Viele Probleme und keine Lösung :(

27.07.2003



Hallo,
um meinen immer größer werdenden Computerzoo unterzubringen habe ich von meinen Eltern einen Raum unseres Keller zur Vefügung gestellt bekommen. Leider liegt in dem Raum so einiges im argen. Die Lehmdecke zerbröselte langsam, sodass ich sie mittlerweile schon abgenommen hab, ein Balken ist stark angefressen, die Gefache lösen sich in Staub auf die Wand aus Naturstein hat auch keinen Putz mehr - ich weiß im Grunde nicht so recht wo ich anfangen soll und was ich tun soll um das ganze wieder in einen vernünftigen Zustand zu bringen.
Folgendes wäre für mich wichtig:
- Was mache ich mit den kaputten Gefachen, bzw den Gefachen, bei denen der Lehmputz zum Großteil weg ist
- Was mach ich mit den kaputten Balken
- Was macht man am besten mit der Natursteinwand (verputzen ?)

Ein Handwerker kommt nicht in Frage da diese aus finanziellen Gesichtspunkten nicht drin ist.
Ich hab mal ein paar Fotos gemacht (Sorry, die Cam ist leider nicht so gut).
http://www.geocities.com/eule86/keller/bilder.htm Bitte nicht erschrecken ;)

Vielen Dank für euren Rat im Vorraus!





hallo stefan, das sieht schlimmer aus als es ist. ein wenig schwierig ist es, die Baustelle anhand der fotos zu beurteilen: liegen denn alle wände ganz oder teilweise unter bodenniveau (auch die mit fachwerk??? gibt es regelrecht nasse oder dauerfeuchte stellen? wie ist der boden beschaffen? gibt es irgendeise art von Heizung oder die möglichkeit dazu? lang doch die paar infos noch nach, dann lässt sich hier im forum sicher eine günstige lösung austüfteln!
gruß günter flegel, wagenhausen (mein haus sah schlimmer aus!!!)





Hallo,
erstmal vielen Dank für die Antwort(es keimt schon wieder ein bisschen Hoffnung in mir :). Der Bereich unter dem Fenster liegt unter der Erde ,daher ist die Steinwand wahrscheinlich der einzige Bereich der von Feuchtigkeit heimgesucht wird.Der schlechte Zustand des Raums hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass man über Jahre hinweg einfach irgend welchen Putz auf die Wände geklatscht hat ohne an die Folgen zu denken(Atmung???).Außerdem wurden in dem Raum jahrelang ca. einen halben Meter hoch Holz und Koks gelagert. Das Fachwerk dürfte, soweit ich es beurteilen kann im "trockenen" liegen (links und rechts vom Raum sind andere Räume; die andere Wand ist zum Durchgang hin). Der Boden ist wohl Estrich (wurde wohl mal Anfang des letzten Jahrhunderts gemacht). Der Raum wird eigentlich recht gut beheizt, da er durch eine Kohlenrutsche mit dem Heizungskeller verbunden ist.
Ich werde heute Abend noch weitere Fotos machen und mich dann nochmal melden.



Bilde da!



So, ich hab jetzt nochmal versucht ein paar aufschlussreichere Fotos zu machen (leider mit der Kamera sehr schwierig). Ich hoffe Ihr könnt mir jetzt noch etwas mehr dazu sagen. Vielen Dank!

http://www.geocities.com/eule86/keller2/bilder.htm





für diese probleme gibt es eine lösung, also, packen wir's an:
1. sämtlichen feuchten und/oder losen putz sauber abschlagen/kratzen und als Bauschutt entsorgen (wenn nicht gerade ein Loch passender größe irgendwo im Garten ist).
2. den Deckenbalken von einem Zimmermann anschauen lassen (geht nicht ohne!). möglicherweise ist er nur oberflächlich angegriffen, aber im kern noch gut. wahrscheinlich kommst du um den Austausch herum, eventuell muss er aufgedoppelt (verstärkt) werden, was du mit ein bisschen geschick und anleitung auch selber machen kannst.
3. beschädigte lehmfüllungen würde ich wieder mit Lehm ausbessern - am besten lehm aus dem garten oder von einer baustelle in der nähe holen, einsupfen (wässern), mit Sand und Stroh mischen, so dass eine zähe masse entsteht; die in die löcher stopfen und nach dem antrocken mit flüssigerem lehm nacharbeiten (es gibt auch fertigmischungen, aber die sind recht teuer).
4. Holzbalken sauber bürsten und eventuell lasieren.
5. die gefache an den wänden neu mit lehm- oder Kalkputz (wichtig: reiner kalk, kein mep o.ä.) neu verputzen. auch das kann man selber machen. am schluss mit Kalkfarbe streichen.
6. ähnlich kannst du bei der Decke verfahren, wobei du dir aber leichter tust, wenn du sie vorher mit einem Putzträger verschalst (streckmetall, heraklit, notfalls auch gipsfaserplatten).
7. die Bruchsteinwand solltest du mit Streckmetall bestücken (die matten werden an die wand gedübelt). dann ein erster Bewurf mit reinem kalkputz, nach dem trocknen eine zweite saubere putzlage.
8. zum guten schluss vielleicht noch ein neuer boden: kreuzweise latten als unterkonstruktion, eine dämmschütttung dazwischen (liapor o.ä), filzstreifen als Schalldämmung und 2.wahl-dielen aus dem sägewerk. danach Schleifen und Ölen .
9. fertig ist die laube. das dürfte, abhängig natürlich von der raumgröße und deinem geschick, rund 4 wochen arbeit und 500 euro kosten.
gruß günter flegel





Ok, vielen vielen Dank für diese Anleitung. Ab Mittwoch habe ich Ferien, dann gehts los. Ein paar Fragen hätte ich jetzt allerdings noch:
Kann ich das seeeehr marode Gefache so lassen oder muss ich das erneuern?
Ich hab im Garten noch ziemlich viel Lehm, der z.T. aus dem Raum selbst und aus anderen Bereichen des Hauses kommt (sind noch komplette Wickel mit Stroh von der Decke). Kann ich den wiederverwenden bzw. "aufpeppeln" ?
Ich bräuchte noch eine etwas genauere Erklärung was das verputzen betrifft, da ich eigentlich noch nie eine Wand verputzt habe (es gibt immer ein erstes Mal ;). Eine Auflistung der Arbeitsschritte wäre sehr nett, ich denke dann bekomm ich das hin.
MFG
Stefan Steimann





hallo, alten lehm kann man problemlos aufbereiten - wasser, eventuell neuen lehm und stroh dazu - klappt wirklich gut, auch wenn man es noch nie gemacht hat. wenn gefache sehr schlecht beinander sind, dann im zweifel rausnehmen und neu wieder aufbauen (mit holzstäben und weidengeflecht).
zum verputzen: wichtig ist zunächst die richtige konsistenz - er darf nicht zu fest und nicht zu dünn sein. die richtige wassermenge steht aber auf den säcken drauf. wichtig ist noch ein guter Mischer für die bohrmaschine, dann ein großer plastikbottich - los geht's. altgediente putzer zeihen die masse mit einer glättkelle auf; mann kann den putz aber auch mit der kelle an die wand werfen und dann glattstreichen. das ist alles nur ein bisschen übungssache, und selbst ich als absoluter putzanfänger hab das schnell gelernt. optimal wäre natürlich, wenn du dir die putzerei mal von eimem profi zeigen lässt - hör dich doch mal im bekanntenkreis um. ich hab#s selber nicht geglaubt, aber auf 20 menschen kommen durchschnittlich drei Verputzer ...
gruß (und glück auf!)
günter flegel





Ok, dann wäre das Problem mit dem Lehm schonmal beseitigt.
Ich habe im Netz gelesen, dass der Spritzbewurf mit 1 Teil Zement (in diesem Fall Kalk) und 2 Teilen Sand angerührt wird, Du hast geschrieben, dass ich nur Kalk nehmen soll - Was ist richtig?
Reicht irgendein Drahtgeflecht(Ich hab hier noch ne Rolle Maschendraht) als Streckmetall oder muss das was spezielles sein? Muss der Spritzbewurf das Streckmetall komplett abdecken? Was für einen Putz muss ich für die zweite Putzlage nehmen (Putzart,Mischung) ?
MFG
Stefan Steimann





hallo, spritzbewurf, wie gesagt, nur an der bruchsteinwand, nicht bei den lehmgefachen. maschendrahtzaun taugt nicht als bewehrung; 1. bringst du ihn nicht fest, 2. ist er zu weich. rippenstreckmetall kostet aber wirklich nicht die welt! wenn du keinen fertigen kalkputz bekommst, kannst du deinen putz aus kalk und sand im verhältnis 1:2 selber mischen. auf zement würde ich, wie gesagt verzichten, weil der die wand dicht macht - reiner kalkputz atmet und erzeugt ein sehr gutes raumklima. für die erste und die zweite putzlage das gleiche Material verwenden.
gruß günter