten. Fachwerksubstanz: gut.
Die Anschlüsse sind gesetzt und der Bau mit dem Ständerwerk – Trockenbauwand – beschlossene Sache. Abstand Lehmwand zu Rigips ca. 10cm – der Leitungen wegen. Ich gehe davon aus, dass keine Feuchtigkeit vom Nassbereich an die Innenlehmwand mehr kommt.
Frage: Wie wird es sich im Winter mit der Wärme der Rigipswand (ca. 20°?)zu kalten Lehmwand (ca. 5°) verhalten? Sind Schäden zu erwarten? Kann ich Schäden vermeiden wenn ich für Luftzirkulation zwischen den Wänden sorge? Ich stelle mir das so, dass ich im Zwischenraum alle 10-20cm Löcher durch die Decken bohre – im Zwischenraum der Decken ist relativ viel Hohlraum – ggf. auch zum Dachboden (gedämmt) hin.
Danke fürs Lesen, auch eine Antwort wäre super
Gruß
Carsten
Fotos vom Haus unter
http://www.canaalpa.de/40038.html



Badausbau



Die Schäden am Holz sind zum großen Teil auf Luftzirkulation zurückzuführen.
Warme, Feuchte Innenluft gelangt in den Luftspalt, kühlt sich ab, Wasser kondensiert.
Wollen Sie diesen Vorgang noch beschleunigen?

Viele Grüße



Irgendwie



ist den meisten Leuten nicht klar, was ein Fachwerkhaus ist.
Die Holzkonstruktion ist das statisch tragende. Wenn da was fault, wird die Standsicherheit des Gebäudes beeinträchtigt. Da können die Gefache noch so gut aussehen.
Wenn Hölzer stark angegangen sind, müssen die erstmal ersetzt werden. Und vor weiterem Verfall geschützt werden. Mit Hohlräumen wird das aber im Gegenteil gefördert.
MfG
dasMaurer



Da kann ich zustimmen



Wir haben im OG alles entfernt, was vor die Wände oder auf die Wände gebaut wurde.
Da sah es teilweise schon schlimm aus dahinter.
Es waren bis zu 10 cm Hohlraum vorhanden, weil die Wände mal begradigt wurden. Die Holzkonstruktion wurde dort massiv geschädigt.
Wir haben nun von innen einen direkten Aufbau mit Lehm , Holzfaserplatten und Lehmverputz aufgeracht.
Die Hohlräume gibt es nicht mehr, und auch keine "feuchten Kammern" mehr hinter der Wandverkleidung.

Grüße, Juergen



Nach



Deiner Beschreibung, lieber Jürgen, liegt das alte und auch das neue Bad im EG. Somit ist im EG Fachwerk. Wenns so ist, vielleicht mal ein Foto von außen hochladen. Es könnte noch äußere Ursachen für Feuchteschäden geben.





Erstmal Danke für die Resonanz!

Leider ist meine Frage bzw. Beschreibung nicht richtig gelesen worden

An Georg Böttcher: Es gab lange vor meiner Zeit Schäden durch Feuchteeintrag durch eine konstruktiv schlecht ausgeführte Nasszelle. Mit meiner Beschreibung hatte ich ausgeführt wie ich den Neuaufbau gedenke aufzubauen. Daher ist Feuchtigkeit von der Nasszelle Richtung Fachwerkwand nicht mehr zu erwarten. Die Gefache werden vollständig erneuert und die Fachwerkwand mit Lehm verputzt (-> kein Luftspalt, kein Kondensationsausfall)

An Ulrich Warnecke: Mit meiner 1. Beschreibung hatte ich ausgeführt, dass Hölzer und Gefache ersetzt werden...

An Jürgen / Karin von der Saar: Die neue Konstruktion wird keinen Feuchtigkeitseintrag mehr in den Hohlraum zulassen. Feuchte Kammern sind nicht zu erwarten. Die Frage war ob Luftzirkulationslöcher hilfreich sind.

An Olaf aus Sachsen: es gab definitiv keine Feuchteeintrag von außen (Eternitschiefer, Dachpappe, Holzverkleidung, Fachwerk bzw. verputzte Gefache). Anmerkung: alte und neue Dusche im EG, plus neues Bad ins OG.

Bitte um Antwort zu Luftzirkulationslöcher in Zwischenräumen (von trockenen in trockene Räume)
Gruß
Carsten





Mal ganz grob gesagt,
wenn die erwähnte Temperatur innen 20 °C und die der Außenwand 5°C ist wird auf der 5°C kalten Wand Kondensat ausfallen.
Das immer dann, wenn die rel. LF über ca. 40% liegt.


Grüße aus Schönebeck



und



ich würde alle Nassräume im EG lassen - kein Problem mit Kondensat auf Fachwerk und mit Fliesen auf Dielung ....
Meine persönliche Meinung !



"Die



neue Konstruktion wird keinen Feuchtigkeitseintrag mehr in den Hohlraum zulassen"
Steht das Gebäude in einer Vakuumkammer? Das wär nämlich so ziemlich die einzige Möglichkeit.
Sorry, du fragst, ob die Luftzirkulation hilfreich ist.
Und alle versuchen, dir klarzumachen, dass Hohlräume im Fachwerk zu Schäden führen.
Also ist es doch egal, ob mit oder ohne Belüftung.
MfG
dasMaurer





Na ja Ulrich….

wenn er die unteren Lüftungslöcher bodengleich setzt kann er sie doch auch als Entwässerung verwenden.

Oder?


Grüße aus Schönebeck