Sandsteinwand verputzen oder abstellen?

07.04.2010



Hallo zusammen,
wir bauen gerade den alten Seitentrakt unseres Hauses um. Unter dem Innenputz der einen Außenwand verbarg sich eine Sandsteinwand. Im künftigen Treppenhaus wollen wir diese sichtbar lassen, in 3 anderen Räumen allerdings nicht:
1. Raum: spätere Sauna inkl. 1 Dusche
2. Raum: Waschküche
3. Raum: normaler Wohnraum
Ich habe schon so viele verschieden Meinungen gehört...was ist am Besten zu tun? Die Wand ist von unten her leicht feucht, ich bekam jetzt den Tipp, mit Injektionen das abzudichten. Von anderer Seite hörte ich, dass der "Hydroment"-Putz das Beste wäre...
Wiederum von anderer Stelle wurde mir empfohlen, die Wände mit OSB-Platten abzustellen, dann Dämmung, dann Rigips aufzubringen, die Entlüftung liese sich über die noch abzuhängende Decke gewährleisten -> das wäre die günstigste und beste Methode...
Ich bin inzwischen ziemlich verunsichert: je mehr Fragen umso mehr unterschiedliche Antworten. Ich bin grundsätzlich an einer pragmatischen & günstigen Lösung interessiert, insofern könnte ich mir ein Abstellen der Wand durchaus vorstellen - wenn das sinnvoll ist...
Ich bin für Tipps wirklich sehr dankbar!
Gruß
Gregor





Hallo,

das bekleiden von feuchtebelasteten Wänden mag ja eine pragmatisch & günstige Lösung sein, und weil sie so günstig ist, ist sie in Heimwerkerkreisen weit verbreitet.
Deswegen ist es trotzdem eine der ungünstigsten Lösungen.
Der jetzt geringe Feuchteschaden wird sich nach solch einer “Sanierung” verschlimmern.
Sie sollten die Ursachen der Feuchte herausfinden (lassen) und diese gezielt beheben.

Grüße aus Schönebeck



AW: Sandsteinwand verputzen oder abstellen?



Hallo,
danke für die Antwort - genau das will ich verhindern: eine Verschlimmbesserung. Die Feuchte ist einfach erklärt: es gibt keine ausreichende Abdichtung nach unten zum Erdreich (Erdgeschoss), die Sandsteine ziehen daher Feuchtigkeit bei Regen. Kann ein Lösungsansatz wie folgt funktionieren: Abdichtung nach unten per Injektionslösung
Abstellen mit Fermacell o.ä. mit Belüftung über Lüftungsgitter bzw. über die abzuhängende Decke?
Ich möchte nicht eine billige Lösung sondern eine günstige :-)
vielen Dank!





Hallo,

Das Material mit dem Sie die Wände bekleiden ist bei der Thematik nebensächlich.
Das Problem bleibt die massiv behinderte Luftzirkulation sowie des Temperaturgefälle vom Wohnraum zum Zwischenraum.
Die Funktion einer Belüftung über Lüftungsgitter bzw. über die abzuhängende Decken wird in diesem Zusammenhang komplett überbewertet.

In wie Fern Abdichtungsmaßnahmen Sinnvoll sind kann nur am Objekt entschieden werden.

Das Problem was Sie bei der Suche nach einer vernünftigen qualifizierten Firma für Injektionsabdichtungen haben werden ist das, das diese leider in der Unterzahl sind.


Grüße aus Schönebeck



Feuchte Sandsteinwand



Hallo Gregor,
klären Sie erst einmal die Herkunft der Feuchte und denken Sie dann erst über die Methode nach, wie Sie die Ursache des Feuchteeintrags beseitigen können.
Die drei von Ihnen genannten Methoden blind ohne zu wissen wo die Feuchte herkommt anzuwenden ist ein Lotteriespiel, wobei ich die Variante mit den OSB- Platten als eine Wandbefeuchtungs- und Schimmelzüchtungsanlage ansehe.
Die anderen beiden können zumindest nicht Schaden (außer Ihrem Geldbeutel).

Viele Grüße



Innenwand



Hallo

Es hört sich so an, dass die Wand von irgend welchen Lagen Putz oder anderem befreit worden ist?
Und die Wand im unteren Bereich feucht ausschaut?

Welche Fußbodenaufbauten haben Sie?
Ist da eine Betonplatte drinnen oder ein Estrich reingebracht worden?

Wie schauen die Fugen aus? Welches Material?

Also mit den beschriebenen Hydroment; Injektionen oder abgestellten OSB Platten helfen Sie nur dem Hersteller und dem Fachhandel - Ihnen und der Wand m.E. nicht!

FK



AW: Innenwand



Hallo FK,
ja, es war ein alter Innenputz auf der Wand. Dieser wurde bereits von mir entfernt. Der Boden selbst besteht aus einer ca. 5-10cm dicken Betonschicht, darunter ist Sandstein. Einen Estrich gibt es noch nicht - den will ich erst einbringen, wenn die Wandthematik gelöst ist. Es handelt sich um eine Außenwand in Grenzbebauung zum Nachbarn. Das Problem ist aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit, zumal bei uns der Grundwasserpegel generell recht hoch ist. Die Feuchtigkeit (die Wand ist nur feucht, nicht nass) steigt bis zu ca. max. 50cm Höhe, und das auch nur wenn es stärker regnet.
Das mit der Hilfe nur für die Hersteller oder den Fachhandel ist auch so meine Befürchtung - die bisherigen Ratgeber waren alle mehr oder weniger "befangen", da sie auch nur ihre Produkte & Lösungen an den Mann bringen wollen. Ich habe keine Lust auf Schimmel oder auf erneute Sanierung in 2-3 Jahren...daher schon jetzt vielen Dank für gute Hinweise zur Problemlösung!!
Gruß
GL



Feuchte Sandsteinwand



Also keine kapillar aufsteigende Erdfeuchte, sondern Regenwasser, das bei jedem Regen an die Wand gelangt.
Das Problem sollte von außen zu lösen sein.

Viele Grüße