Innendämmung

13.01.2012



In einem Teil meines Bauernhauses habe ich eine 24er Ziegelsteinwand (Außenwand), sonst eine 36er.
Nunmehr möchte ich an dieser Außenwand und dem Rest eine Wandheizung anbringen.
Mitlerweile habe ich dazu hier viel erfahren dürfen.
Aber 2 Fragen sind noch nicht beantwortet worden.
1.) Die 24er Wand möchte ich gern mit Holzweichfaserdämmplatten in Lehm gebettet von innen isolieren, da mir eine 24er Wand zu dünn erscheint.
Sollte ich das auch an der 36er Wand durchführen? Ich habe hier gelesen, dass das bei einer solchen Wandstärke im Verhältnis zu den Kosten nicht viel bringt?
Wenn mir jemand dazu rät, kann der eventuell auch mir gleich sagen, wie stark jeweils die Dämmung ausfallen soll, also einmal für die 24er Wand und für die 36er Wand.
2.) Reichen die Holzweichfaserdämmplatten als Putzträger für einen Unterputz (Marke Thermolut)aus, oder sollte man noch einen Putzträger einbauen.

Vielen Dank im Voraus!



Putzträger auf Holzweichfaserplatten ...



... Du wirst immer ein Armierungsgitter im Putz auf der Holzweichfaserplatte benötigen. Die Hersteller der Platten nennen auch konkret, welchen Putz sie da gerne haben wollen.

Bei der 36er Wand würde ich bedenken, dass Du bei jeder Innendämmung die Masse ja in die Kälte stellst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Masse in die Kälte??



hallo Frank,

danke für die Antwort, aber "Masse in die Kälte stellst" verstehe ich nicht.
Wenn du den Kältepunkt meinst, dann habe ich doch gerade dafür eine Wandheizung, die das verhindert, oder?
Das Armierungsgewebe, ist das nicht nach der ersten Schicht Lehm zu verwenden, damit der Lehm nicht reist bzw. die zweite Lage Lehm besser hält?
Mir geht es um die erste Lage Lehm, direkt auf die Holzweichfasermatte.
Wenn ich z. Bsp. eine Heraklithplatte nehme, benötige ich keinen Putzträger, da die Platte dafür ausreicht, wie sieht es aus bei Weichholzfasermatten??
Wäre schön, wenn sich jemand meldet, der die Sache schon einmal selber durchgeführt hat.

MfG
camedia77



Die Dämmung mit dem Naturbaustoff...



..Holzdämmplatte auf der Innenseite reduziert die Erwärmung der massiven Wand. Egal mal ob Du eine Wandheizung anbringst oder nicht.

Wenn Du eine Wandheizung bei der 36er Mauer anbringen willst, dann würde ich die direkt aufbringen, so dass die Masse der Mauer erwärmt wird und in den Raum rückstrahlen kann.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Die Platten sind der Putzträger



und tragen beim richtigen Aufbau auch dicker Lehnmputzschichten. In das oberer Drittel der Gesamtputzlage ist noch ein Armierungsgewebe einzubetten.

Aus welchem Material ist die 36er Wand?

Grüße aus Koblenz



Dämmstärke noch gesucht!!



Hallo Herr Meurer,

auch die 36er Wand ist aus Ziegelsteinen.
Könnte mir jemand noch einen Tipp bezüglich der Stärken der Holzweichfaserplatten geben??

MfG
camedia77



" Verliert"



man nicht zuviel Wärme an die Wand wenn zwischen Heizung und Wand keine Dämmung liegt? Der Lehmputz auf der Heizung bringt ja genug Masse zur Strahlung mit, oder ?



Stäke der Holzweichfasermatten



Ich bin auch der Meinung, dass eine Dämmung nicht schlecht wäre.
Leider beantwortet mir jedoch keiner die Frage, nach der Stärke der Dämmung.
Ich werde die Frage wohl noch einmal ins Forum stellen!!
Vielen Dank an alle die sich bis hier beteiligt haben!!



Stäke der Holzweichfasermatten



"Leider beantwortet mir jedoch keiner die Frage, nach der Stärke der Dämmung."
Ja es kann wirklich mal passieren das am Wochende keiner antwortet!

Für die Stärke der Dämmplatten gibt es keinen pauschalen Ansatz. Um hier eine Empfehlung auszusprechen, müsste der U-Wert der bestehenden Wand bekannt sein.

Bei einer Innendämmung gilt die Regel: Die ersten Zentimeter sind die wichtigsten.

Grüße aus Koblenz



U-Wert AUßenwand



Sehr geehrter Herr Meurer,

sorry, so war das nicht gemeint.
Laut meinen Recherchen hat eine 36er Ziegelsteinwand einen U-wert von 0,8.
Da war ich doch sehr erschrocken, ich finde das echt schlecht.
Sollte ich da nicht mindestens 2cm Weichholzfaserdämmung aufbringen?-oder gar mehr??
MfG
Berl



Dämmung…



… zwischen massiver Wand und Wandheizung mag zwar vordergründig Energie einsparen, weil die Wand nach außen hin nicht mehr in dem Maße "mitbeheizt" wird, aber sie widerspricht dem Prinzip der Hüllflächentemperierung und führt zu einer bis zur Dämmschicht erheblich kälteren Außenwand, wo sich die Frage stellt, ob dieser Problematik mit der üblichen U-Wert-Berechnerei beizukommen ist.

Die angeblich verlorene Wärmeenergie, die also eine massive Wand auch nach außen hin um ein paar Grad erwärmt, könnte u.a. auch durch die Speicherfähigkeit so einer Wand letztendlich einer Durchfeuchtung oder extremer Auskühlung vorbeugen und die Dämmwirkung der massiven Wand um den entscheidenden Faktor verbessern. Ich hänge dabei nicht halb-esoterischen Theorien von der immensen Sonnenwärme, die so eine Wand aufnehmen kann oder Anderem aus dieser Ecke an, gehe aber davon aus, dass auch die Kritiker hier eine Diskrepanz zwischen errechneten Zahlenwerten und tatsächlichen Messungen zugeben müssen. Ich kann nur meine, schon andernorts gestellte Frage danach wiederholen, ob einer der Ingenieure, die immer schnell mit mathematischen Berechnungen um sich werfen, auch wirklich mal nachgeschaut hat, ob sich beispielsweise der errechnete Taupunkt wirklich irgendwo mitten in der massiven Wand befunden hat, oder ob es oft nur Zahlenkram ist, der gerne zitiert und gegenseitig abgeschrieben wird.

Wohlgemerkt: Ich rede hier ausschließlich von massiven Ziegelwänden, bei Fachwerk oder anderem Wandaufbau gelten sicherlich andere Regeln.

Ich lebe derzeit in einem umgebauten WKII-Bunker mit 1,80m dicken ungedämmten Betonwänden mit herausgesprengten bzw. diamantgeschnittenen Fenster- und Balkonöffnungen. Wenn rechtzeitig zu Beginn der Heizperiode auch wirklich geheizt wird, um ein Auskühlen der Wände zu verhindern, lässt sich der weitere Winter mit äußerst geringem Einsatz an Heizenergie in angenehmer Wärme verbringen, das galt auch und erst recht für die beiden vorangegangenen Winter mit längen extremen Kälteperioden. Gemäß den üblichen Berechnungen hätten wir entweder frieren oder uns arm heizen müssen, statt dessen laufe ich ohne zu frieren, barfuß auf Beton+Linoleum, ohne auch nur kalte Füße zu bekommen.

Ich bezweifle, dass dieser günstige Energieverbrauchswert bei Außen- oder Innendämmung verbessert worden wäre und genau deshalb werde ich es bei unserem aktuellen Restaurantionsobjekt mit den massiven Ziegelwänden auch so machen.

Vielleicht (?) macht es aber einen großen Unterschied, ob ein Haus nonstop bewohnt, immer fachgerecht repariert und ausreichend geheizt wurde, oder aber ein paar Leerstandswinter Wasserschäden oder Baupfusch hinter sich hat. Durchfeuchtete massive Wände können(!) Jahre benötigen, bis sie wieder hinreichend trocken sind und wenigstens die ihnen eigene bescheidene Dämm- und Speicherwirkung wieder innehaben. Ob es sinnvoll ist, solche Wände zu dämmen und somit die Austrockung erheblich herauszuzögern bzw. komplett zu verhindern, wage ich zu bezweifeln, somit erübrigt sich auch die Frage nach der Dicke der Dämmung, die ja sowieso je nach material nur eine Äquivalenz ist. Falls technisch möglich, würde ich mit einem Baufachmann lieber die Frage nach einer weiteren Klinkerschicht bei den 24-er Wänden diskutieren.



Ob die



Hüllflächentemperierung von Großeschmidt zu empfehlen ist, wird nicht nur von mir bezweifelt.

Für die Stärke der Holzfaser empfehle ich eine Stärke zwischen 2 und max. 6 cm.

Bei einer 4 cm starken Platten sinkt der u-Wert etwas unter 0,5 W/m²K, mir würde das reichen.

Grüße



Was hat eine Wandheizung…



… in Lehm mit Großeschmidts zwei Kupferrohren im Sockelbereich zu tun? Ob Großeschmidts Methode für die Beiheizung von Wohnräumen ausreicht, habe ich an anderer Stelle auch schon mal bezweifelt, bin allerdings Laie ohne Erfahrung in dieser Hinsicht. Das unterscheidet mich vom Baufachmann, dessen Aussagen fundiert hinterlegt gehören. Reine Zweifel genügen da nicht, Stichwort "Dresdner Frauenkirche, massive Bauschäden wg. falscher Heizung".
Die Hüllflächen werden jedoch in beiden Systemen temperiert, auch wenn es teilweise anders genannt wird. Im Grunde ist Großeschmidts Heizung doch auch nichts anderes als eine Minimal-Wandheizung, m.E. ausreichend um Kirchen, Klöster, Schlösser und andere Denkmäler frost- und schadenfrei zu halten.

Abgesehen davon wiederhole ich nochmals meine Frage, nach Gegenrechnung und beurkundeten Schäden.