Fachwerkwand Wand schiebt Sanierung

13.05.2009



Hallo liebe Forumsbesucher, ich habe einen Anbau mit teilweise noch vorhandenem aber leider marodem Fachwerk. Nun ist es mittlerweile so das die Auflager der Balkendecke zwischen EG und OG an der Wetterseite (ca. 50cm) abgefault sind und keine Verbindung mehr herstellen. Hier wurden in den 50er Jahren von irgendjmd Bleche vorgeschraubt so das da alles munter faulen konnte. Die Wände schieben nun und das ganze ist ernsthaft Einsturzgefährdet, siehe Bilder. Im OG befindet sich ein großer Saal mit beschädigter Stuckdecke und leider Einbauten. Rücksprache mit der Denkmalbehörde der Stadt ergab das eine Förderung und ein unter Denkmalschutzstellen wohl nicht möglich sei, da nach Begutachtung durch eine von der Stadt beauftragten Architektin, festgestellt wurde, das nur ein Replik zu erstellen wäre weil zu viel wohl kaputt ist. Leider bin ich der gleichen Meinung, dazu kommt natürlich auchnoch die Tatsache das auch bei uns die Kohle knapp ist und ich da keine 100 kilo Euro reinstecken kann. Jetzt hat ein Statiker der sich intesiv mit dem Thema befasst hat, empfohlen die baufällige Wand am Dach abzustützen das Fach und Mauerwerk zu entsorgen und das ganze als 30 cm Kalksandsteinwand mit Betonringanker für die Decken bzw. Dachanbindung neu zu bauen, dies scheint wohl die günstigste Möglichkeit um das Gebäude nachhaltig vor dem Abriß zu bewahren. Das Dach ist mit einem Sprengwerk (unterzug) konstruiert, ein neues Streifenfundament müßte dann natürlich auch gegossen werden. Ich würde gern wissen, ob hier jmd. schonmal ein ähnliches Problem hatte und / oder welche Lösung anzuraten ist ohne das ich mich bis an den St. Nimmerleinstag verschulde. Ich bin wirklich dankbar für jede Meinung und ernstgemeinte Tipps. Und bevor es jemand schreibt verkaufen ist KEINE Option... Viele Grüße und Dank im Voraus Marc ... weitere Bilder in meinem Profil



Sanierung



Hallo,
ich hatte indirekt ein ähnliches Problem, auch wenn es sich bei mir um einen neuzuerstellenden Anbauteil gehandelt hat, bei dem ursprünglich das bestehende Fachwerk erhalten und erweitert werden sollte. nach dem sich das Fachwerk für nicht mehr tragfähig erwiesen hat, habe ich mich allerdings aus Kostengründen für die Variante Holzrahmenbau entschieden, da dies schneller und meist auch günstiger möglich ist. Handelt es sich bei der Giebelwand ebenfalls um Fachwerk oder ist diese massiv gebaut?
Lg Wolf



Anstatt KS...



...wäre ein Stein mit einem besseren U-Wert angebrachter.

Gruß Patrick



Ein paar verfaulte



Balken auszuflicken ist nicht so schlimm!

Wichtig ist das Konzept, nach dem Saniert werden soll.
Ein bisschen Holz und ein paar Gefache sind ja nicht die Welt!

Man müsste das Gesamte untersuchen, die Schritte definieren und dann ran ans Werk.
Bei viel Eigenleistung hält sich das im Rahmen. Finanziell wie Zeitlich und Aufwandsmässig.

FK



30 cm



scheint mir ein wenig dick. 24 cm sollten sicher ausreichen.
Und ein Stein mit besserer Wärmedämmung macht hier den Kohl auch nicht fett, besser gleich eine vernünftige Wärmedämmung vorsehen.
Bei Eigenleistung sollte aber auf jeden Fall eine permanente fachlich kompetente Überwachung der Arbeiten sichergestellt sein.
MfG
dasMaurer



Gefache Sanieren



Untersucht haben wir das bereits das Problem liegt glaub ich daran das die Lasten die die Wand zu tragen hat (freitragende Decke mit Stuck zu hoch sind. Diese können wohl von der Wand nicht aufgenommen werden). Wie auch immer was empfiehlt sich den anstelle eines KS Steins? Ich habe mal Bilder des Dachstuhls und der Auflager der Zwischendecke EG/OG beigefügt (da ist wohl irgendwann mal ne Ausgleichsdecke draufgekommen). Vielleicht ist das ja für jemanden Interessant. Viele Grüße und schon mal herzlichen Dank.



Allerlei



Hallo
Wenn unten die Schwelle morsch ist (hinter dem Blech konnte alles schön faulen) und die Lasten des OG zu hoch sind (wer hat denn da die Zwischenwände einfach entfernt?) sollte man die Hölzer ertüchtigen und das gesamte Tragwerk untersuchen.

Alleine auf Tipps und Ratschläge eines Forums zu hoffen wäre etwas blauäugig oder gefährlich!
Dazu sind Fachwerkstatiken (vor allem wenn sie etwas ausgedünnt wurden) viel zu empfindlich.
Ihren Sparwunsch in allen Ehren - aber versuchen Sie nicht am falschen Ende zu sparen!

FK





Sicherlich ....

Herzlichen Dank nochmal für die vielen Antworten.



Wände etc.



Sicherlich ist mir bewußt hier kein "Allheilmittel" zu finden. Eine Frage viele Antworten, sind trotzdem ein Anfang. Die bisherigen Angebote belaufen sich auf ca. 50kilo für die Sanierung, einschließlich der Wiederherstellung der durch die Sanierung entstehenden Schäden. Da das natürlich auch kein Pappenstil ist und die Bank zu Recht fragt und was erreichst Du dann an Mehrwert versuche ich zuerst mal sämtliche Möglichkeiten abzuklappern. Bitte nicht falsch verstehen, mir ist einfach nur daran gelegen eine gute Lösung zu finden, die bezahlbar ist. Für Herrn Kurz, die Zwischenwände im EG sind nicht entfernt worden und sind noch Original, im OG sind erst in den 1950er Jahren einbauten gemacht worden, die da auch noch immer sind. Außerdem hab ich nicht unbedingt lust tausende von Euros in Architekten zu investieren, sondern suche einen kompetenten Ansprechpartner, trotzdem scheint es so als wenn hier vor Ort alle nur die Geld spielt keine Rolle Lösung haben. Und das obwohl ich wie auch hier genau das Gegenteil kommuniziere.

Herzlichen Dank nochmal für die vielen Antworten.





"Die bisherigen Angebote belaufen sich auf ca. 50kilo für die Sanierung, einschließlich der Wiederherstellung der durch die Sanierung entstehenden Schäden"
Ein kurzfristiges Gebastel ist langfristig nicht das günstigste, wie Sie ja schon erfahren haben. Nun gibt es ja Statiker, die alles mit Stahlbeton lösen, auch wenn es um die Wiederinstandstellung eines Gebäudes geht, das im Originalzustand ohne ausgeführt wurde. Wenn die Wand nach aussen gedrückt wird, weil sie von den abgerotteten Bodenbalken nicht mehr in Lage gehalten wird, kann man vielleicht diese Balken bis ins gesunde zurückschneiden, durch seitlich befestigte Hölzer wieder verlängern und statisch wirksam in die mindestens teilweise neu aufzuführende Seitenwand einbinden. Aber das alles kann man eben nur vor Ort entscheiden.

Leider hängen die Kosten für die Wiederinstandstellung fast nie nur von der Kapitalkraft des Besitzers ab. Wenn sie also alles machen lassen, kostet es. Zumal ein Handwerker sich hüten wird, eine feste Offerte zu machen, da sich schlecht vorhersehen lässt, was noch alles kommt.
Wenn Sie selber mauern und grobe Zimmermannsarbeiten vornehmen können und auch das nötige Material zum Abstützen irgendwo besorgen können, dürfte es nicht so teuer werden. Das hängt aber davon ab, wie viel Sie sich selber zutrauen und tatsächlich können. Und missratenen Eigenleistungen oder gar Unfälle werden noch viel teurer.



Was wird hier erwartet,



ein kostenloser Architektenersatz?
Mal eben anhand einiger Fotos eine Gratisplanung aus der Ferne?
Damit sind wir wirklich überfordert.
MfG
dasMaurer



Kostenloser Architektenersatz



"ein kostenloser Architektenersatz?
Mal eben anhand einiger Fotos eine Gratisplanung aus der Ferne?
Damit sind wir wirklich überfordert.
MfG
dasMaurer"

Ich glaube ich hab hier nicht nach einem kostenlosen Architektenersatz gefragt, sondern nur ein Thema zur Diskussion gestellt. Ich verstehe nicht warum ein Thema so abdriften kann und man sich als potentieller Auftragnehmer so ins aus schießen kann. Wenn Sie eine vernünftige Überlegung beitragen, bin ich dafür dankbar auch wenn diese kritisch ausfällt. Aber ich habe nun mal mit einigen Architekten die sich angeblich mit der Materie auskannten und in die ich viel Geld investiert hatte (was ich nun besten gebrauchen könnte) Murks erlebt. Das hätte ich auch selber zeichnen und Planen können. Ganz ehrlich ich habe nicht wegen Reichtum geschloßen und bin für ein offenes Wort. Wenn Sie als Maurer mit evtl. Kunden so reden, weiß ich mit wem ich nicht baue. Sorry aber das ist meine Meinung. Und ich möchte nicht wissen wieviele Angebote Sie jährlich Schreiben aus denen kein Auftrag wird, genau wie wir übrigens auch aber ich denke das ist in keiner Branche anders. Ich lasse mich allerdings gerne eines besseren belehren. Vielleicht mach ich als Kaufmann ja was falsch.

An alle anderen Mitglieder geht mein Dank für die mit viel Mühe und herzblut geschrieben Kommentare.

Viele Grüße



Hallo



Sollen wir uns das mal ansehen.
HOLENA GmbH 05242/982704 besser 0170/5443614

mfg Andreas Beermann





Hallo

Vorweg ich bin kein Statiker.

Was mir beim Anschauen der Bilder aufgefallen ist:

1: die Fachwerkaußenwand sieht zumindest auf dem Foto noch passabel aus. Abgefaulte Balkenkopfe sind nicht das große Problem und können ausgetauscht werden (die Stuckdecke befindet sich doch im OG also unterhalb des Daches?) Der Fußboden darunter muss nur sich selbst tragen, liegt auf verschiedenen Wänden auf und hat keine zu großen Spannweiten. Die Schwelle in ihrer Funktion als Ringbalken muss natürlich funktionieren ( berichtigt mich wenn ich was falsches schreibe, ist nämlich schon spät)

2: Die Risse im Bereich unterhalb der Fachwerkwand befinden sich im Bereich des nachträglich eingebauten sehr großen Fensters. Evt wurde ein unzureichender Sturz eingebaut?

3:Der Überzug im Dachraum "hängt" nur noch im vorderen Bereich des Fotos am Balken, hinten ist es nicht genau zu erkennen, sieht aber sehr lose aus. Hier sollte wieder eine kraftschlüssige Verbindung geschaffen werden. Evt. könnte man überlegen ob nicht eine "leichtere" Abhängung Entlastung der Decke bringen könnte, aber hier ist ein kreativer Statikus oder Zimmermann gefragt!

4: Die Einbauten im Saal würde ich entfernen ( meine persönliche Meinung)

5: Die Decke im Saal scheint an einigen Stellen feucht geworden zu sein. Aber bis auf zwei Knicke im Stuck (vermutlich da wo die Probleme in der Außenwand sind?) und abgeplatzter Oberputz ist doch noch alles oben und kann sicher noch erhalten, bzw. ergänzt werden, zum Teil auch in Eigenarbeit. Dach und Fenster habt ihr ja schon ausgetauscht.

6: Ich würde mich nicht auf die Aussagen eines "fremdbezahlten" Architekten verlassen und mal den Kontakt zur oberen Denkmalschutzbehörde suchen.

7: Kennt der Statikus sich mit Fachwerkbauweise aus? Die Empfehlung klingt mir nach einem "Massivbaustatikus". Im Zweifelsfalle (Falls es keinen erfahrenen "Holzwurm" in der Nähe gibt) würde ich bei Fachwerk aber eher auf einen Stahlbaustatikus zugehen, da dieser die gleichen Gesetzmäßigkeiten der Kraftableitung berücksichtigen muss wie ein Holzwerker.

Das waren ein paar Gedanken zur Guten Nacht die keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben.

Viel Spaß noch und macht mir doch noch ein paar schöne Detailaufnahmen von den Deckenmalereien.
Gruß

Dorothée



... :-)



Herzlichen Dank für die Überlegungen Frau Ziller, die Lösung mit Steinen war ein "günstig Sanieren Vorschlag" . Auf den Fotos ist es vielleicht nicht gut zu erkennen aber der untere Teil der Wand wo man auch kein Fachwerk sieht ist gemauert, die Stirnwand ebenfalls (wurde aber wohl schon 1930 gemacht), der komplette untere Teil hält zur Zeit aus "Gewohnheit" Ich denke das die mit wenig Kraftaufwand bei Bedarf zum umfallen gebracht werden kann. Die Einbauten sollen aus dem Saal auch raus, die Lösung wurde gemacht da wir sonst keine Küche und WC hatten, dies hab ich aber in der neuen Raumaufteilung jetzt in den Haupthaus Teil verlagert und zumindest das Bad schon fertiggestellt, so das der "Anbau Teil" als separat gesehen werden kann. Mit der zuständigen oberen Denkmalbehörde hatten wir uns bereits unterhalten und auch diese vertreten die Meinung das der Schaden so groß ist das ein Denkmalschutz nicht gegeben ist. Ganz nebenbei sind da die Zuschüße nicht so pralle und da ich anderweitig steuerlich eh entlastet bin bringt mir auch keine höhere Abschreibung was. Naja wie dem auch sei, gern stelle ich mal ein paar Bilderd er Deckenmalerei ein.



Eventuell doch eine Holzbaulösung??



Hallo,
kann mich Frau Ziller nur anschließen, wie ich auch bereits geschrieben habe. Es ist durchaus möglich, das dennoch eine Holzlösung in der Summe günstiger und vorallem einfacher ist, da hier auch sehr große Möglichkeiten für eigenleistungen bestehen und vorallem nicht zwingend alle Arbeiten direkt ausgeführt werden müssen, wenn erst einmal das Traggerüst erneuert oder instand gesetzt wurde.
Könnte, wen Ihnen keiner bekannt ist, eine Zimmerei empfehlen, die über viel Erfahrung im Bereich Fachwerkinstandsetzung verfügt. Bei Bedarf einfach melden.

LG Wolf