Wand feucht - woher?

30.05.2013 diapedese



In einem kleinen Zimmer unserem Fachwerkhaus habe ich den alten Betonputz von einer Backsteinwand abgehauen und die darunterliegende Wand mit Lehm steinfühlig verputzt. Ich habe dafür viel Wasser verwendet. Nach 3 Wochen ist ein Teil der Wand noch immer feucht. Wie man auf dem Foto sieht, nur im mittleren Teil, oben und unten ist trocken. Stellt man einen Heizlüfter davor, dann kommt die Feuchte nach einiger Zeit (12 Stunden?) wieder. Vor dem Verputzen hat man nichts dergleichen gesehen, allerdings war auch der Mörtel ziemlich spröde und porös.

Infos zum Zimmer: Links und rechts Außenwand, nach links in einen kleinen Hof, rechts Garten, 1. OG, darunter unbeheizter Raum, wahrscheinlich gar nicht gedämmt, zu beiden Seiten 40mm Holzweichfaser und bis jetzt Unterputz, auch vor Kurzem verputzt. Außendämmung links 5cm Styropor, rechts nix. An die Wand vor Kopf selber grenzt unmittelbar das Nachbarhaus, es liegt keine Wasserleitung o.ä., im Nebenraum soll ein Wohnzimmer sein. Ich habe ein paar Steine rausgenommen, nach dem Außenputz kommt schließt Teerpappe an, keine fühlbare Nässe. Dazwischen ein minimaler Hohlraum (ich habe ein paar Zweigchen Efeu gefunden, der im Bereich der rechten Wand wächst, gefunden), zumindest nach links ist anscheinend zu.
Nach oben Flachdach, Dachkonstruktion liegt derzeit von unten offen, kein Hinweis auf Undichtigkeit. Links und rechts je ein kleines Fenster, das linke nur etwa 20cm von der Wand entfernt.
Der Mörtel fühlt sich in der Tiefe zwar nicht feucht an, staubt aber auch nicht, was er anderswo tat.

Hat jemand schonmal so etwas gesehen? Uns irritiert vor allem das Verteilungsmuster der Feuchte. Woher kann das kommen? Ist noch vom Verputzen Fecuhtigkeit drin, die der Lüfter erstmal oberflächlich trocknet und die dann von innen wieder nachkommt? Oder vielleicht eine Kältebrücke an der Wand, an der mehr Wasser kondensiert? Ein Zusammenhang mit der Höhe der Fenster? Oder doch irgendwo ein Feuchteeintritt? Wie kann man ggf. herausbekommen, wo eine Leckage ist?

Herzlichen Dank für Erfahrungen und Ideen



noch ein Foto



hier noch ein Detailfoto. Man sieht nach 25cm Backstein Außenputz und dann die Teerpappe des offenbar später angebauten Teils des Nachbarhauses



Hallo diapedese,



befindet sich in den Bereichen wo die Wand bereits abgetrocknet ist auch eine Teer/Bitumendichtungsbahn dahinter?

Vielleicht behindert diese Dichtungsbahn ein Abtrocknen in beide Richtungen, sodas in den Bereichen mit Teer/Bitumenbahn nur eine Abtrocknung nach Innen möglich ist.

Mit Grüßen
Danilo



entfeuchtungsmöglichkeiten



Hallo

das denke ich auch … 
die Wand ist voll!

und braucht einfach Zeit um trocken zu werden … da hilft kein Lüfter, der nur die Oberfläche abtrocknet … 

ob der Lehm da meine erste Wahl gewesen wäre … ???

da wäre ein Kalk (solubel) m.E. besser und schneller damit fertig geworden … 

allerdings nur "einseitig" – die Abdichterei der Anderen Seite ist einfach nicht das Gelbe vom Ei!

Abdichtungen sind m.E. sowieso nur meist Makulatur und soll die Nerven beruhigen … aber auf lange Sicht sollte man das ganze anders "sichern" … 

Florian Kurz





@ Florian: Was meinst Du mit "schneller und besser fertig geworden"? Der Lehm ist nur eine dünne Schicht, die Steine sind auch feucht und mir ist lieber, die Feuchtigkeit ist da drin als frei und irgendwo runtertropfend. Ob da Kalk besser ist? Wir haben das ganze Geschoss mit Lehm gemacht (hier und da auch Kalk, wo schon ein Bestandsputz aus Kalk war), warum hätte ich ausgerechnet an der Wand was anders machen sollen. Es war ja nicht von vornherein klar, dass die Wand feucht bleibt.

Aber eine verzögerte Trocknung ist ja noch die harmloseste aller möglichen Varianten, oder sehe ich das falsch? Sollte ich vielleicht mal an einer trockenen Stelle noch 1-2 Steine wegnehmen? Das mit dem Lüfter dachte ich mir auch so. Bei 25cm dickem Mauerwerk kann man sich vorstellen, dass das nur oberflächlich wirkt.
Danke fürs Erste!



Da das fränkische...



... Phrasenkatapult sich wie so häufig nur in Allgemeinplätzen (hättste, wennste, könnste) ausdrückt und ohne Baustellenkenntnis ein bestimmtes Produkt empfielt, nun konkret:

An der Abdichtung wirst Du nichts ändern können, und die Feuchte wird in wenigen Tagen (2 Wochen) in den Raum hinein ablüften können, so denn die Witterung mitspielt. Warum das nun so definiert in einem bestimmten Höhenbereich stattfindet, ist aus der Ferne kaum zu beurteilen. Vielleicht war der Putz feuchter eingestellt, vielleicht habt Ihr stärker vorgenässt, vielleicht ist auch die Steinqualität eine andere.

Insgesamt kein Grund zur Sorge...

MfG,
sh



ich



denke auch, daß mittels guter Lüftung die Oberfläche gut abtrocknet - und die nachkommende Nässe kann wieder aufgenommen werden - also wieder lüften. Durch den alten Putz könnte die Wand in dem Bereich (es sind ja nur die Fugen!) mehr Restnässe haben. Vielleicht hat der Mörtel auch eine andere Zusammensetzung ......

"aber auf lange Sicht sollte man das ganze anders "sichern" … das "Wie" wird er dir wohl hier nicht verraten. Da kam bisher wenig Konstruktives, wie Sebastian schon schrieb.