Schimmel bei Kalkzementputz und Kalkfarbe?

01.09.2010



In unserem Haus Bj. 1950 stellt sich folgendes Problem:
Das Haus ist ein Doppelhaus und nur teilunterkellert. Bei den Kellerwänden handelt es sich um Beton. Die Außenwände sind null isoliert. Grundwasser befindet bei ca. 5 – 6 Meter.
Bei starken Regenfällen wird der Boden an rissigen Stellen feucht. Sämtliche Außenwände sind immer feucht im erdberührenden Bereich, , Innenwände nicht. Die Feuchtigkeit steigt auf. Gelüftet wird ausreichend. Im Sommer bleiben die Fenster überwiegend geschlossen ( wegen Kondensierung).
Aufgrund dessen haben wir den bröseligen alten und feuchten Putz entfernt und zunächst Klebe- und Armierungsmörtel aufgetragen. Anschließend wurde die Wand mit einem Kalkzementputz verputzt und abschließend mit einer Kalkfarbe gestrichen. Mit dem Ergebnis, dass die Wände jetzt nicht nur feucht sind, sondern auch noch schimmeln.
Was können wir jetzt machen? Ursache der Feuchtigkeit zunächst beheben, aber wie bei einem teilunterkellerten Gebäude?
Welcher Putz und welche Farbe können stattdessen sinnvoll sein? Ich kann mich mit einem feuchten Keller abfinden, aber nicht mit einem schlimmeligen.
Vielen dank für die zu erwartenden Anworten



Prima,



genau wie bei uns. Ich bin auf Antworten gespannt. Interessiert mich auch brennend.



In einem alten Waschkellerraum...



...habe ich auch noch das Problem.
Von einem erfahrenen Putzer (Nähe Würzburg) habe ich erfahren, dass er schon Jahre mit einem Konzentrat zum Beimischen von der Fa.Ludikon arbeitet und sehr gute Ergebnisse hat.
www.ludikon.de



Neuer Putz...



...heißt erstmal viel neue Baufeuchte. Habt ihr mal mit einem Hygrometer die Raumluftfeuchte ermittelt? Über 80% über einen längeren Zeitraum lässt eigentlich auf jeder Oberfläche Schimmel entstehen. Und vielleicht habt ihr es im Sommer gar nicht geschafft die neue Baufeuchte abzulüften.
Ich habe auch ein älteres Haus von 1965. Die Kellerfenster (Stahlrahmen mit Gitter) sind so undicht, dass ich im Sommer trotz geschlossener Fenster die Kondensierung fast nicht verhindern kann.
Ich helfe mir bei extrem schwülem Wetter mit einem Luftentfeuchter, damit ich gar nicht erst über die 80% komme.



Feuchter Keller



Wie wärs mit den drei üblichen Verdächtigen:

1. Oberflächenwasser
In Frage kommt Regenwasser das a) an der Fassade herunterläuft und b) zum Haus hinläuft.
Beide suchen sich Ihren Weg in der Fuge zwischen Wand und Anfüllung nach unten. Es läuft also flüssiges Wasser am Bauteil entlang nach unten, das kapillar in Risse der Wand eindringen kann.
Betonkellerwände und Baujahr 1950- das sind i.d.R. Stampfbetonwände, oft einfach gegen das anstehende bindige Erdreich betoniert. Das dies kein WU- Beton ist, kann man sich denken und eine äußere Abdichtung ist bei dieser Bauweise nicht möglich.
Wenn geschalt wurde, dann gab es die bekannte 2 x kalt 1 x heiß Abdichtung, manchmal aber nur etwas Kaltanstrich, Hauptsache es sah schwarz aus.
Beim Anfüllen wurde diese Abdichtung oft beschädigt.

Die erste Vernässungszone befindet sich im Sockelbereich, also die ersten ca. 40 cm über und unter der Geländeoberfläche. Hier wirkt Spritzwasser und herunterlaufendes Wasser mengenmäßig am größten.
Weiter unten nimmt die Menge durch Verteilung im Boden etwas ab.
Die zweite Vernässungszone befindet sich am Fußpunkt der Wand. Die Fundamentoberfläche ist i.d.R. etwas breiter und steht über, hier staut sich das an der Wand herunterlaufende Wasser. Die Aufstandsfuge zwischen Fundamentoberfläche und Wand ist als Arbeitsfuge oft durchlässig und porös, hier kann das Wasser eindringen.
Wenn eine waagerechte Sperrschicht eingelegt wurde, geht das besonders gut, oberhalb und unterhalb der Pappe befinden sich kapillar wirksame Fugen, eine Autobahn für flüssiges Wasser. Dichtungskehlen waren meines Wissens damals noch nicht Stand der Technik.

2. kurzzeitig aufstauendes Sickerwasser
Dieser Fall betrifft Kellerwände, die mit Arbeitsraum in der Baugrube errichtet wurden.

Das, was als Oberflächenwasser nicht nur an der Wand, sondern verteilt über die nicht bindige Baugrubenverfüllung unten ankommt, kann sich bei einem wenig durchlässigen Baugrund kurzzeitig Im Fußbereich der Wand und damit an der Fuge Fundament-Kellermauer aufstauen. Dieses Wasser dringt über die Fuge, die in der Regel unterhalb des Kellerfußbodens liegt, dann in die Schichten des Kellerfußbodens ein und kann durch Risse kapillar im Beton des Fußbodens und der Wand aufsteigen.
Bei einer Bodenplatte, also einer Plattengründung ohne Streifenfundament, läuft dieses Wasser direkt unter die Bodenplatte.
Der ehemalige Boden des Arbeitsraumes ist in der Regel wenig durchlässig, die Maurer haben ihn samt dem heruntergefallenen Mörtel richtig schön festgetrampelt und verdichtet. So kann dieses Wasser in die Arbeitsfuge dringen, selbst bei gut durchlässigem Baugrund.
Das Wasser unterhalb der Fundamentsohle eines Streifenfundamentes eindringt und dann innen hydrostatischen Druck aufbaut, ist zwar möglich, ich habe so einen Fall noch nicht erlebt.

Wenn ich Einsickerungen über Bodenplatten im Keller fand, dann war das immer Druckwasser aus defekten Grundleitungen, die unter den Bodenplatten verliefen.
Damit wären wir beim letzten aber meiner Meinung nach Verdächtigen Nr. 1.

Wie kann man das Überprüfen:
Ich mache das mit etwas Farbe (Uranin AP). Davon ein oder zwei Löffelchen ins Standrohr und ein paar Stunden, am Besten über Nacht, den Wasserschlauch reinhalten.
Wenn dann ein paar Stunden bis Tagen die Risse und Pfützen plötzlich grün geworden sind, ist eine Leitung undicht oder verstopft oder Beides.

Es gäbe denn noch einen weniger wahrscheinlichen Fall, Bindiger Boden- Baugrube mit Arbeitsraum- Dränung.
Wenn diese Dränung in den letzten 60 Jahren nicht richtig gewartet wurde, dann kann sie zu einer Kellerbewässerungsanlage mutiert sein.

Viele Grüße



Ich habe da noch einen Verdächtigen...



...denn es kann auch Tauwasser entstehen.
Bodentemperatur = 8-14°. Evtl. auch ein bis 2° höher.
Raumtemperatur 18-20°.
Luftfeuchte 80% oder auch höher, dann ergibt dies Tauwasser!
In meinem Keller läuft im Sommer immer einige Stunden ein Luftentfeuchter und seit dem habe ich kein Problem mehr.



Feuchter Keller



Zunächst möchte ich mich für die Antworten bedanken.
Jetzt zu den drei üblichen Verdächtigen:
P1: Bei der Kellerwand handelt es sich ungeschalte Stampfbetonwand. Im Sockelbereich ist es nach unten hin etwas feucht, nach oben nicht (keine Schlagseite, bzw. teilweise überdacht, also nicht allzuviel Nässe von oben). Die überwiegende Nässe befindet sich am Fußpunkt der Wand, umlaufend ca. 50 cm, selbst dort, wo sich aufgrund der Teilunterkellerung keine Außenwand befindet, sondern nur das EG.
P2: Die Nässe am Boden taucht nur bei starkem Regen nach ca. 1-2 Tagen in der Nähe der Außenwand auf. Nach einigen Tagen trocknet es jedoch wieder ab.
P3: Kann ich eigentlich ausschließen, da unter der Bodenplatte definitiv keine Grundleitungen verlaufen.

Wie kann nun eine Lösung aussehen? Äußere Abdichtung ist ja anscheinend nicht möglich.
Und was ist mit dem Schimmel trotz Kalkfarbe? Ein weiterer Kellerraum muss noch verputzt werden,welchen Putz und welche Farbe sollte ich stattdessen verwenden.

Gruß



@ JASKULSKI



Wo soll das Additiv denn beigemischt werden ?
In den Putz oder in den Kalkanstrich ?
Wenn das als Putzzusatz gemeint ist , dann ist doch die Chose nichts anderes als die Sanierputzfunktion wie AEC 3000 und auch nur temporär wirksam .
Bevor man es nicht selber erfolgreich jahrelang verarbeitet hat , sollte man vorsichtig sein mit derart Empfehlung !
Ich kenne jemand ,der jemanden kennt der kennt einen , der gehört hat ......usw. ist unprofessionell und Wichtigtuerei !



Das Konzentrat...



...wird ins Zement/Sand-Gemisch zugegeben.
Wenn vom Fragesteller gewünscht, kann ich die Verbindung zu dem erfahrenen Putzer herstellen.
Sonst bei Ludikon direkt anfragen.
Da es sehr schwierig ist, auf diesem Gebiet den wirklich richtigen Putz zu finden und vor allem diesen dann auch richtig zu verarbeiten, lohnt es immer auf erfahrene Putzer zurück zugreifen!
Aber vielleicht hat Herr Zoigl noch eine richtige Antwort, als sich wichtig zun tun!



Isolieren



Hallo Herr Juhnke,

wenn ich den Lastfall richtig verstanden habe und es gibt keine anderen Gründe wie Überschwemmungen o. ä. sollten Sie Ihr Haus neu isolieren. Horizontalsperre (evtl. Vertikalsperre) als Schutz gegen Bodenfeuchte und eine Fassaden- Hydrophobierung zum Schutz vor Regenfeuchte damit Ihr Haus austrocknen kann. Ich sanierte kürzlich so ein Gebäude in Berlin, nach fünf Wochen war thermographisch begleitet kaum noch was zu sehen von den Ursachen des Schimmels und der feuchtebedingten Wärmebrücken im Gebäude. Gern schicke ich Ihnen den Zwischenstand der Studie zu.

Aber wie gesagt, ich mache das so und habe da 100 % Erfolg.

Viel Erfolg, Ralf.



@ JASKULSKI



Ich bin nicht so ein Genie , das etwas empfiehlt , das er nur vom Hörensagen kennt .
Das überlasse ich lieber Ihnen , dem erfahrenen Putzer .



LangeRede kurzer Sinn,



vorhandenen Putz entfernen, und mit reinem Luftkalkmörtel verputzen.
Dann mit Kalkfrbe Streichen und die Sache ist weitgehend erledigt.

Grüsse Thomas



weil einfach einfach einfach ist



... ob sich die Physik hier so überlisten läßt?

Auf das Ergebnis bin ich neugierig.

Gruß Ralf



Ja, genau,



lasst uns viele Löchlein in die Wand bohren, ordentlich Lampenöl reinpumpen und Dochte einsetzen. Und wenn wir die dann anzünden, haben wir nicht nur schöne, gemütliche Beleuchtung, sondern durch die Wärme auch gleich noch die Lösung des Feuchteproblems ;-)).
Ein Problem sehe ich in dem Klebe- und Armierungsmörtel, hoch kunstharzvergütet und entsprechend sperrend.
MfG
dasMaurer



so so



nun Herr Warnecke, Ihre Methode wird eventuell nur kurze Zeit funktionieren. Wenn das Lampenöl verbrandt oder verdunstet ist fängt das Spiel wieder an. In der DDR waren da einige Experten auf die Idee gekommen Diesel in Löcher zu gießen. In bestimmten Abständen soll dann immer mal was nachgegossen worden sein, der Gestank soll übelst gewesen sein. Aber es hat das Wasser unten gehalten.

Also vergessen Sie Ihr Lampenöl.



ER



kapiert´s nicht.
Einmal ´nen Vollrausch mit Porofin, und man versteht ihn vielleicht.
MfG
dasMaurer



Entspannung Herr Wernecke



... auch wenn Sie eine harte Woche hatten. Krieg ist woanders.

Was wissen Sie eigentlich über Porofin? Haben Sie damit schon einmal Kontakt gehabt?



Lesen



kann er auch nicht ;-)).
Und für Komplimente dieser Art bin ich wirklich dankbar:
MfG
dasMaurer



Schuldig



... keine Antwort zu haben und Heize Luft zu verbreiten?

Ich hätte mich auf eine richtige Antwort gefreut. Aber wenn es nicht geht, geht es eben nicht.