Nasse Wand Nordseite

02.06.2010



Vorab entschuldige ich mich, da ich kein Fachwerkhaus besitze, aber hier im Forum schon seit längerem mal stöbere, da ich vom hier vertretenen gebündelten Fachwissen so begeistert bin :-)

Ich hätte da mal gerne folgendes Problem: An meinem unterkellerten Backsteinhaus ist eine Wand feucht/naß. Erst hatte ich gedacht, daß aufsteigende Nässe aus dem Erdreich das Problem wäre, aber da die Kellerwände (verputzt mit Grauputz) trocken sind, denke ich das Problem kommt von woanders.

Ich habe vor zwei Wochen 1,5m ausgeschachtet und die Wand mit Bitumen abgedichtet, jetzt steht sie offen (sicher abgedeckt, so daß keine Nässe eindringen kann). Dennoch ist nach längerem Regenguß die Mauer oberhalb der Horizontalsperre (Zustand unbekannt) wieder naß. Einen Teil der Wand habe ich nicht Freilegen können, da hier scheinbar ein altes Fundament eines ehemaligen Nachbarbaus direkt an mein Haus grenzt.

Einen Wunderheiler mit okulten Schwingungssimulatoren hatte ich auch schon vor Ort... andere Geschichte (bitte keine Hilfe in dieser Richtung)

Da ich in einem Gewerberandgebiet wohne, haben sich Sprayer auf der Hauswand verewigt. Diese scheint jetzt durch Lack versiegelt zu sein. Kann daher das Problem rühren, da die Wand keine Feuche mehr nach außen abgeben kann?

Danke für Antworten, Hanno Schaar



dann



brauchen wir mehr Daten:
Seit wann ist der Lack drauf, ist er vollflächig ?
Hast Du mal ein Foto, damit wir wissen, wovon wir reden ?
Luftfechte und Temperatur der Innenräume an der betreffenden Wand.



Oups...



Außentemperatur z.Zt. 12Grad
Raumtemperatur 21Grad
Wandtemperatur 18,1Grad, an der feuchten Stelle 16,3Grad

Der Lack ist an der betroffenen Wand scheinbar schon mehrere Jahre dran, ich habe das Haus erst 2007 erworben und versuche es seit dem bewohnbar zu machen. Wir leben seit zwei Jahren hier. Die Wand ist auf eine Fläche von ca. 3x2m flächig "dekoriert"

Ich hatte die Innenand vor zwei Jahren mit Gipsputz abgezogen. Da sich auf diesem Schimmel gebildet hatte, habe ich vor drei Wochen den Putz runtergeschlagen und habe die Wand neu mit Zementputz verputzt. Ich wollte die Sporen komplett raus haben und hatte auch die laienhafte Vermutung, daß der Gips die Nässe hält wie ein Schwamm.

Bilder gehen leider noch nicht, da ich mich erst noch zum vollen Mitglied machen muß.

Gruß, Hanno Schaar



Bild und Luftfeuchte



hab ich jetzt parat:

die Luftfeuchte beträgt 81% (die Messung hat gedauert, da ich das Messgerät erst suchen musste ;-))

Das angefügte Bild zeigt, daß die Nässe hauptsächlich genau in der Ecke "sitzt". Die Wand ist mit Makulatur grundiert, da ich Rauhfaser tapezieren wollte. Die linke Wand ist tapeziert.

Gruß, Hanno Schaar

P.S. by edit: Das Bild müsste nach links gedreht werden. Sorry, habs mit Handy aufgenommen.



Nasse Wand Nordseite



Hallo,

es ist nicht auszuschließen, dass sich die Schadensursachen gegenseitig aufschaukeln:
1. Die Wand läßt Schlagregen rein, dadurch sinkt der Wärmedurchgangswiderstand rapide.
2. Infolgedessen stellt sich eine niedrige Oberflächentemperatur innen ein.
3. Typischerweise gibt es jetzt Kondensat zuerst in den Ecken.

Sollten Hochlochziegel oder Leichtbetonsteine verarbeitet sein, sammelt sich Schlagregen und Kernkondensat unten.

Therapie: ursächlich.
Also Wärmedämmschicht außen, wasserabweisender Putz,
vielleicht hinterlüftete Fassade.

Grüße vom Niederrhein



Schlagregen, aufsteigende Feuchte



Sehr geehrter Herr Schaar,

bitte Sie, sich hier mal reinzulesen:

http://porofin.de/download.html

Ich empfehle Ihnen die Porofin Info 1 und 2 und speziell die Lotupor Info 2, 4, 5 und 6.

Speziell die Lotupor 6 zeigt ein Haus mit Schlagregenproblemen und wie das Problem gelöst wurde. Ich kann Ihnen auf Wunsch auch noch eine andere Studie aus Berlin Reinickendorf mailen wo Schimmel durch aufsteigende Feuchte und Fassadenfeuchte zur erheblichen Belastung geführt hatten. Der Taupunkt konnte so an der Nord West Ecke von innen unter der Decke nach fünf Wochen durch Austrocknung wieder nach außen verlegt werden.

Also je nach dem der Lastfall ist kann das Problem einfach und dauerhaft beseitigt werden.

Bei Hilfe vor Ort stehen meine Kontaktdaten im Profil.

Viel Erfolg und Spass bei der Lektüre.



nasse Wand



Grundsätzlich pflichte ich bezüglich der möglichen Ursache Herrn Beckmann bei.

Schlussendlich kommt es darauf an, welche Massnahme Sie auf längere Sicht hin ergreifen wollen.

Eine Möglichkeit wäre:

An der betroffenen Stelle Tapete und Putz enfernen und mit Luftkalkmörtel das Eck mit einer Rundung heraus putzen.

Die andere wäre

Den Aussenputz komplett durch Luftkalkmörtel zu ersetzten und mit Kalkfarbe streichen.(evtl. eine auf das Haus abgestimmte Dämmung)

Hydrophobierende Massnahmen egal welche Art können die Situation noch schlimmer machen.

Grüsse Thomas





Vorab mal danke für die schnellen Antworten. Die Fehlersuche geht weiter.

Seit gestern ist der Sommer eingezogen. Resultat: die Nässe ist schlagartig aus der Wand verschwunden. Die relative Luftfeuchte ist auf unter 60% gesunken.

Ich habe die Vermutung, daß das Wasser tatsächlich von oben oder über die Wand kommt und sich an der Horizontalsperre staut.

Ich habe den Putz mal abgehorcht und zum einen festgestellt, daß ca. 20% lose ist. Zum anderen habe ich mal die Lüftungsklappe zum Dach (das Haus ist ein eingeschossiger Flachbau mit Bitumendachbahnen) geöffnet, und mir schlug eine Dunstwolke entgegen, die manche Sauna in den Schatten stellt.

Ich meine, mal gelesen zu haben, daß "früher" auch mal "hohles" Mauerwerk gebaut wurde, um zum einen Material zu sparen, und zum anderen eine isolierende Luftschicht zu erhalten. Das könnte der Weg des Wassers sein.

Ach so, das Haus soll aus den 30er Jahren sein. Die Wände sind aus Backstein.

Was ich auch nicht weiß, ist ob denn überhaupt eine Fassadenfarbe aufgetragen wurde, oder ob der Vorbesitzer einfach nur eine billige Farbe verwendet hat, um die Fassade aufzuhübschen. Er hat halt vieles nur übergejaucht, um besser verkaufen zu können.

Mein Vorhaben:

Ich werde mir erst einmal einen kurzen Stahlträger besorgen und dann mal ein Loch in die Außenmauer machen, um den Aufbau kennenzulernen.

Anschließend werde ich allen losen Putz entfernen und ausbessern. Die Fassade muß ich eh streichen, da die aussieht wie eine Kindermaltafel.

Das Dach, was optisch noch einen guten Eindruck macht, werde ich neu beschichten. Wasserfluß am Traufblech und an den Dachrinnen werde ich mit einem Wasserschlauch simulieren und eventuelle Fehler beseitigen.

Mein Nachteil ist nur, daß es voraussichtlich die nächsten Wochen kaum noch regnen wird, so daß ich den das Resultat meiner sonstigen Bemühungen nicht Zug um Zug erkennen kann.

Hanno Schaar

P.S.: Ich muß alles in Eigenleistung sparsam durchführen, da es mir leider zwischen Zeigefinger und Daumen etwas mangelt. Junge Selbständigkeit bedeutet leider nicht Überfluß.



wenns



so schlagartig ging, wird es wohl Kondensat an der kalten Wand gewesen sein , da die Luftfechte bei dem beginnenden (??) Sommer ebenso schlagartig nach unten ging. Sogar für den ersten Heuschnitt hat es heute gereicht.