Nasse Innenwand aus Schlacke Steinen sanieren

31.08.2011



Nach der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, das am Hang steht, ergab sich folgendes Problem: Eine Innenwand aus Schlackesteinen zieht Bodenfeuchtigkeit nach oben.

Der Problembereich bezieht sich auf die Wand die den unbeheizten Keller im UG (unter der Erde liegend) von dem geheizten + teils innengedämmter Wohnraum (über der Erde liegend) trennt. (Hanglage)

An der Innenwand des Wohnraumes zeigen sich inzwischen bis auf 50 cm Höhe Wasserflecken, der Streichputz löst sich bereits in der Ecke auf. Die Holzsockelleisten beginnen zu gammeln, und die Wandfeuchtigkeit liegt nach heutiger Messung über dem 6 fachen Wert über Normal. 151 digits.

Zur Information: Die "kritische" Innenwand trennt den beheizten Wohnraum von dem benachbarten, unbeheizten Saunaraum, der ein kühler, mit Natursteinen gefliester Kellerraum ist, darunter Estrich auf Lehmboden. (UG)

Der Wohnraum mit der angrenzenden, nassen Innenwand steht ebenfalls auf Lehmboden, ist aber in einer Bitumenwanne. Weiterer Aufbau: Folie, Holzbohlenwerk und Wärmedämmung. Der Bodenbelag sind genagelte Holzdielen.

Zur dringend anstehenden Sanierung stellt sich die Frage nach dem "Wie"?

Ich habe mir eine Verkieselung dieser Innenwand und danach einen Auftrag eines Sanierputzes im 50 cm Sockelbereich der Wand überlegt? Aber ist das wirklich sinnvoll und dauerhaft ? Eine Verkieselung /Paraffinierung eines porösen Schlackesteinwand ?? Wer läßt mich an seinen Erfahrungen teilhaben?

Zur Information: Die Aussenwände wurden fast vollständig von innen gedämmt.





Hallo Jürgen,

ist die fotografierte Innenwand die einzige Wand mit diesem Schadensbild? Kannst Du die Wand auch von der anderen Seite zeigen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Nasse Innenwand aus Schlacke Steinen sanieren



Hier ist noch ein Photo der gegenüberliegenden Kellerwand, die mit Quarzit Naturstein besetzt ist, der oberflächenversiegelt wurde.



Nasse Innenwand aus Schlacke Steinen sanieren



Die Kellerwand weist kein Schadensbild auf, auch die Fugen sind trocken. Ebenfalls der Bodenbereich. Allerdings wird die Dusche auch sehr selten benutzt.



Feuchte Wand



Hallo Jürgen,
ich mache Ihnen folgenden Vorschlag:
Nehmen sie eine Bohrmaschine und einen Mauerbohrer (langer Steinbohrer, 10 mm Durchmesser reicht).
Bohren sie an der oberen Grenze der sichtbaren Durchfeuchtung langsam bis zur Wandmitte (Vorsicht, Leitungsverlauf erst abklären!)
Schauen Sie auf das Bohrgut was der Bohrer fördert.
Wird es in Richtung Wandmitte immer feuchter oder trockener?

Viele Grüße





Studiere Konrad Fischer - kaufe sein Buch - lies es und dann weißt Du was falsch gemacht wurde. Es gibt keine aufsteigende Feuchtigkeit - die Wand wird nur feucht weil Putz und putz mit Tapete oder andere saugende Wandbeläge in Feuchte Zonen eintauchen (sie berühren) und so die Feuchtigkeit hochziehen. In Deinem Fall sind aber noch andere Fehler gemacht worden die man hier nicht mit ein paar Sätzen beantworten kann - wir helfen gern weitter.


Grüße

Speckmann Architekten aus Oldenburg



hier stellt sich mir die Frage



wer zieht hier die Feuchtigkeit, der Putz oder das Mauerwerk?
wohl eher der Putz.
hier gehe ich von einem Wärmebrückenproblem aus, das allerdings nur mit einem richtigen Konzept gelöst werden kann.

Grüsse Thomas





Mauerwerk zieht keine Feuchte. Eine Kaimauer steht im Wasser. Man kann hier huit sehen das das Wasser nicht aufsteigt. Nur da wo noch Wellenschlag ist die Kaimauer Ziegelmauerwerk unverputzt) nass.
Also zieht Mauerwerk keine Feuchtigkeit, weil die Kapilare in den Lagerfugen die Feuntigkeit nicht weiter aufsteigen lassen. Wenn man das verstanden hat dann muss man nur noch darauf achten, das Putz nicht Erdberührend eingebaut wird und Feuchtigkeit nach oben transportiert und das das Mauerwerk nicht seitlich mit Folien oder diffusionssperrenden Materialen belegt ist.

Der Vorschlag das Mauerwerk anzubohren ist damit zunächst richtig. Ist das Mauerwerk komplett durchnässt dann steigt über den Putz Feuchtigkeit nach oben.

Ist das Meuerwerkes nur Aussen/ oder im Putzbereich nass und innen trocken dann ist es eine Kältebrücke.



@ Rainer



trotz des mir gebotenen Respektes zweifel ich an Ihrer Antwort. Eine Kaimauer wird wohl kaum aus Schlackesteine erstellt. Deshalb hinkt der Vergleich. Wenn ich Ziegel mit der Unterseite ins Wasser stelle - dann saugt er sich wohl voll und tansportiert das Wasser auch in den nächsten Ziegel - wenn es vorher keine Sperrschicht gibt. Wie nennen Sie diesen Vorgang, wenn nicht in der Umgangsprache mit "zieht" ??



Du liegst falsch!!



@Olaf
Hallo Olaf - ein Ziegel und ein Schlackestein sind nicht dasselbe. Das aufsteigende Wasser (das es nicht gibt) endet in der Lagerfuge oder Stossfuge. Hier ist die Kapillare Brechung zu groß für das weitere Aufsteigen von Wasser. Die Kaimauer ist nur deshalb nicht aus Schlacke weil der Ziegel frostsicher sind.. Wenn du einen gemauerten Ziegelpfeiler ins Wasserbecken stellst wirst Du beobachten das das Wasser in der 1 . Lagerung oberhalb des Wassespiegels stehen bleibt.
Siehe auch Konrad Fischer - der hat da ein Beispielbild- gleicher Effekt die Ziegelwände. In Hamburg Venedig Amsterdam etc. Ich hab mal mit einem alten Maurer gesprochen und gefragt: gibt es aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerk und er antwortete: Nein wir haben damals Kanäle gemauert da war es nur unten nass. .......Denk mal drûber nach und sieh dir eine Kaimauer an. Es ist immer der Putz der "zieht". Tapete und Putz ist noch schlimmer.



Moin Rainer,



auf dem Foto sieht's aber nich so aus, als hätte der Putz Bodenkontakt.......

@Jürgen: Sind das tatsächlich gemauerte Schlackesteine?
Bei uns haben sie einfach Schlacke/Zement à la Magerbeton in die Gefache gestampft. Allerdings nur im 2.OG, daher kein Feuchteproblem.

Gruss, Boris



Guter Ansatz



Wenns also Schlacke Steine sind ist das kältebrückenthema ausgeschlossen. Boris Theorie kann Auch sein. Wie bereits erwähnt Stein anbohren in verschiedenen Höhen. Wenns nur unten nass ist ist Es der Putz - meistens schafft es die aufsteigende Feuchtigkeit nur 1,5 m .Extrem nass ist es hinter derFussleiste. Dann ist es nur der Putz der saugt. Man kann auch den Putz einfach unterbrechen im Fussbodenbereich auf 1 Meter Länge und dann beobachten. Wenn es dann trockener wird ist es nur der Putz.





Also, es ist ein Schlackestein, aus dem die Mauer ist, d.h. aus Schlacke und Magerbeton, daher porös. Die Wand "zieht" Bodenfeuchtigkeit auf 60-80 cm. Natürlich ist es 1. der Putz, der die Feuchtigkeit transportiert, an der Bodenkante ist er nass. Aber wie bekomme ich das in den Griff??? Putz entfernen, austrocknen lassen, Sanierputz aufbringen...?
Paraffin-Horizontalsperre ???



Feuchte Wand



Ich komme immer weniger mit dem benannten Wandmaterial klar.
Was ist es denn nun:
Betonsteine mit Schlackengranulat als Zuschlagstoff?
Klassische Schlackensteine, gegossen oder gewickelt?
Betonsteine aus Einkornbeton?
Monolithische Betonwand aus Magerbeton mit Schlackengranulat als Zuschlag?
Hohlblocksteine aus Schwerbeton?

Viele Grüße





Nur Putz entfernen bis uk Fussleiste (OkFF). Dann ist der Spuk vorbei !hoffentlich kommst Du mit einem Stecheisen oder so da ran.
Grüße Rainer - Versuch es in jedem Fall mal partiell auf 50 cm Länge und gib mir Rückinfo. Der Abgestossene Putz kann unten liegen bleiben.