Wasserschaden und ein Kellerwarzenschwamm - was mache ich nun?




Hallo und moin,

wir haben ein kleines Altbauhaus im Innenstadtbereich an der Nordsee.

Durch einen Wasserschaden, eine Trinkwasserleitung war nicht fachgerecht verlegt bzw. verpresst worden, sind im Laufe eines Jahres mehr als 290.000 Liter gutes Wasser unter unser Haus gelaufen.
Eben haben wir den Keller ausgeräumt und festgestellt, dass ein Holzstuhl, der zerlegt an einer Wand lehnte vollständig mit Myzel bewachsen war.

Wir haben daraufhin den gesamten Keller ausgeräumt. Dazu haben wir alles in blaue Plastiksäcke verpackt und aus dem Haus geschafft.

Auf der Kellerwand, wo der Holzstuhl stand, haben sich Mycelstänge ausgebildet. Und auch eine watteartige Substanz ist sichtbar: Kellerwarzenschwamm?

Holz ist in der Nähe konstruktiv nicht vorhanden.

Meine Fragen an die Experten hier:

1. Wie gehe ich weiter vor?
2. Ist auch so etwas ein Schaden, den unsere Versicherung, derzeit laufen hier überall Kondenstrockner, übernehmen müsste?


Mit freundlichen Grüßen
ein Pilzhasser



Hier noch ein Bild der Kellerwand



Hier noch schnell ein Foto von der feuchten Wand. Ja, es sind Schnecken. Die kommen nur hier in der Nähe des Myzel im Keller vor. Sonst sind die nicht anzutreffen.



Pilze



Hallo,
Melden Sie den Schaden Ihrer Versicherung.
Diese wird eine Probe nehmen lassen und den Pilz bestimmen lassen.
Wenn es der echte deutsche Hausschwamm ist, kann es sein ,dass es in Ihren Vers.-Vertrag eine Ausschlußklausel gibt.

= Hausschwamm - keine Schadensregulierung!

Wenn es ein anderer Pilz ist, muss die Versicherung den Schaden regulieren.

Alles Gute noch für das Jahr 2009 und viele Grüße

PS : Mussten Sie für das "verlorene" Wasser Wassergeld bezahlen??



Pilze



Oh, schon wieder doppelt.





Hallo,

ich vermute eine Vielzahl von Schimmelpilzen. Hier sollten Sie sich einen Fachmann bestellen. Bei längerer, starker Durchfeuchtung können sich gefährliche Schimmelpilzarten bilden. Die Schimmelpilzarten müssen auch nicht unbedingt sichtbar, so dass der Befall stärker als vermutet sein kann. Bevor die Kondensattrockner die Sporen in der Luft verwirbeln und im ganzen Haus verteilen, sollten Sie den Keller (ev. mehrfach) desinfizieren lassen.
Auch sollte beurteilt werden, ob Schimmelpilzmycele bereits in die Wand "vorgedrungen" sind und ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Weiter sollte auch der Fussboden auf Feuchte/Schimmel untersucht werden.

Ob eine Versicherung den Schaden decken könnte, kann ich nicht beurteilen.

Mfg Marcus Stöver



an Robert Göbel — Empfelungswertes Untersuchungslabor



Hallo Herr Göbel,

an den Ausschluss der Leistung - je nach Pilzart - daran hätte ich nun nicht gedacht: Vielen Dank für den Tipp!

Kennen Sie ein empfelungswertes Bestimmungslabor, dem eine Probe übersendet werden könnte?

Lieben Gruß von der Nordsee



an Marcus Stöver



Hallo Herr Stöver,

ich habe bereits vor dem Aufstellen der Trocknungsgeräte genau das durch einen Sachverständigen dokumentieren lassen:
je Raum 100 l Raumluft über eine Nährboden ziehen, Abklatschprobe nehmen und alles ab ins Labor.
War nicht so, dass bedenkliche Mengen an Schimmelsporen gefunden wurden.

Lieben Gruß von der Nordsee



Prima....



welche Arten wurden bestimmt?



Mit Verlaub:



Mit Verlaub:

Meine Fragen beziehen sich auf den holzverstörenden Pilz, der Erkennung und der weiteren Vorgehensweise — nicht auf Schimmelpilze. Die wurden am Mauerwerk entfernt, nur zwei kleinere Flächen. Soweit ich sehen konnte mit 30% Wasserperoxid und 70% Alkohol.

Trotzdem: Herzlichen Dank für Ihre mir mitgeteilten Sorgen!



Mit Verlaub:



Mit Verlaub:

Meine Fragen beziehen sich auf den holzverstörenden Pilz, der Erkennung und der weiteren Vorgehensweise — nicht auf Schimmelpilze. Die wurden am Mauerwerk entfernt, nur zwei kleinere Fläche. Soweit ich sehen konnte mit 30% Wasserperoxid und 70% Alkohol.

Trotzdem: Herzlichen Dank für Ihre mir mitgeteilten Sorgen!



Meine Meinung.....



der Sachverständige sollte die Feuchte an der Oberfläche und in der Tiefe der Wand bestimmt haben. Scheinbar ist Ihre Wand stark und tief durchfeuchtet. Pilze im Allgemeinen haben bestimmte, vielfältige Wachstumskriterien, die sich verändern und das auch gerne mit langer Verzögerung.
Das sollte der Sachverständige im Blick haben. Mit etwas Isopropanol und Wasserperoxid auf der Oberfläche und Kondensattrocknung bewirke ich etwas bis zu einer geschätzten Tiefe von 5 mm. Da das Wasser jedoch von aussen eingedrungen ist, vermute ich Tiefenfeuchte. Grundvoraussetzung für Pilzwachstum jeglicher Art.

Wo es zunächst drauf ankommt, sind die Feuchtewerte in der Tiefe, die ev. nochmals überprüft werden sollten.

Örtlich könnte man zusätzlich mit Infrarotheizplatten arbeiten.

Mfg Marcus Stöver



Kennen Sie ein empfelungswertes Bestimmungslabor, dem eine Probe übersendet werden könnte?



Nehmen sie eine Probe und schicken sie es an: www.holzfragen.de (http://www.holzfragen.de/seiten/b_insekt.html) Geht sehr schnell. Wir haben es ebenfalls schon einmal in Anspruch genommen. Grüße H. Köhler



Labor



http://www.MykoChem.de Dr. Dipl. -Biologe Wolfgang Helfer.
.
Erforderliche Maßnahmen sind nach DIN 68800 Teil 4 durchzuführen. Gute Informationen sind von der WTA zu beziehen. Im Detail kann man die vorgehensweise nicht in einem Forum besprechen und die Arbeiten müssen bei verschiedenen Pilzarten von geschulten Firmen ausgeführt werden.



Natürlich kann man auch in einem Forum wie diesem darüber sprechen



Die DIN 68800 sagt aber auch...
dass eine Bekämpfung nur durch einen Fachbetrieb mit Sachkundeausweis ausgeführt werden darf.
Dies ist auch im Merkblatt der WTA so vorgesehen.
Entscheidend ist jedoch auch, zu prüfen ob denn überhaupt noch aktiver Befall vorliegt.
In der DIN 68800 und den dazugehörigen Kommentaren ist eindeutig der Hinweis gegeben, dass eine Bekämpfung nur dann durchgeführt werden darf, wenn es sich um aktiven Befall der Hölzer handelt. In allen anderen Fällen fordert die Norm, dass der Entscheidung über das Ergreifen von Bekämpfungsmaßnahmen eine sorgfältige Prüfung über die Notwendigkeit im Einzelfall im Sinne einer Nutzen/Risiko Abwägung vorausgehen muss.
.
Um eine weitere Gefährdung zu minimieren, dass wieder Schwamm entstehen könnte, soll alles Holz aus dem Keller entfernt werden.
Dann ist auch kein Problem mehr gegeben.



an Edmund Bromm



Hallo Herr Bromm,

die DIN, beziehungsweise das, was ich im Netz gefunden habe, habe ich auch so verstanden, wie Sie es schildern. Deshalb haben wir auch alles in Plastiktüten verpackt aus dem Haus getragen. Wir wollten nämlich nicht noch die Sporen im ganzen Haus verteilen.

Konstruktiv ist überhaupt kein Holz mehr im Keller vorhanden. Nur das Myzel, dass sich von dem alten Gartenstuhl ernährt hatte.

Nach allem was ich gelesen habe, würde ich die Chemiekeule sehr gerne auslassen und lieber die Wand abflammen lassen. Doch was ist darüber eigentlich zusagen? wäre so etwas OK?

Lieben Gruß von der Nordsee



Genauso, und nicht anders....



....und wenn dann etwas weiter wachsen würde, kann immer noch ge- bzw. weiter bearbeitet werden.
Wenn das befallene Holz restlos entfernt wurde und auch sonst kein Holz mehr vorhanden ist, so ist auch keine Nahrung mehr vorhanden und somit stirbt auch der Rest ab.
.
Natürlich gibt es sehr viele sogenannte Fachleute die alles mögliche (und unmögliche) empfehlen. Auch weil diese nicht genau wissen, was Umweltschutz bedeutet, werden oft übertriebene Masnahmen empfohlen.
Also einfach abwarten.