Salpeter auf Ziegelwand

07.01.2006



Ein gutes Neues.

Vor ein paar Wochen haben wir ein paar Änderungen an einer Ziegel-Innenwand vorgenommen. Die Wand befindet sich zwischen Flur und Abstellraum.

Auf der Seite des Flures war eine ca zwei Jahre alte Holzpaneelwand vorgesetzt. Die haben wir entfernt. Unter der Lattung befand sich eine vorgesetzte Gipskartonwand. Die Gipskartonwand haben wir ebenfalls entfernt. Die Gipskartonplatten waren feucht, die Lattung darunter schimmelig. Als wir die Lattung von der Wand nehmen wollten, fiel uns der Sand-Putz in schallplattengroßen Stücken entgegen. Der Putz ist nun runter.

Seit ein paar Wochen ist nun diese ehemals Feuchte Wand auf der Oberfläche trocken und fühlt sich beim Anfassen nicht mehr so kalt an, wie noch direkt nach dem Entfernen der durchfeuchteten Aufbauten.

Die Wand selber ist ca 60 cm (ja, es ist eine Innenwand) stark und nach hiesiger Sitte direkt in den (feuchten) Sand gebaut. Der Fußboden schließt mit Estrich knapp an die Wand an. Man kann also sehr sicher sein, dass die Feuchte von unten kommt und dass es sich nicht um Kondenswasser handelt.

Seit einigen Tagen fängt Salpeter (im heutigen Abstellraum wurden früher Tiere gehalten) auszublühen. Mit diesem Ausblühen wird auch die oberste Schicht der Ziegel abgelöst. Eigentlich wollten wir die Ziegelwand so lassen, da sie sich optisch sehr gut macht.

Als Baumaßnahme für Frühjahr/Sommer hatte ich folgendes geplant:

1. Auf der Flurseite nach und nach unter der untersten Ziegelreihe den Sand-Mörtel gegen Kalkmörtel (ggf eingeschobene Bitumenbahn) austauschen um den "saugenden Querschnitt" der Wand etwas zu schmälern.

2. Da der Sand-Mörtel an der ganzen Flurseite in handlichen Bröckchen zwischen den Ziegeln liegt, den Sand-Mörtel auskratzen und gegen Kalkmörtel ersetzen.

3. Die Flurseite mit Tiefengrund behandeln, um Verdunstung und Ausblühung einzudämmen.

alternativ zu 3. Sanierputz oder Kalkputz als Opferputz, wobei ich nicht weiß, wann dann wieder Bautätigkeiten notwendig sind.

Ich habe jetzt allerdings Bedenken, dass ich mir mit der Aktion Feuchte bis zu den Holzbalken Boden 1.OG "hochtreibe", wo sie dann wirklich zu schädigen anfängt.

Horizontale Feuchtesperren (Edelstahlblech etc) können wir uns finanziell nicht leisten, so sie denn überhaupt bei 60 cm durchführbar wären.

Vielen Dank im Voraus
Gruß von einem Exil-Westfalen



alte Wand ...



bitte nicht mit Tiefründen bearbeiten auch wenn die Werbung alles mögliche verspricht ...
mal auf die "solubel" Seite schauen - Staubkalk evtl, PS 50 ...wenn mans nicht gesehen hat lann man wenig sschreiben ...
Teerpappe und Tifgrund bitte nicht

Gute Nacht

FK



Hallo,



ja bitte nicht mit Tiefgrund oder Sperren arbeiten. Prinzipiell gibt es zwei möglichkeiten. Mit einem Opferputz aus 5 Teilen scharfen Sand und 1 Teil Kalkhydrat einen dünnen Kalkputz (deshalb dünn weil wir ja wollen das er nach ein bis zwei Jahrenwieder ab soll) die Salze herausziehen, wenn der Putz wieder ab ist die Wand neu mit Kalkmörtel verfugen. Oder alternativ die Fugen auskratzen und die Wand mit zwei Lagen Unterputz wie vor Beschrieben mind. 2 cm dick Putzen, darauf einen Sumpfkalkfeinputz, Kalkglätte oder Sumpfkalkanstrich und somit die Wand über die Fläche trockenlegen



hm



Was genau spricht gegen eine horizontal eingeschobene Bitumenbahn? Soll die Feuchte doch unten bleiben. Da stört sie mich nicht sonderlich.

Ein bis zwei Jahre reichen, die Salze loszuwerden? Im Moment kann ich alle zwei Tage abgesprengte Ziegeloberfläche und Salpeter mit dem Staubsauger entfernen.

Staubkalk? Habe ich noch nie gehört. Weißkalkhydrat hätte ich hier. (Wird mal Zeit ein Kalk-Glossar hier zu verfassen. Blickt ja kein Nicht-Bauingenieur mehr durch.)

Mit dem scharfkantigen Sand muss ich mal sehen, wo ich den herbekomme. Wir wohnen mitten im Donautal. Da gibt es keinen scharfkantigen. *seufz* Kann ich nicht unseren Flusssand nehmen, den die hier alle hundert Meter ausbaggern?



Donausand



Körnung 0 - 4 mm ist genau der Sand von dem ich spreche. Entschuldige aber viele Baubegriffe werden in unterschiedlichen Regionen anders ausgedrückt. Ja 1 - 2 Jahre reichen aus um den Salpeter aus der Wand zu ziehen. Allerdings wird er wenn die Feuchtigkeit nachkommt wieder freigesetzt. Habe ich bei meinem ersten Beitrag vergessen. Eine nachträgliche horizontale Abdichtung bei 70 cm Wandstärke ist glaube ich in Eigenleistung nicht machbar. Von einer Firma unbezahlbar (habe selber eine Firma). Warscheinlich ist bei dir eine Sanierung mit Kalkputz die bessere Lösung als ein Sichtmauerwerk. Da mann die Wand über die Fläche hervorragend Trockenlegen kann. Mit lehmigen Grüssen Martin



seufz



Vielen Dank.

Weißkalkhydrat hatte ich für die Außenwand bereits gekauft. Der liegt in der Werkstatt und wartet auf den Mai. Dann werde ich wohl noch etwas mehr von dem Zeug besorgen, bei erstbestem Wetter mit dem Hänger zur Grube rüberfahren und mich damit mal eindecken.

1 Teil Weißkalkhydrat
5 Teile Sand
und dann Wasser bis die Pampe an der Wand Kleben bleibt

Die Fugen werde ich dann auf halbe Steintiefe auskratzen und mit neuem Mörtel zumachen. Bei der Gelegenheit (habe mir vor zwei Monaten schon hell klingende Ersatzziegel von der Erddeponie geholt) werde ich weiche Ziegel austauschen.

Es sind ein paar Ziegel dabei, die sind so weich und angegriffen, dass heute (24 Stunden nach der letzten Drahtbürsten- und Absaugeaktion) bereits wieder so genügend von einem Ziegel von alleine runterbröselte ein rotes Häufchen auf dem Boden zu finden war. Vielleicht tausche ich den ein oder anderen Ziegel auch schon vorher aus.

Wie kann ich zukünftig die Aktionen auf möglichst gering halten? Dünnerer Putz für weniger Masse zum zweijährlichen Austausch oder besser dicker Putz um nur alle zehn (oder noch mehr) Jahre was machen zu müssen?

Gruß mit dem Staubsauger in der Hand
Denis



Hallo Dennis,



Mischungsverhältnis 1 : 5 war für den Opferputz gedacht und zum Verfugen auch bestens geeignet, wenn du richtig Putzen möchtest dann mische 1 : 3. Ich würde mind. 2 lagen Unterputz bringen (2,5 - 3 cm) und den entweder nur mit einem Reibebrett reiben (gibt eine sehr schöne glatte Oberfläche) oder den Putz abrapern (Gitterrabot) und einen Sumpfkalkfeinputz auftragen. Je nach Geschmak.Mir gefällt der geriebene Unterputz am besten. An solch einem Putz solltest du viele Jahre freude haben. Streichen kanst du mit riner Sumpfkalkfarbe und kalkechten Pigmenten. Mit lehmigen Gruß Martin Elzenbeck



und wie ist das mit dem boden?



Hallo!
Wir haben auch einen Stall, den wir zurkünftig als Werkstatt nutzen wollen... Ich habe den Beitrag hier mit regen Interesse bis hierher gelesen, habe aber noch eine Frage.

Unser Stall hat einen Ziegel-Naturstein-Boden und auch hier blüht der Salpeter aus. Kann man etwas dagegen machen? Habt ihr Ideen/Vorschläge? Kann man den Boden erhalten? Oder muss man einen neuen Fußboden oben drauf bauen oder den vorhandenen Boden entfernen?

Danke!

Inka



Ein Stall?



Früher mal mit Tieren?
Die Nitrate im Dung und Kot sind für die Bildung von Bausalzen, z. B. in Ziegelböden geradzu förderlich. Außerdem vermute ich, dass unter dem Ziegelboden keine Feuchtigkeitsperre ist und im Augenblick aufsteigende Feuchtigkeit sehr gut abdiffundieren kann. Hier sollte sehr sorgfältig geplant und durchdacht entschieden werden, Evtl. muß der Fußboden komplett neu aufgebaut werden um die Räume Räume anders nutzen zu können.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri