Innendämmung - Vorsatzwand aus Poroton

06.09.2012 joerjen



Hallo...

ich möchte in meinem Haus in den "Altbaubereichen" eine Innendämmung anbringen. Die Wände bestehen dabei aus ca.38cm dicken Vollziegelwänden (Hartbrandklinker). Nun wollte ich bisher immer auf 4cm Holzweichfaser zurückgreifen und darauf dann eine Wandheizung installieren. Nun habe ich aus Langeweile mal (nicht lachen) bei U-wert.de eine Vorsatzwand aus 115mm Poroton eingegeben und komme auf ähnliche Dämmwerte und ähnliche Tauwasserwerte. Poroton transportiert die Feuchtigkeit kapillar ja auch recht gut...

Hat jemand Erfahrungen mit solcher Innendämmung oder ist das eine absurde Idee? Poroton bekomme ich relativ günstig und habe auch noch so einiges da - der Raumverlust wäre zu verkraften...

Ich danke Euch für Eure Einschätzungen.



Das wäre eine nicht wirklich...



... ungewöhnliche Lösung.

Probleme dabei:
Worauf steht die Wand --> Statik
Anschluss an die bestehende Wand --> Lufteinschlüsse, Sperrung durch "Kleber"
Anschluss an Seitenwände und Decke --> Flankenübertragung von Wärme und Feuchte

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner





Die Statik bzw. die Bodenplatte gibt das laut dem Bauing. her. Die Seitenwände sind sowieso auch aus Poroton...

Die Decke ist eine neue Spannbetondecke - ich muß dazu sagen, dass von dem alten Haus nur die äußere Hülle stehen blieb - ab Unterkante Decke ist alles neu...



Sinnlosigkeit und Risiken



Hallo

eine so dicke Wand dämmen?
Warum?
Mit all den Risiken einer Innendämmerei, mit allen Anschlüssen etc.

Mit wär das Geld zu schade.

Würde lieber temperieren - hat man mehr davon, finde ich!

auf meiner Website unter I3 (Interessantes 3) der Link über Temperierung könnte auch für Sie interessant sein?

Gutes Geld ausgeben

Florian Kurz
www.slow-house.de





Die andere Idee wäre, die Wandheizung an der gegenüberliegenden Wand anzubringen und die Aussenwand normal zu putzen. Sollte sich dann herausstellen, dass es zu kalt ist, könnte ich im Nachgang immer noch von innen dämmen. Ich müßte jetzt sowieso unter der Innendämmung (wenn bspw. Holzfaser) die Wand mit einem Putz begradigen...das wäre also nicht zusätzlich.





...ich habe ein ähnliches Thema vor mir und mir wurde dabei immer wieder eine Vorsatzwand aus Porenbeton empfohlen - hohlraumfrei vor die Wand gesetzt. Habe dazu aber noch keine Erfahrungen gefunden - nach meinem Verständnis transportieren auch diese Steine die Feuchtigkeit kapillar, sie sind leichter als Poroton und der Dämmwert "relativ" gut...

Hans-Jürgen



Jetzt wie immer dieses Dilemma!



Wem soll man nun glauben?

Dem Einen, der davon schreibt es ist sinnlos, riskant und leichtsinnig und letztendlich teuer wenn man so eine wie auch immer geartete Innendämmung anbringt …

oder den anderen, die teils dies, teils das propagieren, für gut befinden, empfehlen, schon Erfahrung von 2, 5, 10 Jahren ausweisend belegen und dann auch noch beweiskräftig mit dem allgöttlichen u-Wert-Rechner (der auch noch UMSONST ist) unterlegen.

Ich sag aus Erfahrung heraus: Lassen Sie es!
Temperieren Sie lieber und nehmen einen guten Kalk- oder Lehmputz an die Wand.
Das Geld, das Sie sparen überweisen Sie einfach zu einem Teil an hilfsbedürftige in Afrika und den anderen Teil an mich!

Ich Danke im Voraus.

Lassen Sie sich unabhängig von mir beraten - so teuer wie die Innendämmung wir es sicher nicht!

Florian Kurz
www.slow-house.de





@Hans-Jürgen
Die Variante mit dem Porenbeton nannte man mir auch schon desöfteren, allerdings fehlte mir dabei bisher ebenfalls das entsprechende Feedback der wirklichen Experten - gern natürlich auch Erfahrungen über die Variante. Wie verhält diese sich feuchtetechnisch, wenn sie hohlraumfrei davorgesetzt wird?

Wenn ich nun die Wandheizung gegenüber der Aussenwand anbringe, erwärme ich doch die schlechter gedämmte Aussenwand weniger - ich strahle sie ja sozusagen nur an, oder habe ich hierbei einen Denkfehler?



Poroton ...



... transportiert mitnichten kapillar, weil´s im Material nur geschlossene Poren gibt. Kapillare müssen unterienander als "Gangsystem" in Verbindung stehen und bis zur Oberfläche reichen, sonst wird kein Wasser transportiert.

Dieser Vorgang setzt beim normalen Poroton erst ab einem Feuchtegrad von 15-20 Volumen% ein, wenn die Durchfeuchtung das kapillare System in Gang setzt.

Aus diesem Grund sammelt sich immer eine bestimmte Restfeuchte im Poroton an, die im Zusammenhang mit organischem AMterial (Holz) zur Dauerdurchfeuchtung und Vermorschung führen kann.

Mineralschaumplatten sind aus dem gleichen MAterial, aber kapillar hoch leitfähig und eine sehr leichte Variante des Gasbetons.





Wenn der Poroton nicht kapillar leitfähig ist bzw. nicht gut, bedeutet es doch auch, dass die Wand aus Poroton generell relativ feucht ist, oder?

Gasbeton besteht doch aber auch nur aus vielen kleinen Poren...Mineralschaum doch auch...?!?